flag de flag gb flag fr
Impressum     European Milk Board ASBL | Rue du Commerce 124 | B-1000 Bruxelles

News Details

PDF-Icon Icon-Druck

30.03.2012

EMB fordert die Aussetzung der Milchquotenerhöhung

An die Agrarminister der Europäischen Union,

die Mitglieder der EU-Kommission und

die Mitglieder des EU-Parlaments

 

Hamm, den 30.03.2012

 

Das verabschiedete Milchpaket ist ein erster Schritt in die richtige Richtung – weitere  müssen nun folgen!

 

Sehr geehrte Frau Ministerin/sehr geehrter Herr Minister,

sehr geehrte Mitglieder der europäischen Kommission,

sehr geehrte Abgeordnete,

 

Das soeben verabschiedete Milchpaket ist ein erster Schritt hin zu einer nachhaltigen Reform des EU-Milchsektors. Dafür möchten wir uns als Vertretung der europäischen Milcherzeuger bedanken.

Mit dieser neuen Verordnung wurden einige zukunftsweisende Schritte angestoßen, die nun konsequent umgesetzt und ausgebaut werden müssen. Ansonsten werden die Maßnahmen weitgehend wirkungslos bleiben.

Positiv hervorheben möchten wir vor allem die Möglichkeit zur Bündelung der Milchbauern in Erzeugerorganisationen und die Möglichkeit zu verpflichtenden Verträgen zwischen Erzeugern und Verarbeitern, die dazu dienen können, die asymmetrischen Beziehungen zwischen den Marktteilnehmern im Milchsektor auszugleichen,  sowie das neu zu schaffende Preis-Monitoring-Werkzeug.

Wirklich greifen werden diese Maßnahmen allerdings nur, wenn sie ideal an die reale Marktsituation angepasst sind. Das bedeutet unter anderem, dass die Bündelungsmöglichkeiten auf Genossenschaftsmitglieder ausgeweitet werden müssen. Darüber hinaus muss eine EU-weite Verpflichtung zur Kontraktualisierung unter Berücksichtigung der Produktionskosten der Milcherzeuger eingeführt werden. Ansonsten können die beschlossenen Regelungen nicht dazu beitragen, die Marktposition der Milcherzeuger zu verbessern.

Das geplante Preis-Monitoring-Werkzeug sollte so bald wie möglich eingesetzt und sowohl mit der Überwachung des Milchmarktes (Preise, Angebot, Nachfrage und Produktionskosten) als auch mit effektiven Regulierungskompetenzen ausgestattet werden, um die Produktion von marktschädigenden Übermengen zu vermeiden. Eine Preisüberwachung allein reicht nicht aus. Wichtig ist es darüber hinaus, die Margen im Blick zu haben. So erhöhten sich z.B. die Preise der zur Milchproduktion benötigten Betriebsmittel von Juli 2010 auf Juli 2011 in vielen europäischen Ländern um 10-15%. Das bedeutet, dass die durchschnittlichen Kosten der Milchproduktion nunmehr weit über 40 Eurocent liegen. 

Dass sich der Milchsektor nicht selbst reguliert, kann erneut in den vergangenen Wochen und Monaten in der gesamten Union beobachtet werden. Die Märkte geraten zusehends unter Druck, was sich an massiv sinkenden Erzeugerpreisen ablesen lässt. Allein in Belgien ist der Basispreis zwischen Dezember 2011 und März 2012 von 29,84  auf 28,5 Eurocent gefallen. Einige französische Molkereien haben für April 2012 bereits eine Absenkung des Milchpreises auf 27,5 Eurocent angekündigt. Ähnliches gilt auch für die übrigen Mitgliedsstaaten.

Gleichzeitig sind die Erzeuger bisher nicht in der Lage, auf diese unübersehbaren Marktsignal adäquat zu reagieren. Die angelieferten Milchmengen erreichen nach wie vor Spitzenwerte.

Daher ist es notwendig, die 1%ige Quotenerhöhung, die zum 1. April 2012 geplant ist, vorerst auszusetzen, um die Märkte nicht zusätzlich zu belasten! Dieser Schritt ist notwendig, um eine erneute Talfahrt der Preise fürs erste abbremsen zu können.

Wir fordern Sie auf, in diese Richtung tätig  zu werden. Zur Mitte des Milchwirtschaftsjahres kann eine erneute Analyse der Marktsituation vorgenommen werden, um die Aussetzung der Quotenerhöhung zu evaluieren.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Romuald Schaber (Präsident des EMB)

 

Für eine pdf-Version des Briefs klicken Sie bitte hier

Lesen Sie auch die Pressemitteilung des BDM-Verbands zum selben Thema


Weitere aktuelle Meldungen

08.09.2015

Pressemitteilung: Ergebnis des gestrigen EU Agrarrats für Milcherzeuger sehr enttäuschend, geradezu eine Provokation

„Diese Resultate sind keine Lösung. Dafür sind wir nicht auf die Straße gegangen“

07.09.2015

Pressemitteilung: Tausende Milcherzeuger sagen JA zu einer Mengenkürzung in Krisenzeiten

Bei großer Demonstration in Brüssel Einsatz von Kriseninstrument inklusive freiwilligem Lieferverzicht gefordert

03.09.2015

Presseeinladung: Große EMB-Aktion am 7. September in Brüssel

Wütende Milcherzeuger fordern von EU-Agrarministern Ende der zerstörerischen Milchpolitik

02.09.2015

Pressemitteilung: Europäische Milchbauern geben Einzelheiten zu großer Demonstration am 7.9. bekannt

„Wir demonstrieren nicht für Subventionen, sondern für eine Mengenkürzung auf dem Milchmarkt“

02.09.2015

News aus Europa

Frankreich/ Spanien/ Italien/ Portugal Die Agrarminister der 4 Länder haben als Vorbereitung zum außerordentlichen Agrarrat am 7. 9. in Brüssel Vorschläge bezüglich des Milchsektors vorgestellt. Allerdings handelt es sich bei den Vorschlägen um zweifelhafte Maßnahmen, da damit eine Eindämmung  der Überproduktion nicht...

31.08.2015

EMB-Pressekonferenz am 2. September in Brüssel

Sehr geehrte Vertreter der Medien, im Vorfeld der großen Protestaktion der Milcherzeuger am 7. September vor dem Ratsgebäude in Brüssel, findet am 2. September eine Informations-Pressekonferenz statt.   Wir möchten Ihnen hier die Gelegenheit geben, mit Vorstandsvertretern des EMB zu den Hintergründen der...

20.08.2015

Aktuelle Proteste in Europa

Belgien:Mehr als 600 belgische Milchbauern haben gestern Nacht, 18. August, mit rund 600 Traktoren am Regionalflughafen Lüttich-Bierset mit Blockadeaktionen gegen verschiedene Unternehmen protestiert. Laut einem Bericht von Grenzecho ständen diese Unternehmen symbolisch für eine fehl geleitete, nur auf Profit ausgelegte...