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19.06.2009

Mit 1000 Treckern bis in die europäische Hauptstadt, um zu sagen:

Mengenreduzierung zur Bewältigung der Krise, wir Milcherzeuger sind bereit dazu, Politik muss es nur entscheiden!

Noch immer ist ein Teil der 1000 Trecker in der europäischen Hauptstadt. Sie werden heute bleiben, bis der EU-Gipfel der Staatschefs beendet ist. Um 12:00 wird es noch mal eine Kundgebung in der Nähe des EU-Ratsgebäudes geben.

Die Forderung der Milcherzeuger ist klar: In einem ersten Schritt geht es um die Bewältigung der Krise. Romuald Schaber, Präsident des European Milk Board (EMB), fordert heute noch einmal die  EU-Staats- und Regierungschefs zum Handeln auf: "Wir bitten Sie, sich bei diesem Treffen für eine sofortige, zeitlich auf das Wirtschaftsjahr 09/10 befristete Stilllegung von 5 Prozent der EU-Milchquoten einzusetzen.“

In Zukunft müsse eine flexible Regulierung der Milchmenge sicher gestellt werden. Wie das zu geschehen hat, darüber könne man im Detail noch beraten. Heute ginge es angesichts der starken Marktverwerfungen und den damit einhergehenden desaströsen Milchpreisen darum, die Menge am Markt rasch der Nachfrage anzupassen, d.h. auf ein Niveau zu bringen, das die Milchpreise für die Erzeuger wieder auf ein existenzsicherndes Niveau steigen lässt. Romuald Schaber dazu: „Gerade die Entwicklungen in den letzten Monaten haben gezeigt, dass wir Instrumentarien brauchen, um rasch auf die jeweiligen Marktveränderungen reagieren zu können.“

Dass die Lage sich für die Milcherzeuger immer weiter zuspitzt zeigt die Tatsache, dass die Milcherzeuger mit ihren Treckern in so großer Zahl den weiten Weg nach Brüssel gemacht haben. Ernst Halbmayr: „Die Geduld der Milcherzeuger ist am Ende, wenn jetzt keine Bewegung in die politische Entscheidungsfindung kommt, dann wird sich die Auseinandersetzung um die Milch und ihre Erzeugung verschärfen.“

In ihrer Abschlusserklärung des EU-Gipfels wollen die Staats- und Regierungschefs die Kommission und Agrarminister beauftragen, Maßnahmen aus der Krise aufzuzeigen. Die Regierungs-Chefs haben damit die ruinöse Problemlage anerkannt. Das ist ein erster Erfolg der eindrucksvollen Demonstration mit 1.000 Traktoren. Allerdings muss jetzt gehandelt werden, nicht erst nach der Sommerpause und damit nach der deutschen Bundestagswahl. „Das würde das Aus für viele Betriebe bedeuten. Es muss jetzt gehandelt werden. Das ist der Auftrag an die EU-Agrarminister für ihre reguläre Sitzung am kommenden Montag in Luxemburg“, so der EMB-Präsident Schaber. 

Kontakt:

EMB-Präsident: Romuald Schaber (DE):  0049/1515503 7174
EMB-Vizepräsidentin: Sieta van Keimpema (DE/ EN): 0031/612168000
EMB-Vorstandsmitglied: Ernst Halbmayr (DE): 0043/6649249635
Ansprechpartner Belgien: Erwin Schöpges (DE, FR): 0032/497904547

EU-Rats Schlußfolgerungen (für die Milch siehe Seite 7 oben, auf englisch

Bauern und Bäuerinnen auf dem Heimweg von Brüssel:

In Belgien waren heute nachmittag in vielen Städten Straßen mit Treckern blockiert, Kollegen fuhren spontan von ihren Höfen los, um die "Brüsseler" zu unterstützen

In Brüssel selber ist auch jetzt um 19:30 der Verkehr an einigen Stellen noch zäh fließend.

In Luxemburg blockierten Bauern in zwei Regionen die Straßen, man wechselte immer wieder den Standort, so dass sich zwischen 15:00 und 17:00 einige Verkehrseinschränkungen ergaben.

In Frankreich fuhren heute zahlreiche Trecker durch die Stadt Nantes im Westen Frankreichs, nachdem gestern schon Trecker in Clermand-Ferrand vor die Präfektur gezogen waren: Internetartikel

Hier noch ein Text des französischen Verbandes APLI: Text

Neue Internetseite in Frankreich: Abstimmung zum Milchstreik

In Deutschland wird es heute an den "Grenzübergängen" der Routen herzliche Empfänge der Brüsselfahrer durch die Daheimgebliebenen geben.

Presseberichte vom Samstag, zusammengestellt von der AbL


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