flag de flag gb flag fr
Impressum     European Milk Board ASBL | Rue de la Loi 155 | B-1040 Bruxelles

News Details

PDF-Icon Icon-Druck

07.12.2011

PM: Interessen der Milcherzeuger im neuen Milchpaket auf´s Abstellgleis verbannt

Einigung zum Milchpaket von EU-Kommission, Parlament und Ministerrat ignoriert die Situation der Milcherzeuger komplett

Brüssel/Hamm, 7. Dezember 2011: „Die europäischen Milcherzeuger sind sehr enttäuscht!“, äußert sich Romuald Schaber, Präsident des European Milk Board (EMB), zu den aktuellen Ergebnissen der Verhandlungen zwischen Kommission, Parlament und Ministerrat bezüglich der Milchmarktreform. Das Ziel einer Stärkung der Produzenten würde durch diese Beschlüsse weit verfehlt.

„Wenn Verträge zwischen Erzeuger und Molkerei nicht EU-weit verpflichtend sind, sondern jedes Land selbst entscheidet, ob es sie verpflichtend einführt oder nicht, dann kann die Position der europäischen Produzenten am Markt einfach nicht verbessert werden.“, so Schaber. Und da die politischen Beschlüsse vom 6.12. zudem vorsehen, dass Mitglieder von Genossenschaften schon von vornherein keine Verträge abschließen dürfen, würden insbesondere Molkereigenossenschaften hier weiterhin gnadenlos die Preise drücken können.

Auch die Bündelung der Erzeuger, um gemeinsam gegenüber Molkereien zu verhandeln, auf 3,5 Prozent (europäische Ebene) und 33 Prozent (nationale Ebene) zu begrenzen, sei extrem problematisch. Denn der Marktanteil vieler Molkereien übersteige diese Bündelungsgrenzen bereits um ein vielfaches. Mit diesen Molkereigiganten müssten die klein gehaltenen Erzeugerorganisationen dann ohne wirklich Marktmacht verhandeln.

„Die Vorschläge des EU-Parlamentes haben bei diesem sogenannten Kompromiss mit Kommission und Ministerrat unglaublich viele Federn lassen müssen“, meint Schaber weiter. Denn neben einer höheren nationalen Bündelungsgrenze von 40 Prozent der nationalen Milchmenge und den EU-weit verpflichtenden Verträgen finde sich auch die von den Parlamentariern ursprünglich vorgeschlagene Monitoringstelle so nicht in den endgültigen Beschlüssen der drei EU-Institutionen wieder.

Dass laut Kompromiss bei Käse, der als geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) oder geschützte geographische Angabe (g.g.A.) hergestellt wird, eine Angebotsregulierung möglich sein soll, sei leider nichts weiter als ein Feigenblatt. „Eine Angebotsregulierung muss für den gesamten Milchmarkt gelten, sonst rast jener - sonst rasen insbesondere die Erzeuger - ungebremst der nächsten Krise entgegen. «, so Schaber dazu.

 

 

Kontakt :

EMB Pressesprecherin : Silvia Däberitz (DE, EN, ES): 0049 2381 4361 200

 

Für eine pdf-Version der Pressemitteilung klicken Sie bitte hier

 

Lesen Sie auch die Pressemitteilung des MEG-Milchboards:

Mehr Verhandlungsmacht für Erzeuger? Brüsseler Rhetorik, die wütend macht!

 

Hier finden Sie die offizielle Pressemitteilung des EU-Kommissars Dacian Ciolos:

EU-Kommissar Dacian Ciolos begrüßt den Kompromiss zum Milchpaket


Weitere aktuelle Meldungen

21.03.2017
16.03.2017

Briefaktion der europäischen Milchbauern

Suizide bei französischen Landwirten lösen Solidaritätswelle aus

09.03.2017

Newsletter März online!

Dass die Gemeinsame Agrarpolitik der EU eine Reform benötigt, ist kein Geheimnis. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass wir eine nachhaltige und verantwortungsbewusste Agrarproduktion dringend brauchen.  Und ja, tatsächlich: erste, kleine Schritte in diese Richtung hat es im Milchsektor sogar bereits gegeben....

22.02.2017

Deutschland: Dranbleiben heißt die Devise

Die Umsetzung der im 2. EU-Hilfspaket beinhalteten Mengendisziplin hat es an den Tag gebracht: mit wenig Bürokratie konnte wesentlich zu einer Marktstabilisierung beigetragen werden. Auf einer DIN A 4 Seite konnten online - sowohl im EU- wie auch im nationalen Teil -  alle notwendigen Angaben untergebracht werden. Der für...

09.02.2017

Newsletter Februar online!

Unsere Milchpulver-Aktion am 23. Januar hat ordentlich „Staub aufgewirbelt“ - die Bilder des eingeschneiten Ratsgebäudes gingen durch die internationale Presse. Weiterlesen...

08.02.2017

Dänische Analysten sehen die Entwicklung der Milchpreise positiv, aber unterschiedlich

Der Landesverband dänischer Milcherzeuger (LDM) hat vor kurzem drei Marktanalysten beauftragt, die Entwicklung der nationalen/europäischen Milchpreise im Rahmen einer Podiumsdiskussion auf einer Landwirtschaftsausstellung zu bewerten. Der erste Analyst, der dafür bekannt ist, vorsichtig, aber auch sehr gut informiert zu sein,...

23.01.2017

Europäische Milcherzeuger fordern bei großer Milchpulver-Aktion in Brüssel:

Verkauf von Interventions-Milchpulver stoppen! – Gesetz für reguläres Kriseninstrument erarbeiten!

Treffer 1 bis 7 von 498
<< Erste < Vorherige 1-7 8-14 15-21 22-28 29-35 36-42 43-49 Nächste > Letzte >>