flag de flag gb flag fr
Impressum     European Milk Board ASBL | Rue de la Loi 155 | B-1040 Bruxelles

News Details

PDF-Icon Icon-Druck

22.07.2009

Presseerklärung: Verharren in Angststarre – Liberalisierung scheint wichtiger als Existenz der Milchbetriebe

Milchmarktbericht der EU-Kommission enthält keine einzige eigene Maßnahme

22.7.2009, Brüssel: Heute hat die EU-Kommission den vom EU-Rat eingeforderten Milchmarktbericht vorgelegt. Romuald Schaber, Präsident des EMB, der gestern als Gast des Agrarausschusses des EU-Parlaments den Bericht kommentierte, zu einzelnen Punkten:

„Wir begrüßen, dass die EU-Kommission den Mitgliedsstaaten ans Herz legt, die Saldierung auszusetzen. Das ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Doch dieses Denken muss sich unbedingt in von der Kommission selber geführten Maßnahmen widerspiegeln. Nur festzustellen, dass die Produktion in Europa unterhalb der Quoten liegt, reicht nicht aus. Fakt ist, dass die Nachfrage weltweit rückläufig ist. Deshalb ist es angezeigt, Milchquote vorübergehend aus dem Markt zu nehmen.“ Romuald Schaber weiter: „Wenn sich die Kommission nicht in der Lage sieht, eine Quotenkürzung um 5% administrativ umzusetzen, so sollte sie den europäischen Milchbauern den freiwilligen Lieferverzicht ermöglichen. Hierzu könnte sie die in den Exporterstattungen verwandten Gelder nutzen, um an reduktionswillige Landwirte Entschädigungen für den Einkommensverlust zu zahlen.“

Neben dieser direkten Verringerung der Milchmenge, die auf den Markt gelangt, müssen auch  zusätzliche Absatzmöglichkeiten auf dem europäischen Markt überlegt werden. „Wir denken hier an die Erhöhung des Beimischungsanteils für Industrieprodukte, aber natürlich auch an die Sicherstellung, dass Produkte, die den Namen Milcheis und Käse enthalten, auch tatsächlich aus Milch hergestellt werden.“ Analogkäse und Eis aus Pflanzenfett sind nicht nur eine Verbrauchertäuschung, sondern schaden aktuell auch den Milchbetrieben in ganz Europa.

„Wir lehnen jedoch deutlich die von der EU-Kommission wieder vorangestellten Maßnahmen Exportsubvention und Intervention ab. Beide sind schädlich für die Milchmärkte. Im Fall der Exporterstattungen sogar doppelt, für die Märkte in den Ländern des Südens zuerst und rückwirkend über den Weltmarktpreis auch wieder für den europäischen Markt.“ Die Tendenz der EU-Kommission, die Agrarpolitik wieder verstärkt in die Hände der einzelnen Mitgliedsstaaten zu legen (Erhöhung der de minimis Grenze), läuft einer kohärenten Agrarpolitik für eine multifunktionale Landwirtschaft entgegen und schafft zudem Wettbewerbsverzerrungen zwischen den Landwirten der einzelnen europäischen Länder.

„Die EU-Kommission, wie auch der EU-Agrarrat und in Zukunft das EU-Parlament müssen ihre Verantwortung wahrnehmen und durch rasches Handeln verhindern, dass die Milchbe-triebe in Europa ihre Tore schließen. Angesichts von Preisen (18-22 Cent), die aktuell oft nur die Hälfte der Produktionskosten decken (40-42 Cent), bleibt vielen in den nächsten Wochen keine andere Wahl mehr, wenn die Menge am Markt nicht reduziert wird. Es geht nicht um Finanzmittel, sondern um die Ausrichtung der Politik: Folgt sie den Interessen der Gesellschaft und damit der Landwirte oder bedient sie die Interessen einiger weniger Konzerne, die sich im unfairen Export bereichern.“

Die EU-Kommission scheint in ihrem Bericht auch die Einführung einer Schlachtprämie zur Diskussion zu stellen. Eine solche Maßnahme weist das EMB zurück. Sie ist nicht nur grundsätzlich fragwürdig, sondern würde auch einen Absturz der Preise auf dem Schlachtviehmarkt verursachen. Hinzu kommt, dass es auch mit Blick auf die ländlichen Räume, nicht Ziel sein darf, Betriebe aus der Produktion zu drängen.

Kontakt: R. Schaber (DE): 0049/1515503 7174, S. Korspeter (FR, EN, ES): 0049/1786021685

Presseerklärung EMB-Mitglied AbL "Saldierung abschaffen"

Interessanter Artikel in der FR

Bericht der Kommission

Presseerklärung der Kommission

 


Weitere aktuelle Meldungen

Kategorie: Austria / Switzerland 29.08.2009

Schweiz: Bauernkundgebung in Sempach/Schweiz am 29.08.09

Am 29.08.2009 fand in Sempach/Schweiz eine Bauernkundgebung statt, die von der Bäuerlichen Interessensgruppe für Marktkampf (BIG-M), der Schweizer Volkspartei (SVP) Schweiz und dem Bäuerlichen Zentrum Schweiz (BZS) organisiert wurde. Um die 10.000 Milcherzeuger und ihre Familien, sowie zahlreiche Verbraucher zeigten mit ihrer...

Kategorie: Belgium / Luxembourg / Netherlands 27.08.2009

Belgien: Milcherzeuger beim Großen Preis in Francorchamps

Belgien: Milcherzeuger sehen beim Großen Preis in Francorchamps Gelegenheit, um auf die katastrophale Lage am Milchmarkt aufmerksam zu machen

Kategorie: Belgium / Luxembourg / Netherlands 27.08.2009

Belgien: Milchbauern wollen in Francorchamps streiken

Belgische Milchbauern sehen im Großen Preis der Formel 1, der vom 28. bis 30. August in Spa-Francorchamps stattfinden wird, eine gute Gelegenheit, um auf ihre Probleme aufmerksam zu machen.

Kategorie: France 07.09.2009

Flyer APLI

Keine Industrie ohne Rohstoff; Milcherzeuger haben den Rohstoff! Flyer APLI

Kategorie: Newsletter 26.08.2009

Newsletter August

hier können Sie den EMB-Newsletter für August lesen

Kategorie: General, Country reports, France 24.08.2009

"Solidarität mit den Erzeugern"

Brief eines französischen Tierarztes an seinen Verband

Kategorie: Positions, General 24.08.2009

Forderungen an die Politik

Systemwechsel - für die dauerhafte Stabilität einer flächendeckenden, nachhaltigen Milcherzeugung und Milchwirtschaft in Europa Präambel Angebotsüberhang: Überschüsse verhindern kostendeckende Milch-erzeugerpreise und zerstören Betriebe und regionale Strukturen Der europäische Milchmarkt steht seit Herbst 2008 unter einem...