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25.05.2009

Über 2000 Milchbauern holen die europäischen Agrarminister in Brüssel in die landwirtschaftliche Realität

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Brüssel, 25.05.09: In einem Kuhstall und doch mitten in Brüssel. Vor den Türen des EU-Ratsgebäudes versammelten sich heute mehr als 2000 Milchbäuerinnen und Milchbauern aus ganz Europa mit ihren Kühen, um die tagenden Landwirtschaftsminister aufzufordern, dem Höfesterben in Europa mit sinnvollen Beschlüssen ein Ende zu setzen. Auf ihrem Marsch vom Gare Du Nord (Nordbahnhof) zum Ratsgebäude machten die Milcherzeuger mit Transparenten und ihren Stimmen deutlich, wie wichtig diese Beschlüsse sind. Eine Delegation des European Milk Board (EMB) hat sich daraufhin mit dem Agrarratspräsidenten Jakub Sebesta kurz zum Gespräch vor dem Ratsgebäude getroffen. 

Die EU-Kommissarin Mariann Fischer Boel sprach zu den Demonstranten und ließ erneut verlauten, dass sie die Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise verantwortlich für die schlechte Preislage macht und nicht die Ausweitung der Quote als Ursache sieht. Die anwesenden Bauern machten mit lauten Rufen deutlich, dass sie diese Position absolut nicht teilen.

Nicht alle Politiker sperren sich gegen preisstabilisierende Maßnahmen. In einem Brief Anfang Mai hatte der belgische Minister Benoît Lutgen seine europäischen Ministerkollegen aufgefordert, aktiv in diese Richtung zu arbeiten.

Milchquoten stilllegen bzw. flexibilisieren

Der EU-Agrarministerrat ist jetzt gefragt, die richtigen Entscheidungen zu treffen und die vom EMB vorgeschlagene flexible Mengenregulierung auf den Weg zu bringen. Als notwendige und wirkungsvolle Sofortmaßnahme fordert das EMB 5 Prozent der Milchquoten für die Dauer des Wirtschaftsjahres 2009/2010 stillzulegen. Mit ihren Beschlüssen, die die Ausweitung der Milchmenge forcierten,  haben EU-Agrarrat und Kommission bis dato dafür gesorgt, dass die Handelskonzerne die Milchpreise europaweit stetig weiter senken konnten. "Der Rat hat ihnen damit noch mehr Macht eingeräumt und das Gleichgewicht zu Ungunsten der Bauern weiter verschoben“, so Romuald Schaber, Präsident des EMB. „Die Milchbauern in ganz Europa sind vollkommen an den Rand gedrängt und stehen inzwischen wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand", ergänzt Ernst  Halbmayr,  Vorstandsmitglied des EMB.  "Es braucht  eine flexible Mengenregulierung, die eine angemessene Beschränkung der Milchmenge erlaubt; nur so werden die Bauern in die Lage versetzt, am Markt kostendeckende Milchpreise umsetzen zu können“, so Halbmayr.
Dass die Preise zu niedrig sind und steigen müssen, das wird auch von den nationalen Landwirtschaftsministern und der EU-Politik formuliert. Sie stimmen zu, dass die Preissituation auf dem Milchmarkt für die Bauern unhaltbar ist. Dennoch korrigierten sie ihre falschen Maßnahmen bis jetzt  nicht.  Wer weiter an den Beschlüssen zur Mengenausweitung festhält, setzt die bestehenden Erzeugerstrukturen auf`s Spiel und arbeitet für eine Konzentration und Industrialisierung der Milcherzeugung. Es geht nicht um einzelne Bauern, die dem Markt angeblich nicht gewachsen sind und daher aufgeben müssen. Es geht um den gesamten Berufstand - um den Bauern an sich. In ganz Europa.

Gerade in Krisenzeiten sollte von den politisch Verantwortlichen alles daran gesetzt werden, den Milcherzeugern Perspektiven zu geben und damit die Ernährungssouveränität Europas zu sichern.

Kontakt :
Romuald Schaber (DE): 0049/1515503 7174, Sieta van Keimpema (EN/NL): 0031/612168000, Sonja Korspeter (FR): 0049/1786021685



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