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MILK-NEWS

http://www.europeanmilkboard.org

Liebe Milchbäuerinnen und Milchbauern, liebe Interessierte,

Am 24. Februar ist die Faire Milch nun auch in Italien gestartet. Nach dem Erfolg des Projekts in Österreich, Deutschland, Luxemburg und Belgien sowie dem gelungenen Start in Frankreich im letzten Jahr, kommen auch die italienischen Verbraucher in den Genuss dieses qualitativ hochwertigen Produkts. Damit haben die beteiligten Milcherzeuger endlich die Möglichkeit, ihren gerechten Anteil am Gewinn in der Milchproduktionskette einzufordern. Dies ist ein Grund zur Freude für die Milchproduzenten in Italien, den ich mit allen unseren europäischen Freunden im EMB teilen möchte.

Zu unserem konkreten Vorgehen: Zu Beginn werden wir mit rund neunzigtausend Litern UHT-Milch in den Filialen einer großen Supermarktkette in den norditalienischen Regionen Lombardei, Piemont, Trento Alto Adige, Emilia Romagna und Vento starten. In einem zweiten Schritt ist geplant, die Produktpalette auf Magermilch, Frischmilch, Joghurt und Käse auszudehnen. Geliefert wird die Faire Milch in Italien von Betrieben der Kooperative Fattorie Padane in der Nähe von Bergamo. Insgesamt sind in dieser Kooperative neunundfünfzig Betrieb mit einer Produktion von rund einhundertsiebzigtausend Litern Milch zusammengeschlossen, die alle Mitglieder des italienischen EMB-Mitgliedsverbands APL sind.

Die Faire Milch ist das erste Projekt seiner Art in Italien. Einzigartig daran ist, dass hierbei ein neues System der Herkunftskennzeichnung auf der Grundlage von Milchproteinmarkern zum Einsatz kommt. Den Verbrauchern wird damit ein bisher nicht erreichtes Niveau an Produktsicherheit garantiert. Dieses innovative System der Herkunftskennzeichnung ist von der Universität Mailand in Zusammenarbeit mit der APL entwickelt worden.

Um den Unterschied zu anderen Milchprodukten deutlich zu machen, muss bei den italienischen Verbraucher eine eindeutige Botschaft ankommen: Kauft die Faire Milch für einen gerechten Preis und sichert das Überleben der bäuerlichen Betriebe, der lokalen Wirtschaft und damit die Zukunft unseres Landes. Für das Jahr 2014 haben wir uns das Ziel gesetzt, mindestens drei Millionen Liter Milch in verschiedenen Supermarktketten abzusetzen und mit dem Verkauf von Joghurt und Käse zu beginnen.

Die Faire Milch in Italien muss ein Erfolg werden, damit weitere Länder im EMB Mut fassen und ebenfalls ein Faire Milch-Projekt in Angriff nehmen. Darüber hinaus sollten wir immer im Hinterkopf behalten, dass durch den Erfolg der Fairen Milch nicht nur ein konkreter Beitrag für das wirtschaftliche Überleben der Produzenten vor Ort geleistet, sondern auch die politische Arbeit des EMB gestärkt wird. Letztendlich kann nur dieser politische Erfolg den Milchproduzenten weiterhelfen und steht deshalb für das EMB und seine Mitgliedsorganisationen im Mittelpunkt. Projekte wie die Faire Milch oder die wissenschaftliche Berechnung der Milchproduktionskosten in Europa – bei der jetzt gerade im Februar die Ergebnisse für Frankreich veröffentlicht wurden (siehe Pressemitteilung in diesem EMB-Newsletter) - unterstützen dieses Ziel maßgeblich.

Roberto Cavaliere (Vorstandsmitglied des EMB und Vorsitzender der APL)

Milcherzeugungskosten in Frankreich : Ein großes Minus auch im französischen Milchsektor

Die folgende Pressemitteilung ist am 27. Februar 2014 anlässlich der Vorstellung einer Studie über die Milcherzeugungskosten in Frankreich auf dem Salon international de l'agriculture in Paris veröffentlicht worden.

(Paris, 27.02.2014) Wie eine aktuelle wissenschaftliche Studie zur Milchproduktion in Frankreich zeigt, lagen die Erzeugungskosten im Jahr 2013 überwiegend zwischen gerundet 40 bis 45 Cent pro Kilogramm Milch . Damit befanden sie sich weit über dem nationalen Durchschnittspreis von 33,8 Cent je Kilogramm , was den Erzeugern in ganz Frankreich empfindliche Defizitbeträge bescherte.

