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MILK-NEWS

http://www.europeanmilkboard.org

Liebe Milchbäuerinnen und Milchbauern, liebe Interessierte,

Mit Beginn des Jahres 2012 nehmen die Unsicherheiten auf dem Milchmarkt zu. Hintergründe sind die weltweit steigende Milchproduktion bei gleichzeitig hohen Risiken, was die Wirtschaftsentwicklung anbelangt. Wirtschaftskrisen führen aus Erfahrung schnell zu einem Absatzrückgang von Milchprodukten. Eine neue Milchmarkt- und Preiskrise kann somit jederzeit auf uns zukommen.

Viele der Verantwortlichen in Politik und EU-Kommission scheinen sich dessen bewusst zu sein. Wird doch in letzter Zeit so viel von Krisenbewältigung und -management gesprochen, wie schon lange nicht mehr.

Doch welche Instrumente sind vorhanden? Welche sollen wann und nach welchen Kriterien eingesetzt werden? Welche Ziele werden mit dem Krisenmanagement verfolgt? Sind Stabilität und ein funktionierender Markt für Erzeuger und Verarbeiter bis hin zu den Verbrauchern das Ziel? Oder soll, wie 2009 erst bei einem Erzeugerpreisniveau von 20 Cent eingeschritten werden, um lediglich einen völligen Zusammenbruch des Milchmarktes zu verhindern?

In diesem Zusammenhang spielt die Diskussion um die Marge eine wichtige Rolle. Je geringer der Verdienst der Milchbauern wird, desto kritischer wird die Situation. Daher müssen Mechanismen gefunden werden, die greifen, wenn die Margen sinken, und die helfen, solchen Krisen, wie wir sie erlebt haben, vorzubeugen.

Die Mitglieder des European Milk Board sind davon überzeugt, dass eine flexible Mengensteuerung durch eine unabhängige Markt-Monitoringstelle am besten geeignet ist, um diesen Unsicherheiten zu begegnen. Und inzwischen sind wir nicht mehr die Einzigen, die für eine solche Regelung eintreten. Auch Kollegen aus anderen Bereichen setzen sich inzwischen für Maßnahmen der Mengenregulierung ein – wie etwa Wyno Zwanenburg, der Vorsitzende der niederländischen Branchenorganisation für Schweinehalter (NVV), der eine Mengenbegrenzung der Schweinefleischproduktion in der EU fordert.

Noch hat die Milchquote Gültigkeit. Die Zeit bis 2015 sollte im Krisenfall genutzt werden, um beispielsweise das Instrument einer freiwilligen Mengenstilllegung einem Stresstest zu unterziehen. Eine solche Maßnahme wurde durch die Kommission selbst ins Gespräch gebracht. Als Kriterium für den richtigen Einsatzzeitpunkt kann die Marge dienen. Bis 2015 müssen neue Instrumente ausgereift sein. Die Zeit des Experimentierens  ist dann endgültig vorbei.

Als Milcherzeuger müssen wir 2012 auch die Bündelung der Rohmilch weiter vorantreiben, damit wir in einem ausbalancierten Markt die Verhandlungsmacht über unser Produkt und seinen Preis auch wahrnehmen können. Verträge an sich sind keine Lösung. Aber über Verträge zwischen breit aufgestellten Milch Boards und Molkereien können Milcherzeuger am Markt wieder agieren und ihre Milch nicht nur abgeben sondern zu einem fairen und kostendeckenden Preis verkaufen.

In diesem Newsletter finden Sie auch einen Artikel über das Fortschreiten der fairen Milch. In fünf Ländern ist sie inzwischen in unterschiedlichster Form zu haben. Sie ist nicht nur ein gutes und fair bezahltes Produkt, sie erleichtert auch unsere Aufgabe, den Dialog über faire Preise mit Verbrauchern und gesellschaftlichen Verbänden zu stärken.

Auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin wird das EMB seine Positionen im Rahmen einer Pressekonferenz präsentieren und zusätzlich mit einem Messestand die Faire Milch auch einem breiteren Publikum vorstellen. In einem von der Kampagne „Meine Landwirtschaft“ organisierten öffentlichen Gespräch mit EU-Kommissar Dacian Ciolos werden wir als EMB-Vorstand die Sichtweise der Milcherzeuger zusammen mit anderen gesellschaftlichen Gruppen einbringen.

Ich wünsche Ihnen / Euch viel Kraft und alles Gute für 2012,

Wir sind auf dem richtigen Weg!

Mit herzlichen Grüssen,

Romuald Schaber, Präsident des EMB

Faire Milch Europa präsentiert sich auf der Grünen Woche Berlin

 

 

Auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20. bis 29. Januar präsentiert sich die europäische Faire-Milch-Familie zum ersten Mal gemeinsam vor großem Publikum. Die Faire-Milch-Initiativen der EMB-Länder Österreich, Deutschland, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden gestalten bei der Landwirtschaftsmesse einen gemeinsamen Messestand in der Halle 24, an dem über die Faire Milch informiert wird und die verschiedenen Produkte auch probiert werden können. Neben Trinkmilch aus Deutschland, Österreich und Luxemburg werden dort auch die Schokoladenmilch aus Belgien und die Fair-Trade Schokoladenmilch aus den Niederlanden zu kosten sein.

