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12.07.2017

Niedersächsischer Landwirtschaftsminister Christian Meyer erhält „Goldene Faironika“ des European Milk Board

Auszeichnung für Verdienste in der Milchpolitik und den „unermüdlichen Einsatz für die Milchbauern“ – Minister Meyer: Wir müssen weiter für auskömmliche Preise kämpfen

HANNOVER. Für seine Verdienste in der Milchpolitik und sein Engagement für höhere und faire Milchpreise hat das European Milk Board (EMB), der Dachverband der europäischen Milchbauernverbände, Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer mit der „Goldenen Faironika“ ausgezeichnet. „Die Milchkrise ist noch lange nicht ausgestanden“, sagte der Minister am (heutigen) Dienstag bei der Übergabe des Preises. „Es braucht endlich wirksame Kriseninstrumente auf europäischer Ebene, sonst kommen die nächste Niedrigpreisphase und das nächste Höfesterben so sicher wie das Amen in der Kirche.“ Meyer war sich mit den Vertretern des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) darin einig, dass die Erzeugerpreise noch immer nicht zufriedenstellend seien.
 
Das EMB hatte dem Minister kürzlich bei einer Veranstaltung unter der Schirmherrschaft von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer den Preis in der Kategorie „Politik national“ verliehen und ihm für seinen unermüdlichen Einsatz für die Milchbauern in Deutschland und Europa gedankt. Wegen einer Landtagssitzung konnte der Minister nicht persönlich an der Verleihung in Würzburg teilnehmen. Johanna Böse-Hartje, Landesvorsitzende des BDM und Milchbäuerin aus Thedinghausen, hat dem Minister die „Goldene Faironika“ daher nun persönlich überreicht. „Minister Meyer hatte schon zu Oppositionszeiten als grüner Politiker immer ein offenes Ohr für die Belange der Milchbauern“, sagte Böse-Hartje. „Selbst konservative Milchbauern würdigen die Hartnäckigkeit, mit der er für kostendeckende Milchpreise und damit für die Zukunft der bäuerlichen Betriebe streitet.“
 
Christian Meyer habe „von Anfang an eine klare Linie in der Milchpolitik vertreten und behielt sie auch als Minister bei“, so Böse-Hartje in ihrer Würdigung des Preisträgers. „Er hat immer klar gemacht, dass ein fairer, kostendeckender Preis für die Zukunft eines Betriebes ungleich wichtiger ist als unbegrenztes Wachstum. Denn gerade Familienbetriebe sind für die Lebendigkeit der ländlichen Räume unverzichtbar. Gegen alle Widerstände war der niedersächsische Minister einer der ersten, der sich auch während der Milchkrise deutlich und vorbehaltlos für die Installierung eines wirksamen Milchmarkt-Krisenmanagements einsetzte. Er hat stets betont, dass grundsätzlich nicht mehr Milch produziert werden darf als nachgefragt wird. Denn wir brauchen eine Anpassung des Angebotes zumindest in Krisenzeiten.“
 
Meyer erinnerte an den einstimmigen Beschluss aller Agrarministerinnen und Agrarminister im vergangenen Jahr für das Milchmarktprogramm des EMB: „Leider haben der Bundesminister und auch der EU-Kommissar diese marktwirtschaftliche Lösung für europaweit höhere Erzeugerpreise ignoriert und stattdessen neue Subventionen für Übermengen ausgeschüttet.“
Ottmar Ilchmann, Milchbauer aus Ostfriesland und Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), forderte den Minister auf, weiterhin für faire Lieferbeziehungen zwischen Milchbauern, Molkereien und dem Handel einzutreten. Die Förderung von bäuerlichen Erzeugergemeinschaften sei ein erster Schritt, jetzt müssten aber auch die Forderungen des Bundeskartellamtes umgesetzt werden.
 
„In der Milchkrise hat sich gezeigt: Die Milcherzeuger tragen das gesamte Marktrisiko allein“, so Ilchmann. „Das liegt nicht zuletzt an den Lieferbedingungen bei den Genossenschaftsmolkereien. Deshalb müssen diese gemäß des Sachstandsberichts des Bundeskartellamtes dringend reformiert werden, damit Milchbauern endlich am Markt teilnehmen und mit den Molkereien auf Augenhöhe verhandeln können. Dazu ist auch eine weitere Bündelung der Bauern in Erzeugergemeinschaften notwendig, denn ohne Verbesserung ihrer Marktposition ist die nächste Milchkrise vorprogrammiert.“
 
Minister Meyer kündigte an, dass auf der nächsten Agrarministerkonferenz (AMK) vom 27. bis 29. September in Lüneburg das Thema „Faire Milchpolitik“ weiter ganz oben auf der Agenda stehen werde. „Wir erwarten, dass die Milchbranche und die Bundesregierung jetzt konkrete Schritte einleiten und die Forderungen der Länder umsetzen, statt weitere ergebnislose Milchgipfel abzuhalten.“ Niedersachsen hat derzeit den Vorsitz der AMK inne.
 
Johanna Böse-Hartje und Ottmar Ilchmann lobten auch das vom Land initiierte Weidemilchprogramm. Das bereits von großen Handelsunternehmen wie Lidl und Rewe genutzte Weidemilchlabel „Pro Weideland“, das jetzt auch auf Weidebutter und Weidekäse ausgedehnt werden soll, sei ein wichtiger Beitrag des Landes für faire Milchpreise. Minister Meyer: „Damit können die Verbraucherinnen und Verbraucher jetzt erkennen, wie die Milchkühe gehalten werden und den regelmäßigen Auslauf auf der Weide durch einen höheren Preis im Supermarkt honorieren.“
 
Die BDM-Vorsitzende Böse-Hartje abschließend in ihrer Laudatio: „Wir schätzen es sehr, dass Minister Meyer in seiner Kommunikation ein differenziertes Bild der Bauern zeichnet und negative Pauschal-Urteile über „die Bauern“ ablehnt. Das ist für uns und unser Anliegen sehr wichtig. Denn nur wer die Milchviehhalter und ihre Arbeit schätzt, ist auch bereit, die Milch fair zu bezahlen.“


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