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Offener Brief der OPL in Frankreich zum Thema Milcherzeugerpreise

Das französische EMB-Mitglied OPL hat am 10. Februar den folgenden offenen Brief an den französischen Landwirtschaftsminister Stéphane le Foll veröffentlicht.

Die Verhandlungen zwischen der Milchindustrie und dem Einzelhandel sind in vollem Gange und der Präsident der Einzelhandelskooperative System U, Serge Papin, hat angekündigt, dass sich der verhandelte Milchpreis in Frankreich um die 32 Cent pro Liter bewegen wird. Ein solches Preisniveau wäre einmal mehr verheerend. Zusammen mit der französischen Stelle für Preis- und Margenbeobachtung und verschiedenen anderen agrarökonomischen Einrichtungen schätzt die OPL den für die Produzenten notwendigen Milchpreis auf mehr als 40 Cent ein. Damit befände sich der Milchpreis auf dem Niveau der meisten anderen Mitgliedstaaten der EU.

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Neue Studie zur Lage des ungarischen Milchsektors

Die ungarische Milchbranchenorganisation und Milchboard hat eine Studie zur „Lage des ungarischen Milchsektors angesichts der derzeitigen Auseinandersetzungen und Entwicklungen im Hinblick auf den Haushaltszeitraum 2014-2020" veröffentlicht.

Die Studie zeigt, dass die ungarischen Erzeuger, Verarbeiter und Händler wie auch in den Milchsektoren der anderen Mitgliedstaaten in einer ‚dringlichen Lage‘ sind, da sie Entscheidungen treffen müssen, die ihre Existenz und künftige Entwicklung betreffen. Im Rahmen der jüngsten GAP-Reform endet am 31. März 2015 das derzeitige Quotensystem, die Beihilferegelungen und die Marktregulierung ändern sich und es werden neue Prioritäten für die ländliche Entwicklung definiert.

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Großes Interesse in Karow an der Internationalen Bündelungskommission

Die folgende Pressemitteilung ist am 25. Februar 2014 anlässlich der Vorstellung des Aktionsbündnises zur Unterstützung der Bündelung von Milcherzeugern auf dem Milchbauerntag 2014 im norddeutschen Karow veröffentlicht worden.

(Karow, 25.02.2014) Auf dem Milchbauerntag 2014 in Karow ist deutschen Milcherzeugern heute das internationale Aktionsbündnis zur Bündelung von Milchproduzenten vorgestellt worden. Jenes war im August 2012 mit dem Ziel gegründet worden, Erzeugern auch international eine Perspektive zu eröffnen. 

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Theaterstück in Belgien: Die Menschheit ernähren, das ist ein Beruf

Um den Niedergang der bäuerlichen Landwirtschaft ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rufen, hat die belgische Schauspielgruppe Art & Tça das Theaterstück „Die Menschheit ernähren, das ist ein Beruf“ im Brüsseler Nationaltheater inszeniert. Das Besondere an diesem Stück ist, dass darin Elemente eines klassischen Schauspiels mit einem Dokumentarfilm verbunden werden. Die beiden Hauptdarsteller Charles Culot und Valérie Gimenez haben zu diesem Zweck verschiedene Bauernfamilien in Belgien besucht und rund zehn filmische Zeugenaussagen über den Zustand der bäuerlichen Landwirtschaft zusammengetragen.

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EMB-Agenda

Hier finden Sie einige der wichtigsten Termine des EMB-Vorstands im März 2014:

  • 05.03.: Vorstandssitzung in Brüssel

  • 06.03.: Treffen der Beratungsgruppe Milch der EU-Kommission in Brüssel

  • 13.03.: Treffen der Beratungsgruppe zu internationalen Aspekten der GAP der EU-Kommission in Brüssel

  • 13.03.: Veranstaltung zu TTIP in Brüssel

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Volltexte

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Milcherzeugungskosten in Frankreich : Ein großes Minus auch im französischen Milchsektor

Die folgende Pressemitteilung ist am 27. Februar 2014 anlässlich der Vorstellung einer Studie über die Milcherzeugungskosten in Frankreich auf dem Salon international de l'agriculture in Paris veröffentlicht worden.

(Paris, 27.02.2014) Wie eine aktuelle wissenschaftliche Studie zur Milchproduktion in Frankreich zeigt, lagen die Erzeugungskosten im Jahr 2013 überwiegend zwischen gerundet 40 bis 45 Cent pro Kilogramm Milch . Damit befanden sie sich weit über dem nationalen Durchschnittspreis von 33,8 Cent je Kilogramm , was den Erzeugern in ganz Frankreich empfindliche Defizitbeträge bescherte.

