flag de flag gb flag fr
Impressum     European Milk Board ASBL | Rue de la Loi 155 | B-1040 Bruxelles

News Details

PDF-Icon Icon-Druck

09.05.2018

Weniger Agrarsubventionen erfordern Rahmen für kostendeckende Preise!

Ist die EU progressiv genug, um Einkommensstabilisierung für Landwirte richtig in die Wege zu leiten?

(Brüssel, 09.05.2018) Nach Vorschlag von EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger soll der Agrarhaushalt um fünf Prozent gekürzt werden. Die geplanten Einsparungen im Rahmen des Mehrjährigen Finanzrahmens (MFR) 2021-2027 wurden letzte Woche in Brüssel vorgestellt.

 

Weg von den Subventionen – hin zu fairer Bezahlung von Milch?

Eine Kürzung der Agrargelder macht nur Sinn, wenn gleichzeitig am Markt kostendeckende Preise ermöglicht werden, sonst wird die Situation der europäischen Milchproduzenten noch weiter erschwert. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass die Milcherzeuger sich nun schon seit mehreren Jahren von einer Marktkrise zur nächsten schleppen.

Erwin Schöpges, Präsident des European Milk Board (EMB), ist an sich nicht gegen eine geringere Abhängigkeit der Landwirte von Subventionen „Wir Milcherzeuger möchten nur zu gerne unser Einkommen vom Verkauf der Milch erwirtschaften können. Allerdings brauchen wir dafür kostendeckende Preise, d.h. unsere Milch darf nicht unter den Produktionskosten verkauft werden, wie es aktuell der Fall ist.“ Wenn die EU-Politik zukünftig Subventionen kürzt, dann sei es umso dringlicher, entsprechende Rahmenbedingungen für kostendeckende Milchpreise zu schaffen.

 

Kostenschere wurde bisher durch Direktzahlungen abgemildert

Die Direktzahlungen an die europäischen Landwirte sollen den Plänen der EU zufolge ab 2021 um vier Prozent reduziert werden. In Deutschland lagen beispielsweise die Gesamterzeugungskosten vor Abzug der Beihilfen im Januar 2018 bei 44,48 Cent/kg Milch. Die Produzenten erhielten lediglich einen Auszahlungspreis von 36,75 Cent/kg. Das Defizit von 7,73 Cent konnte hier mit den Direktzahlungen von 2,69 Cent/kg Milch leicht verringert werden.

Ähnlich sieht es bei den französischen Kollegen aus. Hier betrugen die Gesamterzeugungskosten vor Abzug der Beihilfen im Jahr 2017 49,25 Cent/kg Milch. Die Erzeuger erhielten einen Milchpreis von 34,42 Cent. Das große Defizit von knapp 15 Cent/kg Milch wurde bisher durch EU-Direkthilfen von 4,11 Cent/kg etwas abgedämpft.

Werden diese Direktzahlungen in Zukunft gekürzt, ohne einen Rahmen für kostendeckende Preise am Markt einzurichten, wird sich die Einkommenssituation der Milcherzeuger noch empfindlich verschärfen. 

 

Rahmen für stabile Erzeugereinkommen

Das European Milk Board fordert einen gesetzlichen Rahmen, um Menge und Angebot im Gleichgewicht zu halten und so stabile und kostendeckende Erzeugerpreise zu ermöglichen. Das Marktverantwortungsprogramm des EMB sieht beispielsweise einen freiwilligen Lieferverzicht bei angespannter Marktsituation vor, um einem Preisverfall aufgrund Überproduktion entgegenzuwirken.

Sieta van Keimpema, Milchproduzentin aus den Niederlanden und Vizepräsidenten des EMB führt dazu aus: „Ich schätze es sehr, dass die EU-Kommission sich aktuell mit gesetzlichen Vorschlägen gegen unfaire Handelspraktiken in der Versorgungskette – und damit praktisch auf der Mikroebene - einsetzt. In erster Linie brauchen wir aber auf der Makroebene einen Milchpreis, der unsere Produktionskosten deckt. Die gemeinsame Agrarpolitik braucht progressive Vorschläge und einen wirkungsvollen Rahmen!“

 

Kontakte:

EMB-Präsident Erwin Schöpges (DE, FR, NL): +32 (0)497 904 547
EMB-Vizepräsidentin Sieta van Keimpema (DE, NL, EN): +31 (0)612 16 80 00
EMB-Geschäftsführung Silvia Däberitz (DE, EN, FR): +32 (0)2808 1936


Weitere aktuelle Meldungen

14.06.2019

Newsletter Juni online!

1. Juni war Weltmilchtag und ein guter Anlass, die Milch zu feiern. Milch ist unser Leben. Wir Milcherzeuger in den Ländern und innerhalb des European Milk Board (EMB) tun alles, um mit unserer Arbeit ein gesundes Produkt herzustellen und erbringen darüberhinaus zahlreiche Leistungen für die Gesellschaft. Weiterlesen...

01.06.2019

1. Juni: Weltmilchtag – Milch ist unser Leben

Milch ernährt die Menschheit seit Anbeginn und hat unsere Hochkulturen vorangebracht. Sie ist pur und unverfälscht, unverzichtbar und nicht mehr wegzudenken. Milch ist eine Mischung aus hochwertigen Proteinen, Fettsäuren und Laktose, Folsäure und zahlreichen Vitaminen und Mineralstoffen. Eigentlich ist Milch einfach nur Genuss....

21.05.2019

Newsletter Mai online!

Es war ein historischer Moment in der Geschichte der Milcherzeugerbewegung: Westafrikanische Milchproduzenten stehen gemeinsam mit europäischen Erzeugern zusammen und kämpfen solidarisch für die gleiche Sache. Weiterlesen...

09.05.2019

EMB-Nachrichten über WhatsApp

Zeitnah die wichtigsten Nachrichten vom EMB über WhatsApp kurz und bündig erhalten? Bleiben Sie weiterhin gut informiert. Das European Milk Board (EMB) kommuniziert aktuelle Themen und Entwicklungen der Milchpolitik bisher über Pressemitteilungen, Newsletter und die Internetseite sowie Facebook. Und jetzt auch über...

16.04.2019

Milcherzeugungskosten in Deutschland nach wie vor nicht gedeckt

(Brüssel, 16.04.2019) In der aktuellen Berechnung der Milcherzeugungskosten in Deutschland wird deutlich, dass die Kosten im Januar 2019 nur zu 82% gedeckt waren. Von Oktober 2018 bis Januar 2019 waren die Kosten zwar geringfügig gesunken, durch die ebenfalls nach unten gehenden Milchpreise...

07.05.2019

75 %-Stelle Agrarreferent/in – zum 15. 06. 2019

Wir sind ein junger Dachverband europäischer Milcherzeugerorganisationen, der sich für kostendeckende Milchpreise einsetzt. Die Zukunft einer nachhaltigen Milcherzeugung in ganz Europa mit seinen positiven Effekten für Arbeitsplätze, ländlichen Raum und Umwelt sind unser Ziel. Wir arbeiten mit unseren Mitgliedsorganisationen...

10.04.2019

„Probleme der EU nicht nach Afrika exportieren!“

Afrikanische und europäische Milcherzeuger fordern EU zu verantwortungsvoller Politik auf

Treffer 1 bis 7 von 594
<< Erste < Vorherige 1-7 8-14 15-21 22-28 29-35 36-42 43-49 Nächste > Letzte >>