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Pressemitteilungen

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Milcherzeuger in Europa und Lateinamerika verschwinden - Agrobusiness dagegen wächst

Presseerklärung von Via Campasina (auf english)

La Via Campesina International with representatives from Europe and Latin America are meeting in Madrid from the 14th to 18th of May to affirm their united opposition to the trade agreements which threaten small and medium sized producers from both continents.

The EU is holding a summit in Madrid with Latin American leaders where it hopes to close the aggressive agreements during the Spanish presidency of the EU.

These agreements have no benefit whatsoever to farmers and citizens on either side of the Atlantic.

 

The EU is attempting to impose 4,500 tonnes of milk powder and 2,000 tons of cheese at low prices on the markets of Central America, against the interests of milk producers in the region.

Colombian Agriculture Minister Andres Fernandez also admitted last Thursday that the controversial agreement between the EU and Columbia would adversely affect more than 400,000 farming communities across Columbia – above all the dairy sector.

In the last years, as opposed to adapting the production of milk to the European Union's internal consumption, the European Commission and council have decided to increase milk quotas in each country with the objective of increasing exports of milk products.

This has caused a drop in the price of milk in Europe and the bankrupting of small and medium sized producers.

The policy of export subsidies stimulates the absurd policy of imposing European exports. It is a threat to Food Sovereignty – the farmers, men and women of La Via Campesina give priority to feeding our populations and communities.

In these terms the only beneficiaries of these agreements are the industries and transnationals involved in distribution and transformation and exporters – not the farmers of Latin America or the European Union.

The delegation of Via Campesina in Madrid reaffirm that the defense of sustainable peasant agriculture is common both to Europe and Latin America, and that these free trade agreements destroy people's  food sovereignty.

To this end, we demand that the member states of the European Union and the governments participating in the summit that they do not sign any free trade agreement which goes against the interests of their populations!

Aktuelles

Kategorie: Press 19.01.2012

PM: Für den Finanz- wie für den Milchmarkt gilt:

Ohne klare Regeln geht es nicht! Lösungsansatz für die europäische Milchversorgung

 

Kategorie: Press 07.12.2011

PM: Interessen der Milcherzeuger im neuen Milchpaket auf´s Abstellgleis verbannt

Einigung zum Milchpaket von EU-Kommission, Parlament und Ministerrat ignoriert die Situation der Milcherzeuger komplett

Kategorie: Press 29.11.2011

PM: Protestaktion der europäischen Milchbauern: Butterberge nicht verramschen, sondern vermeiden

Lausanne, den 29. November 2011: Schweizer Milchbauern und Milchbäuerinnen haben heute zusammen mit europäischen Kolleginnen und Kollegen in Basel und in Genf eindrücklich demonstriert, wie unsinnig Exporte zu Dumpingpreisen sind.

Kategorie: Press 08.11.2011

PM: Muss der Milchmarkt den Finanzmärkten folgen? Lösungsansatz für die Milchversorgung in Europa

Die internationale Finanz- und Schuldenkrise sowie die Krise auf dem Milchmarkt haben die gleiche Ursache. Hier wie da hat sich die Politik mit der Begründung aus der Verantwortung gezogen, der jeweilige Sektor würde am besten funktionieren, wenn er den freien Kräften des Marktes überlassen wird. Bürger und Staaten weltweit...

Kategorie: Press 08.11.2011

Das European Milk Board gratuliert seinen niederländischen Mitgliedern zur Markteinführung der Fairen Milch

Mit dem Verkaufsstart der fairen Kakaomilch wird der niederländische EMB-Mitgliedsverband NMV (Niederländischer Fachverband der Milchviehhalter) ein neues Mitglied der europäischen Faire-Milch-Familie

 

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Jahrestag: Ende des europäischen Milchlieferstreiks

05/06/09: Jahrestag: Ende des europäischen Milchlieferstreiks 

Ein Jahr nach dem europäischen Milchlieferstreik im Mai/ Juni 2008 ist der Milchpreis schlechter denn je. Nach anfänglich positiven Signalen von Seiten der Politik setzte man die Forderungen des European Milk Borad (EMB) letztlich nicht um. Die Krise am Milchmarkt spitzt sich immer weiter zu.