Die Studie, die vom European Milk Board (EMB) und der MEG Milch Board w.V. gemeinsam beim Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) in Auftrag gegeben wurde, nutzt unter anderem Daten des InformationsNetzes Landwirtschaftlicher Buchführungen der Europäischen Kommission als Grundlage.

Die defizitäre Situation, die in den Zahlen klar hervortritt, bereitet sowohl dem EMB als auch seinen französischen Mitgliedsorganisationen, der Association des Producteurs de Lait Indépendants (APLI) und der Organisation des Producteurs de Lait (O.P.L.), große Sorgen. Romuald Schaber, Vorsitzender des EMB, findet für seine Besorgnis deutliche Worte: „Hier sieht man es leider Schwarz auf Weiß: Frankreichs Milchsektor werden wegen der zu geringen Milchpreise die Perspektiven geraubt. Notwendig wäre ein Preis von durchschnittlich 45 Cent je Kilogramm Milch“. Laut Veronique Le Floc'h von der OPL zermürbe das chronische Defizit die Milchproduktion im Land nach und nach: „Wir hören und sehen es täglich, dass viele Kollegen aufgeben müssen - überall, in ganz Frankreich“. Der APLI-Vorsitzende André Lefranc ergänzt: “Diesem Dahinsiechen muss ein Ende gesetzt werden. Die Politik muss die Daten zur Kenntnis nehmen und handeln. “

Eine im vergangenen Jahr für den deutschen Milchmarkt veröffentliche Studie hatte eine ähnliche Situation für die dortigen Milcherzeuger aufgezeigt. Auch in Deutschland sind Defizite für die Produzenten an der Tagesordnung. Die Anzahl der Milchbetriebe sinkt dadurch kontinuierlich, was auch hier eine flächendeckende Milcherzeugung stark gefährdet.

In Zukunft sind auch in weiteren europäischen Ländern Studien zur Kostensituation geplant. „Wir können annehmen, dass auch in diesen Untersuchungen die große Schere zwischen den Kosten der Produktion und den Milchpreisen zu Tage treten wird“, so Romuald Schaber.

„Es geht in der Milchproduktion in Europa nicht mehr um die Frage, ob es chronische Defizite gibt, sondern wie hoch diese genau sind und wann ein Großteil der Milchbetriebe verschwunden sein wird“, fügt er ergänzend hinzu. Mit der Installierung einer Monitoringstelle könne die negative Entwicklung gestoppt werden. Denn durch die von dieser Stelle ausgeführte Anpassung des Angebots an die Nachfrage wären kostendeckende Preise möglich. „Will die EU nicht auch noch ihre letzten Milchbetriebe aufs Spiel setzen und verlieren, dann muss sie bald reagieren. Richtig wäre, die Monitoringstelle in naher Zukunft einzusetzen“, so Schaber.

Die Studie zu den französischen Produktionskosten erhalten Sie im Internet unter folgender Adresse:

http://www.europeanmilkboard.org/de/produktionskosten-der-milch.html.

Christian Schnier (EMB)

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Offener Brief der OPL in Frankreich zum Thema Milcherzeugerpreise

Das französische EMB-Mitglied OPL hat am 10. Februar den folgenden offenen Brief an den französischen Landwirtschaftsminister Stéphane le Foll veröffentlicht.

 

 

Die Verhandlungen zwischen der Milchindustrie und dem Einzelhandel sind in vollem Gange und der Präsident der Einzelhandelskooperative System U, Serge Papin, hat angekündigt, dass sich der verhandelte Milchpreis in Frankreich um die 32 Cent pro Liter bewegen wird. Ein solches Preisniveau wäre einmal mehr verheerend. Zusammen mit der französischen Stelle für Preis- und Margenbeobachtung und verschiedenen anderen agrarökonomischen Einrichtungen schätzt die OPL den für die Produzenten notwendigen Milchpreis auf mehr als 40 Cent ein. Damit befände sich der Milchpreis auf dem Niveau der meisten anderen Mitgliedstaaten der EU.

Die Gesamtsituation muss sich ändern!

