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10.06.2009

Milcherzeuger fordern auf Kundgebung in Brüssel: Milch soll Chefsache werden

Mit ihren Traktoren werden Milcherzeuger aus ganz Europa den Staats- und Regierungschefs der EU-Länder bei ihrer Tagung am 18. und 19. Juni in Brüssel die problematische Situation am Milchmarkt deutlich vor Augen führen. Deutsche Milchbäuerinnen rufen zudem ihre europäischen Kolleginnen auf, eine Nacht vor dem EU-Ratsgebäude zu campen.

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Pressespiegel

Route der Deutschen Bauern

Route der Belgischen Bauern

Route der niederländischen Bauern

Route in Brüssel

Bericht bei Radio SWR

 
Hamm, 14.06.09: "Wir fordern die Europäischen Staats- und Regierungschefs auf, die Verbesserung der katastrophalen Lage am Milchmarkt zur Chefsache zu machen", erklärt Romuald Schaber, Präsident des European Milk Board (EMB) den Hintergrund der großangelegten Aktion.

Bereits am Samstag sind die ersten Traktoren in einigen EMB-Ländern losgefahren, um am 18. und 19. Juni bei zwei großen Kundgebungen vor dem EU-Ratsgebäude die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten aufzufordern, endlich wirksame Maßnahmen gegen die Krise in die Wege zu leiten. In vielen Ländern werden nicht mehr als 20 Cent für einen Liter Milch ausbezahlt -  Tendenz fallend. Es ist dringend notwendig, sofort zu handeln und eine flexible Mengenregulierung einzuführen, die es ermöglicht, das Angebot der Nachfrage anzupassen. Nur so kann ein kostendeckender Milchpreis über den Markt erreicht werden. "Alibimaßnahmen wie Exportsubventionen oder ein Vorziehen der Direktzahlungen setzen am falschen Ende an und lassen EU-Gelder  wirkungslos verpuffen.", so die Vizepräsidentin des EMB, Sieta van Keimpema.

Milchbäuerinnen aus Deutschland haben zudem ihre europäischen Kolleginnen aufgerufen, in der Nacht vom 18. - 19. Juni vor dem Ratsgebäude zu verharren, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen. Bereits im Mai hatten Milchbäuerinnen des Bundesverbandes Deutscher Milcherzeuger (BDM) mehrere Nächte vor dem Bundeskanzleramt in Berlin verbracht; ein Teil von ihnen war sogar in einen mehrtägigen Hungerstreik getreten. Sie hatten gefordert, dass die deutsche Kanzlerin Angela Merkel die Milchpreiskrise zur Chefsache erklärt. Zuvor hatten auch schon im April in den Niederlanden bei einer Nacht der Milch Bauern des EMB vor dem niederländischen Parlament übernachtet und die Politiker aufgefordert, bezüglich der Milchpreiskrise endlich zu handeln.

Bisher war das Thema Milchpreiskrise bei der europäischen Politik nur unter ferner liefen angesiedelt. Das muss sich ändern, wenn man die katastrophale Lage in den Griff bekommen und verhindern will, dass die europäischen Milchbetriebe weiter ausbluten.


Kundgebungen:
Datum: 18. Juni, 15 Uhr  & 19. Juni, 12 Uhr
Ort: vor dem EU-Ratsgebäude, Justus-Lipsius, Rue de la Loi 175

Übernachtung der Milchbäuerinnen und Milchbauern
Datum: Nacht vom 18. Juni auf den 19. Juni
Ort: vor dem EU-Ratsgebäude, Justus-Lipsius, Rue de la Loi 175

 

 

Aufruf der deutschen an die europäischen Milchbauern

 

Liebe Kollegen,

die Lage der Milchbauern in ganz Europa ist dramatisch. Viele der Beteiligten hoffen, dass sich der Milchpreis spätestens 2010 erholt. Mindestens ebenso wahrscheinlich jedoch ist die Befürchtung, dass die jetzige Situation ohne unser aktives Eingreifen über mehrere Jahre andauern kann! Die effektivste, kostengünstigste und schnellste Verbesserung unserer Lage kann nur erreicht werden, wenn sofort europaweit eine mindestens 5 %ige Milchmengenreduzierung erfolgt. Das wäre auch der erste wichtige Schritt hin zu einer flexiblen Mengensteuerung durch die Milcherzeuger.

Wer in den letzten Tagen aufmerksam war, konnte erleben, wie diese Forderung immer mehr Unterstützung in ganz Europa erfährt. Selbst die deutsche Bundeskanzlerin, Angela Merkel, hat ähnliche Gedanken geäußert. Wir sind unserem Ziel durch unsere bisherigen Aktivitäten ein großes Stück näher gekommen.