Hamm, 05.06.09: Vor einem Jahr hatte die Abwärtsentwicklung des Milchpreises die Milchbauern des EMB speziell aus Österreich, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und der Schweiz dazu bewogen, in den Lieferstreik zu treten. Über zehn Tage hielten die Milcherzeuger in den sechs Ländern die Milch zurück und blockierten zahlreiche Molkereien. Jetzt nach einem Jahr hat sich die Situation am Milchmarkt nicht gebessert. Ganz im Gegenteil. "Die Milchpreise befinden sich am Boden - in keinem Land werden mehr als 24 Cent ausbezahlt.", erklärt die Vizepräsidentin des EMB Sieta van Keimpema. Oft sind es gerade mal 20 Cent, die die Erzeuger von den Molkereien pro Liter Milch erhalten. Jetzt zeigt sich, wie wichtig es gewesen wäre, die Forderungen des EMB nach einer flexiblen Mengenregulierung umzusetzen. Dadurch hätten die dramatischen Marktverwerfungen sowie das Ausbluten der Milchviehbetriebe verhindert werden
können.

Situation vorhersehbar

Die Maßnahmen von EU-Agrarrat und EU-Kommission im vergangenen Jahr haben die Situation noch verschärft, indem trotz sinkender Nachfrage mehr Milchproduktion zugelassen wurde. "Wir haben lange im Vorfeld darauf verwiesen, dass die Quotenanhebung insbesondere angesichts eines Nachfragerückgangs die Milchpreise  noch stärker unter Druck setzen wird", so Romuald Schaber, der Präsident des EMB. Die EU-Kommission und die Agrarminister tragen durch ihre unverantwortliche Politik der Marktliberalisierung die volle Verantwortung. Die Forderungen des European Milk Board,  eine Reduzierung der Milchmenge vorzunehmen, werden bis dato ignoriert, wodurch sich die Krise weiter zuspitzt.


Maßnahmen zur Entschärfung der Krise

Für den Milchmarkt müssen die EU-Agrarminister angemessene Rahmenbedingungen schaffen. Das EMB plädiert mit der Forderung nach einer flexiblen Mengenregulierung für eine Balance von Angebot und Nachfrage. Zudem sollte ein Marktmonitoring dafür Sorgen tragen, dass die Entwicklungen am Milchmarkt kontinuierlich erfasst und analysiert werden. Diese Forderungen werden auch von den Agrarorganisationen der neuen EU-Länder unterstützt. Dies wurde in einer gemeinsamen Deklaration des EMB und der Agrarkammern aus der Tschechischen Republik, der Slowakei, Slowenien, Ungarn,  Bulgarien, Litauen und Polen am 2. Juni in der tschechischen Stadt Brünn bekräftigt. Auch die französischen Milchbauern zeigen mit ihren Protestaktionen der letzten Wochen, dass sie für eine flexible Mengenregulierung einstehen. Sie sind nicht gewillt, weiter Milchpreise zu akzeptieren, die die Kosten der Produktion nicht decken.

Dass Zeit alle Wunden heilt, trifft im Fall des Milchmarktes nicht zu. Man muss reagieren und zwar richtig. Das hat die EU-Politik bisher versäumt, so dass auch ein Jahr nach Ende des Milchlieferstreiks in Europa von würdigen Milchpreisen und einer Perspektive für die Ernährungssouveränität absolut keine Rede sein kann.

EMB-Aktion am 25.5.09 in Brüssel

Sehr geehrte Damen und Herren,


das EMB ist dabei, wenn am 25.5.2009 die Agrarminister der europäischen Mitgliedsstaaten in Brüssel tagen. Mit Kühen in einem mobilen Kuhstall richten sich 1000 europäische Milchbäuerinnen und Milchbauern vor dem Ratsgebäude ein und führen den Agrarministern vor Augen: Ohne politische Rahmenbedingungen kann nachhaltig kein fairer Milchpreis zustande kommen.

vollständige Pressemitteilung

 

Presseerklärung: 29.4.2009 EMB-weiter Aktionstag

Tausende Milcherzeuger demonstrieren in ganz Europa

Mit ihren Milchkühen werden tausende europäische Milchbäuerinnen und Milchbauern des European Milk Board (EMB) am 29. April 2009 gemeinsam für eine flexible Mengenregulierung in mehr als 10 Ländern  demonstrieren.

