Falls die Seite nicht korrekt angezeigt wird, klicken Sie bitte hier.

MILK-NEWS

http://www.europeanmilkboard.org

EMB Newsletter August 2012

  • Erfolgreiche Milchbauerndemonstration in Brüssel
  • Neue Broschüre stellt einiges über Genossenschaften klar
  • Die Landwirtschaft der EU steckt in der Krise. Die GAP wird reformiert. Wir müssen jetzt handeln
  • Milchbauernprotest in Großbritannien hat volle Unterstützung der Kollegen in Europa
  • Milchbauern in Deutschland kämpfen um Erhalt des Marktstrukturgesetzes
  • EMB-Agenda

Newsletter als PDF

Pdf-Version hier herunterladen

Kontakt

European Milk Board
Bahnhofstr. 31
D-59065 Hamm

Tel.: 0049/2381/4360495
Fax: 0049/2381/4361153

E-Mail:   office@europeanmilkboard.org
Webseite: http://www.europeanmilkboard.org

Newsletter als PDF

PDF-Version hier herunterladen

Kontakt

EMB - European Milk Board asbl
Rue du Commerce 124
B-1000 Brussels

Tel.: +32 - 2808 - 1935
Fax: +32 - 2808 - 8265

office@europeanmilkboard.org
www.europeanmilkboard.org

Liebe Milchbäuerinnen und Milchbauern, liebe Interessierte,

um es gleich auf den Punkt zu bringen: Wir Milchbauern in Europa können stolz auf uns sein. Stolz auf unsere dörflichen Gemeinschaften, stolz auf unsere bäuerliche Landwirtschaft, stolz auf unsere Leistungen als Bauern für die moderne Gesellschaft und damit vor allem stolz auf unser Produkt, die Milch. Dass wir die Milch mit allen Mitteln verteidigen werden, haben wir wieder einmal eindrucksvoll bei der Demonstration vor dem Europäischen Parlament am 10. Juli in Brüssel gezeigt. So muss es jetzt weitergehen. Bis zu dem Tag, an dem unsere Milch wieder einen Wert hat und uns niemand mehr zwingt, unser kostbares Produkt vor lauter sinnloser Überproduktion aus Milchseen auf die Straße laufen zu lassen.

Dabei sind die Lösungen so einfach. Die Forderungen des EMB nach einem freiwilligen Lieferverzicht und der europäischen Monitoringstelle für den Milchmarkt müssen umgesetzt werden. Das müssen jetzt nur noch die Politiker in Brüssel verstehen und bei der Reform der europäischen Agrarmarktordnung in den nächsten Monaten beachten. Aber keine Angst: Dafür werden wir Bauern des EMB sorgen. Um Diskussion und Beschlüsse im Europäischen Parlament im Oktober/November in die richtige Richtung zu lenken, ist das EMB entschlossen, noch größere und härtere Aktionen auf die Beine zu stellen. Dabei zählen wir auf  die Unterstützung von Euch allen. 

Zum Glück kämpfen die Milchbauern nicht alleine und werden von vielen anderen gesellschaftlichen Gruppen unterstützt. Gemeinsam setzen wir uns für eine Agrarpolitik in Europa ein, die zugleich die Ressourcen der Umwelt erhält und für Milchproduzenten das wirtschaftliche Überleben in einer bäuerlichen Landwirtschaft sichert. Milchbauern des EMB nehmen daher im August und September 2012 am Good Food March nach Brüssel teil, über den auch in einem Artikel in dieser Ausgabe des EMB-Newsletters berichtet wird. Bei dieser Sternfahrt mit dem Fahrrad nach Brüssel sollen die Forderungen der Teilnehmer aus verschiedenen Ländern Europas in die europäische Hauptstadt getragen werden.

Ich rufe Euch deshalb dazu auf: Fahrt mit, unterstützt uns und kommt zur Abschlusskundgebung des Good Food March am 19. September nach Brüssel.

Erwin Schöpges (Vorstandsmitglied des EMB)

Erfolgreiche Milchbauerndemonstration in Brüssel

Hunderte Milchbauern des European Milk Board haben vor dem Europäischen Parlament in Brüssel demonstriert. Hintergrund der Demonstration war die  Überproduktion auf den europäischen Milchmärkten, die zu einem drastischen Verfall der Milchpreise und direkt in die nächste Milchkrise führt.