 

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Das falsche ABC der Schweizer Milchwirtschaft

 

Ein Artikel, der kürzlich im Schweizer Magazin „LANDfreund“ erschienen ist, bringt es auf den Punkt: Obwohl die Milchbranche mit Überschüssen kämpft und sich die Butterberge türmen, haben die Milchverarbeiter im Jahr 2011 noch mehr Milch bestellt (plus 1423 Tonnen). Und bitten dann die Bauern zur Kasse, um via Marktentlastungsfonds die aus den Extramengen hergestellten Überschussprodukte exportieren zu können. Da bringt auch die Segmentierung in A-, B- und C-Milch keine Hilfe.

 

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“Müssen wir die billige Milch von heute morgen teuer bezahlen!?“

Foto: Bundesverband Deutscher Milchviehhalter

Am 21. Januar findet das 6. Symposium des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) in Berlin statt. In diesem Jahr werden unter anderem zu der obigen Leitfrage sprechen: Der polnische Agrarminister Marek Sawicki und Dr. Gerd Müller, parlamentarischer Staatssekretär des BMELV, dann Prof. Christoph Lütge (Lehrstuhl für Wirtschaftsethik an der TU Mu?nchen), Wyno Zwanenburg (Vorsitzender der niederländischen Interessengemeinschaft der Schweinehalter), Florian Dittrich (Analyst bei der EU-Kommission) und Peter Guhl (Vorsitzender der MEG Milch Board w.V.).

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Unschuldsmythen – Wie die Nahrungsmittelspekulation den Hunger anheizt

 

Schlechte Ernten wegen der Trockenheit seien schuld, auch die zunehmende Nachfrage nach Mais als Futtermittel für die Fleischproduktion und zur Herstellung von Bioethanol werden von Börsianern gerne als einzige Gründe für die seit 2006 weltweiten starken Preisschwankungen bei Mais genannt. Die Finanzspekulation trage keine Schuld an diesen Schwankungen, sie decke lediglich Verzerrungen der realen Märkte auf, verstärke also Preisentwicklungen, die sowieso vorlägen. Stimmt das?

Dirk Müller, bekannter Börsenexperte, ist im Gegenteil der Meinung, dass dies ein Mythos ist.

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Wenig (Milch)-Macht trotz Spitzenposition

Alle 6 Monate wechselt die EU-Ratspräsidentschaft von einem Mitgliedsstaat zum nächsten. So hatte nach Ungarn, das 2011 im ersten Halbjahr den Vorsitz führte, in der zweiten Jahreshälfte Polen die Ratspräsidentschaft inne. Für den Bereich Landwirtschaft war damit Marek Sawicki  - ein fortschrittlich denkender Agrarminister - verantwortlich. Marek Sawicki ist selbst Milchproduzent und weiß, dass stabile Preise ohne Angebotsregulierung nicht möglich sind. Er hat lange daran gearbeitet, diese Erkenntnis innerhalb des eigenen Landes durchzusetzen. Viele seiner EU-Kollegen  müssen noch überzeugt werden.

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Schweden: Kürzer Rückblick auf 2011

Es war ein turbulentes Jahr auf dem schwedischen Milchmarkt. Die Molkerei Milko war von der Insolvenz bedroht und gehört jetzt zur großen Genossenschaft Arla. Das bedeutet, dass Arla in Schweden eine beherrschende Position hat. Eine weitere große Veränderung ist, dass Skånemejerier, eine Molkerei in Südschweden, an Lactalis veräußert wurde. Skånemejerier wird von nun an als Erzeugergemeinschaft fungieren, die ihre Milch an Lactalis verkauft. Es ist noch nicht abzusehen, wie diese großen Veränderungen sich auf den Milchmarkt und die Milchbauern in Schweden auswirken werden.

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Einladung zur Demo in Berlin

Foto: wir-haben-es-satt.de

Wie bereits im letzten Jahr organisiert „Meine Landwirtschaft“ (zivilgesellschaftliches Bündnis in Deutschland für eine andere Agrarpolitik) wieder eine Demonstration während der Internationalen Grünen Woche in Berlin.

Im Vordergrund des Protests steht die Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik bis 2020 Erwartet werden auch in diesem Jahr viele Tausend Teilnehmer. Seid dabei, wenn es am 21. Januar um 11:30 ab Berliner Hauptbahnhof heißt: Wir haben es satt! Wir wollen Bauernhöfe statt Agrarindustrie! Für eine bäuerlich-nachhaltige Landwirtschaft und Respekt vor den Tieren! Für das Menschenrecht auf Nahrung! 