„Eine flexible Mengenregulierung für faire Milchpreise“ - mit dieser Botschaft werden Milcherzeuger am Mittwoch, dem 29. April, europaweit bei Kundgebungen  die politischen Entscheidungsträger ihres Landes und der EU ansprechen. Sie werden mit Schleppern und Milchkühen unter anderem vor die Parlamente und Landwirtschaftsämter ziehen und ihrer Forderung Ausdruck verleihen. Auch Nicht-EMB-Länder planen Aktionen an diesem Tag. So werden in der Tschechischen Republik Bäuerinnen und Bauern während eines Protestmarsches auf den katastrophalen Zustand im Milchsektor aufmerksam machen.

In ganz Europa sinken die Milchpreise stetig und sorgen so für eine immer breitere Schere zwischen Milcherzeugerpreis und den Kosten für die Produktion. So lagen sie im März beispielsweise in Dänemark bei 25 Cents/ Liter (4.2% Fett, 3.4% Protein) und den Niederlanden zwischen 17 und 22 Cents/ Liter  (4.2% Fett, 3.4% Protein).


Verantwortung der Politik
Der Präsident des EMB, Romuald Schaber, sieht die Verantwortung ganz klar bei der Politik: "Sie kann und muss Rahmenbedingungen schaffen, die es erlauben, das Angebot an Milch der Nachfrage anzupassen." Mit dieser Forderung nach einer fairen Agrarpolitik findet das EMB auch bei Verbraucherverbänden sowie vielen Organisationen aus dem Bereich der Entwicklungspolitik und des Umweltschutzes Unterstützung.

Mit ihren Fehlentscheidungen der letzten Monate hat die Politik entscheidend zur aktuellen Milchmarktmisere und dem damit verbundenen dramatischen Milchpreisverfall beigetragen. Jetzt sind Entscheidungen erforderlich, die das Problem nachhaltig lösen und einen Kollaps des Milchmarktes verhindern. "Die Belehrung mit neoliberalen Phrasen ist dafür nicht geeignet. Diese zeigt nur, dass es in der Politik an einem Überblick über die Gesamtsituation fehlt", so Sieta van Keimpema, Vizepräsidentin des EMB. Die Kombination von regelloser Marktentfaltung und fragwürdigen Interventionsmaßnahmen, die bis dato gefahren wird, entzieht einer qualitativ hochwertigen und fairen Milchproduktion die Existenzgrundlage. Die im EMB organisierten Milcherzeuger und ihre Berufskollegen aus anderen Ländern Europas sagen am 29.4.2009 gemeinsam Nein zur bisherigen Dumpingpolitik und Ja zu einem verantwortungsvollen politischen Umgang mit der Milchmarktmisere:

„Eine flexible Mengenregulierung für faire Milchpreise“

 

Aktionen in den einzelnen Ländern am 29.4.09:

- Frankreich/ OPL: Kundgebungen mit Traktoren, Hängern, Faironikas, Milchkühen und Kälbern vor den Präfekturen landesweit, Gespräch mit Präfekten und Briefübergabe, Treffen mit Agrarminister Barnier

- Deutschland/ BDM: große Kundgebungen vor Landwirtschaftsämtern bundesweit mit Milchkühen und Faironikas - Details werden noch bekannt gegeben

- Spanien/ PROLEC: Anknüpfen an große Demonstration in Madrid vom 16.4. - großes Treffen von Milchbauern, Konsumenten, Politikern und Veterinärmedizinern in Katalonien

- Österreich/ IG-Milch: landesweit Traktorsternfahrt nach Wien zum Landwirtschaftsamt und Kanzleramt, dabei Milchkühe und Faironikas, Übergeben der Forderungen an Bundeskanzler, Pressekonferenz in Wien

