News Details
15.07.2011
ARC Pressemitteilung: ARC2020 ruft europäische Entscheidungsträger zu mutigem Einsatz auf - für weitsichtige Veränderungen der Agrar- undNahrungsmittelpolitik und der Politik für die ländlichen Räume
Brüssel, 14.7.2011: ARC2020, das Bündnis von Organisationen der Zivilgesellschaft aus ganz Europa hat Entscheidungsträger mit Nachdruck aufgefordert, bei der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik Mut zu beweisen. Bei ihrer Konferenz am 13. Juli im Gebäude des Wirtschafts- und Sozialausschusses in Brüssel, diskutierten die ARC-Organisationen die Perspektiven der GAP Reform mit Kommissar Dacian Ciolos, mit dem Vorsitzenden des Ministerrates Marek Sawicki und dem Berichterstatter des Europäischen Parlamentes Albert Dess.
Mit Bezug auf die „Mitteilung der Zivilgesellschaft an die Europäischen Institutionen“, die ARC2020 am 19. November letzten Jahres parallel zu der Mitteilung der Europäischen Kommission veröffentlicht hat, sagte ARC-Sprecher Arie van den Brand:
"Wir denken, dass unsere Stimme gehört wurde seit Beginn der Anhörung der Zivilgesellschaft im letzten Jahr – zumindest, dass wir uns einig darüber sind, welchen Herausforderungen wir uns stellen müssen und welche tiefgreifenden Veränderungen nötig sind, um auf Klimawandel, Verlust von Artenvielfalt sowie dramatische soziale Ungleichheiten in den Regionen Europas und weltweit zu reagieren. Die europäischen Entscheidungsträger müssen sich jetzt entschieden für einen weitsichtigen politischen Wandel einsetzen. Die neue GAP muss sich mit der Frage auseinandersetzen, wie wirklich nachhaltige Landwirtschafts- und Nahrungssysteme eingeführt werden können, wie Märkte besser funktionieren, so dass sie Landwirten ein faires Einkommen und Verbrauchern gesunde Nahrung bieten. Wir brauchen einen wirklichen Paradigmenwechsel, der die derzeitige nicht nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen beendet, eine Landwirtschaft auf Grundlage von Solarenergie fördert, die Nutzung von Land für die Produktion von Futtermitteln in Übersee vermindert, um alle Menschen langfristig ausreichend mit Nahrung versorgen zu können. Darüber hinaus brauchen wir eine Renaissance der ländlichen Räume durch eine spezifische und integrative Politik der ländlichen Räume, welche „local governance“ und Innovationen in allen Regionen Europas stärkt“.
Bei der ARC Konferenz sprach Jim Harkness vom US Institute for Trade and Development Policy (IATP) über das Potential von transatlantischen und globalen Bündnissen für den Aufbau nachhaltiger Nahrungssysteme. Tim Lang, Professor für Ernährungspolitik an der City University London, wies darauf hin, dass die Debatte über die offensichtliche Verbindung zwischen Landwirtschaft, dem was und wie wir konsumieren und der Gesundheit der Menschen bei der Diskussion über die GAP noch nicht ausreichend behandelt wurde. Erik Mathijs – Professor und Leiter des Fachbereichs Agrar- und Nahrungsökonomie der K.U. Löwen, zeigte Möglichkeiten auf, sich vom „Diskurs des Produktivismus“ weg, hin zu einem „Diskurs der Genügsamkeit“ bei Landwirtschaft und Nahrungsmittel-konsum zu bewegen.
Die anwesenden ARC-Organisationen fühlten sich ermutigt durch die abschließenden Worte von Kommissar Ciolos, der sagte, dass das ARC Bündnis nicht glauben sollte, dass die Arbeit mit einer „Mitteilung der Zivilgesellschaft an die Europäischen Institutionen“ getan sei: „In der Tat möchte ich Ihren Appetit wecken auf den kontinuierlichen, konstruktiven Dialog, den es brauchen wird, wenn die Kommission ihre Gesetzesvorschläge zur GAP Reform im Oktober dieses Jahres veröffentlicht haben wird.“
Hinweise für die Redaktion:
ARC, die Agricultural and Rural Convention 2020, wurde im Frühjahr 2010 gegründet. Es handelt sich dabei um eine Plattform für engagierte Bürgerinnen und Bürger und ihre Organisationen, die sich für eine nachhaltige Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik und der Politik der ländlichen Räume der Europäischen Union einsetzen. Eine Vielzahl von Organisationen der Zivilgesellschaft auf europäischer, nationaler, regionaler und lokaler Ebene engagiert sich bei dieser Plattform. Sie vertreten eine große Bandbreite an Interessen, u.a. Menschenrechte, Interessen von Bauern, Verbrauchern, ländliche Gemeinschaften, Umweltschutz, Kulturerbe, Tierschutz, Gesundheit, biologische Nahrungsmittel und viele andere.
Weitere Informationen zu ARC erhalten Sie auf unserer Website www.arc2020.eu Darüber hinaus können Sie sich auch an Grischa Hadjamu wenden: contact@arc2020.eu oder +32 2 549 55 37.
Kontakt European Milk Board (EMB):
Romuald Schaber (DE): 0049/160 3524703
Sieta van Keimpema (EN, NL): 0031/612168000
Klicken Sie hier für eine pdf-Datei der Pressemitteilung.
Weitere aktuelle Meldungen
EMB Newsletter August online
Liebe Milchbäuerinnen und Milchbauern, liebe Interessierte,
um es gleich auf den Punkt zu bringen: Wir Milchbauern in Europa können stolz auf uns sein. Stolz auf unsere dörflichen Gemeinschaften, stolz auf unsere bäuerliche Landwirtschaft, stolz auf unsere Leistungen als Bauern für die moderne Gesellschaft und damit vor allem...
Milchbauernprotest in Großbritannien hat volle Unterstützung der Kollegen in Europa
Milchbauern in Großbritannien blockieren Molkereien, um gegen aktuelle Kürzungen bei den Milchpreisen zu demonstrieren. Das European Milk Board unterstützt diese Aktion sowie die Forderungen der britischen Milchbauern ohne Einschränkungen.
weiter lesen...
Milchbauerndemonstration in Brüssel: Die Milch läuft über – die Preise stürzen ab!
Die Überproduktion auf den europäischen Milchmärkten führt zu einem drastischen Verfall der Milchpreise und direkt in die nächste Milchkrise. Dagegen demonstrieren die europäischen Milchbauern des European Milk Board heute in Brüssel vor dem Europäischen Parlament.
weiter lesen...
Photos
EMB Newsletter Juli online
Liebe Milchbäuerinnen und Milchbauern, liebe Interessierte,
die Krise ist im europäischen Milchmarkt ist zurück. Das ist die Situation wie wir sie derzeit alle am eigenen Leibe und mit einem Blick zu den Höfen der Nachbarn erleben. Wie lange die Krise dauern und wann der Tiefpunkt beim Preisverfall erreicht sein wird ist mehr...
EMB Newsletter Juni online
Liebe Milchbäuerinnen und Milchbauern, liebe Interessierte,
Unter den irischen Milcherzeugern wächst die Sorge angesichts der Richtung, in die sich der Milchpreis 2012 entwickelt. Die meisten Milchverarbeiter haben für April den Milchpreis um 3 Cent pro Liter gesenkt und kündigen weitere Kürzungen für die nächsten Monate an....
