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02.07.2019

Milcherzeuger sehen Mercosur-Abkommen kritisch

Vereinbarungen bringen Nachteile für Verbraucher und Erzeuger

Brüssel, den 2. Juli 2019: Die Milcherzeuger des European Milk Board (EMB) äußern ernste Bedenken bezüglich des aktuellen Handelsabkommens der EU mit den Mercosur-Ländern. Wie Sieta van Keimpema, die Vizepräsidentin des Verbandes, mitteilt, sei es sowohl für den Milch- als auch den Rindfleischsektor problematisch. 

Durch die nun beschlossene hohe Rindfleischquote von 99.000 Tonnen für Exporte aus den südamerikanischen Ländern in die EU bestehe zum einen die Gefahr, dass die Rindfleischpreise in der EU stark sinken und Teile der einheimischen Fleischproduktionen verdrängt werden. Weitere Vereinbarungen im Mercosur-Abkommen könnten außerdem die bereits bestehende Überproduktion im Milchsektor noch weiter verschärfen. Eine der Ursachen für die schädliche EU-Mehrproduktion ist der hohe Import an Soja. Die vereinbarte Senkung der Mercosur-Exportzölle wird voraussichtlich zu noch höheren Sojaimporten in die EU führen, was die EU-Mehrproduktion noch weiter ankurbeln könnte. „In der EU arbeiten wir Milcherzeuger seit Jahren daran, dass der Milchsektor krisenstabil und wieder zukunftsfähig wird. Das Mercosur-Abkommen konterkariert diese Bemühungen leider“, so van Keimpema.

„Außerdem unterscheiden sich die Agrarprodukte, die nun vermehrt zu uns nach Europa kommen werden, bezüglich der Standards und Produktionsanforderungen von denen, die in der EU produziert werden. Das führt zu einer Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der EU-Erzeuger“, führt van Keimpema die Bedenken der Milchproduzenten weiter aus. „Und es stellt sich zudem die Frage, inwieweit für die EU-Verbraucher garantiert werden kann, dass zumindest die zugesicherten landwirtschaftlichen Standards auch wirklich eingehalten werden.“ 

Aber nicht nur für die Milchproduzenten und Verbraucher in der EU sei das Abkommen bedenklich, wie van Keimpema weiter anmerkt: „Für die südamerikanischen Milcherzeuger sind die Zollverringerungen für EU-Milchprodukte mit der Gefahr sinkender Milchpreise in ihren Ländern verbunden. Auch wenn unser Verband in erster Linie die europäischen Milcherzeuger vertritt, wollen wir auch für die Berufskollegen im Mercosur-Raum keine Verschlechterung der Preislage.“

Hinzu komme, dass aktuell die Entwicklungen in Brasilien, dem Mercosur-Hauptwirtschaftsland, sehr besorgniserregend seien. „Sowohl der Umgang des Staates mit Menschenrechten als auch seine Entscheidungen im Umweltbereich stoßen weltweit auf wichtige Kritik, der wir uns anschließen“, so van Keimpema. So sieht sie beispielsweise die verstärkten Rodungen des Regenwaldes seit Anfang 2019 als äußerst bedenklich an.

Wie das EMB betont, gehe es bei der Beurteilung des Mercosur-Abkommens durch die Milcherzeuger nicht darum, Protektionismus zu fördern. Es sei wichtig, dass Handelsabkommen dazu beitragen,  faire und ausgeglichene Handelsbeziehungen zu erreichen. Und zwar solche, die den landwirtschaftlichen Produzenten sowie den Bürgern hier und dort keine Nachteile bereiten. Das bestehende Mercosur-Abkommen erfülle diese wichtige Anforderung aus den oben angeführten Gründen leider nicht.

 

Kontakte:

EMB-Vizepräsidentin Sieta van Keimpema (DE, NL, EN): +31 (0)612 16 80 00
EMB-Geschäftsführung Silvia Däberitz (DE, EN, FR): +32 (0)2 808 1936
EMB-Pressestelle Nicolas de la Vega (DE, EN, FR): +32 (0)2 808 1934


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