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02.03.2018

Eine Studie des deutschen Büros BAL offenbart die tatsächliche Kostensituation der Milcherzeugung in Frankreich

Die Veröffentlichung einer Studie zu den Erzeugungskosten ermöglicht es, weiterzuarbeiten und die Vorschläge des Staatspräsidenten umzusetzen

(Paris, 2. März 2018) Angesichts der kritischen Lage im Milchsektor hatte der französische Staatspräsident Emmanuel Macron verkündet, der Milchpreis müsse künftig auf Grundlage der Erzeugungskosten berechnet werden. Tatsächlich wirtschaften die Milcherzeuger seit Jahren in einem Markt, der es ihnen nicht ermöglicht, ihre Kosten zu decken, da der Preis oft noch unter den reinen Selbstkosten liegt, ohne die Entlohnung des Erzeugers zu berücksichtigen, die aber für den Fortbestand des Sektors entscheidend ist.

Um die Vorschläge von Präsident Macron umsetzen zu können, ist es wichtig, über aktuelle Zahlen zu verfügen, die die tatsächlichen Kosten der Milcherzeugung in Frankreich widerspiegeln. Daher haben die französischen Milcherzeugerorganisationen APLI, OPL und France Milk Board (FMB Grand Ouest und Bassin normand) zusammen mit dem European Milk Board beim deutschen Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) eine Studie zu den Milcherzeugungskosten in Auftrag gegeben. „Das Ergebnis der heute veröffentlichten Studie ist eindeutig“, bestätigt Boris Gondouin von APLI, „wir brauchen mindestens 45,14 Cent, um die Milcherzeugungskosten zu decken, einschließlich des Einkommens des Landwirts“.

Romuald Schaber, Präsident des EMB, erklärt die Bedeutung dieser Studie: „Es ist entscheidend, über aktuelle und repräsentative Zahlen zu den Erzeugungskosten zu verfügen. Diese müssen jetzt als Grundlage für Gespräche mit der Politik und zur Berechnung des Milchpreises dienen.“ So beläuft sich de facto bei einem mittleren Milchpreis von 33,91 Cent pro Kilogramm Milch über die letzten fünf Jahre die Unterdeckung der Erzeugungskosten auf 27%. Selbst 2017 fehlten den Erzeugern trotz höherer Preise noch 10,72 Cent pro Kilo Milch, um ihre Erzeugungskosten zu decken und eine angemessene Entlohnung ihrer Arbeit zu erfahren. Im Jahr 2016 belief sich dieser Einkommensausfall sogar auf 14,31 Cent pro Kilogramm erzeugter Milch.

„Jetzt, wo wir diese Zahlen haben, kann die Arbeit weitergehen“, betont Denis Jehannin, Vizepräsident der Erzeugerdachorganisation FMB Grand Ouest. „Wir können bei den Preisverhandlungen mit der Industrie auf diese Zahlen zurückgreifen.“ Für Joseph Martin, Vertreter der OPL, geht es nun um konkrete Lösungen. „Wir fordern die Politik auf, einen angemessenen Rahmen zu schaffen, der endlich kostendeckende Preise für die Erzeuger ermöglicht. Zusammen mit den politischen Entscheidungsträgern und anderen Vertretern des Sektors müssen wir geeignete Lösungen finden, um die Zukunft des Sektors zu sichern“, fährt er fort.

 

Die Studien zu den Erzeugungskosten für andere große Milcherzeugerländer Europas sind unter folgender Adresse verfügbar:

http://www.europeanmilkboard.org/de/produktionskosten-der-milch.html

Als Krisensteuerungsinstrument schlagen der EMB und seine Mitgliedsorganisationen die Einrichtung eines Marktverantwortungsprogramms (MVP) vor, das es ermöglichen würde, Krisen rechtzeitig einzudämmen. Weitere Informationen zu diesem Thema sind unter folgender Adresse verfügbar:http://www.europeanmilkboard.org/de/special-content/marktverantwortungsprogramm.html

http://www.europeanmilkboard.org/de/special-content/marktverantwortungsprogramm.html

 

Ansprechpartner der Medien:

Boris Gondouin – Vorstandsmitglied im EMB und Sprecher der APLI (FR): +33 (0)679 620 299

Véronique le Floc'h – Präsidentin der OPL (FR): +33 (0)603 756 645

Denis Jehannin – Vizepräsident des FMB Grand Ouest: +33 (0)681 545 981

Romuald Schaber – Präsident des EMB (DE): +49 (0)160 352 4703

Silvia Däberitz – Geschäftsführerin des EMB (FR, DE, EN): +32 (0)2 808 1936


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