flag de flag gb flag fr
Impressum | RSS     European Milk Board ASBL | Rue du Commerce 124 | B-1000 Bruxelles

News Details

PDF-Icon Icon-Druck Tip A Friend Icon

30.09.2011

PE: Milcherzeuger wollen ihre Produktion verwalten können, um keine Exportsubventionen mehr bezahlen müssen

 

Lausanne, 29. September 2011. Ab dem 1. Oktober müssen alle Milchproduzentinnen und Milchproduzenten eine Abgabe von 4 Rp./kg vermarkteter Milch bezahlen. Die Abgabe wird verwendet, um die Überschüsse an Milchfett und -pulver zu exportieren. Dieses Vorgehen steht im Widerspruch zum Prinzip der Ernährungssouveränität, denn es beinhaltet ein Dumping der Exportpreise und führt zu unlauterem Wettbewerb gegenüber unseren Bauernkolleginnen und Bauernkollegen im Ausland. Obwohl die Schweizer Produzentinnen und Produzenten diese Massnahme berappen müssen, haben sie keine Aussicht auf bessere Milchpreise, denn sie können ihr Angebot nicht selbst gemäss der Marktlage verwalten. Dieses Privileg behalten sich die industriellen Akteure vor. Die Bäuerinnen und Bauern sitzen einmal mehr in der Falle. Es ist an der Zeit, neue und fairere Handelsregeln zu entwickeln und ein nationales Organ für die Mengenlenkung in den Händen der Milchproduzentinnen und Milchproduzenten zu schaffen.

Mit den 34 Millionen Franken, die auf dem Rücken der Milchproduzentinnen und Milchproduzenten eingeheimst werden, sollen die Lagerbestände von Crémo, Hochdorf oder Emmi exportiert werden. Die exportierte Ware wird auf den Märkten unserer Kolleginnen und Kollegen im Ausland einen Preissturz verursachen, sowohl in Europa als auch in Entwicklungsländern. Unsere Exporte bedrohen die lokale Industrie dieser Länder, denn die Schweizer Milchprodukte werden zu Billigstpreisen verkauft, die nicht einmal die im Ausland geltenden Produktionskosten decken. Isolda Agazzi, Verantwortliche für das Dossier Handel bei der Alliance Sud, wiederholt eindringlich:  „Hilfsmassnahmen für den Export von landwirtschaftlichen Produkten sind das schlimmste Handelsinstrument für die Länder im Süden“.

Für die Schweizer Bauernfamilien ist diese Massnahme ein Einkommensverlust. Am Problem der Überproduktion ändert es hingegen absolut nichts. „Die Milchproduzentinnen und Milchproduzenten müssen ihre Lieferverträge beachten und mehr produzieren, um das stete Absinken der Preise zu kompensieren. Wir müssen diesen Teufelskreis durchbrechen. Zuerst müssen die landwirtschaftlichen Unternehmerinnen und Unternehmer einen kostendeckenden Preis erhalten – wie alle anderen Unternehmer auch. Anschliessend muss ein nationales Verwaltungsorgan das Preis/Mengen-Verhältnis lenken, die Verteilung der Produktion regeln und die Lieferung von Schweizer Qualitätsmilch an die Industrie garantieren“, erinnert Patrice Dubosson von der Milchkommission Uniterre.

Für Uniterre verhalten sich die industriellen Akteure verantwortungslos. Sie forcieren die Produktion, um die Preise zu senken, ihre Anschaffungskosten gering zu halten und die Investitionen zu amortisieren, obwohl dadurch Warenvorräte entstehen, die mit dem Geld der Bäuerinnen und Bauern exportiert werden müssen. Diese Situation stürzt die Milchproduzentinnen und Milchproduzenten der Schweiz zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten. Die von den Bürgerinnen und Bürgern gewünschte auch ökonomisch nachhaltige, bäuerliche und flächendeckende Milchproduktion wird so in Frage gestellt. Lässt man der Industrie freie Hand, handelt sie dem Prinzip der Ernährungssouveränität zuwider.

Diese missliche Lage erfordert, dass die Produzentinnen und Produzenten, Konsumentinnen und Konsumenten sowie die politischen Akteure schnell und richtig handeln. Die Zeit der Motionen, die „gute“ von „schlechten“ Produzenten unterscheiden, ist vorbei. Es ist an der Zeit, den Milchproduzentinnen und Milchproduzenten die Verantwortung für die Mengenlenkung zurückzugeben.

