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29.06.2009

Frankreich News

1500 Milcherzeuger bei Versammlung in Westfrankreich - Hauptthema: Milchstreik in Europa

 

Die APLI - der französische Milcherzeugerverband stellt sich vor

Der Verband APLI wurde im Dezember 2008 im Südwesten Frankreichs geboren. Aus einer Handvoll von Erzeugern, die sich der Unterjochung und den Manipulationen widersetzten, ist eine nationale Bewegung entstanden, die dank ihres rasanten Wachstums eine feste Größe auf dem französischen Milchmarkt geworden ist, an der niemand mehr vorbeikommt.


Das Interesse, das wir bei den höchsten Instanzen wecken, die beginnenden Medienberichte, die Befürchtungen, die unsere Entschlossenheit auslösen und vor allem das wachsende Bewusstsein für unsere Situation, das wir auf lokaler Ebene geschaffen haben, tragen dazu bei, dass die APLI als Basisorganisation von Milcherzeugern nur noch wenige Nasenlängen davon entfernt ist, die Schlüssel des Systems zu übernehmen.


Diese Mobilisierung, die mit der Dringlichkeit der Situation zunimmt, ist nur dank der großen Zustimmung zu unserer Argumentation in den großen Milcherzeugergebieten unseres Lands gelungen.

Eine Internetseite (www.apli-nationale.org), die eine ständige wachsende Zahl von Besuchern verzeichnet, tagtäglich in ganz Frankreich stattfindende Sitzungen mit vollen Sälen und eine weit über die Gründer dieser Bewegung hinausreichende Mobilisierung verdeutlichen die Entschlossenheit der französischen Milchviehhalter.

Der Grund ist, dass unsere Argumentation einfach und logisch ist. Unsere Aktionen sind rechtens und erfolgen in Partnerschaft mit den Verbrauchern.

APLI bündelt Mitglieder jedweder Verbands- und politischer Couleur und aus allen Regionen.

Wir sind für eine Rückkehr zu einer marktgerechten Mengensteuerung, einem Milchpreis, der aufgrund des Selbstkostenpreises und der Entlohnung des Milcherzeugers (derzeit 400 €) indexiert wird, die Verweigerung jedweder Form aufgezwungener Vertragsbindung.

Wir sind überzeugt, dass unsere Forderungen europäisch sein müssen.

Aus diesem Grund hat sich APLI dem EMB angeschlossen.

Die Regierungen haben ein politisches und administratives Europa geschaffen, um stärker zu sein. Die Industrie und Finanzwelt haben sich zusammengeschlossen, um das wirtschaftliche Europa nach ihrem Geschmack und ihren Interessen zu formen.

Nun ist es an uns Erzeugern an der Basis, im Einverständnis mit den Verbrauchern, das geeinte Europa der Menschen zu gestalten – ein gerechtes und wahres Europa, das den Menschen ein Gefühl der Sicherheit gibt und das einzig mögliche Europa ist.APLI ist weiterhin überzeugt, dass nur die Milcherzeuger über die Mittel verfügen, ihre Forderungen nachdrücklich und entschlossen durchzusetzen.Dieses Mittel ist der Milchstreik.Die französischen Milcherzeuger sind der traditionellen, heftigen und häufig wenig überzeugenden Druckmittel überdrüssig und sich der Tatsache bewusst, dass sie für das Scheitern des ersten Streiks verantwortlich sind. Sie wissen, dass ihre europäischen Kollegen im EMB, die zukunftsorientiert sind, ihnen dies nicht nachtragen. Aber sie wissen auch, dass sie bei dieser Bewegung sowohl hinsichtlich der Reaktionsfähigkeit als auch der Reichweite Zeichen setzen können.Das ist die Argumentation, die APLI vor Ort vertritt.Und sie wird sehr gut angenommen…APLI befasst sich natürlich auch mit der Frage, was nach dem Milchstreik kommt.Preisindexierung, Mengensteuerung, Partnerschaft mit den Unternehmen.Die junge Geschichte unseres Verbands gepaart mit der Dringlichkeit der Situation hat eine Änderung des Zeitplans gefordert, da die vollständige Umstrukturierung des Milchsektors einen Zeitbegriff voraussetzt, der aus unserer Sicht zu schwerfällig ist.Getreu unserer Logik und unseres einfachen Ansatzes haben wir schnell eine Lösung gefunden:Bei einem Milchpreis von 400 € / Tonne haben wir alle Zeit der Welt für Verhandlungen….Der Vorstand von APLI

