flag de flag gb flag fr
Impressum     European Milk Board ASBL | Rue de la Loi 155 | B-1040 Bruxelles

News Details

PDF-Icon Icon-Druck

18.02.2012

Proteste der kroatischen Milchbauern gegen Dumpingpreise der Molkerei Dukat (Lactalis)


Hamm/Zagreb, 17.02. 2012:
 Seit Jahresbeginn schwelt in Kroatien ein Konflikt zwischen den Milchbauern und der Lactalis-Molkerei Dukat, der in der vergangenen Woche eskalierte.

 

Nach der einseitigen Ankündigung der Molkerei Dukat, den Erzeugerpreis für Milch von bisher 2,67 Kuna auf 2,3 Kuna (ca. 30 Cent) pro kg Rohmilch zu senken, sind die Milcherzeuger des EMB-Mitgliedsverbands HSUPM im Januar in Verhandlungen mit der Molkerei und dem Agrarministerium getreten, die jedoch vor einigen Tagen ergebnislos beendet wurden.

 

Bereits die bisher ausbezahlten 2,67 Kuna stellen für die Milcherzeuger bei weitem keinen kostendeckenden Preis dar. Dieser liegt bei etwa 4,09 Kuna (52 Cent). Trotzdem ist die Molkerei nicht bereit, zum alten Preis zurück zu kehren, was die Erzeuger vehement einfordern. Dukat argumentiert, dass die billigen Milchimporte aus Bosnien und Serbien dazu führen, dass der Handelspreis für Milch im Supermarkt bei lediglich 3,90 Kuna (51 Cent) läge, und daher kein höherer Preis bezahlt werden könne.

 

Die etwa 14.000 Milcherzeuger in Kroatien produzieren jährlich 600 Mio. Liter Milch, womit sie jedoch lediglich 50% der nationalen Nachfrage decken können. Die übrigen 50% werden durch Importe gedeckt.

 

Besonders problematisch ist die Situation für die Milcherzeuger auch deswegen, weil der Agrarminister erst gerade die staatlichen Unterstützungszahlungen um ein Drittel gesenkt hat. Auch von dieser Seite stehen die Erzeuger also unter großem wirtschaftlichem Druck.

 

Daher sind am Donnerstag, den 7. Februar Milcherzeuger aus dem ganzen Land mit ihren Treckern zur Molkerei nach Zagreb gefahren, um dort eine Warnaktion zu veranstalten.

 

Seit vier Tagen stehen nun zwischen 50 und 100 Traktoren auf dem zentralen Parkplatz vor der Molkerei, wo sie von der Polizei zunächst eingekesselt wurden. Obgleich die Zufahrtswege zu den Produktionsstätten frei waren, nahm Dukat die angebliche Blockade zum Anlass, die Milch nicht mehr bei den Erzeugern abzuholen.

 

Doch der Protest scheint inzwischen erste Erfolge zu zeigen. Die Polizei hat ihre starke Präsenz deutlich zurückgefahren und überwacht nur mehr die Situation und Dukat hat heute früh angekündigt, die Milchfahrten wieder aufzunehmen.

 

Ein angekündigtes Gespräch mit dem Ministerium wurde inzwischen jedoch von offizieller Seite wieder abgesagt und die Situation bleibt weiterhin sehr unsicher für die kroatischen Milchbauern.

 

Das European Milk Board unterstützt die Forderung des HSUPM nach einem kostendeckenden Preis und wünscht den Milcherzeugern viel Erfolg für den Ausgang der Verhandlungen.


Weitere aktuelle Meldungen

19.12.2017

Erfolgreiches Krisenmanagement in der EU – welche Lehren lassen sich aus den letzten drei Jahren ziehen?

Einladung zur Pressekonferenz am 18. Januar 2018 auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin

06.12.2017

Geglückter Start der Fairen Milch in der Schweiz

Sehr geehrte Medienvertreter, Die Fair Milk Family wächst. Wir freuen uns, mit einer Fairen Milch aus der Schweiz ein neues Mitglied in der internationalen Familie begrüßen zu können! Am vergangenen Wochenende starteten die Milcherzeuger der EMB-Mitgliedsorganisation BIG-M mit dem Verkauf ihrer Milch. Über den positiven...

23.11.2017

Milchkrisen zukünftig vermeiden! Milcherzeugung nachhaltig sichern!

Milcherzeuger aus ganz Europa bestärken ihre Forderung nach einem gesetzlich verankerten, effizienten Instrument zur Mengenanpassung im Krisenfall

17.11.2017

Ganz richtig, Herr Macron: Milchpreise müssen Produktionskosten widerspiegeln!

Auf Tour durch Deutschland bekräftigen französische, belgische und deutsche Erzeuger Ziel der Kostendeckung in der EU

17.11.2017

Newsletter November online!

Die Frage, wo die Reise hingehen soll, beschäftigt uns Milchbauern seit einiger Zeit. Die Butterpreise sind so hoch wie noch nie und Butter wird knapp – auf der anderen Seite liegen Unmengen an Milchpulver in den Lagern der öffentlichen Intervention, die keiner haben will. Weiterlesen...

26.10.2017

Bis auf die Knochen abgemagert – auch höhere Butterpreise beenden Elend in der Milchproduktion nicht!

Aktion: Europäische Bäuerinnen und Bauern rufen Kommission auf, freiwillige Mengenreduktion in GAP zu verankern

16.10.2017

Aktuell kostet die Produktion von Milch 41 Cent/ kg in Deutschland

Trotz gesunkener Produktionskosten noch keine Kostendeckung erreicht