flag de flag gb flag fr
Impressum     European Milk Board ASBL | Rue de la Loi 155 | B-1040 Bruxelles

News Details

PDF-Icon Icon-Druck

01.06.2018

Tag der Milch: Fairness im Milchsektor – vom Kuhstall bis zum Kühlschrank

(Brüssel, 01.06.2018) Auch am Weltmilchtag im Jahr 2018 ist ein Plädoyer für Fairness im Milchsektor nicht überflüssig, sondern das Gebot der Stunde! Denn faire Preise sind ausnehmend wichtig für unsere Milcherzeuger aus der EU sowie auch für die Kollegen anderer Kontinente.

 

Fairness für die Berufskollegen aus afrikanischen Ländern

Es liegt in der Verantwortung der EU, eine faire Agrar- und Ernährungspolitik auch im Hinblick auf die am wenigsten entwickelten Länder zu fahren. Denn die Milchüberschüsse aus der europäischen Produktion ruinieren nicht nur die Preise unserer Bauern, sondern überschwemmen auch afrikanische Märkte und behindern hier die Entwicklung der lokalen Milchwirtschaft. Mit seiner Beteiligung an einer aktuellen Kampagne zur Unterstützung der lokalen Milch in Westafrika möchte das EMB auf diese Problematik aufmerksam machen. 48 Millionen Pastoralisten beziehen beispielsweise in der Sahelzone ihr Einkommen aus der Weidewirtschaft, Hunderttausende Hirtenfamilien leben von der Produktion und Verarbeitung lokaler Milch. Wir in der EU müssen so produzieren, dass die Lebensgrundlage dieser Menschen nicht aufs Spiel gesetzt wird!

Die Milcherzeuger des EMB stehen bereits seit mehreren Jahren im Austausch mit ihren afrikanischen Kollegen und haben die Auswirkungen der EU-Milchpulverexporte u.a. in einer Ausstellung dokumentiert. Nicht nur die Bauern Europas müssen für ihre Ziele zusammenstehen, sondern Solidarität wird auch mit den Produzenten in Drittländern gelebt.

 

Mehr Fairness in der Produktion als Pfeiler für einen stabilen EU-Milchmarkt

Auch in der EU-Politik häufen sich die Anzeichen, konstruktiv gegen die chronische Überproduktion und unfaire Preise am Milchmarkt vorgehen zu wollen. So fordert das Europäische Parlament aktuell im sogenannten „Bericht über die Ernährung und Landwirtschaft der Zukunft“ mit großer Mehrheit wirksame Instrumente, um Angebot und Nachfrage besser aufeinander abzustimmen. Explizit wird hier die Möglichkeit zur Reduzierung der Milchmengen in Krisenzeiten sowie der Ausbau der Milchmarktbeobachtungsstelle, um Marktstörungen zukünftig präventiv begegnen zu können, genannt. Auch sollen sensible Sektoren wie die Rohmilcherzeugung bei den Verhandlungen von Freihandelsabkommen geschützt werden. Es liegt nun an der EU-Kommission, die Leitlinien des Europäischen Parlaments in der anstehenden Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik auch tatsächlich umzusetzen! Ziel muss es hier sein, Konzepte wie das Marktverantwortungsprogramm (MVP) auf der EU-Ebene zu verankern.

 

Sich aktiv für Fairness einbringen: Das Faire Milch Projekt der Bauern

An der Implementierung eines politischen Rahmens zu arbeiten, ist das eine. Sich mit Kreativität, Verantwortung und Leidenschaft direkt am Markt einzusetzen, das andere. Und so haben EMB-Milcherzeuger in sieben Ländern ihr Schicksal selbst in die Hand genommen und die „Faire Milch“ ins Leben gerufen. Gerechte Preise erhalten und so langfristig die Höfe zu sichern, so dass diese an die nächste Generation übergeben werden können, ist das Ziel für unsere Erzeuger. Die Konsumenten können durch den Kauf von Faire Milch Produkten somit eine faire Landwirtschaft aktiv unterstützen.

