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07.09.2018

Irische Milchbauern stecken in der Finanzklemme

Auf irischen Milchviehbetrieben ist der September normalerweise eine Zeit, in der wir die Früchte unseres Sommers genießen und uns auf den bevorstehenden Herbst und Winter vorbereiten. Die Rechnungen aus dem Frühjahr sind dann bezahlt und die Landwirte schauen mit Stolz und einem Gefühl der Sicherheit auf hohe Ballenreihen und volle Silage-Silos.

Der lange Winter 2017/18 hatte zur Folge, dass die Kühe länger als erwartet im Stall geblieben sind, zum Teil drei Monate länger als sonst. Das Ergebnis war, dass mehr Silage eingesetzt wurde und alle Überschüsse aufgebraucht sind. Wir hatten quasi keinen Frühling und sind nahtlos zum heißesten Sommer übergegangen, den Irland seit dem Rekordjahr 1976 hatte. Die damit einhergehende Dürre hat dafür gesorgt, dass in einigen Landesteilen das Gras nicht mehr wuchs (insbesondere in den starken Milcherzeugungsregionen im Süden, Osten und den Midlands).

Selbst nachdem die nach irischen Standards intensive Hitze nachließ, waren das Graswachstum und ausreichende Regenfälle unbeständig und unregelmäßig. Viele irische Landwirte haben ein Futterdefizit von bis zu 50% für den bevorstehenden Winter und zudem hohe Rechnungen, nachdem sie im Winter zusätzliches Futter kaufen mussten. Die Liquidität ist derzeit extrem angespannt. Und obwohl sich die Bedingungen für das Graswachstum langsam wieder erholen, brauchen die irischen Milcherzeuger in diesem Herbst optimales Wetter, damit sie mehr Futter ernten und die Kühe möglichst lange draußen lassen können. Der Milchpreis liegt derzeit bei etwa 32 Cent pro Liter, aber leider sind die Kosten infolge der Trockenheit deutlich gestiegen, sodass viele Landwirte unter Druck sind und weiter bis zum Frühjahr 2019 in einer Finanzklemme bisher unbekannten Ausmaßes stecken.

Paul Smyth, Irish Creamery Milk Suppliers Association (ICMSA)


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