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Aktuelle Situation in Österreich

In den nächsten Monaten werden die Weichen für die Umsetzung der GAP 2013 gestellt. Die IG-Milch wird deshalb bei etlichen Podiumsdiskussionen ihre Positionen und Visionen präsentieren, auch gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen.  Ansonsten ist die Situation am Milchsektor momentan ruhig: Die Milchpreise sind gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen, sind aber dennoch deutlich zu niedrig, um kostendeckend wirtschaften zu können. 

Nach wie vor werden die Lieferantinnen und Lieferanten der “Freien Milch Austria” massiv unter Druck gesetzt.

 

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Die Stimme Frankreichs: Fehlende politische Kohärenz

Wir befinden uns in Frankreich bereits im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im Mai 2012, für die unser Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire als Berater des künftigen Kandidaten Nicolas Sarkozy (UMP) fungiert. Gleichzeitig sind wir auch schon im Vorwahlkampf zur Amtseinsetzung der Landwirtschaftskammern im Januar 2013, die sich überwiegend in der Hand des Mehrheitsbauernverbands (FNSEA) befinden.

Wie auch in Dänemark ist der französische Mehrheitsbauernverband so gut vernetzt, dass er die Landwirtschaft und die verwandten Sektoren, ähnlich dem Agribusiness, beherrscht und steuert, was für die Landwirte verheerend ist und für sie zu nicht kostendeckenden Preisen führt.

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EMB-Termine

Hier einige der wichtigsten Termine des EMB-Vorstands im Januar:

19.01.2012: EMB-Pressekonferenz auf der Grünen Woche in Berlin

20.-29.01.2012:EMB-Faire-Milch-Stand auf der Grünen Woche in Berlin

21.01.2012: Wir-haben-es-satt-Demo in Berlin

21.01.2012: BDM-Symposium auf der Grünen Woche in Berlin

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LANGTEXTE

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Faire Milch Europa präsentiert sich auf der Grünen Woche Berlin

Auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20. bis 29. Januar präsentiert sich die europäische Faire-Milch-Familie zum ersten Mal gemeinsam vor großem Publikum. Die Faire-Milch-Initiativen der EMB-Länder Österreich, Deutschland, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden gestalten bei der Landwirtschaftsmesse einen gemeinsamen Messestand in der Halle 24, an dem über die Faire Milch informiert wird und die verschiedenen Produkte auch probiert werden können. Neben Trinkmilch aus Deutschland, Österreich und Luxemburg werden dort auch die Schokoladenmilch aus Belgien und die Fair-Trade Schokoladenmilch aus den Niederlanden zu kosten sein.

Was ist die Faire Milch?

Allen Faire-Milch-Initiativen gemeinsam ist der faire Erzeugerpreis, der bei etwa 10 ct zusätzlich pro kg Milch liegt. Dieser Preis deckt die Kosten der Produktion und ermöglicht den Landwirten somit eine nachhaltige Bewirtschaftung ihrer Betriebe. Denn nur durch eine faire Preispolitik können sich bäuerliche Familienbetriebe auf Dauer auf dem Markt halten, qualitativ hochwertige Milch produzieren und zum Erhalt der ländlichen Kulturlandschaften beitragen.

In Österreich fing alles an

Als erste in Europa hat die österreichische IG-Milch im Juni 2007 die Eigenmarke „A faire Milch“ eingeführt. Sie wird dort seither erfolgreich als „länger frische“ Trinkmilch und seit 2010 auch verarbeitet als „A faires Jogurt“ angeboten.

In den folgenden Jahren wurde das österrichische Konzept vom European Milk Board (EMB) übernommen und gemeinsam mit den nationalen Mitgliedsorganisationen in vier weiteren Ländern umgesetzt. Seither existiert auch die sympathische Werbekuh Faironika in den Nationalfarben vieler EU-Länder.

Im Januar 2010 brachte der Bundesverband deutscher Milchviehhalter Die  Marke „Die faire Milch“ auf den Markt. Sie wird mit 1,8 und 3,8% Fettgehalt als haltbare Trinkmilch angeboten.

In Luxemburg gibt es seit Februar 2011 die Faire Milch („D’fair Mëllech“) als UHT-Milch mit einem Fettgehalt von 3,5%. In Belgien ist sie seit Mai 2010 unter dem Label „Fairebel“ als 1,5%ige H-Trinkmilch und als Schokoladenmilch erhältlich. Als regionales Pilotprojekt gibt es in Belgien seit 2011 außerdem das „Faire Eis“ in vier leckeren Geschmacksrichtungen.

Die Niederlande sind das jüngste Mitglied in der Faire-Milch-Familie. Seit letzten November wird  dort vom Niederländischen Milchviehhalter Verband (NMV) eine Fairtrade Schokoladenmilch angeboten, die nicht nur für einen fairen Milchpreis, sondern auch für fairen Handel mit Entwicklungsländern steht.

Fairness und Nachhaltigkeit

Faire Preise und nachhaltige, möglichst regionale Produktion sind somit die Basis der europäischen Faire-Milch-Inititativen. Einige Länder gehen über dieses Versprechen noch hinaus, indem sie dem Verbraucher garantiert gentechnikfreie Fütterung, die Verpflichtung zu einem Umweltschutz-Projekt  (Deutschland), oder Weidegang der Kühe und fairen Handel (Niederlande) garantieren.

