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05.09.2009

Deutschland: gesellschaftliches Bündnis fordert Änderung des politischen Systems

Gegen Milchseen und Butterberge – neues Bündnis fordert andere Milchpolitik  

Ein neues gesellschaftliches Bündnis aus Landwirtschafts-, Umwelt-, Tierschutz-, Menschenrechts- und entwicklungspolitischen Organisationen hat scharfe Kritik an der aktuellen Milchpolitik geäußert. Das Bündnis fordert eine umgehende politische Änderung des Systems.

Die europäischen Milcherzeuger leiden unter dem Preisverfall von Milch, der durch die Anhebung der Milchquote ausgelöst wurde. Während der Diskussionen um die Auflösung der Milchquote ist die Kommission davon ausgegangen, dass die Nachfrage nach Milcherzeugnissen steigen würde. In ihrem Milchbericht vom Juli 2009 stellte sie jedoch fest, dass das Gegenteil der Fall war. Die Nachfrage ist gesunken. Demnach stehen die Pläne zur Liberalisierung des Marktes und der Aufhebung der Mengenregulierung in krassem Widerspruch zu den jüngsten Erkenntnissen. Anreize zur Überschussproduktion von Milchprodukten wurden gegeben. Die Folgen, die sich dadurch für Milcherzeuger, Verbraucher und sonstige vor- bzw. nachgelagerte Bereiche der Landwirtschaft ergeben, sind katastrophal. Bei einem Auszahlungspreis von 18 bis 24 Cent pro Liter Milch können die Erzeugerkosten nur noch zur Hälfte gedeckt werden.  

Um den Markt zu entlasten, wurden die Subventionen für Lagerhaltung und Exportkosten erhöht. Die dadurch entstehenden Kosten müssen von den Steuerzahlern getragen werden. Sie belaufen sich laut Kommission auf über 600 Millionen Euro für das Jahr 2009.  

Auch Milcherzeuger in Entwicklungsländern leiden unter den Fehlern der europäischen Milchpolitik. Durch Exportsubventionen künstlich verbilligte überschüssige Milcherzeugnisse aus Europa stehen in Konkurrenz zu regional erzeugten Produkten in Drittländern. Durch den starken Preisdruck werden heimische Milcherzeuger von ihren Märkten verdrängt.  

Die Forderungen des neuen Bündnisses sind klar:   Mittel- und langfristig muss die europäische Milcherzeugung am Bedarf ausgerichtet werden. Ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage muss hergestellt werden, dadurch werden faire Milchpreise möglich. Um dies erreichen zu können, müssen Milchbauern und -bäuerinnen ihre Interessen marktwirksam bündeln.

 

Neues gesellschaftliches Bündnis für eine Änderung der Milchpolitik

Bündnispapier

 


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