flag de flag gb flag fr
Impressum     European Milk Board ASBL | Rue de la Loi 155 | B-1040 Bruxelles

News Details

PDF-Icon Icon-Druck

29.11.2011

PM: Protestaktion der europäischen Milchbauern: Butterberge nicht verramschen, sondern vermeiden

Lausanne, den 29. November 2011: Schweizer Milchbauern und Milchbäuerinnen haben heute zusammen mit europäischen Kolleginnen und Kollegen in Basel und in Genf eindrücklich demonstriert, wie unsinnig Exporte zu Dumpingpreisen sind.

Protestaktion der Europäischen Milcherzeuger in der Schweiz

Dumpingexporte sind doppelt ruinös: Sie zerstören die bäuerlichen Einkommen sowohl im Lande des Absenders, wie auch im Land des "Empfängers".

Obwohl diese Tatsache seit langem bekannt ist, praktiziert die Schweiz im Milchsektor nun ein so genanntes Marktsanierungssystem, welches mit Dumpingexporten die Überschüsse in andere Länder verfrachtet. Dies sind einerseits Butterexporte in Länder ausserhalb der EU, welche mit Zwangsabgaben der Schweizer Milcherzeuger verbilligt werden. Aber auch in die EU werden Dumpingexporte getätigt: Magerkäse für die Industrie wird dank der Verbilligung durch die Verkäsungszulage exportiert, neuerdings auch fettreduzierte Butter. Für diese Exporte wird den Milcherzeugern ein C-Milchpreis von aktuell 23 Rappen (19 Cent) je Liter verrechnet.

So werden wertvolle, aufwendig produzierte Lebensmittel verramscht und die daraus resultierenden niedrigen Erzeugerpreise machen einer flächendeckenden und bäuerlichen Landwirtschaft den Garaus, und das beiderseits der Grenzen.

Dies alles müsste nicht sein. Mit der Aktion unterstreichen die Milcherzeuger ihre Forderung, in der Schweiz ein Mengenregulierungssystem anzuwenden, mit welchem Überschüsse gar nicht erst produziert werden. Die erzeugte Menge muss an die vorhandenen Absatzmöglichkeiten angepasst werden. Damit würden fünf anstehende Probleme auf einen Schlag gelöst:

1. Das Problem der kostspieligen Entsorgung von Überschüssen fällt weg und damit der Preisdruck zulasten der Milcherzeuger in der Schweiz

2. Die Milchbauern in anderen Ländern werden nicht noch zusätzlich durch Schweizer Dumpingexporte und damit zusätzliche, billige Mengen auf ihren Märkten in Schwierigkeiten gebracht.

3. Eine Stabilisierung des Milchpreises nimmt Wachstumsdruck von den Betrieben

4. Bessere Einkommen ermöglichen den LandwirtInnen, wieder vermehrt investieren zu können.

5. Höhere Markterlöse erlauben es den Staaten, ihre Ausgaben zur Stützung der Produktion senken zu können.


Wir fordern daher mit Nachdruck:

  • Stopp der organisierten Überproduktion (über 200 Millionen Liter)

  • Keine Zwangsabgaben zur Butterabräumung

  • Keine Segmentierung des Milchpreises durch die Milchverarbeiter. Die Segmentierung wird von diesen willkürlich angewandt als Mittel, um den Preis zu drücken. Das Segmentierungssystem ist nicht transparent, da die Verarbeiter ihrer Meldepflicht gegenüber dem Bundesamt für Landwirtschaft nicht nachkommen wollen.


Das vom Bundesrat angewandte Instrument der Allgemeinverbindlichkeit wird missbraucht, um die Überproduktion abzuräumen, statt wie immer wieder von den Produzenten gefordert, zur marktgerechten Mengensteuerung eingesetzt zu werden.

Wir brauchen eine Mengensteuerung in Erzeugerhand, welche eine nachfrageorientierte und kostendeckende Milcherzeugung ermöglicht. In der Schweiz und in der EU. Es ist Zeit, dass sich die bäuerliche Interessenvertretung ihrer Kraft bewusst wird, statt vor den Forderungen der Industrie und des Grosshandels in den Kniefall zu gehen.


Die Milchbauern in der Schweiz sind solidarisch mit ihren Kollegen aus der EU. Sie lassen sich nicht von profitgierigen Milchunternehmungen in eine mörderische Konkurrenz drängen! Eine solche Konkurrenz ist zerstörerisch und setzt für kurzfristigen Profit unsere Lebensgrundlage aufs Spiel.

 

Für eine pdf-Version dieser Pressemitteilung klicken Sie bitte hier.

 

 

Schweiz: Uniterre, BIG-M. Deutschland: BDM - Bundesverband deutscher Milchviehhalter, AbL - Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Frankreich: Apli - Association des producteurs de lait indépendants, Confédération Paysanne. Europa : EMB - European Milk Board

 

Ansprechpersonen Genf

Uniterre     Pierre-André Tombez, Präsident, +41796345487 (f)

Uniterre     Rudi Berli, Sekretär , +41787077883 (f,d)

Uniterre     Nicolas Bezençon, Sekretär +41795745412 (f)

EMB           Sonja Korspeter, Sekretärin, +491786021685 (f,d,e)


Ansprechpersonen Basel

Uniterre    Ulrike Minkner, Vicepräsident, +41329412934 (f, d)

Uniterre    Samuel Spahn, Produzent, +41765127555 (d)

BIG-M      Werner Locher, Sekretär , +41797371164 (d)

BDM          Franz Schweizer, Produzent +491717540690 (d)

EMB         Sonja Korspeter, Sekretärin, +491786021685 (f,d,e)


Weitere aktuelle Meldungen

12.07.2016

„Es muss endlich Schluss mit verwaschenen Entscheidungen sein!“

Europäische Milcherzeuger fordern von kommendem Agrarrat wirksame Maßnahmen für den Sektor

04.07.2016

Milchmarkt: Große Betriebe in Dänemark und den Niederlanden können auch nicht kostendeckend arbeiten

Aktuelle Kostenzahlen widerlegen Behauptung, große Betriebsstrukturen seien Lösung für Milchdilemma

30.06.2016

Dritte Europäische Faire Milch Konferenz in Luxemburg

ehrt Verdienste um nachhaltige Landwirtschaft

24.06.2016

Newsletter Juni online!

Die Situation auf dem europäischen Milchmarkt verschlechtert sich weiter und die von der Kommission im März verabschiedeten Entscheidungen und Maßnahmen haben sich – wie leicht vorherzusehen war – als ineffektiv und ungeeignet erwiesen, die aktuelle Krise zu lösen.  Weiterlesen...

21.06.2016

Milcherzeuger und EU-Abgeordnete plädieren gemeinsam für eine EU-weite Drosselung der schädlichen Überproduktion im Milchsektor

Bisherige Maßnahmen der EU-Kommission wirkungslos – EU-Parlament muss sich stärker in Milchdiskussion einschalten

17.06.2016

Gemeinsam für eine Lösung im Milchsektor

Begegnung und Diskussion europäischer Milcherzeuger mit Abgeordneten des EU-Parlaments

01.06.2016

Gemeinsam für eine verantwortungsvolle Milchpolitik!

Dringender Appell von europäischen und afrikanischen Produzenten an die Politik