flag de flag gb flag fr
Impressum     European Milk Board ASBL | Rue de la Loi 155 | B-1040 Bruxelles

News Details

PDF-Icon Icon-Druck

19.01.2012

PM: Für den Finanz- wie für den Milchmarkt gilt:

Ohne klare Regeln geht es nicht! Lösungsansatz für die europäische Milchversorgung

Hamm/ Berlin, 19.1. 2012: Die internationale Finanz- und Schuldenproblematik zeigt: die freien Kräfte des Marktes führen zu gefährlichen Turbulenzen, die den Sektor tief in die Krise stürzen. Das gleiche gilt für den Milchmarkt. Der ist jetzt schon stark überreizt und wird durch die geplanten Deregulierungen - wie dem Auslaufen der Quote im Jahr 2015 - immer weiter Richtung Abgrund gedrängt. Der Trend geht zu extrem niedrigen und dabei stark schwankenden Preisen und zu einer vermehrten Abhängigkeit der Milcherzeuger von Molkereikonzernen und Banken. Es braucht klare Regeln, die die Funktionalität eines gesunden Marktes garantieren.

Ohne eine effiziente Finanzaufsicht, ohne Transparenz und ohne das Unterbinden von gefährlichen Spekulationen geht es im Finanzsektor nicht. Auch im Milchsektor verlangen starke Defizite in der Struktur nach weitreichenden Maßnahmen. Landwirte haben in der jetzigen Situation keinerlei Verhandlungsposition und können sich daher nicht gezielt mit ihrem Angebot auf die Nachfrage der Konsumenten einstellen.

 

Lehren und Lösungen für den Milchmarkt

Um ihre Verhandlungsposition gegenüber den Verarbeitern zu stärken, müssen sowohl Genossenschaftsmitglieder als auch Erzeuger, die zu privaten Molkereien liefern, die Möglichkeit haben, einer Erzeugerorganisation beizutreten, die für sie gebündelt verhandelt. Solch eine Erzeugerorganisation muss die gleiche Marktstärke erreichen können wie eine Molkerei.

Um eine marktübergreifende Anpassung des Angebotes an die Nachfrage zu ermöglichen, muss zudem eine Monitoringstelle installiert werden. Ihre Aufgabe ist es, wichtige Daten wie Kosten der Produktion, Preise und die nachgefragte und angebotene Menge zu erfassen. Davon ausgehend kalkuliert sie Mengenanpassungen, d.h. errechnet, wie viel produziert werden muss, damit a) das Angebot sich an der Nachfrage ausrichtet und b) ein kostendeckender Milchpreis für die Erzeuger sowie c) ein fairer Milchpreis für die Konsumenten erreicht wird.

 

Gefährliche Spekulationen

Spekulationen haben  den Finanzsektor verheerend schwanken lassen. Es ist unklar, ob der Markt sich davon erholen kann. Dass Lebensmittel wie Milch Objekte von Spekulationen sind, ist unverantwortlich. Der sogenannte stille Tsunami – wie Welternährungsexperten gefährliche Preissteigerungen bei Grundnahrungsmitteln nennen, die unter anderem auf Nahrungsmittelspekulationen an Terminbörsen zurückzuführen sind – hat laut Weltbank allein zwischen Juni 2010 und April 2011 44 Millionen Menschen in die Armut gestürzt.

Die Funktionsfähigkeit von Finanz- und Milchsektor muss wiederhergestellt werden. Das Vertrauen der Bürger in die Märkte ist stark erschüttert. In Zukunft muss bewiesen werden, dass sie im Sinne unserer Gesellschaft funktionieren können. Und das geht nur mit klaren Regeln!

Kontakt: EMB Pressestelle: Silvia Däberitz (DE, EN, ES): 0049 2381 4361 200

Presseerklärung als PDF

Photos der Pressekonferenz hier in der Galerie




Weitere aktuelle Meldungen

07.07.2017

Schweiz: Demonstration vor dem Hauptsitz der BO Milch am 4. Juli

Pressemitteilung der Uniterre zur Demonstration der Milchbauern vor der BO Milch   Die Abwesenheit von klaren Regeln im Milchmarkt hat Konsequenzen. Seit Jahren ist der Milchpreis stark am sinken. Diskussionen mit Handelspartnern, das Festlegen von Richtpreisen – die nie respektiert wurden –, Zentralisierungsbemühungen...

30.06.2017

„Eine reduzierte Sichtweise können wir uns absolut nicht leisten“

Internationale Bündelungskommission der Milcherzeuger fordert, EU-Politik solle wichtige Aspekte des Milchsektors nicht ausblenden

29.06.2017

Alles in Butter?

Auf dem Milchmarkt gibt es zur Zeit eine erstaunliche Entwicklung: Seit Jahresbeginn stagnieren die Auszahlungspreise an die Milchbauern oder steigen nur sehr moderat an, und der Absatz von Milcheiweiß gestaltet sich schwierig, was sicher nicht zuletzt an den 350000 Tonnen Milchpulver liegt, die die EU im Zuge der Milchkrise...

14.06.2017

Europäische Faire Milch Konferenz stellt innovative Projekte der Milcherzeuger ins Rampenlicht

Die Goldene Faironika an verschiedene Preisträger überreicht – in der Kategorie „Politik“ gingen sie dieses Jahr an den früheren französischen Agrarminister Stéphane Le Foll und Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer

06.06.2017

Newsletter Juni online!

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) soll bis 2020 reformiert werden, um stärker den gesellschaftlichen Vorstellungen zu entsprechen. Da das Thema für die Landwirte von großer Bedeutung ist, nehme ich im Namen des EMB an den Sitzungen der Gruppe für den zivilen Dialog über die Gemeinsame Agrarpolitik teil. Weiterlesen...

23.05.2017

4. Europäische Faire Milch Konferenz in Deutschland

Einladung zur Konferenz am 14. Juni 2017 in Würzburg

15.05.2017

335 Euro als ehrliche Preisschwelle für Interventions-Milchpulver

(Brüssel, 15.05.2017) Diese Menge war in Vergangenheit zu viel und ist auch jetzt vom Milchmarkt nicht zu verkraften: aktuell liegen rund 350.000 Tonnen Magermilchpulver in der Intervention und angesichts der angespannten Lage auf dem Milchmarkt der EU auch bleischwer im Magen. Zurzeit sind die Rohmilchpreise in der EU zwar...