Aus den Reihen des European Milk Board (EMB) waren am 10. Juli 2012 Jung und Alt mit Wut im Bauch nach Brüssel gekommen, um mit Unterstützung von mehr als dreißig Schleppern lautstark gegen das Missmanagement auf dem Milchmarkt zu protestieren. Als Symbol für die gegenwärtige Überproduktion auf den europäischen Milchmärkten wurde ein Milchsee auf dem Platz vor dem Europäischen Parlament errichtet und zum Überlaufen gebracht. Das zeigt: Die Übermengen am Markt drücken die Milchpreise weit in den Keller. Das Überleben der Höfe steht auf dem Spiel.

weiter lesen...

Neue Broschüre stellt einiges über Genossenschaften klar

Das European Milk Board (EMB) hat eine neue Broschüre herausgebracht, die einen klaren Blick auf das Thema Genossenschaften im Milchsektor wirft. Sie zeigt dabei, dass das allgemein positive Bild der Organisationsform Genossenschaft, das  in der Öffentlichkeit noch existiert, heute in vielen Fällen nicht mehr der Realität entspricht.

Die schlimmsten Missstände und die spezielle Situation in einzelnen EU-Mitgliedstaaten werden in der Broschüre anhand von drei Autorenartikeln beschrieben. In dieser und in der folgenden Ausgabe des EMB-Newsletters werden nun diese Berichte in gekürzter Form widergegeben. Bei Interesse kann die Vollversion der Genossenschaftsbroschüre auf Deutsch, Englisch und Französisch über das EMB bezogen werden.

weiter lesen...

Die Landwirtschaft der EU steckt in der Krise. Die GAP wird reformiert. Wir müssen jetzt handeln

Im Mai 2012 hat sich das European Milk Board mit sieben anderen Organisationen zusammengetan, um die hoffentlich größte zivilgesellschaftliche Aktion aller Zeiten zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) auf die Beine zu stellen: den Good Food March.

ARC2020, European Coordination Via Campesina, European Milk Board, Friends of the Earth Europe, IFOAM EU Group, Meine Landwirtschaft, PAC2013 und Slow Food haben einen gemeinsamen Aufruf gestartet, der elf Kernforderungen enthält, denen alle zustimmen. Diese Forderungen umfassen eine GAP, die sichere und stabile kostendeckende Preise für die Landwirte im Allgemeinen und faire Preise für Verbraucher gewährleistet; eine GAP, bei der die echte bäuerliche Landwirtschaft nicht auf der Strecke bleibt und eine GAP, die Nahrungsmittelspekulation ablehnt und den Export von landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu Preisen unterhalb der Produktionskosten beendet.

weiter lesen...

Milchbauernprotest in Großbritannien hat volle Unterstützung der Kollegen in Europa

In der folgenden Pressemitteilung hat sich das European Milk Board mit dem Protest der britischen Milchbauern gegen die Senkung der Produzentenpreise und dem daraus folgenden Milchstreik solidarisch erklärt:

weiter lesen...

Milchbauern in Deutschland kämpfen um Erhalt des Marktstrukturgesetzes

Das Marktstrukturgesetz (MStG) in Deutschland hat zum Ziel, die Marktposition der land-wirtschaftlichen Betriebe zu verbessern. Es ermöglicht die Bildung von Erzeugergemeinschaften und erlaubt die sogenannte „Doppelmitgliedschaft“, also die Mitgliedschaft sowohl in einer Genossenschaft als auch in einem Erzeugerzusammenschluss. Nur auf Grundlage des MStG war die Gründung der MEG Milch Board in Deutschland möglich.

Nun will das Bundeslandwirtschaftsministerium das MStG durch das „Gesetz über die Anerkennung von Agrarorganisationen“ (AgrarOG) ablösen, angeblich, weil das EU-Milchpaket dies erforderlich macht. Wir sehen das anders! Zur nationalen Umsetzung des Milchpaketes ist in keinem Fall eine Änderung des MStG notwendig.

weiter lesen...

EMB-Agenda

Hier finden Sie einige der wichtigsten Termine des EMB-Vorstands im August 2012: 

  • 08.8.: Pressekonferenz der EMB Arbeitsgruppe Milchbündelung

  • 25.8.: Start des Good Food March in München, Deutschland 

weiter lesen...

