flag de flag gb flag fr
Impressum     European Milk Board ASBL | Rue de la Loi 155 | B-1040 Bruxelles

News Details

PDF-Icon Icon-Druck

21.10.2016

44 Cent kostet die Produktion eines Kilogramms Milch in Luxemburg

Europäische Kostenstudie auf Benelux-Staat ausgeweitet

Brüssel, 21.10.2016: Auch in Luxemburg dümpelt der Milchpreis seit Langem auf einem schmerzhaften Tief, während die Kosten der Produktion wie auch im Rest Europas weit darüber liegen. In einer Erweiterung der Europäischen Kostenstudie um das Land Luxemburg hat das Büro für Agrarsoziologie (BAL) für den Benelux-Staat einen Produktionsaufwand von 44 Cent für das Jahr 2015 berechnet. Der durchschnittliche Milchpreis betrug für den gleichen Zeitraum jedoch nur 28,73 Cent. In einer Zusammenfassung der Studie heißt es dazu: „In nur sechs Jahren steigerten sich die Milcherzeugungskosten für ein Kilogramm Milch fast um 6 Cent. Im Durchschnitt sind die Erzeugungskosten 2015 zu 35 % nicht gedeckt.“

Für die luxemburgische Milcherzeugerorganisation LDB, die die Kostenkalkulation beim BAL in Auftrag gegeben hat, ist die Teilnahme des eigenen Landes bei der Kostenstudie ein wichtiger Schritt. So könne die Situation der einheimischen Milchproduzenten realistisch und mit Fakten unterfüttert abgebildet werden. Nur mit diesen Informationen ließe sich auch eine angemessene Strategie in der Milchpolitik eingeschlagen.

Wie prekär die Realität im luxemburgischen Milchsektor ist und dass auch hier ein Richtungswechsel in der Politik notwendig wäre, zeigt bereits der Rückblick. Mittels einer Preis-Kostenratio hat die Studie die Kostendeckung der letzten sechs Jahre untersucht. In insgesamt vier Jahren war der Preis um mindestens 28 Prozent niedriger als der Produktionsaufwand. Zu den Gründen äußert man sich in der Studie folgendermaßen: „Verantwortlich dafür waren einmal als Spätfolge der Milchpreiskrise ab 2008 die bis in das Jahr 2010 hinein nur moderat wieder angestiegenen Milchauszahlungspreise. Für das Jahr 2012 ergab sich eine weitere „kleine Milchkrise“, weil es gleichzeitig zu recht mäßigen Auszahlungspreisen immense Kostensteigerungen durch angestiegene Betriebsmittelpreise gab.“

Die ländlichen Regionen haben auch in Luxemburg eine wichtige Bedeutung für die ökonomische und soziale Entwicklung des Landes. Ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor kann die Milcherzeugung für diese Regionen aber nur sein, wenn die Kosten der Produktion gedeckt sind. Ein Milchpreis, der hoch genug ist, das zu gewährleisten kann nur auf einem ausgeglichenen Markt mit ausgeglichenen Mengen erreicht werden. Luxemburg ist als Teil der EU auch von deren Milchpolitik abhängig. Schafft es die Union nicht sehr bald, die Überproduktion erfolgreich einzudämmen, werden auch die luxemburgischen Milchproduzenten kaum Überlebenschancen haben. Sie werden aufgeben müssen  - so wie auch viele ihrer Kollegen im Rest Europas.

 

Kontakte:

LDB-Präsident Guy Diderrich (LU, FR, DE): +352 621 186 588
EMB-Präsident Romuald Schaber (DE): +49 (0)160 352 4703
EMB-Pressestelle Silvia Däberitz (DE, EN, FR): +32 (0) 2808 1936

Pressemitteilung herunterladen (PDF)

Kurzversion der Studie lesen

Studie lesen


Weitere aktuelle Meldungen

06.10.2017

Newsletter Oktober online!

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt und als irischer und europäischer Landwirt geht mir ständig der alte chinesische Segensspruch bzw. Fluch durch den Sinn: „Mögest du in interessanten Zeiten leben“. Weiterlesen...

25.09.2017

EMB Stellenangebot: 75 % - Stelle Office Management / Öffentlichkeitsarbeit

Wir suchen eine Person zur Verstärkung unseres Teams und freuen uns über Ihre aussagekräftige Bewerbung.   Zu Ihren Aufgaben gehören: -       Kommunikation mit den Mitgliedsorganisationen sowie politischen Institutionen und der Presse / Koordination von...

08.09.2017

Newsletter September online!

Die Preise steigen, den Milchbauern geht es wieder gut - Das ist der Tenor der Meldungen, die in der europäischen Presse derzeit verbreitet werden. Weiterlesen...

02.09.2017

Belgischer Milchpreis deckt nur 65 Prozent der Produktionskosten

(Brüssel/Battice, 02.09.2017): Eine aktuelle Kostenstudie zeigt, dass die Milcherzeugungskosten in Belgien im Jahr 2016 bei 41,37 Cent/kg lagen. Dem stehen gesunkene Milchauszahlungspreise von 26,70 Cent gegenüber, wodurch im Jahr 2016 nur 65% der Produktionskosten abgedeckt wurden. Die Studie, die gemeinsam vom European Milk...

31.08.2017

European Milk Board (EMB) stellt Impulspapier zur GAP-Reform vor

Papier enthält wichtige Vorschläge für Agrarministertreffen in Tallinn

25.08.2017

Milchpulveraktion in Deutschland: „Marktverantwortung statt Pulver-Irrsinn“

Die Milchviehhalter des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) wollen in den kommenden Wochen mehrere „Milchpulver-Aktionen“ in unterschiedlichen Bundesländern unter dem Motto „Marktverantwortung statt Pulver-Irrsinn“ durchführen. Am 25. August hat der BDM seine „Milch(ver-)pulver-Aktionen“ eingeläutet. Startpunkt war...

23.08.2017

Studie „Marktreview Milch“: Milchindustrie konnte zusätzliche Milchmengen nicht adäquat vermarkten

Ausgangspunkt der Studie waren die heftig abgestürzten Milchauszahlungspreise in Deutschland in den Jahren der letzten Milchkrise 2015 und 2016 sowie die Frage, ob das marktbedingt erforderlich war. In anderen EU-Ländern waren die Preise nicht ganz so tief gesunken. Im Auftrag der Erzeugerorganisation MEG Milch Board hat das...