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05.03.2018

Verkauf von Interventions-Milchpulver zu Niedrigstpreisen

Europäischer Milcherzeugerdachverband kritisiert Verschleuderung

(Brüssel, 5. März 2018) Die EU-Kommission hat Ende Februar über 4.300 Tonnen Magermilchpulver zu einem festgelegten Minimumpreis von 110 €/100 kg verkauft. Dieser bis jetzt niedrigste Verkaufspreis seit Beginn der Ausschreibungen löst harsche Kritik unter den europäischen Milcherzeugern aus.

Der aktuelle Verkauf zu 110 €/100 kg konterkariert klar die Forderung des European Milk Board, Interventionsbestände marktunschädlich abzubauen und Magermilchpulver nicht unter Wert zu verkaufen. Mit insgesamt 4.337 Tonnen wurde bei der letzten Ausschreibung die bisher höchste Menge an Magermilchpulver abgestoßen. Insgesamt wurden seit Dezember 2016 in 17 Ausschreibungsrunden 6.421 Tonnen MMP verkauft. Nach wie vor lagern rund 380.000 Tonnen in der europäischen Intervention. Der aktuelle Marktpreis für Magermilchpulver ist auf 137 €/100 kg gesunken.

„Leider wurde das Pulver nicht verkauft, sondern regelrecht verschleudert - der Preis ist ein Skandal“, zeigt sich der Präsident des European Milk Board, Romuald Schaber, über die Vorgehensweise der EU-Kommission empört. „Man bekommt den Eindruck, dass der Agrarkommissar versucht, ohne nach rechts und links zu schauen, die Lagerbestände loszuwerden.“ Das Verschleudern von Milchpulver in der aktuellen Marktsituation sei brandgefährlich und verschärfe die Bedingungen für die Milcherzeuger, so die Meinung des EMB-Präsidenten. „Schon der im Dezember 2016 fixierte Minimumpreis von 215,10 €/100 kg entspricht nicht dem eigentlichen Produktionswert“, so Schaber weiter. „Mit der kontinuierlichen Absenkung des Verkaufspreises auf nun 110 € setzt die Politik weiterhin die falschen Signale.“

Die Milchpreise zeigen nach einer kurzen Erholungsphase bereits wieder einen Abwärtstrend. Deutsche und belgische Milchbauern berichten von rund 4 - 10  Cent Preisrückgang in den vergangenen Wochen. Mit der sich abzeichnenden Produktionssteigerung der nächsten Monate steuern Europas Milcherzeuger sehenden Auges der nächsten Krise entgegen.

Sieta van Keimpema, Milchproduzentin aus den Niederlanden und Vizepräsidentin des EMB, zeigt sich pragmatisch. „Agrarkommissar Hogan hat uns Milcherzeugern zugesichert, dass das Instrument des freiwilligen Lieferverzichts auf EU-Ebene weiterhin zur Verfügung steht. Herr Kommissar, JETZT wäre der Zeitpunkt, ihre Zusage umzusetzen und ein erneutes Mengenreduktionsprogramm inklusive Deckelung der Produktionsmengen, wie wir es in unserem Marktverantwortungsprogramm vorschlagen, einzuführen!“

Für das EMB zeigt sich deutlich, dass die Intervention bei chronischen Instabilitäten nicht wirksam ist und die Preise später beim Verkauf nach unten drückt und so einer Markterholung entgegenwirkt. Die Produktion muss stattdessen durch Mengenreduktion an den Markt angepasst werden.

 

Kontakte:

EMB-Präsident Romuald Schaber (DE): +49 (0)160 352 4703
EMB-Vizepräsidentin Sieta van Keimpema (DE, NL, EN): +31 (0)6 12 16 80 00
EMB-Geschäftsführung Silvia Däberitz (DE, EN, FR): +32 (0)2808 1936


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