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15.05.2017

335 Euro als ehrliche Preisschwelle für Interventions-Milchpulver

(Brüssel, 15.05.2017) Diese Menge war in Vergangenheit zu viel und ist auch jetzt vom Milchmarkt nicht zu verkraften: aktuell liegen rund 350.000 Tonnen Magermilchpulver in der Intervention und angesichts der angespannten Lage auf dem Milchmarkt der EU auch bleischwer im Magen. Zurzeit sind die Rohmilchpreise in der EU zwar etwas höher als noch vor einigen Monaten. Mit durchschnittlich 33 Cent/ Liter liegen sie jedoch immer noch deutlich unterhalb eines kostendeckenden Niveaus.

Wie der Vorsitzende des European Milk Board (EMB), Romuald Schaber, erklärt, wäre ein erneutes starkes Abrutschen der Milchpreise garantiert, sollten die EU-Mitgliedsstaaten das Interventionspulver zu dem aktuell niedrigen Marktpreis von 175 Euro/ 100 kg verkaufen. „Doch auch der von der EU angesetzte Preis von 215 Euro/ 100 kg  ist  zu niedrig und würde zu viel negativen Preisdruck ausüben“, gibt Schaber zu bedenken. Das Interventions-Milchpulver dürfe nur zu einem stabilisierenden Preis verkauft werden. Legt man die Produktionskosten von über 40 Cent je produziertem Liter Rohmilch zugrunde, die in den interventionsstarken Ländern wie Frankreich, Deutschland und Belgien anfallen, ergibt sich ergänzt durch Transport-, Verarbeitungs-und Vermarktungskosten, ein Preis von mindestens 335 Euro/ 100 kg Milchpulver.

Nähere Informationen zu Milch-Produktionskosten finden Sie hier

„Die EU befindet sich in einem Dilemma“, so Schaber. „Nach Abschaffung der Quoten im Jahr 2015 stellen Intervention und private Lagerhaltung zentrale Instrumente zur Stabilisierung des Milchmarktes dar. Wie man seit mehr als 2 Jahren deutlich sieht, können sie dieser Aufgabe nicht gerecht werden.“ So brachte die Intervention schon im ersten Schritt keine Preiseerholung und das eingelagerte Pulver erweise sich nun als starker Ballast. „Doch diesen Ballast kann man nicht einfach billig abwerfen. Der Zielpreis von 335 Euro/ 100 kg stellt eine ehrliche und angemessene Preisschwelle dar“, betont der EMB-Vorsitzende.

Im Vergleich zur problembehafteten Intervention hat das Mengenreduktions-programm, das die EU Ende letzten Jahres geschaltet hat, für eine merkliche Erholung des Marktes gesorgt. Denn hier wurden nichtbenötigte Mengen gar nicht erst produziert und belasten demnach auch im Nachgang den Sektor nicht. Doch dabei handelt es sich bisher nur um eine einmalige Maßnahme. Wie Schaber erläutert, muss der freiwillige Lieferverzicht inklusive einer temporären Deckelung der Produktion während des Reduktionszeitraumes als reguläres Instrument in der EU erst noch installiert werden. Das EMB empfiehlt es als Teil eines Krisenmechanismus zu etablieren, dem sogenannten Marktverantwortungsprogramm.


Kontakte:

EMB-Präsident Romuald Schaber (DE): +49 (0)160 352 4703
EMB-Geschäftsführung Silvia Däberitz (DE, EN): +32 (0)2 808 1936


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