Und wer während der Grünen Woche den Weg in die Halle 24 findet, wird dort feststellen können, dass bei der europäischen Fairen Milch vor allem eines keine Frage ist: Der unvergleichliche, natürliche Geschmack!

 

Nähere Informationen zu den einzelnen Initiativen:

  • Österreich: Verein österreichischer Grünland- und Rinderbauern (IG-Milch): www.afairemilch.at
  • Deutschland: Bundesverband deutscher Milchviehhalter (BDM):

  • Belgien: Milcherzeuger Interessengemeinschaft (MIG):
    www.fairebel.be
  • Luxemburg: Lëtzebuerger Mëllechbaueren (LDB):
    www.fairmellech.lu
  • Niederlande: Nederlandse Melkveehouders Vakbond (NMV): www.defairemelk.nl

Julia Turchenko, EMB

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Das falsche ABC der Schweizer Milchwirtschaft

 

Ein Artikel, der kürzlich im Schweizer Magazin „LANDfreund“ erschienen ist, bringt es auf den Punkt: Obwohl die Milchbranche mit Überschüssen kämpft und sich die Butterberge türmen, haben die Milchverarbeiter im Jahr 2011 noch mehr Milch bestellt (plus 1423 Tonnen). Ja sie bestellten sogar 100 Mio. kg mehr als die Bauern liefern konnten. Und bitten dann die Bauern zur Kasse, um via Marktentlastungsfonds die aus den Extramengen hergestellten Überschussprodukte exportieren zu können.

Die Branchenorganisation Milch, BO-Milch, behauptet noch immer, das Problem werde sich mit der Segmentierung in A-, B- und C-Milch lösen. Diese Segmentierung wurde zum 1. Januar 2011 eingeführt. Bewirkt hat sie bisher nichts, wie der Artikel belegt: „Im ersten Quartal 2011 wurde angeblich Null C-Milch geliefert und verarbeitet. Es hätte also weder Butter noch Magermilchpulver für den Weltmarkt produziert werden können. Der Butterberg wuchs trotzdem. Im zweiten Quartal 2011 tauchten die ersten C-Milchverträge auf. 12'000 Tonnen C-Milch will die Produzentenseite verkauft haben, während die Verarbeiter mit 44'000 Tonnen angeblich beinahe viermal so viel C-Milch verarbeitet haben. Woher diese C-Milch kam, bleibt geheim, die BO-Milch veröffentlicht keine Daten, welche Rückschlüsse auf einzelne Unternehmen ermöglichen. Im dritten Quartal gaben die Produzenten an 31'000 Tonnen C-Milch geliefert zu haben, während die Verarbeiter behaupteten sie hätten mit 54'000 Tonnen fast doppelt so viel angenommen.“

Laut BO-Milch müssten etwa 90% der Gesamtjahresmilchmenge im A-Segment liegen, also zu Milchprodukten mit Grenzschutz für den Inlandsmarkt und Milchprodukten mit Rohstoffpreisausgleich verarbeitet worden sein. Die Verarbeiter haben aber nie mehr als 77% A-Milch gekauft und die Produzentenorganisationen haben nie mehr als 82 % A-Milch verkauft. Gestiegen ist dagegen die C-Milchmenge, die für Milchprodukte gedacht ist, welche ohne Beihilfe auf den Weltmarkt exportiert werden sollen.

A-Milch sollte eigentlich 64 Rappen bringen, die B-Milch 53 Rappen und C-Milch 28 Rappen. Doch mit 28 Rappen kann man in der Schweiz nicht einmal die Futter-und Tierarztkosten decken. Wer zum C-Milchpreis produziert, legt in jedem Fall drauf. Damit die Bauern trotzdem C-Milch liefern, verrechnen ihnen die Milchhändler Mischpreise: Rund 40% der Molkereimilch wird zu Mischpreisen verkauft, die Bauern können also gar nicht wählen, ob sie A, B oder C-Milch liefern wollen. Wenn trotzdem segmentiert wird, dann heben die Verarbeiter den C-Milch-Preis künstlich an, damit ihnen die C-Milch überhaupt geliefert wird. Diese Preisstützung erfolgt über die Gelder aus dem Marktstützungsfonds, den die Milchbauern finanzieren. So schliesst sich der Kreis: Die Bauern werden erst gebeten mehr zu melken, dann zahlt man ihnen einen tiefen Milchpreis, weil die Milchmenge angeblich zu gross ist und schliesslich werden sie noch gezwungen die Überschüsse zu finanzieren.

Die Segmentierung steuerte bislang weder die Milchmenge noch stützte sie den Milchpreis. Die Aufteilung in Segmente erfolgt völlig willkürlich und intransparent. Die Richtpreise werden von den Verarbeitern nach Belieben angepasst. Wer immer noch glaubt, dass die Segmentierung das Problem der Überproduktion lösen wird, der ist nicht nur naiv, sondern weltfremd.