 

weitere Aktionen in Frankreich

SAINT-HILAIRE-DU-HARCOUET (Manche), 24. Juni 2009 (AFP) – Bei einer Versammlung in Saint-Hilaire-du-Harcouët stimmten am Dienstagabend nach Aussage des zweiten Bürgermeisters der Kommune knapp 1.500 Milcherzeuger für einen europäischen Milchstreik als letztes Mittel zur Erhöhung der Auszahlungspreise der Milchviehhalter.
Nachdem sie sich kurz vor Mitternacht bei einer Abstimmung per Handzeichen für einen Milchstreik ausgesprochen hatten, jedoch ohne ein Datum festzulegen, standen die Erzeuger auf und stimmten klatschend das Lied „Steh auf, wenn du ein Milchbauer bist“ an. Die Versammlung war vom nationalen Verband unabhängiger Milcherzeuger (APLI) einberufen worden.
Nach Aussage des zweiten Bürgermeisters der Gemeinde nahmen 1.500 Menschen an der Versammlung teil. Ein Milchstreik besteht darin, die gemolkene Milch wegzuschütten oder zu verschenken, um so Druck auf die Milchindustrie und Politik auszuüben, damit die Preise steigen. „Niemand kann eine Idee aufhalten, deren Zeit gekommen ist“, rief unter großem Applaus der deutsche Erzeuger Stephan Lehman, der zuvor anhand von Zahlen versucht hatte zu zeigen, dass angesichts des derzeitigen Kaufpreises ein Milchstreik nicht viel kosten würde.
Der deutsche Erzeuger hatte sich 2008 an einem zehntägigen Milchstreik beteiligt, bei dem sechs europäische Länder, unter anderem Deutschland, nicht aber Frankreich, mitmachten, wie er von der Bühne erklärte.
„Wir haben damals in zwei Monaten das Geld wieder reingeholt, das wir während des Streiks verloren haben“, erklärte das Mitglied des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) vor der Sitzung gegenüber der AFP.
Pascal Massol, Vorsitzender des Verbands APLI, der seit der Gründung im Dezember 2008 bereits 600 Mitglieder gewonnen hat, forderte von den Milchbauern, auf ihren Feldern Schilder zu postieren mit der Aufschrift: „Hier wird bald gestreikt und Milch verschenkt!“
„Wenn Ihr Bauern hier im Westen, dem Schwergewicht der französischen Milchproduktion, loslegt, dann zieht Frankreich nach, dann zieht Europa nach“, ergänzte der Milcherzeuger aus Aveyrons.
„Niemand möchte den Milchstreik, aber die Politik zwingt uns dazu“, ergänzte der belgische Milchbauer Erwin Schöpges, der wie alle anderen Redner auf der Bühne dem European Milk Board (EMB) angehört, das 40% der europäischen Milchproduktion bündelt.
„Wir müssen uns zusammentun und aufhören, uns gegenseitig in den anderen Ländern die Schuld für die viel zu niedrigen Preise zuzuschieben. In Deutschland hat man uns gesagt: „Schaut nach Frankreich. Die Franzosen sind ruhig, sie sind mit dem Milchpreis zufrieden“, berichtete der deutsche Erzeuger Stephan Lehman.
„Dieses Jahr muss Frankreich starten, da Deutschland und Frankreich 50% der europäischen Produktion repräsentieren“, sagte vor der Sitzung André Lefranc, Koordinator der APLI im Departement Manche, gegenüber der AFL.
Montagabend kamen nach Aussage der Polizei etwa 1.200 Milchbauern zum gleichen Thema in Saint-Méen-le-Grand (Ille-et-Vilaine) zusammen.
Die Idee eines Milchstreiks scheint sich seit einigen Monaten in den französischen Aktionen ihren Weg zu bahnen. In den letzten Wochen häufen sich die Versammlungen zu diesem Thema, immer mit mehreren hundert Teilnehmern.
In Saint-Hilaire waren ebenso Mitglieder der französischen Mehrheitsverbände wie auch keinem Verband angehörende Erzeuger anzutreffen, stellte ein Journalist der AFP fest.


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