Unsere Probleme sollen deshalb auch während des Treffens der EU – Regierungschefs am 18. / 19. Juni 2009 in Brüssel beraten werden. Wir fordern nun alle fortschrittlichen Milchbauern in Europa auf, sich aus diesem Anlass mit ihren Traktoren auf den Weg zu machen und sich zu einem europäischen Milchbauerntreffen in Brüssel einzufinden. Dort werden wir unsere überlebensnotwendigen Forderungen an die Politik endlich gemeinsam DURCHSETZEN !

Lasst uns die letzten Tage vor der Ernte zu einer eindrucksvollen Demonstration unserer Stärke und Geschlossenheit nutzen.


Liebe Kollegen,

sicher ist die Teilnahme an einer solchen Aktion für viele Betriebe eine große Belastung. Die Vergangenheit hat uns jedoch gezeigt, dass wir nur gemeinsam Dinge wirklich verändern können. Der Zeitpunkt dafür ist jetzt gekommen. Schluss mit den Plauderrunden, wir verlangen sofort Lösungen, die uns das Überleben ermöglichen! Vielleicht ist dies die letzte Möglichkeit, unsere Ziele auch ohne das „letzte Mittel“ durchzusetzen.

Wir erwarten Euer Eintreffen in Brüssel am 17. Juni.

Beginnt sofort in den Kreisen mit der Organisation. Bezieht von Anfang an die Journalisten mit ein. Wir brauchen die Bilder, um damit andere Milchbauern in ganz Europa zu ermutigen, mit uns zu kämpfen. Schon der Weg soll ein Ziel sein. Bringt die Forderungen deutlich lesbar an den Schleppern und Anhängern an.

Sprecht mit Lohnunternehmern, Landmaschinenhändlern, Landhändlern und anderen Betrieben, die von uns leben. Fordert deren Unterstützung und Solidarität ein.

Nutzt die vorhandenen Kontakte in andere Regionen und EU – Länder, motiviert Eure Berufskollegen.

Ansprechpartner für Deutschland:

Elke Lingstaedt: 0049/ 38852/906313

Thorsten Sehm: 0049/ 8161/53847312

                   0049/ 179/6880833


Ansprechpartner Luxemburg:

Fredy Martines: 00352/69 1998831

                  Mobil    00352998831


Ansprechpartner Niederlande:

Sieta van Keimpema: 0031/612168000


Ansprechpartner Frankreich:

Nicolas Coudray (FR): 0033/473531089

                             Mobil    : 0033/684921762

Anne-Lise Motay (EN): 00332 32 37 67 84


Ansprechpartner Belgien:

Erwin Schöpges: 0032 497 90 45 47

 

Aufruf der deutschen Milchbäuerinnen an ihre europäischen Kolleginnen

 

Liebe europäische Milchbäuerinnen,

Viele deutsche Milchbäuerinnen haben vom 11. bis 17. Mai vor unserem Kanzleramt, vor unserer Frau Merkel, demonstriert und campiert. Unser Aufruf: “Wir können von der Milch nicht mehr leben! "Milchpolitik“ muss jetzt zur Chefsache gemacht werden.“

Am 29. Mai wurden dann sechs von unseren Bäuerinnen zum Gespräch zur Bundeskanzlerin geladen. Sie sagte zu, dass Milch jetzt unter anderem auch Chefsache  werde. Sie sagte, dass sie das Thema „Milch“ mit nach Brüssel nimmt, wo sich die EU Staatschefs am 18. und 19. Juni treffen werden. Wir Bäuerinnen haben einen nicht geringen Teil dazu beigetragen, dass die Milchpolitik wieder im Fokus ist, darauf sind wir stolz!

Aktuell melden sich viele Frauen bei uns, die mit zur Demo nach Brüssel wollen. Also starten wir jetzt offiziell den Aufruf: “Was wir Frauen begonnen haben, das ziehen wir jetzt durch, mit aller Konsequenz! Eine Nacht in Brüssel!"
Unsererseits angedacht, ist eine Anreise in Brüssel am Vormittag des 18. Juni. Die Abreise sollte am 19. Juni erfolgen. Dieses sollte aber individuell gestaltet werden.
Jetzt würden wir Frauen uns natürlich riesig freuen, wenn wir  viele Kolleginnen aus ganz Europa dort antreffen würden! Es geht uns doch allen gleich, wir sitzen alle im gleichen Boot und so langsam ist es an der Zeit, dass auch wir Frauen einen Teil des Ruders in die Hand nehmen.

Kämpfen wir gemeinsam!

Die Milchbäuerinnen aus Deutschland

 

Pressemitteilung des BDM


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