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21.11.2018

Die europäischen Bäuerinnen und Bauern sind solidarisch und sprechen mit einer Stimme:

„Wir fordern eine verantwortungsvolle Milchpolitik und eine effiziente Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU“

(Zell am Harmersbach/Brüssel, 22. November 2018) Die 20 Milcherzeugerverbände des European Milk Board (EMB) bestärken ihre Forderungen für einen gesunden Milchmarkt anlässlich ihrer aktuellen Mitgliederversammlung in Deutschland. Wie die Erzeuger aus ganz Europa bei ihrem Treffen im Schwarzwald mitteilen, sind ein effizientes Kriseninstrument bei der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), kostendeckende Preise und gerechte Erzeugereinkommen zentrale Elemente für einen nachhaltigen Milchsektor. Diese Aspekte sind unabdingbar für die Sicherung der Generationenfolge.

Die nationalen Mitgliedsverbände des EMB diskutierten bei der diesjährigen Mitgliederversammlung am 20. und 21. November 2018 im süddeutschen Schwarzwald die aktuelle Situation und zukünftige Strategie des europäischen Dachverbandes der Milcherzeuger. Die Versammlung stand im Zeichen der Solidarität, um eine europäische Lösung für den Milchsektor zu erwirken.

 

Stimmen der EMB-Milcherzeuger aus der Versammlung

Stefan Lehmann (48 Jahre, Deutschland)

Es freut mich, dass wir hier im Schwarzwald Gastgeber der Versammlung der europäischen Milcherzeuger waren. Es war für mich schön zu sehen, dass wir als EMB mit unseren Vorschlägen vorankommen und so die EU-Politik in die Pflicht nehmen, Maßnahmen für eine nachhaltige Milchproduktion zu setzen.

Jonas Vilionis (71 Jahre, Litauen)

Die heutige Sitzung hat gezeigt, dass die Länder zum Teil unterschiedliche Interessen haben, die Probleme sind dennoch die gleichen. Umso wichtiger ist es, gemeinsame Lösungen zu finden.

Adrien Lefèvre (28 Jahre, Frankreich)

Ich freue mich, Teil der grenzüberschreitenden Solidarität zwischen den EMB-Mitgliedern zu sein. Mit den Milchbauern der verschiedenen Nationalitäten haben sich echte Freundschaften entwickelt. Wir alle haben ein gemeinsames Ziel: eine faire Bezahlung für unsere Arbeit.

Werner Locher (64 Jahre, Schweiz)

Für mich wurde in der Diskussion ganz klar der Willen der Versammlung deutlich, trotz sehr unterschiedlicher Voraussetzungen in den einzelnen Ländern solidarisch am gemeinsamen Ziel weiterzuarbeiten.

 

Ein gesundes Fundament für den europäischen Milchmarkt

Einigkeit herrschte darüber, dass der europäische Milchmarkt wirksame Instrumente braucht, um den wiederkehrenden Marktkrisen, klimatischen Ausnahmesituationen und vielfältigen Anforderungen gerecht werden zu können. Die Gemeinsame Agrarpolitik muss dahin gehend erweitert werden, dass Krisen zukünftig verhindert werden und die Produktionsmenge bei Marktverwerfungen flexibel angepasst werden kann. „Der freiwillige Lieferverzicht in Krisenzeiten – ein zentrales Element des Marktverantwortungsprogramms des EMB – muss als fixes Instrument in der GAP verankert werden“, so Erwin Schöpges, Vorsitzender des EMB. „Wir müssen die Endlosschleife der Milchkrisen durchbrechen und den Markt auf ein gesundes Fundament stellen“. Wichtiger denn je seien kostendeckende Preise und eine gerechte Entlohnung für die tagtägliche Arbeit auf den Höfen. Die wirtschaftliche Stabilität sei auch Voraussetzung, um für junge Landwirte Perspektiven zu schaffen.

Europäische Milcherzeuger wollen Druck auf EU-Politik erhöhen

Stefan Mann, Vorsitzender des Bundesverbandes deutscher Milchviehhalter (BDM), möchte die Politiker in den Ländern und in Brüssel in die Verantwortung nehmen. „Ich möchte die Politik ermuntern, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um Wertschöpfungsverluste für den ländlichen Raum zu verhindern.“ Diese gingen – genauso wie der schlechte Milchpreis – letztendlich zu Lasten der Gesellschaft.

Das European Milk Board möchte den Dialog mit Vertretern der Milchpolitik auf allen Ebenen weiterführen. Die nationalen Verbände haben sich aber auch für deutliche Maßnahmen gegenüber den politisch Verantwortlichen ausgesprochen. „Von unseren europäischen Kollegen kamen ganz klar Signale, den Druck auf Brüssel zu erhöhen und uns mit starken Aktionen Gehör zu verschaffen, falls uns die Politik sehenden Auges in die nächste Krise schickt“, fasst Schöpges die Beschlüsse der Mitgliederversammlung zusammen.

 

Kontakte

EMB-Präsident Erwin Schöpges (DE,FR): +32 (0)497 904547
BDM-Vorsitzender Stefan Mann (DE): +49 (0)160 3524702
EMB-Pressestelle Regina Reiterer (DE, EN, FR): +32 (0)2808 1934


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