flag de flag gb flag fr
Impressum     European Milk Board ASBL | Rue de la Loi 155 | B-1040 Bruxelles

News Details

PDF-Icon Icon-Druck

17.10.2016

45 Cent Produktionskosten für ein Kilogramm Milch

Aktuelle Zahlen für Deutschland unterstreichen Notwendigkeit für reguläres Kriseninstrument

Brüssel 17.10.2016: Mit der Bereitstellung aktueller und repräsentativer Kostenzahlen leistet das Büro für Agrarsoziologie (BAL) einen wichtigen Beitrag zur Transparenz im Milchsektor. Für Juli 2016 errechnete das wissenschaftliche Büro einen durchschnittlichen Aufwand von 45,05 Cent für die Produktion eines Kilogramms Milch in Deutschland. Für den gleichen Zeitraum wurde den Erzeugern ein Preis von 24,40 Cent ausbezahlt. Das bedeutet ein Defizit von über 20 Cent bzw. eine Kostendeckung von nur 54 Prozent durch den Milchpreis.

Auch in den anderen europäischen Ländern kämpft man mit niedrigen Preisen. So werden in Belgien 26,50, in den Niederlanden 26,25 und in Frankreich aktuell 30 Cent für das Kilogramm Milch an die Produzenten gezahlt.

Unterdeckung durch chronische Überproduktion

Wie die Kalkulationen in mehreren europäischen Ländern seit Jahren zeigen, liegen die Kosten flächendeckend und regelmäßig über der 40-Cent-Marke – die Preise jedoch mit der gleichen Regelmäßigkeit weit darunter. Diese systematische Unterdeckung ist auf Übermengen am Milchmarkt zurückzuführen. Vor dem Ende der Quotenregelung waren diese durch das Anheben der Produktionsquoten trotz geringerer Nachfrage verursacht worden.

Nach dem Quotenende sorgte das Fehlen eines wirksamen Kriseninstruments für ein weiteres Ansteigen der Überproduktion.

Freiwilliger Lieferverzicht macht kollektive Marktreaktion möglich

Seit diesem September existiert mit dem freiwilligen Lieferverzicht auf EU-Ebene nun erstmalig ein Instrument, das gegen die Überproduktion arbeitet. Wie die hohe Beteiligung in ganz Europa zeigt, wird die Möglichkeit, gegen einen finanziellen Ausgleich weniger zu produzieren, von den Produzenten stark genutzt. Ein Zeichen in doppelter Hinsicht: Die Preise sind so tief, dass die Erzeuger selbst bei einer Entschädigung von nur 14 Cent je nicht produziertem Liter diesen Strohhalm ergreifen. Zum anderen wird deutlich, dass wirksame Anreize für kollektive Marktreaktionen der Erzeuger von der EU-Politik gesetzt werden können. Ein Streifen am Horizont. Denn damit wurde offensichtlich, dass es durchaus Wege aus einer Krise geben kann. Dieser Hoffnungsstreifen war zuvor schon sehr verblasst angesichts der Unwirksamkeit der Intervention und des 500-Millionen-Hilfspakets, die eben nicht an der Produktionsmenge angesetzt hatten.

Es ist unabdingbar, dass das Prinzip der Mengenrückführung nun auch in einem regulären Kriseninstrument Eingang findet. Das Marktverantwortungsprogramm (MVP) des EMB beinhaltet diesen Ansatz. Für die GAP muss ein Instrument geschaffen werden, das dauerhaft gegen Krisen arbeitet und Überproduktionen vermeidet. Denn es haben alle Akteure klar gesehen, dass Krisen sonst nicht kontrollierbar sind. Das wissen Politik, Molkereiindustrie und natürlich vor allen Dingen die Milcherzeuger: Das starke Defizit, das die Kostenstudien den Milchbauern schon seit Jahren bescheinigen und das aktuell bereits 46 Prozent beträgt, darf für sie kein Dauerzustand bleiben.

 

Kontakte:

EMB-Präsident Romuald Schaber (DE): +49 (0)160 352 4703
EMB-Pressestelle Silvia Däberitz (DE, EN, FR): +32 (0)2808 1936

Pressemitteilung herunterladen (PDF)


Weitere aktuelle Meldungen

12.01.2017

Presseeinladung: Starke Milchpulver-Aktion der Milchbauern am 23. Januar 2017 in Brüssel

Milchpulverberge aus Intervention bedrohen Milchpreis - reguläres Kriseninstrument jetzt!!

Kategorie: Press 13.12.2016

News aus Brüssel

Konferenz zur Zukunft der Landwirtschaft - Agricultural Outlook Conference (6.-7. Dezember 2016) Laut GD AGRI werden die Milchpreise in der EU bis 2018 voraussichtlich nicht über 32 Cent steigen, da die Erholung der Preise durch die auf den Markt gebrachten Bestände von Magermilchpulver (MMP) begrenzt wird. Es wird laut...

08.12.2016

Newsletter Dezember online!

Neues aus Frankreich: Auf das Massaker folgt die Beerdigung! Die französische Landwirtschaft, die bis zum Hals in der Krise steckt, kommt in den Genuss eines neuerlichen Hilfsplans. Xavier Beulin, Geschäftsmann in der Nahrungsmittelwirtschaft und berühmt-berüchtigter Vertreter des Bauernverbands, ist es gelungen, in...

Kategorie: Press 01.12.2016

News aus Brüssel

Krisenreserve: 435 Mio. Euro für europäische Landwirte Europäische Landwirte, die Direktbeihilfen von der EU erhalten, bekommen ab 1. Dezember 2016 zusätzliche 435 Mio. Euro Unterstützung. Das Geld stammt aus der landwirtschaftlichen Krisenreserve, in der seit 2013 jährlich Geld aus dem Budget für Direktbeihilfen...

10.11.2016

Für den perfekten Geburtstag fehlt jetzt noch ein Kriseninstrument

EMB feiert 10-jähriges Bestehen/ Die Milcherzeugerbewegung fordert reguläres Kriseninstrument für Milchsektor

21.10.2016

44 Cent kostet die Produktion eines Kilogramms Milch in Luxemburg

Europäische Kostenstudie auf Benelux-Staat ausgeweitet

17.10.2016

45 Cent Produktionskosten für ein Kilogramm Milch

Aktuelle Zahlen für Deutschland unterstreichen Notwendigkeit für reguläres Kriseninstrument