Für die OPL ist es wichtig, dass sich die Art und Weise ändert, wie Milcherzeuger in Frankreich für den produzierten Rohstoff vergütet werden. Die Realität sieht heute so aus, dass es der Industrie sowie dem Groß- und Einzelhandel gelingt, ihre Margen zu verteidigen oder sogar ausbauen. Dadurch wird allerdings unsere Fähigkeit zur Milchproduktion zunichte gemacht – mit dramatischen Konsequenzen für Menschen, Wirtschaft und Umwelt.

Der Staat ist unmittelbar verantwortlich für diese Situation!

Der Milchpreistunnel mit Deutschland sowie das A/B-Preissystem der französischen Kooperativen erzeugen Konkurrenz zwischen den Produzenten in Europa. Die von der Milchindustrie betriebene Deregulierung von Milchproduktion und -märkten stößt dabei an ihre Grenzen. Anstatt die flächendeckende Produktion in Frankreich langfristig zu sichern, rollt Frankreich den roten Teppich für das Modell hochindustrieller Milchproduktion mit Betrieben von 1000 und mehr Kühen aus. Bei einer solch verzweifelten Situation für die Landwirte, die mit Betriebspleiten, psychischem „burn out“ und skandalösen Selbstmorden einhergeht, muss der Staat unmittelbar in der Pflicht stehen.

Die Regierung muss handeln!

Die OPL bittet sie inständig, sich für eine Verbesserung der Situation in der französischen Landwirtschaft einzusetzen. Es ist diese Landwirtschaft auf der die gesamte Nahrungsmittelindustrie aufbaut. Die Regierung sollte deshalb die gesetzlichen Regelungen über den Verkauf unter Einstandspreis überarbeiten und darin aufnehmen, dass der Verkaufspreis nicht unter den Produktionskosten liegen darf.

Darüber hinaus darf unter keinen Umständen toleriert werden, dass Milchproduzenten in den aktuellen Preisverhandlungen als Kanonenfutter herhalten müssen, wenn es darum geht, einen Anstieg der Inflation zu unterbinden. Dieser geht einzig und allein auf eine Erhöhung der Mehrwertsteuer zurück und hat mit den Erzeugerpreisen für Milch sicherlich nichts zu tun.

Véronique Le Floc'h (Präsidentin der OPL)

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Neue Studie zur Lage des ungarischen Milchsektors

Die ungarische Milchbranchenorganisation und Milchboard hat eine Studie zur „Lage des ungarischen Milchsektors angesichts der derzeitigen Auseinandersetzungen und Entwicklungen im Hinblick auf den Haushaltszeitraum 2014-2020" veröffentlicht.

Die Studie zeigt, dass die ungarischen Erzeuger, Verarbeiter und Händler wie auch in den Milchsektoren der anderen Mitgliedstaaten in einer ‚dringlichen Lage‘ sind, da sie Entscheidungen treffen müssen, die ihre Existenz und künftige Entwicklung betreffen. Im Rahmen der jüngsten GAP-Reform endet am 31. März 2015 das derzeitige Quotensystem, die Beihilferegelungen und die Marktregulierung ändern sich und es werden neue Prioritäten für die ländliche Entwicklung definiert.

Infolgedessen sind die Prioritäten der ungarischen Milchwirtschaft derzeit, auf die neue GAP-Reform zu reagieren und die Zeit nach Auslaufen der Quote vorzubereiten. Daher hat das Milchboard eine umfassende Studie durchgeführt, die:

  • Die tatsächliche Situation des ungarischen Milchsektors in der EU und in der Region Mittel- und Osteuropa aufzeigen soll

  • Die Potenziale als Grundlage für die Entwicklung des Milchsektors definiert

  • Konkrete Maßnahmen vorschlägt, damit Ungarn Nutzen aus der Milchreform ziehen kann.

Ungarn hat Grund, sich angesichts des Abwärtstrends im ungarischen Milchsektor nach dem Beitritt zur EU und seiner derzeitigen Lage über den erwarteten schärferen Wettbewerb zu sorgen.

Die ungarische Milcherzeugung nimmt ab: Während von 1986 bis 1990 jährlich 2,75 Mrd. Liter produziert wurden und diese Zahl zwischen 2001 und 2005 noch bei 2 Mrd. Liter pro Jahr lag, hat die Produktion in den letzten Jahren nur 1,6-1,7 Mrd. Liter erreicht. Diese schlechten Ergebnisse spotten der Tatsache, dass die ungarische Milcherzeugung auf weltweit erstklassigen Branchenstandards (z.B. Genetik und Ertrag) basiert.