- Italien/APL: große Demonstrationen mit Schleppern in ganz Norditalien

- Tschechische Republik: Protestmarsch auf dem Platz des Bauern-Widerstandes in
  Chlumec nad Cidlinou (bei Hradec Králové )

- Dänemark/ LDM: große Kundgebung, gerichtet an die dänischen Kandidaten für
  EU-Parlament in Hovborg, Jütland

- Niederlande/ DDB; NMV: Pressekampagne  als Anknüpfung an die große Aktion "Nacht der Milch" vom 14. und 15. April - Details folgen noch

- Belgien/ MIG: großer Schweigemarsch und Kundgebung vor dem Ministerium in Namur mit Milchkühen und Faironikas, Gespräch mit Minister Lutgen

- Luxemburg/ LDB: Pressekonferenz in Luxemburg Stadt: Bekannt geben - 1. Politikern  wird Ultimatum gestellt "Farbe zu bekennen" 2. Schilderwald - macht aktuellen Milchpreis im ganzen Land bekannt

- Schottland DFOS/ UK: Unterstützungskampagne - Details werden noch bekannt gegeben

- Irland/ ICMSA: Details werden noch bekannt gegeben

- Kroatien/ HSUPM: Details werden noch bekannt gegeben

Für Fragen zur europäischen Aktion:
Romuald Schaber (DE): 0049 1515503 7174
Sieta van Keimpema (NL, DE, EN): 0031/612168000
Sonja Korspeter (DE, FR, EN, ES): 0049 178 60 21 685

Das EMB in Stichworten:
Ziel: Faire Milcherzeugerpreise in Europa, basierend auf den Produktionskosten
Durch die Bündelung der Milcherzeuger, eine flexible Marktsteuerung und die Information der Verbraucher
Gegründet im Juni 2006 in Montichiari, Italien
Mitgliedsorganisationen in 14 EU-Ländern
Aktuell 100.000 Milcherzeuger
Geschäftsstelle in Hamm, Deutschland
Drei Hauptsprachen: Englisch, Deutsch, Französisch
www.europeanmilkboard.org, www.fairmilk.org

27.1.09 Presseerklärung: Milchpolitik der Kommission in der gesellschaftlichen Kritik

Wiederaufnahme von Exportsubventionen offenbart falsche Politik

Brüssel / Hamm (27.1.2009):
„Die Exportsubventionen sind eine fast logische Konsequenz aus der Milchquotenausweitung,
welche die EU im Rahmen des Gesundheitschecks entgegen den Warnungen des European Milk Board im vergangenen Jahr beschlossen hatte. Jetzt belasten überschüssige Mengen den Markt und sollen mittels Ausfuhrerstattungen auf dem Weltmarkt und in Entwicklungsländern abgesetzt werden. Dort konkurrieren diese Billigimporte oft mit der heimischen Milchproduktion und Kleinbäuerinnen werden nicht selten aus der Produktion und in die Armut gedrängt. Die Exportförderung widerspricht auch den Interessen vieler europäischer Milchbauern, da die damit verbundene Weltmarktorientierung Erzeugerpreise bedeutet, die weit unter den europäischen Erzeugungskosten liegen, zu denen also kein europäischer Milchbauer nachhaltig Milch erzeugen kann“, so Romuald Schaber, Präsident des European Milk Board.
Deshalb wird es in dieser Woche in mehreren europäischen Ländern Aktionen von Mitgliedsverbänden des European Milk Board gemeinsam mit Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen geben. Die Öffentlichkeit soll darüber informiert werden, dass Exportsubventionen sowohl von Milcherzeugern in Europa als auch von den gesellschaftlichen Interessensvertretern zurückgewiesen werden.
„Es soll insbesondere deutlich gemacht werden, dass es darum gehen muss, die Mengen, die über dem Bedarf liegen, erst gar nicht zu erzeugen. Die Instrumente für eine solche flexible bedarfsorientierte Mengensteuerung liegen auf dem Tisch, sie müssen nur genutzt und angewandt werden. In einem ersten Schritt gilt es beispielsweise die zuletzt beschlossene Quotenerhöhung von 1% / Jahr in die nationale Reserve zu legen und über eine Beschränkung der Saldierung effektiv vom Markt zu nehmen. Generell muss der Markt ein bis zwei Mal im Jahr genau auf die vorhandene Nachfrage hin analysiert werden und die Milchmenge in Europa entsprechend angepasst werden. Für die Steuerzahler ist das billiger, für einen fairen internationalen Handel eine Voraussetzung und für die Milcherzeuger in Nord und Süd eine Chance, um für ihre Milch auch faire Preise zu erreichen“, so Schaber.
„Der aktuelle Milchpreisabfall in Europa weit unter das kostendeckende Niveau ist eindeutig die Folge einer politischen Fehlentscheidung. Es gilt den eingeschlagenen Kurs der Agrarpolitik zu korrigieren und in Richtung einer bedarfsorientierten nachhaltigen Lebensmittelerzeugung zu lenken“, ergänzt Ernst Halbmayr, EMB-Vorstandsmitglied aus Österreich.
Die Straßenblockaden der griechischen Bauern heute zeigen deutlich, dass der unter Wert Verkauf landwirtschaftlicher Produkte überall in Europa zu tief greifenden Problemen führt.
R. Schaber (Deutschland): 0049/1515503 7174 E.Halbmayr (Österreich): 0043/6649249635
S. van Keimpema (Niederlande) (EN/NL): 0031/612168000, S.Korspeter (FR): 0049/1786021685

