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MILK-NEWS

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Liebe Milchbäuerinnen und Milchbauern, liebe Mitstreiter,

Was kostet die Erzeugung von Milch?

In unserem Sektor haben viele, die sich über die Situation im Milchmarkt auslassen, die unangenehme Angewohnheit, den Milchpreis als Ausgangspunkt zu nehmen. Eine kurzsichtige Betrachtungsweise, denn für die Milchbauern sind die Milcherzeugungskosten genauso wichtig wie der gezahlte Erzeugerpreis. Wirtschaftlich gesehen, ist es unmöglich, den Milchmarkt zu analysieren, ohne die Kostenentwicklung der Milcherzeugung zu kennen.

Da gute, zeitnahe und repräsentative Informationen zur Kostenentwicklung fehlten, haben daher eine Reihe von EMB-Mitgliedern seit 2013 vom Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) die Milcherzeugungskosten inklusive eines fairen Einkommens berechnen lassen. Als Berechnungsgrundlage für die Produktionskosten ziehen sie die einzige repräsentative Datenbank in der EU heran: das InformationsNetz Landwirtschaftlicher Buchführungsdaten (INLB) der EU. Die Berechnungen liefern viele Erkenntnisse zu den Erzeugungskosten, geben aber auch Aufschluss über die Defizite der sogenannten „Kostenberechnungen“.

Seit dem letzten Jahr haben sechs EMB-Mitgliedsorganisationen aus mehreren großen Milcherzeugungsländern der EU (Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Niederlande) ihre Ergebnisse in einem Bericht zusammengeführt. Dieser Bericht zur Entwicklung der Produktionskosten wurde kürzlich mit den Zahlen für 2017 aktualisiert.

Eine Kostenposition, die in der Kostenberechnung der EU nicht einmal ansatzweise ernsthaft berücksichtigt wird, ist der Lohnansatz für den Milcherzeuger und die mithelfenden Familienangehörigen. So kann es sein, dass selbst auf der höchsten politischen und landwirtschaftlichen Ebene unrealistische und wirtschaftlich sogar unverantwortliche Aussagen über den angeblichen „Verdienst“  in der Milchwirtschaft gemacht werden können. Obwohl die Kostenberechnungen über einen Zeitraum von fünf Jahren zeigen, dass man nur von „Unterdeckung“ sprechen kann. Der Milchpreis hat seit 2013 in keinem einzigen Jahr die Produktionskosten gedeckt!

Die Milcherzeugungskosten stiegen 2013 und 2014 stark an und konnten auch durch die kurzzeitig höheren Milchpreise von 2014 nicht vollständig gedeckt werden. Die Milchpreiskrisen von 2015 und 2016 zwangen die Milchbauern, notwendige Investitionen zu verschieben, die für die Zukunft und den Erhalt gesunder Betriebe wichtig gewesen wären. Die Kostenberechnung zeigt dies überdeutlich durch einen beträchtlichen Rückgang der Abschreibungen und Zinsen sowie durch einen Lohneinbruch. Die Situation verbesserte sich auch 2017 nicht.

Die Kostenstudie verdeutlicht darüber hinaus auch, wie der Milchpreis über fünf Jahre zu bewerten ist. Trotz der rechtlichen Auflagen, die die Molkereien den Erzeugern mit Begriffen wie „Nachhaltigkeit“  oder „Image“ auferlegt haben, hat sich der Milchpreis nicht deutlich erhöht und blieb dauerhaft unter den Milcherzeugungskosten. „Mehrwert“ – ein weiteres Modewort der Molkereigeschäftsführer – gilt sicher nicht für die Milcherzeuger.