Der Pro-Kopf-Verzehr von Milch und Molkereiprodukten (in Milchäquivalenten) nimmt gegenüber dem Idealwert von 260-270 kg/Kopf/Jahr und dem ungarischen Höchstwert von 1987, der bei 200 kg/Kopf lag, ebenfalls ab. Heute beträgt der Verzehr in Ungarn pro Kopf 160-165 kg.

Ungarn ist Nettoexporteur von Rohmilch und wird zum Nettoimporteur verarbeiteter Milchprodukte. In Milchäquivalenten gerechnet, exportiert Ungarn in etwa die gleiche Menge Milch (etwa 600.000 Tonnen) wie es importiert (außerhalb und innerhalb der EU).

  • Es wurden die folgenden branchenspezifischen Ziele und Vorgaben geäußert:

  • Erarbeitung eines europäischen und nationalen Stützsystems, das die Milcherzeugung fördert

  • Die ungarische Milcherzeugung soll zum führenden Kompetenzzentrum für die osteuropäischen Länder werden

  • Die ungarische Milchindustrie soll den niedrigsten CO2-Ausstoß in Europa haben

  • Die Marktteilnehmer sollen so organisiert sein, dass eine unabhängige Marktregulierung möglich ist

Den aktuellen Erwartungen zufolge müsste die Entwicklung des Milchsektors dazu führen, dass künftig gesunde Milch und Milchprodukte mit weniger  Energie, Wasser und Futtermittel produziert werden und die Umwelt weniger belastet wird. Dies wirkt sich bis 2020 in Ungarn wie folgt aus:

  • Die jährliche Rohmilchproduktion erreicht 2.000-2.200 Tausend Tonnen

  • Der Verzehr von Milch und Milchprodukten pro Kopf steigt auf etwa 200 kg

  • Die Ausfuhr von in Ungarn erzeugten und verarbeiteten Milchprodukten steigt um über 200 Tausend Tonnen

  • Der Anteil importierter Milchprodukte im Einzelhandel fällt auf unter 20%

Die Studie ist in ungarischer Sprache auf der Webseite http://tejtermek.hu/attachments/article/285/TANULMÁNY.pdf verfügbar.

Die Milchbranchenorganisation und Milchboard ist die erste (1992 gegründet) und einzige anerkannte Branchenorganisation im ungarischen Milchsektor. Die Mitgliedschaft ist freiwillig, die Mitglieder vertreten mehr als 70% der ungarischen Produktion und 90% der Verarbeitung, aber die Organisation zählt auch Händler und andere Interessensgruppen zu ihren Mitgliedern. In den mehr als 20 Jahren ihres Bestehens hat die ungarische Milchbranchenorganisation und Milchboard (Milchboard) sich zum wichtigsten Branchenverband im ungarischen Milchsektor entwickelt.

Zoltan Harcz (Milchbranchenorganisation und Milchboard)

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Großes Interesse in Karow an der Internationalen Bündelungskommission

Die folgende Pressemitteilung ist am 25. Februar 2014 anlässlich der Vorstellung des Aktionsbündnises zur Unterstützung der Bündelung von Milcherzeugern auf dem Milchbauerntag 2014 im norddeutschen Karow veröffentlicht worden.

(Karow, 25.02.2014) Auf dem Milchbauerntag 2014 in Karow ist deutschen Milcherzeugern heute das internationale Aktionsbündnis zur Bündelung von Milchproduzenten vorgestellt worden. Jenes war im August 2012 mit dem Ziel gegründet worden, Erzeugern auch international eine Perspektive zu eröffnen. In der Internationalen Bündelungskommission haben sich die MEG Milch Board w. V. aus Deutschland, das französische Office du Lait – France Milkboard und die belgische Organisation MIG – Milcherzeuger Interessengemeinschaft zusammengeschlossen. Milch soll nicht nur abgeliefert, sie soll Gegenstand von Verhandlungen mit den Molkereien sein. Das funktioniert jedoch nur, wenn die Bündelung der Milch – d. h. das Verhandeln vieler Erzeuger unter einem gemeinsamen Dach – voranschreitet. Das EU-Milchpaket eröffnet die Möglichkeit, Organisationen zu gründen, die sich nicht nur national ausrichten, sondern länderübergreifend für ihre Erzeuger verhandeln. Angesichts der Globalisierung und der damit einhergehenden Konzentration international agierender Molkereikonzerne kommt dem eine große Bedeutung zu. Das Ungleichgewicht zwischen Molkereien und dem einzelnen Erzeuger muss zu Gunsten eines funktionierenden Wettbewerbs beseitigt werden.

