flag de flag gb flag fr
Impressum     European Milk Board ASBL | Rue de la Loi 155 | B-1040 Bruxelles

News Details

PDF-Icon Icon-Druck

07.07.2017

Schweiz: Demonstration vor dem Hauptsitz der BO Milch am 4. Juli

Pressemitteilung der Uniterre zur Demonstration der Milchbauern vor der BO Milch

 

Die Abwesenheit von klaren Regeln im Milchmarkt hat Konsequenzen. Seit Jahren ist der Milchpreis stark am sinken. Diskussionen mit Handelspartnern, das Festlegen von Richtpreisen – die nie respektiert wurden –, Zentralisierungsbemühungen im Milchmarkt sowie Segmentierung, nichts fruchtet. Obwohl der internationale Milchpreis inzwischen wieder am steigen ist und in der Schweiz weniger produziert wird, stagnieren die Preise auf einem so tiefen Niveau, dass sie nicht einmal mehr die Hälfte der Produktionskosten decken.

Die Produktionskosten für Milch, ein äusserst nobles Produkt, liegen nachweislich zwischen 90 Rp. und 1.20 Fr. pro Liter Milch (Zahlen der Agrarforschungsanstalt). Die meisten Milchproduzenten erhalten im Durchschnitt 50 Rp. pro Liter. Für gewisse Milchsegmente (z. B. Einschränkungsmilch) oder nach Abzug gewisser Kosten durch die Abnehmer liegt der Milchpreis z. T. bei 10 Rp. pro Liter. Das ist ein Schande!

Wie ist es nur möglich, dass Schweizer Milch, nach Schweizer Qualitätsnormen produziert, im Detailhandel für nur 99 Rp. pro Liter verkauft wird? Das ist Dumping und sollte verboten werden. Insbesondere im Wissen um die menschliche Dramen, die sich auf den Bauernhöfen, am Anfang der Produktionskette, abspielen.

Der Ladenpreis für einen Liter Milch sollte rund 1.80 Fr. betragen, damit die Hersteller entlang der gesamten Wertschöpfungskette korrekt bezahlt werden (Bäuerinnen und Bauern, Landarbeiter/‑innen, Verarbeitende, Vertrieb). Zu Recht verhindern Gewerkschaften, dass die Löhne von Grenzarbeitenden in Euros ausbezahlt werden – weil dies zu Lohndumping führen würde – und fordern begleitende Massnahmen für den freien Verkehr. Desgleichen können Bäuerinnen und Bauern in der Schweiz nicht tolerieren, dass ihre Milch zu einem so unfairen Preis verscherbelt wird.

 

Wir fordern

  • Faire Milchpreise, damit Bäuerinnen und Bauern anständig bezahlt werden.
  • Die aktive Teilnahme der Produzentinnen und Produzenten an einer modernen Mengenverwaltung, welche den Bedürfnissen der Bevölkerung entspricht. Wir müssen in den vorgelagerten Sektoren handeln, anstatt wahllos Hilfsfonds zur Evakuierung der Überproduktion zu bilden. Überproduktion verursacht eine Senkung der Preise im Inland. Sie ist eine ökologische und energetische Absurdität und zerstört die Märkte in den Ländern, in welche die Überproduktion zu Tiefstpreisen exportiert wird.
  • Allgemein gültige Abnahmeverträge zwischen Produzenten und Abnehmern, in denen jährliche Mengen festgelegt werden und die Preise mindestens sechs Monate Gültigkeit haben.
  • Das Recht für Produzentinnen und Produzenten, keine Überschussmilch zu produzieren (das Recht, die Produktion von C- oder sogar B-Milch zu verweigern).

 

Diese Forderungen stellen wir an drei Gesprächspartner:

  • An unsere Milchkäufer, mit denen wir angeblich eine Sozialpartnerschaft unterhalten… wenn sie nicht kurzfristig reagieren, werden wir entsprechende Massnahmen ergreifen!
  • An den Bund, der handeln muss, wenn die Situation so dramatisch ist. Das Landwirtschaftsgesetz liefert ihm die notwendigen Instrumente dazu. Wie bei einem sozialen Konflikt, kann sich der Bund als Schiedsrichter positionieren und eine befriedigende Lösung für den gesamten Sektor finden. Wir fordern vom Bund keine fixen Preise oder zusätzliche Direktzahlungen, sondern nur, dass die geltenden Gesetze umgesetzt werden.
  • An alle Schweizer Bürgerinnen und Bürger, die ihre Meinung bei der Abstimmung zur Initiative für Ernährungssouveränität einbringen können. Sie findet voraussichtlich 2018 statt. Diese Initiative liefert klare Lösungen für unsere desolate Situation.

Pressemitteilung und Interview mit Rudi Berli, Uniterre


Weitere aktuelle Meldungen

08.02.2019

Newsletter Februar online!

Brexit: Der Moment der Wahrheit rückt näher In jedem Verhandlungsprozess kommt die Phase, wenn die Täuschungsmanöver und Bluffs ein Ende haben. Aus Sicht der irischen Landwirte und des irischen Nahrungsmittelsektors ist dieser Punkt im Brexit-Verfahren erreicht. Weiterlesen...

24.01.2019

Bauern fordern mit Grenzaktion: Stopp von CETA und Co.

Grenzübergang Lichtenbusch/Aachen, 25. Januar 2019

22.01.2019

CETA und Co. stoppen – Für eine gerechte Welthandelspolitik

Einladung zur Grenzaktion mit Treckern am 25. Januar 2019 in Lichtenbusch an der deutsch/belgischen Grenze

18.01.2019

Newsletter Januar online!

2009 – mittlerweile ist es 10 Jahre her – war ein bedeutendes Jahr für das European Milk Board (EMB) und für alle Milchbauern Europas. Vor 10 Jahren fanden in vielen europäischen Ländern massive Demonstrationen, Milchlieferstreiks und vor allem große Milchsprühaktionen statt. Unvergessen bleibt die Ausbringung von Millionen...

17.01.2019

Schluss mit Krisen, Crashs und Katastrophen

Die Vorschläge des EMB zur Reform der EU-Agrarpolitik und zur Lösung der Milchmarktkrisen

16.01.2019

Schere zwischen Milchpreisen und Produktionskosten in Deutschland bleibt bestehen

(Brüssel, 16.01.2019) Die aktuelle Berechnung der Produktionskosten in Deutschland zeigt auf, dass die Produktionskosten im Oktober 2018 nur zu 85% gedeckt waren. Das ist eine geringfügige Verbesserung um 5% im Vergleich zu den Julizahlen; im Januar 2018 lag die Kostendeckung noch bei 88%. Die vierteljährlich aktualisierte...

08.01.2019

Treffer 1 bis 7 von 581
<< Erste < Vorherige 1-7 8-14 15-21 22-28 29-35 36-42 43-49 Nächste > Letzte >>