Mit der Kenntnis der Kosten- und Erzeugerpreisentwicklung über fünf Jahre und angesichts der bevorstehenden Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ist es dringend erforderlich, Marktinstrumente umzusetzen, die den Erzeugern die Gewissheit geben, dass der Verkaufspreis im Schnitt die Kosten deckt. Nur so kann man unseren Sektor für Nachfolger wieder attraktiv machen und den auch von den Bürgerinnen und Bürgern der EU gewünschten Erhalt bäuerlicher Familienbetriebe gewährleisten. Wer keine industrielle Nahrungsmittelerzeugung will, muss das aktuelle – für die Milcherzeuger verheerende – System reformieren. Mit unserer Forderung, dass die Produktionskosten gedeckt sein müssen, finden wir bei immer mehr gesellschaftlichen Gruppen Unterstützung. Denn wenn die Milcherzeugung nicht schnell wirtschaftlich nachhaltig wird, kann es gewiss keine soziale Nachhaltigkeit geben.

Ein erster Schritt, sich wirklich über die Kosten der Milcherzeugung zu informieren, ist diese Studie.

Sieta van Keimpema, Vizepräsidentin des EMB und Vorsitzende des DDB Niederlande

Kostenstudie für Milch zeigt: Herstellungskosten und Erzeugerpreise kommen nicht zusammen

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Übersicht mit aktuellen Zahlen zu Frankreich, Deutschland, Dänemark, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden veröffentlicht

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Milcherzeugungskosten in Deutschland nach wie vor nicht gedeckt

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Aus den vierteljährlichen Kostenzahlen für Deutschland geht hervor, dass im Juli 2018 die Produktionskosten nur zu 80% gedeckt waren, während die Kostendeckung im April bei 78% bzw. im Januar 2018 noch bei 88% gelegen hatte. Die Kosten der Erzeugung betrugen im Juli 43,28 Cent, dem gegenüber erhielten die Erzeuger für ihr Produkt allerdings nur 34,56 Cent Erlöse.


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„So kann es nicht weitergehen“

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© Fairkoperativ Letzebuerg

Die Milcherzeuger verkaufen ihre Milch unter dem Selbstkostenpreis. Am 28. September haben sie versucht, sich in Luxemburg-Stadt durch lautes Hupen mit ihren Traktoren Gehör zu verschaffen. Sie waren mit zwölf Traktoren und ihren Forderungen im Gepäck angerückt, um auf die Situation der Landwirte in Luxemburg und dem Rest Europas aufmerksam zu machen und eine Lösung herbeizuführen, damit nicht ein ganzer Berufsstand stirbt.

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Das Schweizer Milchsystem bleibt sinnentleert!

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© wikimedia

Nach der Dürre in diesem Sommer und dem resultierenden Futtermangel für die Milchkühe wäre eine Erhöhung des Milchpreises für das A-Segment höchstwillkommen gewesen. Aber nein! Die Branchenorganisation Milch (BO Milch) hat es bei ihrer Sitzung am 22. August vorgezogen, den Richtpreis des A-Segments nicht zu ändern: Der Preis bleibt für das vierte Quartal 2018 bei 68 Rappen pro kg.

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Neue Produkte bei der Fairen Milch Luxemburg

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© Fairkoperativ Letzebuerg

Infolge der Milchkrise von 2008 beschlossen 48 Luxemburger Milcherzeuger, ihre eigene Marke für den einheimischen Markt zu erschaffen. Das Ziel war, den Produzenten Einfluss zurückzugeben und ein angemessenes Einkommen für Erzeuger mit dem Verbrauchervertrauen zu verbinden. Bei einer Agrarmesse in Ettelbruck stellte nun Mett Roeder, Milcherzeuger und Vorsitzender von D’fair Mëllech, drei neue Produkte vor, die ab sofort in fast allen Supermärkten des Landes erhältlich sind.

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Milchstreik 2009 – Es ist schon neun Jahre her!

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Der Milchstreik war und ist bis heute die einzige radikale Lösung, um einen kostendeckenden Milchpreis (45 Cent pro Liter) zu erreichen. So konnten wir unseren Eliteschule-Absolventen und unseren Politikern, der Industrie und den Genossenschaften unsere Solidarität demonstrieren.

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