Empfehlenswerter Artikel dazu: www.faire-milch.ch/upload/landfreund_3_1_12.pdf

Werner Locher, BIG-M

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“Müssen wir die billige Milch von heute morgen teuer bezahlen!?“

Foto: Bundesverband Deutscher Milchviehhalter

Am 21. Januar findet das 6. Symposium des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) in Berlin statt. In diesem Jahr steht es unter der Leitfrage “Müssen wir die billige Milch von heute morgen teuer bezahlen!?“

Auch dieses Mal wird die Runde hochkarätig besetzt sein: Nach Grußworten des polnischen Agrarministers Marek Sawicki und Dr. Gerd Müller, dem parlamentarischen Staatssekretär des BMELV werden Prof. Christoph Lu?tge (Lehrstuhl für Wirtschaftsethik an der TU Mu?nchen), Wyno Zwanenburg (Vorsitzender der niederländischen Interessengemeinschaft der Schweinehalter), Florian Dittrich (Analyst bei der EU-Kommission) und Peter Guhl (Vorsitzender der MEG Milch Board w.V.) jeweils in einem kurzen Referat Stellung zum Thema beziehen.

Außerdem stellen die agrarpolitischen Sprecher von SPD, Linken und Grünen die Positionen Ihrer Parteien zur Milchpolitik vor. Die anschließende Podiumsdiskussion moderiert Hans Foldenauer, Vorstandssprecher des BDM e.V. Der BDM freut sich auf zahlreiche Besucher und eine interessante Diskussion! 21. Januar 2012, 13:30-17:00, Messe Berlin; ICC Berlin, Saal 2.

Aus: Presseerklärung des BDM

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Unschuldsmythen – Wie die Nahrungsmittelspekulation den Hunger anheizt

Schlechte Ernten wegen der Trockenheit seien schuld, auch die zunehmende Nachfrage nach Mais als Futtermittel für die Fleischproduktion und zur Herstellung von Bioethanol werden von Börsianern gerne als einzige Gründe für die seit 2006 weltweiten starken Preisschwankungen bei Mais genannt. Die Finanzspekulation trage keine Schuld an diesen Schwankungen, sie decke lediglich Verzerrungen der realen Märkte auf, verstärke also Preisentwicklungen, die sowieso vorlägen. Stimmt das?

Dirk Müller, bekannter Börsenexperte, ist im Gegenteil der Meinung, dass dies ein Mythos ist. Der Einfluss der Finanzakteure auf die weltweiten Preise von Grundnahrungsmitteln und damit auch auf die Ausweitung des Hungers sei erheblich und bedürfe dringend der Zügelung durch die Politik.

Terminmärkte seien in der Vergangenheit durchaus eine sinnvolle Dienstleistung für die Landwirtschaft gewesen. „Der Bauer konnte seinen Weizen, der noch auf dem Feld stand, schon jetzt an einen Mühlenbetreiber verkaufen, obwohl die Ernte erst in einigen Monaten erfolgte. So konnten beide Seiten ihre Geschäfte besser kalkulieren, da sie wussten zu welchem Preis sie ihr Produkt kaufen bzw. verkaufen würden. Beide Seiten waren so abgesichert gegen eventuelle Preisschwankungen.“

Ab dem Jahr 2000 wurden jedoch die Regeln der Finanzbehörde gelockert und nun brauchte nur noch ein Bruchteil des Gegenwertes eingegangener Verträge als Sicherheitsmarge hinterlegt werden. Immer mehr Spekulanten tummeln sich seither auf den Terminmärkten, direkt oder vermittelt über Rohstofffonds. Zusammen mit den Rohstoff-Geschäften, die gar nicht erst über eine Börse laufen, liegt der Handel mit Rohstoffen bei einem Wert von 2,92 Billionen Dollar, das ist etwa soviel wie das Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik Deutschland.

Finanzspekulation führt zu starken Preisschwankungen

„Wenn ein Verkäufer sieht, dass viele Käufer in den Markt kommen und seine Ware kaufen wollen, dann nimmt er den Preis nach oben.“ Außerdem kaufe ein Spekulant dann ein, wenn er davon ausgehen kann, dass das Gut, das er kauft, knapper und damit wertvoller werden wird. Er kauft also Weizen, wenn eine Dürre im Anmarsch ist. Müller erläutert weiter: „Die Globalisierung der Finanzmärkte hat zu einem extremen Herdenverhalten der Marktteilnehmer geführt.(...) Jeder orientiert sich am Verhalten oder am erwarteten Verhalten der anderen Marktteilnehmer und verschärft dadurch den Trend.“ Im Fall der Dürre kann das bedeuten, dass der Preis wegen des geringeren Angebotes nicht nur um ein Zehntel steigt, sondern sich sogar verdoppelt.

