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16.01.2018

Milchproduktionskosten in Deutschland zu 98% gedeckt

Preisschere droht 2018 wieder auseinanderzuklaffen

(Brüssel, 16.01.2018) Das vierte Quartal 2017 ging für die deutschen Milcherzeuger vielversprechend zu Ende. Erstmals seit Berechnung der Milcherzeugungskosten näherten sich die Produktionskosten einer Kostendeckung an. Deutschlands Milcherzeuger erhielten im Oktober 2017 durchschnittlich 40,35 Cent/kg Milch und hatten bei Produktionskosten in der Höhe von 41,3 Cent eine Unterdeckung von „nur“ 2%.

Die Kostenstudie des Büros für Agrarsoziologie & Landwirtschaft (BAL) zeigt klar auf, dass sich die Preisschere im Verlauf des Jahres 2017 sukzessive geschlossen hat. Die Preis-Kosten-Ratio, welche die Deckung der Produktionskosten durch den Milchpreis anzeigt, weist für Oktober 2017einen Wert von 0,98 aus.

„Schön wäre, wenn der Trend sich fortsetzen würde und wir Milcherzeuger in diesem Jahr schwarze Zahlen schreiben könnten“, postuliert Romuald Schaber, Vorsitzender des EMB seine Wünsche für das Jahr 2018. „Die Zeichen stehen allerdings auf Produktionswachstum - die Milchpreise brechen schon wieder ein“. Die Wirkung des freiwilligen Lieferverzichts durch das Mengenreduktionsprogramm sei nun verpufft und erste Molkereien kürzen bereits die Auszahlungspreise. Berichte aus anderen Ländern bestätigen diese Tendenz. Belgische Milcherzeuger mussten schon im November des Vorjahres eine Preisreduktion von 1-2 Cent/kg Milch hinnehmen.

„Umso wichtiger wäre es, dass die Gemeinsame Agrarpolitik jetzt ein Kriseninstrument verankert, um den Milchmarkt langfristig zu stabilisieren“, betont Schaber. Mit dem EMB-Marktverantwortungsprogramm, das bei Marktturbulenzen automatisch Maßnahmen wie beispielsweise einen freiwilligen Lieferverzicht schaltet, könnte die EU endlich die chronische Krise am Milchmarkt in den Griff bekommen.

 

Hintergrund:

Die gemeinsam von European Milk Board (EMB) und MEG Milch Board beim Büro für Agrarsoziologie & Landwirtschaft (BAL) in Auftrag gegebene Kostenstudie berechnet die deutschlandweiten Erzeugungskosten der Milch. Sie basiert zum einen auf Daten des InformationsNetzes Landwirtschaftlicher Buchführungen der Europäischen Kommission (INLB), nutzt zu deren Aktualisierung zudem Preisindizes für landwirtschaftliche Betriebsmittel wie Futter, Dünger, Saatgut und Energie vom Statistischen Bundesamt und greift auf einen Einkommensansatz zurück, der die Arbeitsleistung der Betriebsleiter und Familienangehörigen kalkuliert.

Vierteljährlich wird zudem eine Preis-Kosten-Ratio veröffentlicht. Diese zeigt das Verhältnis zwischen den amtlich erfassten Rohmilchpreisen an die Erzeuger und den Milcherzeugungskosten.

Datenblatt herunterladen

Mehr Informationen über die europäische Kostenstudie

 

Kontakte:

EMB-Präsident Romuald Schaber (DE): +49 (0)160 352 4703
EMB-Geschäftsführung Silvia Däberitz (DE, EN, FR): +32 (0)2 808 1936


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