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12.07.2010

Presseerklärung: Über Tausend europäische Milcherzeuger demonstrierten heute anlässlich der Sitzung des EU-Agrarrates

 

Der Bericht der High Level Gruppe zur Milch (HLGM), der heute vom EU-Agrarrat diskutiert wird, kann die Milchkrise nicht lösen. European Coordination Via Campesina (ECVC) und European Milk Board (EMB) stellen bei Demonstration klar: Notwendig sind faire Erzeugerpreise und Regelung der Produktion. Vertreter von Entwicklungsorganisationen und Umweltverbänden wie Oxfam Solidarité Belgique, Friends of the Earth, Wervel, SOS Faim unterstützen dabei Forderungen nach fairen Preisen für Erzeuger aus Nord und Süd und eine nachhaltige Produktion.

 

Brüssel (12/07/10): Über eintausend Milcherzeuger aus vielen europäischen Ländern haben heute in Brüssel dagegen demonstriert, dass die Vorschläge der HLGM maßgeblich die Reform des Milchmarktes bestimmen. „Diese Vorschläge führen zu keiner Lösung der derzeitigen Krise und werden die europäischen Milcherzeuger noch stärker in Bedrängnis bringen“, so Lidia Senra, Vorstandsmitglied der ECVC. Romuald Schaber, Präsident des European Milk Board ergänzt:“ Im Bericht wird davon gesprochen, dass das bestehende Sicherheitsnetz ausreicht. Das stimmt nicht, denn mit den bestehenden Maßnahmen kann sich der extrem niedrige Milchpreis von 2009 jederzeit wiederholen.“

 

Ein weiteres Problem ist die von der HLGM vorgeschlagene Kontraktualisierung – also direkte Verträge zwischen Erzeugern und Molkereien. Diese bringen die Erzeuger in eine totale Abhängigkeit, da ihnen die Molkereien als die stärkeren Marktakteure die Bedingungen diktieren werden.

 

Problematisch ist auch, dass die HLGM-Vorschläge nicht vorsehen, dass die Milchproduktion reguliert wird. Ohne Regulierung der Milchproduktion und des Milchmarktes wird es jedoch keine fairen Erzeugerpreise geben. Wird in Europa zu viel Milch produziert, dann überschwemmt diese billige Milch nicht nur unsere Märkte und zerstört damit die Position der Erzeuger am Markt. Besonders auch die Märkte von Entwicklungsländern werden geschädigt. Das bedeutet in vielen Fällen das Ende der dortigen Produktion und das Ansteigen der Armut.

 

Die Zukunft liegt in einer nachfrageorientierten Produktion zu kostendeckenden Preisen und in einem Markt, an dem alle Teilnehmer handlungsfähig sind“, so Lidia Senra.

 

Eine positive Seite des Berichtes der HLGM ist, dass er ganz klar anerkennt, dass die Milcherzeuger sich am Markt in einer Schwächeposition befinden“, so Romuald Schaber vom EMB.

 

Die Demonstranten aus vielen Ländern der EU lehnen die zu kurz gedachten Vorschläge der HLGM ab. Es muss in den oben genannten Punkten stark nachgebessert werden. Die EU-Agrarminister sind aufgefordert, sich für eine neu orientierte Milchpolitik einzusetzen.

 

 

 

Sollten Sie weitere Fragen haben, erreichen Sie uns auch unter den folgenden Telefonnummern:

 

EMB: Silvia Däberitz (DE, EN, ES): Tel.: 0049 2381 4361200

 

ECVC: Lidia Senra (ES-PT-FR): Tel.: 0034 609845861 - Gérard Choplin (FR-EN-DE): Tel.: 0032 473257378

 

Mehr Informationen zu European Coordination Via Campesina und European Milk Board finden Sie auch auf unseren Homepages:

 

EMB: WWW-Symbol www.europeanmilkboard.org 

 

ECVC: WWW-Symbol www.eurovia.org

PDF-Symbol Hier ist die Presseerklärung in pdf  (PDF / 339 KB) 

Photos

PDF-Symbol Presseerklärung des EU-Agrarministerrates (auf   (PDF / 148 KB)PDF-Symbol englisch)  (PDF / 148 KB)

Videos:

WWW-Symbol http://www.youtube.com/watch?v=K5CWqxCyfoc
WWW-Symbol http://www.youtube.com/watch?v=95GdIdW1A8s&feature=player_embedded

WWW-Symbol http://www.youtube.com/watch?v=d8XMNFrsUTs

WWW-Symbol http://www.youtube.com/watch?v=QkrkW-13fkw

 


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