Volltexte

Erfolgreiche Milchbauerndemonstration in Brüssel

Hunderte Milchbauern des European Milk Board haben vor dem Europäischen Parlament in Brüssel demonstriert. Hintergrund der Demonstration war die  Überproduktion auf den europäischen Milchmärkten, die zu einem drastischen Verfall der Milchpreise und direkt in die nächste Milchkrise führt.

Aus den Reihen des European Milk Board (EMB) waren am 10. Juli 2012 Jung und Alt mit Wut im Bauch nach Brüssel gekommen, um mit Unterstützung von mehr als dreißig Schleppern lautstark gegen das Missmanagement auf dem Milchmarkt zu protestieren. Als Symbol für die gegenwärtige Überproduktion auf den europäischen Milchmärkten wurde ein Milchsee auf dem Platz vor dem Europäischen Parlament errichtet und zum Überlaufen gebracht. Das zeigt: Die Übermengen am Markt drücken die Milchpreise weit in den Keller. Das Überleben der Höfe steht auf dem Spiel.

Im Rahmen der gegenwärtigen Reform der europäischen Agrarmarktordnung fordern die Milchbauern des EMB als konkrete Maßnahmen einen freiwilligen Lieferverzicht sowie die Einrichtung einer europäischen Monitoringstelle, damit Angebot und Nachfrage auf den Milchmärkten wieder ins Gleichgewicht kommen.

Am Ende des Vormittags waren sich die Teilnehmer darüber einig, dass die Aktion ein voller Erfolg gewesen ist. Sie hat wieder einmal gezeigt, wie wichtig es ist, als europäische Milchbauern zusammenzustehen und glaubhaft seine Positionen zu vertreten. Diesen Eindruck hat auch das große Presseecho unterstrichen, das die Aktion in europäischen Print- und Fernsehmedien gefunden hatte. Die Aufmerksamkeit der europäischen Öffentlichkeit wurde so auf die existenzbedrohende Situation der Milchbauern in Europa gelenkt.  

Für den Fall, dass die Forderungen des EMB von den Politikern in Brüssel nicht beachtet werden, haben die Teilnehmer der Aktion angekündigt, mit noch viel mehr Unterstützung von zu Hause wiederzukommen. Die Demonstration am 10. Juli war somit eventuell nur der Auftakt für einen aktionsreichen Sommer und Herbst 2012. Der Ball liegt nun im Spielfeld der Politik, um der Milchkrise Einhalt zu gebieten.

Christian Schnier (EMB)

Neue Broschüre stellt einiges über Genossenschaften klar

Das European Milk Board (EMB) hat eine neue Broschüre herausgebracht, die einen klaren Blick auf das Thema Genossenschaften im Milchsektor wirft. Sie zeigt dabei, dass das allgemein positive Bild der Organisationsform Genossenschaft, das  in der Öffentlichkeit noch existiert, heute in vielen Fällen nicht mehr der Realität entspricht.

Die schlimmsten Missstände und die spezielle Situation in einzelnen EU-Mitgliedstaaten werden in der Broschüre anhand von drei Autorenartikeln beschrieben. In dieser und in der folgenden Ausgabe des EMB-Newsletters werden nun diese Berichte in gekürzter Form widergegeben. Bei Interesse kann die Vollversion der Genossenschaftsbroschüre auf Deutsch, Englisch und Französisch über das EMB bezogen werden.

 

Frankreich: Strukturwandel bei den genossenschaftlich organisierten Molkereien und seine Auswirkungen auf die Erzeuger

XAVIER TALOUD

Die Bedeutung des Begriffs „Genossenschaft“ hat sich im Laufe der Zeit verändert. Dies trifft sowohl auf die allgemeine Funktionsweise einer Genossenschaft als auch insbesondere auf ihr Management zu. Nehmen wir zum Beispiel die Geschichte des Comté (ein Käse aus dem französischen Departement Jura). In den alten Schriften finden die so genannten „fruitières“ („Käsegenossenschaften“) und ihre Funktionsweise Erwähnung. Diese ursprüngliche Form einer dörflichen Organisation nahm vor achthundert Jahren ihren Ursprung und stützte sich auf die Werte der Solidarität und des Teilens.