Um diesen Einsatz der Milchbäuerinnen und -bauern zu würdigen und zu feiern, findet am 14. Juni im französischen Lille die mittlerweile fünfte europäische „Faire Milch Konferenz“ statt. Die Veranstaltung hat sich in den letzten Jahren als Treffpunkt und Forum für Landwirte, Verarbeiter, Verbraucher und Politiker etabliert und stellt fair produzierte Milchprodukte in den Mittelpunkt. Möchten Sie dabei sein? Dann sehen wir uns am 14. Juni in Lille – Sie sind herzlich eingeladen!

 

Fairness ist das Grundgerüst eines stabilen Milchmarkts und sollte sich als roter Faden durch die Lebensmittelkette vom Milchbetrieb bis hin zum Konsumenten; vom Kuhstall bis zum Kühlschrank ziehen. Wir, die europäischen Milcherzeuger, werden uns weiterhin für faire Bedingungen stark machen und möchten uns heute am Weltmilchtag auch bei all jenen bedanken, die dieses Bestreben seit Jahren unterstützen. Sei es durch die Berichterstattung zu den realen Umständen im Milchsektor oder Ihre Kaufentscheidung für faire Milchprodukte, die dazu beiträgt, unsere Höfe und ein ländliches Europa zu sichern.

Nun ist die Europäische Politik am Zug, die Weichen für die zukünftige, faire Agrarpolitik zu stellen.

 

Photo credits: © Pasmep / © European Union, 2018 / © European Milk Board

 

Contacts:

EMB-Präsident Erwin Schöpges (FR, DE, NL): +32 (0)497 904 547
EMB-Vizepräsidentin Sieta van Keimpema (EN, NL, DE) : +31 (0)612 168 000
EMB-Geschäftsführung Silvia Däberitz (EN, DE, FR): +32 (0)2 808 1936


Weitere aktuelle Meldungen

27.03.2019

Solidaritäts-Kundgebung der europäischen und afrikanischen Milchbauern

Einladung zu Pressekonferenz und symbolische Aktion am 10. April in Brüssel

08.02.2019

Newsletter Februar online!

Brexit: Der Moment der Wahrheit rückt näher In jedem Verhandlungsprozess kommt die Phase, wenn die Täuschungsmanöver und Bluffs ein Ende haben. Aus Sicht der irischen Landwirte und des irischen Nahrungsmittelsektors ist dieser Punkt im Brexit-Verfahren erreicht. Weiterlesen...

24.01.2019

Bauern fordern mit Grenzaktion: Stopp von CETA und Co.

Grenzübergang Lichtenbusch/Aachen, 25. Januar 2019

22.01.2019

CETA und Co. stoppen – Für eine gerechte Welthandelspolitik

Einladung zur Grenzaktion mit Treckern am 25. Januar 2019 in Lichtenbusch an der deutsch/belgischen Grenze

18.01.2019

Newsletter Januar online!

2009 – mittlerweile ist es 10 Jahre her – war ein bedeutendes Jahr für das European Milk Board (EMB) und für alle Milchbauern Europas. Vor 10 Jahren fanden in vielen europäischen Ländern massive Demonstrationen, Milchlieferstreiks und vor allem große Milchsprühaktionen statt. Unvergessen bleibt die Ausbringung von Millionen...

17.01.2019

Schluss mit Krisen, Crashs und Katastrophen

Die Vorschläge des EMB zur Reform der EU-Agrarpolitik und zur Lösung der Milchmarktkrisen

16.01.2019

Schere zwischen Milchpreisen und Produktionskosten in Deutschland bleibt bestehen

(Brüssel, 16.01.2019) Die aktuelle Berechnung der Produktionskosten in Deutschland zeigt auf, dass die Produktionskosten im Oktober 2018 nur zu 85% gedeckt waren. Das ist eine geringfügige Verbesserung um 5% im Vergleich zu den Julizahlen; im Januar 2018 lag die Kostendeckung noch bei 88%. Die vierteljährlich aktualisierte...