Aus diesen Gründen fordern die Unterzeichnenden dieser Medienmitteilung den Bund auf:

1.     Ein nationales Organ für eine verbindliche Mengenlenkung in den Händen der Produzentinnen und Produzenten zu schaffen, damit sie kostendeckende Preise erwirtschaften können.

2.     Die Subventionierung von Butter- und Milchpulverexporten in Entwicklungsländer zu stoppen.

 

Ansprechpersonen:

Uniterre:
Pierre-André Tombez, Präsident von Uniterre. Tel.: +41796345487 (F, ev. D)
Patrice Dubosson, Kopräsident der Milchkommission. Tel.: +41794187785 (F)

Rudi Berli, Sekretär von Uniterre. Tel.: +41787077883 (F, D)
Nicolas Bezençon, Sekretär von Uniterre. Tel.: +41795745412 (F)

Alliance Sud :
Isolda Agazzi, Verantwortliche Dossier Handel. Tel.: +41794344560 (F, I, D,A)

EMB:
Anton Sidler, Mitglied des Vorstands EMB für Frankreich, +33608261927 (F, D)
Sonja Korspeter, Sekretärin des EMB +491786021685 (F, D)

Dieses Dokument als pdf-Datei


Weitere aktuelle Meldungen

Kategorie: Press 25.09.2013

Pressemitteilung: Milchkonferenz in Brüssel - Europäische Milchbauern legen wissenschaftlich fundierte Vorschläge für den EU-Milchmarkt nach 2015 vor

(Brüssel, 25.09.2013) Rund 450 Vertreter aus allen Bereichen des Milchsektors sowie der europäischen Institutionen sind gestern bei einer Konferenz in Brüssel zusammengekommen, um sich über die Zukunft der EU-Milchmärkte nach dem Auslaufen der Milchquoten 2015 auszutauschen. Die EU-Kommission hat zu diesem Anlass die Ergebnisse...

Kategorie: Press, Positions 02.09.2013

Pressemitteilung: Was braucht der Milchmarkt nach 2015?

Heutige Konferenz der EU-Kommission muss richtige Weichen stellen!

(Brüssel, 24.09.2013) Nur sehr unzureichend ist der Milchmarkt auf die Situation nach 2015 vorbereitet. Die heutige Konferenz der EU-Kommission in Brüssel bietet die Chance, mit neuen, realitätsnahen Vorschlägen dem Milchmarkt und seinen Akteuren auch nach...

Kategorie: Press 19.09.2013

Presseeinladung: Was bringt die Milchkonferenz am 24. September für die Entwicklung des EU-Milchsektors nach 2015?

Milchbauern des EMB laden im Vorfeld und im Anschluss an die Konferenz zum Pressegespräch

 

Sehr geehrte Vertreter der Medien,

am 24. September findet die von der EU-Kommission veranstaltete Konferenz „Der EU Milchsektor: Entwicklungen nach 2015“ statt. Das European Milk Board (EMB) ist als Redner geladen und wird die vom...

Kategorie: Press 02.09.2013

Pressemitteilung: Ein chronischer Fall - Milchpreise decken Kosten bei weitem nicht

Die aktuellen Zahlen zur Milchproduktion zeigen weiter eine deutliche Unterdeckung der Erzeugungskosten. Die Lage am Markt bleibt gespannt.

(Hamm, 2.09.2013) Mit 43,03 Cent je Kilogramm Milch lagen die Kosten der Milcherzeugung auch im April weiterhin deutlich über dem durchschnittlichen Preis von 35,25 Cent je Kilogramm...

Kategorie: Press 20.06.2013

Pressemitteilung: Ausschuss der Regionen teilt massive Bedenken der europäischen Milchbauern zur Milchmarktliberalisierung

Der Ausschuss der Regionen (AdR) hat sich in einer Stellungnahme vom 30. Mai 2013 zum Auslaufen der Milchquoten 2015 in Europa geäußert. Der AdR unterstützt in Grundsatzfragen die Positionen des European Milk Board (EMB) und spricht sich für Regulierungsinstrumente im Milchmarkt aus.

(Brüssel, 18.6.2013) Der AdR hält in...

Sie sehen Artikel 26 bis 30 von 350

< Vorherige

1

2

3

4

5

6

7

Nächste >