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16.09.2011
Presseerklärung: Faire Verträge statt Abhängigkeit
Auf der Landwirtschaftsmesse SPACE hat das France MilkBoard einen Mustervertrag mit fairen Bedingungen für die französischen Milcherzeuger präsentiert
Das Gesetz zur Modernisierung der Landwirtschaft (LMA) von 2010 verpflichtet die französischen Molkereien, ihren Bauern Lieferverträge für Rohmilch vorzulegen. Um die Rechte der Milcherzeuger gegenüber den unakzeptablen Angeboten der Molkereien zu stärken, hat das France MilkBoard (FMB) nun einen fairen Mustervertrag vorgelegt und an Agrarminister LeMaire übergeben.
Brüssel/Hamm, 16. September 2011: Die Situation im französischen Milchsektor ist problematisch: Das Gesetz zur Modernisierung der Landwirtschaft verlangt von den französischen Privatmolkereien erstmals, den Milcherzeugern Lieferverträge vorzulegen. Dies sollte – so die Intention des Gesetzes – die Position der Bauern gegenüber der verarbeitenden Industrie verbessern. Die Verträge, welche die Molkereien nun vorgelegt haben, sind jedoch so inakzeptabel, dass bis zum heutigen Tag lediglich 5% der französischen Bauern unterschrieben haben. Die Verträge der Milchindustrie enthalten keine konkreten Preise, behalten die Festlegung der Liefervolumen allein den Verarbeitern vor und erlauben den Erzeugern keine echte Bündelung zur Stärkung ihrer Verhandlungsmacht. Kurz, statt faire Bedingungen zwischen gleichberechtigten Handelspartnern zu schaffen, institutionalisieren sie die Abhängigkeit der Erzeuger von den Molkereien.
Als Reaktion auf diese unhaltbaren Vorschläge stellte die Erzeugerorganisation France MilkBoard am 13. September auf der Landwirtschaftsmesse SPACE (Salon International de l'Élévage) in Rennes (Frankreich) ihren eigenen Mustervertrag vor. Im Anschluss daran übergab Paul de Montvalon, Vorsitzender des FMB das Papier direkt an Agrarminister Bruno LeMaire.
Im Gegensatz zu den Molkerei-Verträgen dient der Mustervertrag des France MilkBoard tatsächlich dazu, die Rechte der Milcherzeuger zu stärken. Die Erzeuger, die den Vertrag unterschreiben, übertragen dem FMB ihr Verhandlungsmandat gegenüber ihrer Molkerei. Somit können die Erzeuger ihrer Stimme Gehör verschaffen. Der Vertrag würde für die Dauer von fünf Jahren geschlossen. Er definiert das Liefervolumen und setzt einen Milchpreis auf Basis der realen Produktionskosten fest, die jährlich von einer unabhängigen Kommission überprüft werden. Aktuell beträgt dieser Preis 41,2 Eurocent pro Liter Rohmilch.
Das European Milk Board begrüßt die Initiative der FMB ausdrücklich. Erzeugerpreise auf Grundlage der Produktionskosten sind eine gute finanzielle Basis für die milcherzeugenden Landwirte.
Zusätzlich wird jedoch auf lange Sicht eine unabhängige Markt-Monitoringstelle auf europäischer Ebene benötigt, um eine sinnvolle Regulierung des Milchmarkts zu gewährleisten und zukünftige Krisen verhindern zu können.
Kontakt: EMB-Pressesprecherin : Silvia Däberitz (DE, EN, ES): 0049 2381 4361 200
- Dateien:
11_09_16_Press_release_EMB_EN.pdf
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