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16.07.2018

Aktuelle Zahlen aus Deutschland zeigen: Schere zwischen Produktionskosten und Milchpreis wird immer größer

(Brüssel, 16.07.2018) Die vierteljährlichen Kostenzahlen für Deutschland liegen vor und zeigen, dass im April 2018 die Produktionskosten nur zu 78% gedeckt waren, während die Kostendeckung im Januar noch bei 88% gelegen hatte. Die Kosten der Erzeugung betrugen im April 42,70 Cent, dem gegenüber erhielten die Erzeuger allerdings nur 33,42 Cent je Kilogramm Milch. Diese problematische Kombination von sinkenden Milchpreisen und höheren Kosten bereitet den Milcherzeugern in Deutschland aktuell Sorge. Die Zahlen entstammen der vierteljährlichen deutschen Kostenstudie des Büros für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL).

Für Johannes Pfaller, Milcherzeuger aus Süddeutschland und Vorstandsmitglied des European Milk Board (EMB), spiegeln die Zahlen schwarz auf weiß die Situation auf den Höfen wider. „Wir befürchten, dass die Produktionskosten in den nächsten Wochen weiter steigen werden, da aufgrund der Trockenperioden in weiten Teilen Europas Futtermittel zugekauft werden müssen. Wir Milcherzeuger brauchen jetzt steigende Preise und ein Kriseninstrument, um den Markt abzufedern.“


Entwicklung der Milcherzeugungskosten in Deutschland

Hier finden Sie die Entwicklung der Kostensituation für die Milchproduktion in Deutschland von 2009 bis April 2018.

Preis-Kosten-Ratio (Unterdeckung)

Die Preis-Kosten-Ratio verdeutlicht, inwieweit das Milchgeld die Produktionskosten abdeckt. Im April 2018 haben die Erzeuger nur 78% ihrer Produktionskosten über den Milchpreis erwirtschaftet; die Unterdeckung betrug somit 22%.

Sehen Sie hier die Kostenunterdeckung seit 2009.

Milch-Marker-Index (MMI)

Der Milch-Marker-Index zeigt die Entwicklung der Kosten der Milchproduktion auf. Der MMI hatte im April 2018 einen Wert von 103, d.h. die Produktionskosten für deutsche Milcherzeuger sind im Vergleich zum Basisjahr 2010 (2010=100) um 3% gestiegen.

Sehen Sie hier den Milch-Marker-Index im zeitlichen Verlauf.


Studie über die Produktionskosten in fünf wichtigen Milcherzeugungsländern

Nicht nur für Deutschland, sondern auch in vier weiteren europäischen Ländern werden regelmäßig Kostenberechnungen durchgeführt. Auch hier wird deutlich, dass Milcherzeuger keine kostendeckenden Milchpreise erhalten.

Die Berechnungen der Milchproduktionskosten in Frankreich, Deutschland, Dänemark, den Niederlanden und Belgien für das Jahr 2016 finden Sie hier (in Englisch).

Die Kosten der Milchproduktion sind chronisch unterdeckt – was schafft Abhilfe?

Das European Milk Board schlägt die gesetzliche Verankerung eines Kriseninstruments vor, um der chronischen Unterdeckung entgegenzuwirken. Das Marktverantwortungsprogramm (MVP) beobachtet und reagiert auf Marktsignale durch eine Anpassung der Produktion.

Sehen Sie hier eine kurze Beschreibung des Marktverantwortungsprogramms des EMB.

 

Hintergrund:
Für die Studie „Was kostet die Erzeugung von Milch?“ hat das Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) 2012 im Auftrag des European Milk Board und der MEG Milch Board erstmals die Milcherzeugungskosten in Deutschland flächendeckend berechnet. Die Kalkulation basiert auf Daten des Informationsnetzes Landwirtschaftlicher Buchführungen der EU (INLB) sowie des Statistischen Bundesamtes (Destatis) und wird seit 2014 vierteljährlich aktualisiert.


Datenblatt herunterladen


Kontakt:

EMB-Geschäftsführung Silvia Däberitz (DE, EN, FR): +32 (0)2 808 1936


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