Umgekehrt kann es auch genauso rasch und übertrieben nach unten gehen mit den Preisen. Dies geschah, als 2008 während der Finanzkrise viele Anleger aufgrund ihrer Verluste Terminkontrakte auf Mais verkaufen mussten. Dadurch begann der Preis zu fallen. Andere mussten verkaufen, da der fallende Maispreis ihre Sicherheitsleistung aufgebraucht hatte. Und so ging der Preis nach unten, obwohl die anfangs genannten Gründe für eine gesteigerte Nachfrage nach Mais und die geringeren Erträge aufgrund der Dürre weiterbestanden. „Es sind also längst nicht mehr das Angebot und die Nachfrage der realen Erzeuger und Verbraucher, sondern die Gesetzmäßigkeiten und Interessen der Finanzmärkte, die die Preisentwicklung der Güter bestimmen.“

Virtuelle Weizensäcke und der Preis für ein Brot

Diese Preisentwicklungen an der Börse haben unmittelbare Auswirkungen auf die Preise der realen Lebensmittelmärkte weltweit.  Betroffen von starken Preissteigerungen sind laut Dirk Müller vor allem Ökonomien, die stark auf den Import von Grundnahrungsmitteln angewiesen sind und bei denen die Kapazitäten der Regierungen zu „Puffermaßnahmen“ begrenzt sind. In zwölf untersuchten afrikanischen Ländern stiegen die Nahrungsmittelpreise zwischen 2007 und 2008 um durchschnittlich 63% an. Wenn Haushalte in Entwicklungsländern 80% ihres Einkommens für Grundnahrungsmittel ausgeben, dann bedeuten solche Preissteigerungen einen schwer zu verkraftenden Schock. Hunger und Mangelernährung sind die Folge. Die Weltbank geht von weltweit 44 Millionen Menschen aus, die zwischen Juni 2010 und April 2011 aufgrund der Nahrungsmittelkrise an Hunger und seinen Auswirkungen litten.

Dirk Müller stellt vier Maßnahmen vor, die die Politik umsetzen sollte, um die Spekulation mit Lebensmitteln und seine katastrophalen Folgen einzudämmen. 1) Über einen Börsenzwang für Rohstofftermingeschäfte und Derivate soll mehr Transparenz geschaffen werden. 2) Eine Anhebung der Sicherheitsleistungen soll Spekulanten abschrecken. 3) Preisober- und untergrenzen sollen extreme Preisschwankungen begrenzen ohne in die marktübliche Preisfindung einzugreifen. 4) Die Spekulation mit besonders sensiblen Rohstoffen wie beispielsweise Mais und Weizen durch Fonds soll vollständig unterbunden werden.

Zusammenfassung des Originaltextes von Dirk Müller: Unschuldsmythen - Wie die Nahrungsmittelspekulation den Hunger anheizt, herausgegeben von Misereor, 12 Seiten, Bezug des Originaltextes auf deutsch über www.misereor.de.

Sonja Korspeter, EMB

 

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Wenig (Milch)-Macht trotz Spitzenposition

Präsidentschaft ist nicht gleich Präsidentschaft. Während beispielsweise ein US-Präsident durchaus umfassende Möglichkeiten hat, den politischen Kurs in seinem Land maßgeblich zu beeinflussen, sieht das bei der Ratspräsidentschaft in der EU ganz anders aus.

Alle 6 Monate wechselt die EU-Ratspräsidentschaft von einem Mitgliedsstaat zum nächsten. So hatte nach Ungarn, das 2011 im ersten Halbjahr den Vorsitz führte, in der zweiten Jahreshälfte Polen die Ratspräsidentschaft inne. Für den Bereich Landwirtschaft war damit Marek Sawicki  - ein fortschrittlich denkender Agrarminister - verantwortlich. Viele Möglichkeiten, auf die Politik des EU-Agrarrates Einfluss zu nehmen, standen ihm dabei allerdings nicht zur Verfügung. Trotz seiner Bemühungen, eine Angebotsregulierung des Milchmarktes nach 2015 zu implementieren, zielen die Entscheidungen des EU-Agrarrats zur Zeit leider in eine Richtung, die eine intelligente Marktsteuerung nicht zulässt. (Über die Ergebnisse des Trilogs zwischen EU-Rat, Parlament und Kommission zum Milchpaket hatte das EMB im Newsletter Dezember 2011 berichtet). Dennoch ist es wichtig, anzuerkennen, dass es innerhalb der EU-Agrarminister Vertreter gibt, die eine Angebotsregulierung favorisieren.

Ein Grund für die Einstellung des polnischen Ministers ist seine Kenntnis der Milchproblematik aus eigener Erfahrung. Marek Sawicki ist selbst Milchproduzent und weiß, dass stabile Preise ohne Angebotsregulierung nicht möglich sind. Er hat lange daran gearbeitet, diese Erkenntnis innerhalb des eigenen Landes durchzusetzen. Viele seiner EU-Kollegen sind da leider noch nicht soweit und müssen noch überzeugt werden.

