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11.11.2009

Pressemitteilung: Chance nutzen und Marktposition der Milcherzeuger stärken

 

High Level Group Milch der EU-Regierungen trifft sich. Das European Milk Board fordert Rahmenbedingungen, damit die Milchbauern gleichberechtigte Marktakteure werden

Brüssel, den 10.11.2009: Der europäische Milchbauernaufstand in den letzten Wochen und Monaten  hat den EU-Agrarrat und die EU-Kommission auch dazu bewegt, eine High Level Group (HLG) Milch einzuberufen, die sich heute in Brüssel trifft. Diese Gruppe mit hochrangigen Vertretern der EU-Staaten hat von den EU-Regierungen den Auftrag erhalten, Lösungskonzepte für den katastrophalen Milchmarkt zu erarbeiten. Vertreter des European Milk Board (EMB) haben auf der heutigen Sitzung die Positionen der Milchbauern in Europa eingebracht. „Das EMB hat es begrüßt, dass die neue High Level Group Milch ihre Arbeit aufgenommen hat“, sagt EMB-Präsident Romuald Schaber kurz nach der Anhörung in der High Level Group. „Das ist ein Signal der EU-Regierungen, dass sie die untragbare Situation auf den Milchbetrieben in Europa anerkennen. Die Milcherzeugung ist zu einer Kapitalvernichtung geworden. Das liegt daran“, so Schaber weiter, „dass die Milcherzeuger das schwächste Glied in der Kette sind. Ist der Markt übersättigt, also übersteigt das Angebot nur leicht die Nachfrage, dann fällt der Erzeugerpreis überproportional. Das ist zurzeit der Fall.“ Die High Level Group Milch setzt sich mit der Frage über Vertragsbeziehungen zwischen Milcherzeugern und Molkereien auseinander. „Das ist eine schöne Wortwahl, aber zu wirklichen Verbesserungen kann man mittels solcher Verträge nicht beitragen“, sagt Sieta van Keimpema, EMB-Vizepräsidentin. „Wir werden nur faire Preise für die Milchbauern und Bäuerinnen erreichen können, wenn auch zukünftig eine allgemeingültige Mengenbegrenzung besteht, damit es zu einer Balance zwischen Angebot und Nachfrage kommt.“ Ebenso helfe es auch nicht weiter, wenn dieses Gremium Konzepte für eine verbesserte Transparenz in der Wertschöpfungskette erarbeiten will. „Transparenz allein löst kein Problem. Solange die Milcherzeuger aus den Erkenntnissen der Marktberichte kein aktives Handeln ableiten können, indem das Angebot der Nachfrage angepasst wird“, erläutert Schaber vor dem Gremium. Er fügt hinzu: „Deshalb fordert das EMB unter anderem eine rechtliche Grundlage zu schaffen, die es den Milcherzeuger europaweit erlaubt, ihre Milchmenge in Erzeugergemeinschaften zu bündeln und wirksame Maßnahmen zur flexiblen Anpassung der Menge an den Bedarf auszuführen.“ Die High Level Group könnte viel dazu beitragen, Rahmenbedingungen für einen Milchmarkt zu schaffen, in dem alle Akteure der Kette zu einem fairen also gleichberechtigten Interessenaustausch gelangen können. Diese Chance sollten wir alle nutzen. Dafür wäre es notwendig, das EMB nicht nur heute, sondern auch weiterhin in der High Level Group mitwirken zu lassen. Die Milchbauern sind bereit diese Verantwortung zu übernehmen. Sie werden deshalb die weiteren Schritte in den nächsten Wochen sehr genau beobachten.

Kontakte:

Romuald Schaber (DE), EMB-Präsident: 0049(0)1515503 7174

Sieta van Keimpema (NL, ENG, DE), EMB-Vizepräsidentin:

0031(0)612168000

Silvia Däberitz (ENG, ES, DE), EMB-Pressereferentin:0049(0)1634497173

PDF-Symbol Positionspapier des European Milk Board   (PDF / 1.6 MB)

 


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