21.1.09 Presseerklärung: Die Milchpolitik der Kommission ist spektakulär gescheitert

Intervention und Exportsubventionen als Notmassnahmen aufgrund von Fehlentscheidungen der EU-Politik

Brüssel / Hamm (21.1.2009):
„Die EU-Kommission plant die Wiedereinführung von Exporterstattungen im Milchsektor. Butter und Milchpulver, aber auch Käse und andere Milchprodukte sollen mit Hilfe von Exporterstattungen auf den Weltmarkt gedrückt werden. Gleichzeitig sollen tausende Tonnen Pulver und Butter mit dem Instrument der Intervention eingelagert werden. Nur 10 Monate nach der zusätzlichen Erhöhung der Milchquoten um 2 % ab 1.4.2008 droht der Milchmarkt völlig außer Kontrolle zu geraten. Zu allem Überfluss hat der EU-Agrarministerrat vor 2 Monaten weitere Ausdehnungen der Produktionsquoten um mehr als 6% in den nächsten 5 Jahren beschlossen. Damit sollte die so genannte sanfte Landung des Milchmarktes umgesetzt werden,“ kommentiert Sieta van Keimpema, Vizepräsidentin des European Milk Board (EMB).
„Die Milchauszahlungspreise an die Milcherzeuger befinden sich seit Herbst 2008 im freien Fall. Mit teilweise nur noch 21 €Cent haben sie mittlerweile Existenz bedrohende Ausmaße erreicht. Nun sieht sich die EU-Kommission gezwungen, entgegen ihren eigenen Vorgaben in den Markt einzugreifen. Mit ihrem Ansatz, den Milchmarkt in der EU zu liberalisieren, ist die Kommission damit schon in der Anfangsphase gescheitert“, so Romuald Schaber, Präsident des EMB.
Weiterhin sagt er: „Die dramatische Lage des Milchmarktes zwingt die EU-Kommission zur Wiedereinführung der Exporterstattungen, um einen totalen Marktzusammenbruch zu vermeiden. Gleichzeitig gerät die EU dadurch in der WTO unter Druck. Sollte durch die Einführung der Exporterstattungen beispielsweise der bestehende Außenschutz gefährdet werden, so wäre der Schaden für Europa größer als der Nutzen dieser Maßnahme. Außerdem wird in Drittländern wie Russland bereits laut darüber nachgedacht, als Gegenreaktion auf europäische Exporterstattungen die Einfuhrzölle für Milchprodukte überproportional zu erhöhen. Ganz grundsätzlich haben die Erfahrungen der letzten Jahre gezeigt, dass Exportsubventionen Märkte von Milcherzeugern in Ländern des Südens direkt schädigen.“
Sieta van Keimpema erläutert: „Deshalb bewertet das European Milk Board (EMB) die Wiedereinführung von Exporterstattungen sehr kritisch. Die EU-Kommission wird dringend aufgefordert, zum 22.01.2009 die Umkehrung des Ausstiegspfades zu empfehlen und damit die beschlossenen Quotenerhöhungen für 2009 auszusetzen.“
Schaber konkretisiert: „Die EU-Kommission soll nun endlich auf die Vorschläge des EMB eingehen und eine flexible Anwendung der Quotenregelung umsetzen, damit die Mengen, die über dem Bedarf liegen erst gar nicht erzeugt werden. Die europäischen Milcherzeuger sind bereit, ihre Produktion an die Absatzmöglichkeiten des Marktes anzupassen. Nur so kann eine Milchpolitik für Erzeuger und Verbraucher mit stabilen und fairen Preisen gleichermaßen gestaltet werden.“
Romuald Schaber (DE): 0049/15155037174, Sieta von Keimpema (EN/NL): 0031/612168000,
Sonja Korspeter (FR): 0049/1786021685.