Kleiner Überblick zu Polens Milchwirtschaft

Marek Sawicki ist Agrarminister in einem Land, das durch sehr unterschiedliche Betriebsstrukturen in der Milchwirtschaft gekennzeichnet ist. Im Südosten Polens sind es vorwiegend sehr kleine Milchbetriebe mit weniger als fünf Milchkühen, die im wesentlichen für Eigenverbrauch und Direktverkauf produzieren. Im Westen existieren neben zahlreichen kleinen auch sehr große Betriebe. Die Verarbeitung wird hier unter anderem von internationalen Molkereien wie Danone, Lactalis oder Zott übernommen. Im Nordosten prägen lokale Milchgenossenschaften und Betriebe mit 10 – 20 Milchkühen das Bild.

Mit einer Anlieferung und Direktvermarktung von ca. 9,11 Millionen Tonnen Milch im Lieferjahr 2010 / 2011 haben die polnischen Bauern ihre Quote von 9,6 Millionen um ca. 490.000 Tonnen unterliefert.

Silvia Däberitz, EMB

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Schweden: Kürzer Rückblick auf 2011

Es war ein turbulentes Jahr auf dem schwedischen Milchmarkt. Die Molkerei Milko war von der Insolvenz bedroht und gehört jetzt zur großen Genossenschaft Arla. Das bedeutet, dass Arla in Schweden eine beherrschende Position hat. Eine weitere große Veränderung ist, dass Skånemejerier, eine Molkerei in Südschweden, an Lactalis veräußert wurde. Skånemejerier wird von nun an als Erzeugergemeinschaft fungieren, die ihre Milch an Lactalis verkauft. Es ist noch nicht abzusehen, wie diese großen Veränderungen sich auf den Milchmarkt und die Milchbauern in Schweden auswirken werden. Bisher sind die ehemaligen Erzeuger von Milko und Skånemejerier mit diesen Lösungen zufrieden. Es wäre viel schlimmer gewesen, wenn beide Molkerein insolvent geworden wären. Dabei dürfen wir aber nicht vergessen, dass die wirtschaftliche Lage der Höfe, die Milko beliefern, noch immer äußerst schwierig ist. Daher arbeitet Sveriges Mjölkbönder zusammen mit dem Beirat für Landwirtschaft an einer Lösung, um diese Bauern finanziell zu unterstützen. Es ist jetzt sehr wichtig, dass Sveriges Mjölkbönder sicherstellt, dass kein Mitglied aufgrund dieser Veränderungen in Schwierigkeiten gerät – keine einfache Aufgabe.

Maria Mehlqvist,  Sveriges Mjölkbönder

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Einladung zur Demo in Berlin

Foto: www.wir-haben-es-satt.de

Wie bereits im letzten Jahr organisiert „Meine Landwirtschaft“ (zivilgesellschaftliches Bündnis in Deutschland für eine andere Agrarpolitik) wieder eine Demonstration während der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Unter dem Motto „Wir haben es satt“ waren im vergangenen Jahr über 22.000 Menschen auf der Straße, um gemeinsam gegen Dioxinskandale, Gentechnik im Essen und andere Fehlentwicklungen in der EU-Landwirtschaft zu protestieren.

In diesem Jahr steht die Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik bis 2020 im Vordergrund des Protests. Die deutsche Bundesregierung blockiert noch immer eine echte Reform. Daher wird wieder demonstriert, wenn sich die EU-Agrarminister am 21. Januar in Berlin treffen! Erwartet werden auch in diesem Jahr viele Tausend Teilnehmer. Seid dabei, wenn es am 21. Januar ab 11:30 ab Berliner Hauptbahnhof heißt: Wir haben es satt! Wir wollen Bauernhöfe statt Agrarindustrie! Für eine bäuerlich-nachhaltige Landwirtschaft und Respekt vor den Tieren! Für das Menschenrecht auf Nahrung!  Weitere Infos unter:  www.wir-haben-es-satt.de/start/home/

Aus: Pressemitteilung von Meine Landwirtschaft

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Aktuelle Situation in Österreich

In den nächsten Monaten werden die Weichen für die Umsetzung der GAP 2013 gestellt. Die IG-Milch vertritt in Hinsicht auf die GAP-Reform folgende Standpunkte:

- Kostendeckender Milchpreis mit einer aktiven Marktsteuerung (europaweite

  Monitoringstelle) auf Basis einer Vollkostenrechnung

 

-    Massiver Bürokratieabbau

 

- Höhere Rechtssicherheit gegenüber der AMA(Agrarmarkt Austria

  (Sanktionskatalog muss bei einem neuen Programm feststehen und die gesamte

  Förderperiode Gültigkeit haben)

- Aufwertung der gesellschaftlichen Position „Arbeitsplatz in der Landwirtschaft“

  Förderkomponente für „Versicherte in der Landwirtschaft“

- Koppelung der Milchproduktion an die Grünlandfläche  - Schutz der

  Grünlandfläche

- Besserstellung der Bäuerinnen und Bauern in der Wertschöpfungskette Milch

- Gründung und Förderung von Erzeugergemeinschaften

- Ausgleichszahlungen müssen auf einem  Arbeitszeitmodell basieren

Diese Standpunkte werden wir als IG-Milch in den nächsten Monaten bei etlichen Podiumsdiskussionen präsentieren. Nach wie vor wird die Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen intensiviert, um auch der Öffentlichkeit die gemeinsamen Forderungen und Anliegen besser zu verdeutlichen. Ansonsten ist die Situation am Milchsektor momentan ruhig: Die Milchpreise sind gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen, diese sind aber dennoch deutlich zu niedrig, um kostendeckend wirtschaften zu können. Noch dazu steigen die Produktionskosten überproportional, was eine zusätzliche finanzielle Belastung darstellt.