Heute sind gewisse Genossenschaften keine Verarbeitungsgenossenschaften mehr, sondern solche, die nur noch Milch abholen, um sie dann an andere Unternehmen oder Tochtergesellschaften, an denen zum Teil private Kapitalanleger beteiligt sind, weiterzuverkaufen. Wenn man sich die Struktur der Tochtergesellschaften der größten französischen Molkereigenossenschaften genauer ansieht, stellt man fest, dass diese eng mit großen Privatunternehmen und Investmentgesellschaften verknüpft sind.

Ein gutes Beispiel für die Entwicklung der Genossenschaftsstrukturen in Frankreich ist Sodiaal, die bedeutendste Genossenschaft in Frankreich mit über vier Milliarden Liter abgeholter Milch. Sodiaal setzt sich aus verschiedenen Teilen zusammen: „Sodiaal Union“ ist die Genossenschaft, bei der die Erzeuger Mitglieder sind und die keine Milch verarbeitet. „Groupe Sodiaal“ ist eine Tochtergesellschaft von „Sodiaal Union“ in Form einer Aktiengeselschaft, die auch keine Milch verarbeitet. „Sodiaal International“ ist eine Tochtergesellschaft der „Groupe Sodiaal“, ebenfalls in Form einer Aktiengesellschaft, und die ebenfalls keine Milch verarbeitet. Schließlich gibt es die Milch-Verarbeitungsgesellschaften, die entweder ganz Sodiaal gehören oder zum Teil in den Händen privater Kapitalanleger sind. Beispiel für eine Verarbeitungsgesellschaft von Sodiaal ist Yoplait. Dieses Unternehmen gehört zu 51 % General Mills, einem großen amerikanischen Lebensmittelkonzern.

Die Mitglieder der Genossenschaft „Sodiaal Union“ können also lediglich Einfluss auf die Entscheidungen ihrer „Milchabholgenossenschaft“ nehmen. Auf die Verarbeitungsstrukturen, an denen sie über ihre Mitgliedschaft bei der Genossenschaft Anteile erwarben, haben sie gar keinen Einfluss mehr.

In Frankreich wurden Genossenschaften gegründet, um das Kräfteverhältnis zwischen Erzeugern und Privatmolkereien zu verbessern, damit diese die größtmögliche Wertschöpfung für die Erzeuger aus der Milch holten. Heute sind Genossenschaften aufgrund ihrer Größe gezwungen, Tochtergesellschaften zu gründen. In diesem Prozess ist eine Leitung der Molkerei ganz durch die Verwaltungsebene entstanden und die Mitglieder haben ihre Führungskraft innerhalb der Genossenschaft verloren.

Das Management einer genossenschaftlich organisierten unterscheidet sich nicht mehr wesentlich von dem einer privaten Molkerei. Für den Erzeuger bringt es heute keinen Vorteil mehr, Mitglied einer Genossenschaft zu sein; er befindet sich in derselben Lage wie ein Erzeuger, der Anteilseigner eines Privatunternehmens ist. Mit dem Unterschied, dass Anteilseignern eines Privatunternehmens eine jährliche Dividende ausgezahlt wird. Sodiaal beteuert gegenüber ihren Mitgliedern stets, dass sie die Gewinne aus dem Geschäftsbetrieb der Genossenschaft behalten muss, um in neue Betriebsmittel zu investieren.

Das Kräfteverhältnis zwischen Erzeugern und Molkereien kann nur entscheidend verändert werden, wenn die Erzeuger, ob Mitglieder einer Genossenschaft oder nicht, gebündelt auftreten und gemeinsam agieren. Dies können sie nur in einer horizontalen Erzeugerorganisation wie dem France Milk Board effektiv tun.

Xavier Taloud ist Milcherzeuger im Departement Isere, Region Rhone Alpes, am Eingangstor der französischen Alpen.

Christian Schnier (EMB)

Die Landwirtschaft der EU steckt in der Krise. Die GAP wird reformiert. Wir müssen jetzt handeln!

Im Mai 2012 hat sich das European Milk Board mit sieben anderen Organisationen zusammengetan, um die hoffentlich größte zivilgesellschaftliche Aktion aller Zeiten zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) auf die Beine zu stellen: den Good Food March.