Das Aktionsbündnis hat sich daher folgende Ziele gesetzt:

  • Gegenseitige Informationen zu Produktionsbedingungen, Produktionskosten und Auszahlungspreisen

  • Gegenseitige Unterstützung bei Gründung von Erzeugerorganisationen im jeweiligen Land

  • Länderübergreifende Gründung von Dachorganisationen

Der Geschäftsführer der MEG Milch Board, Rainer von Hößlin, betonte die Bedeutung für die deutschen Bauern: „Die Milcherzeuger können sich dem Wettbewerb im Zuge der Internationalisierung des Marktes auf Dauer nicht stellen, wenn sie sich nur national bündeln.“ Paul de Montvalon vom Office du Lait wies auf die französische Situation hin. Dort sei eine Kontraktregelung gesetzlich gefordert. „Für solche Milchkaufverträge muss aber ein Mindestinhalt vorgeschrieben werden im Sinne einer allgemeinverbindlichen Tarifregelung.“ Um dieses Ziel zu erreichen, bedürfe es der gefestigten Marktstellung der Erzeuger. Die internationale Bündelungskommission würde deshalb Bestrebungen der Milchbündelung national und international fördern und unterstützen.

Christian Schnier (EMB)

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Theaterstück in Belgien: Die Menschheit ernähren, das ist ein Beruf

Um den Niedergang der bäuerlichen Landwirtschaft ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rufen, hat die belgische Schauspielgruppe Art & Tça das Theaterstück „Die Menschheit ernähren, das ist ein Beruf“ im Brüsseler Nationaltheater inszeniert. Das Besondere an diesem Stück ist, dass darin Elemente eines klassischen Schauspiels mit einem Dokumentarfilm verbunden werden. Die beiden Hauptdarsteller Charles Culot und Valérie Gimenez haben zu diesem Zweck verschiedene Bauernfamilien in Belgien besucht und rund zehn filmische Zeugenaussagen über den Zustand der bäuerlichen Landwirtschaft zusammengetragen.

Insgesamt zeichnet das Theaterstück das Bild einer von Krisen, der Globalisierung, dem Einfluss der Agrarindustrie und dem in liberalisierten Märkten immer brutaler werdenden Wettbewerb geprägten Landwirtschaft. Vor dieser Kulisse ereignen sich menschliche und soziale Dramen und immer mehr bäuerliche Betriebe werden zur Aufgabe gezwungen. Die Bauern selber fühlen sich in dieser Situation mit ihren Problemen und Sorgen alleine gelassen. Während des Theaterstücks eingespielte Filmszenen von der großen Demonstration des European Milk Board im November 2012 in Brüssel bringen die damit verbundene Wut und Unzufriedenheit der europäischen Bauern eindrucksvoll zum Ausdruck. „Wir möchten mit diesem Stück gleichsam zum Nachdenken über den Zustand der gegenwärtigen Welt sowie unser aller kollektives und individuelles Engagement anregen“, so der Regisseur Alexis Garcia und die beiden Hauptdarsteller über ihre Motivation für dieses Theaterprojekt.

„Die Menschheit ernähren, das ist ein Beruf“ ist vom 4. bis 15. Februar im Brüsseler Nationaltheater zu sehen gewesen. Wer das Theaterstück besuchen möchte, hat dazu noch demnächst bei weiteren Aufführungen in Belgien und Frankreich die Gelegenheit:

Théâtre des Doms/Avignon : 25.03.14
Théâtre de la cité à Marseille : 26 > 28.03.14
Centre Culturel de Sivry : 12.04.14
Centre Culturel de Bastogne : 9.05.14
Stavelot : 16.05.14 oder
Centre Culturel Waremme : 17.05.14.

Christian Schnier (EMB)

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EMB-Agenda

Hier finden Sie einige der wichtigsten Termine des EMB-Vorstands im März 2014:

  • 05.03.: Vorstandssitzung in Brüssel

  • 06.03.: Treffen der Beratungsgruppe Milch der EU-Kommission in Brüssel

  • 13.03.: Treffen der Beratungsgruppe zu internationalen Aspekten der GAP der EU-Kommission in Brüssel

  • 13.03.: Veranstaltung zu TTIP in Brüssel

Impressum

European Milk Board asbl
Rue de la Loi 155
B-1040 Bruxelles
Tel: +32 2808 1935
Fax: +32 2808 8265
E-Mail: office@europeanmilkboard.org
Website: http://www.europeanmilkboard.org