Nach wie vor werden die Lieferantinnen und Lieferanten der “Freien Milch Austria” massiv unter Druck gesetzt: Es wird angedroht, dass ein Wechsel von der “Freien Milch Austria” zu einer anderen Molkerei nicht mehr oder nur schwer möglich sein wird. Weiters werden von den österreichischen Molkereien zur  Zeit höhere Milchpreise, die an sich nicht der aktuellen Lage am Milchmarkt entsprechen, ausbezahlt. Die Molkereien greifen offensichtlich  auf Reserven zurück, um die Preise künstlich hoch halten zu können. Somit gerät die Freie Milch Austria unter Zugzwang. Mit den höheren Milchpreisen versuchen die Molkereien die Lieferantinnen wieder zurück zu gewinnen.

Die Absatzzahlen von „A faire Milch“ sind seit einiger Zeit erfreulicherweise wieder steigend –  in naher Zukunft sollen weitere Produkte mit dem Guat-Fair Siegel auf den Markt gebracht werden.

Margit Pirklbaur, IG-Milch

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Die Stimme Frankreichs: Fehlende politische Kohärenz

Wir befinden uns in Frankreich bereits im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im Mai 2012, für die unser Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire als Berater des künftigen Kandidaten Nicolas Sarkozy (UMP) fungiert. Gleichzeitig sind wir auch schon im Vorwahlkampf zur Amtseinsetzung der Landwirtschaftskammern im Januar 2013, die sich überwiegend in der Hand des Mehrheitsbauernverbands (FNSEA) befinden.

Wie auch in Dänemark ist der französische Mehrheitsbauernverband so gut vernetzt, dass er die Landwirtschaft und die verwandten Sektoren, ähnlich dem Agribusiness, beherrscht und steuert, was für die Landwirte verheerend ist und für sie zu nicht kostendeckenden Preisen führt.

Das Minipaket, das gerade Grundlage einer politischen Einigung zwischen der Europäischen Kommission, dem Rat und den europäischen Parlamentariern war, greift erst ab nächstem Februar und die Bestimmungen werden bis zum 30. Juni 2020 gelten. Auch wenn das System der Quoten noch bis April 2015 fortbesteht, haben die französischen Milcherzeuger von ihren privaten Molkereien bereits im April 2011 Verträge bekommen und im Juli 2011 haben die Genossenschaften ihre Satzungen und Geschäftsordnungen geändert.

Die französischen Milcherzeuger sehen in dieser Vertragslandwirtschaft einen vollständigen Rückzug des Staats, umso mehr als diese Verträge im europäischen Milchpaket freiwillig bleiben. Im Moment sind die Preise für Dezember 2011 mit 3864 €/t Butter und 2344 €/t Pulver noch auf einem vernünftigen Niveau. Mit einem Milchpreis von 33,8 Cents/Liter, der für Januar angekündigt wurde, folgt das erste Quartal dieser Tendenz, aber danach? Ein Preissturz ist recht wahrscheinlich.

Weder das Milchpaket noch die Vertragslandwirtschaft ermöglichen kostendeckende Milchpreise für die Erzeuger. Und ohne eine Überwachung der Nachfrage und des Angebots auf europäischer Ebene unter Berücksichtigung eines Teils des Weltmarkts kann niemand ein nachhaltiges und gerechtes System für den gesamten europäischen Milchsektor gewährleisten. Die Molkereien sind in einer Wettbewerbsdynamik, wo sie sich den Kampf des Mächtigsten um Abholung, Umsatz und Gewinn liefern!!!

In Frankreich erwarten wir einen Erlass, der festlegen wird, welche Erzeugergemeinschaften (Organisations de Producteurs – OP) vom Gesetz zugelassen werden. Im Moment bestimmen die vertikalen Erzeugergemeinschaften das Bild, die an den Molkereien kleben und in denen die Erzeuger keinen Einfluss gegenüber der Industrie haben (Vielzahl von OP wie in der Schweiz!!). Dem gegenüber steht das France Milk Board (auf Initiative von APLI, Confédération Paysanne und Coordination Rurale).

Isabelle Conan, APLI

 

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EMB-Termine

Hier einige der wichtigsten Termine des EMB-Vorstands im Januar:

19.01.2012: EMB-Pressekonferenz auf der Grünen Woche in Berlin

20.-29.01.2012:EMB-Faire-Milch-Stand auf der Grünen Woche in Berlin

21.01.2012: Wir-haben-es-satt-Demo in Berlin

21.01.2012: BDM-Symposium auf der Grünen Woche in Berlin

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