ARC2020, European Coordination Via Campesina, European Milk Board, Friends of the Earth Europe, IFOAM EU Group, Meine Landwirtschaft, PAC2013 und Slow Food haben einen gemeinsamen Aufruf gestartet, der elf Kernforderungen enthält. Diese Forderungen, denen alle zustimmen, umfassen eine GAP, die sichere und stabile kostendeckende Preise für die Landwirte im Allgemeinen und faire Preise für Verbraucher gewährleistet; eine GAP, bei der die echte bäuerliche Landwirtschaft nicht auf der Strecke bleibt und eine GAP, die Nahrungsmittelspekulation ablehnt und den Export von landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu Preisen unterhalb der Produktionskosten beendet. Seit der Veröffentlichung des Aufrufs haben sich weitere 60 Organisationen aus 15 Ländern angeschlossen, so dass zum Marsch Tausende von Menschen erwartet werden.

Beim Good Food March haben Landwirte, Bürger und junge Menschen die Chance, ihre Forderungen für eine Nahrungs- und Agrarpolitik direkt zu den EU-Institutionen zu tragen. Der Marsch beginnt im August und endet am 19. September in Brüssel. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren und es gibt viele Möglichkeiten, mitzumachen:

  • Beteiligt euch am großen Good Food March von Straßburg nach Brüssel. Andere Strecken werden zur Hauptstrecke stoßen, in Deutschland zum Beispiel von München aus, wo am 25. August gestartet wird.

  • Organisiert oder besucht nationale Veranstaltungen. Bereits bestätigte Veranstaltungsorte sind derzeit Bukarest, Budapest, Lissabon, Neapel, Sofia und Wien.

  • Kommt am 19. September (Abschlusstag des Marschs) nach Brüssel, um am Good Food Brunch und einer Konferenz im EU-Parlament teilzunehmen, die von ARC2020 und Slow Food organisiert wird.

  • Sendet eine Fotobotschaft! Alle werden eingeladen, eine Fotobotschaft mit ihren Forderungen für die Zukunft der Nahrungsmittel- und Agrarpolitik der EU zu schicken: photo@goodfoodmarch.eu. Jedes einzelne Foto wird in ein Album aufgenommen, das den EU-Institutionen überreicht wird.

Lasst uns losmarschieren: http://www.goodfoodmarch.eu/home.html

Stephanie Roth (ARC2020)

Milchbauernprotest in Großbritannien hat volle Unterstützung der Kollegen in Europa

In der folgenden Pressemitteilung hat sich das European Milk Board mit dem Protest der britischen Milchbauern gegen die Senkung der Produzentenpreise und dem daraus folgenden Milchstreik solidarisch erklärt:

 

Milchbauern in Großbritannien blockieren Molkereien, um gegen aktuelle Kürzungen bei den Milchpreisen zu demonstrieren. Das European Milk Board unterstützt diese Aktion sowie die Forderungen der britischen Milchbauern ohne Einschränkungen. 

(Brüssel, 24.7.2012) Hunderte von Milchbauern haben am vergangenen Donnerstag, den 19. Juli 2012 auf Initiative des britischen Erzeugerverbandes Farmers for Action (FFA) Molkereien an verschiedenen Orten in England blockiert und die Milchanlieferung verhindert. Diese Aktion ist eine weitere in einer Reihe von Protesten von aufgebrachten britischen Milchbauern gegen  angekündigte Milchpreiskürzungen. Ihre Molkereien planen den Erzeugerpreis um bis zu zweieinhalb Cent pro Liter zu senken. Die Milchbauern befürchten, dass dadurch viele Kollegen an den Rand der Existenz gebracht und gezwungen werden, ihre Höfe aufzugeben. Die Kürzungen vergrößern lediglich die Margen für Verarbeiter und Handel. Die Konsumenten aber würden weiterhin hohe Preise im Supermarkt zahlen müssen. Der niedrigere Erzeugerpreis, der den Produzenten schwer zu schaffen macht, würde an sie nicht weitergereicht.