15.1.09 Presseerklärung: Existenzbedrohende Milchpreise setzen Versorgungssicherheit auf Spiel

Milcherzeuger europaweit gemeinsam für faire Preise für Erzeuger und Verbraucher

Berlin / Hamm (15.1.2009):
Im November haben die europäischen Agrarminister entschieden, die Quote auszudehnen. Die Auswirkungen sind schon jetzt spürbar. „Angebot und Nachfrage sind komplett aus dem Gleichgewicht geraten. Die Nachfrage sinkt, während das Angebot politisch gewollt weiter steigt. In vielen Regionen Europas sind die Erzeugerpreise bereits weit unter die 30 Cent-Marke gerutscht“, erläutert Sieta van Keimpema, Vizepräsidentin des European Milk Board (EMB). Die Existenz der Milcherzeuger ist dadurch akut bedroht.
Die Politik habe sich in Abstimmung mit Teilen der Molkereiwirtschaft für einen Rückzug aus der Regulierung des Marktes entschieden. „Motivation ist hierbei vor allem die Steigerung des Exportanteils der EU“, so Romuald Schaber, Präsident des EMB. So etwas - wie in der Finanzwelt aufgrund des Fehlens von Regulierungsmechanismen geschehen - dürfe im Bereich der Lebensmittelerzeugung auf keinen Fall passieren. „Ziel jeder Regierung, so Schaber, muss die sichere Versorgung der Bevölkerung mit vor Ort erzeugten hochwertigen Milchprodukten sein.“
Jean-Louis Naveau, Vorstandsmitglied aus Frankreich berichtet, dass auch in Frankreich die Gruppe der Milcherzeuger wächst, die sich gebündelt dem europäischen Dachverband der Milcherzeuger anschließt und kostendeckende Milchpreise sowie eine flexible Mengenregulierung einfordert.
„Auf den ersten Blick mögen niedrige Milchpreise für den Verbraucher verlockend wirken, weil er daran denkt, ein paar Cent zu sparen. Doch sie sind schädlich für uns alle, Verbraucher wie Erzeuger. Lebensmittel sind wertvoll und können es nur bleiben, wenn sie unter guten Bedingungen für Umwelt, Mensch und Tier erzeugt werden“, betont Schaber weiterhin. Das bedeute, dass die Erzeuger ihren Aufwand bezahlt bekommen müssen. Die gute Qualität der Milchprodukte sowie die Versorgungssicherheit für die Verbraucher hängen davon ab.  
Diese Botschaft will das Konzept der fairen Milch mit seiner Kunstkuh Faironika vermitteln. Ernst Halbmayr, Mitglied im Vorstand de EMB, erläutert: „In Österreich haben wir bereits eine faire Milch in den Supermarktregalen. Beim Kauf dieser Milch kann der Verbraucher sicher sein, dass der Landwirt eine faire Bezahlung für sein Produkt erhalten hat. Auch in anderen europäischen Ländern wird es bald eine zertifizierte „Faire Milch“ geben.“

Romuald Schaber (DE): 0049/1515503 7174, Sieta van Keimpema (EN/NL): 0031/612168000
Sonja Korspeter (FR): 0049/1786021685