Der Präsident des European Milk Board (EMB) Romuald Schaber drückt die volle Unterstützung der europäischen Milchbauern für den Protest der Kollegen in Großbritannien aus: „Die Wut und Verzweiflung der britischen Kollegen sowie der daraus resultierende Milchstreik sind mehr als gerechtfertigt. Sie stehen in einer Reihe mit den Protesten der Milchbauern in ganz Europa wie zum Beispiel vor dem Europäischen Parlament in Brüssel vor zwei Wochen. Auf die aktuelle Milchkrise mit einer dramatischen Überproduktion und europaweit abstürzenden Milchpreisen muss mit allen Mitteln aufmerksam gemacht werden. Milchbauern und verantwortungsbewusste Konsumenten in ganz Europa müssen zusammenstehen und ihrer Empörung über diese untragbare Situation Ausdruck verleihen. Vorschläge für konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Lage wie ein freiwilliger Lieferverzicht und eine Monitoringstelle für den Milchmarkt in Europa liegen vor. Sie müssen nur von der Politik aufgegriffen und umgesetzt werden.“

Das European Milk Board (EMB) ist ein europäischer Dachverband von Milchviehhalterorganisationen. Er vertritt derzeit 19 Organisationen aus 14 europäischen Ländern mit zusammen rund 100.000 Erzeugern. In den Mitgliedsländern wird rund 75 % der europäischen Milch produziert.

Pressemitteilung des EMB

Milchbauern in Deutschland kämpfen um Erhalt des Marktstrukturgesetzes

Quelle: wikimedia commons

Das Marktstrukturgesetz (MStG) in Deutschland hat zum Ziel, die Marktposition der landwirtschaftlichen Betriebe zu verbessern. Es ermöglicht die Bildung von Erzeugergemeinschaften und erlaubt die sogenannte „Doppelmitgliedschaft“, also die Mitgliedschaft sowohl in einer Genossenschaft als auch in einem Erzeugerzusammenschluss. Nur auf Grundlage des MStG war die Gründung der MEG Milch Board in Deutschland möglich.

Nun will das Bundeslandwirtschaftsministerium das MStG durch das „Gesetz über die Anerkennung von Agrarorganisationen“ (AgrarOG) ablösen, angeblich, weil das EU-Milchpaket dies erforderlich macht. Wir sehen das anders! Zur nationalen Umsetzung des Milchpaketes ist in keinem Fall eine Änderung des MStG notwendig. Das Milchpaket schafft in den EU Mitgliedstaaten dort, wo es noch keine Regelungen gibt, die rechtlichen Voraussetzungen zur Erzeugerbündelung sowie zum Teil zur Vertragsgestaltung. Das bestehende MStG in Deutschland wird davon – abgesehen von den jetzt festgelegten Bündelungsgrenzen – nicht berührt. Im Übrigen beinhaltet das Milchpaket für die aktuelle deutsche Rechtslage zur Erzeugerbündelung keine Verbesserungsmöglichkeiten – im Gegenteil!

Der bekannt gewordene Entwurf des AgrarOG stellt somit klar eine Verschlechterung der Marktstellung der Erzeuger dar und ist unnötig. Die Möglichkeit der Mitgliedschaft in mehreren Erzeugerorganisationen und die Zulässigkeit gemeinsamer Verkaufsregeln müssen erhalten bleiben.

Aus diesem Grund haben der BDM und das MEG Milch Board vom 27. Juni bis 11. Juli Aktionen zur Information über das MStG vor den Landwirtschaftsministerien vieler Bundesländer in Deutschland durchgeführt und die Landesminister aufgefordert, im Bundesrat gegen ein neues AgrarOG zu stimmen. Berichte über die Aktionen und die Reaktionen der Presse können unter folgendem Link im Internet nachgelesen werden:

http://www.milch-board.de/News/Stimmen-zu-den-Aktionen-zum-Erhalt-des-MarktStrG

Dr. Andrea Beste (MEG Milch Board)

EMB-Agenda

Hier finden Sie einige der wichtigsten Termine des EMB-Vorstands im August 2012: 

  • 08.8.: Pressekonferenz der EMB Arbeitsgruppe Milchbündelung

  • 25.8.: Start des Good Food March in München, Deutschland 

Impressum

European Milk Board asbl
Rue du Commerce 124
B-1000 Bruxelles
Tel: +32 2808 1935
Fax: +32 2808 8265
E-Mail: office@europeanmilkboard.org
Website: http://www.europeanmilkboard.org

pdf