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Verbraucher

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Neue Milchpolitik für die Konsumenten

Verbrauchern mit fairen Erzeugerpreisen gesund erzeugte Milch sichern

 

Faires Einkommen für Milchbauern

Auch wenn niedrige Milchpreise auf den ersten Blick verlockend wirken, weil man daran denkt, Geld zu sparen - sie sind schlecht für uns alle. Lebensmittel sind wertvoll. Sie unter guten Bedingungen für Umwelt, Mensch und Tier zu erzeugen, ist die Voraussetzung dafür, dass sie den Verbrauchern weiterhin in hoher Qualität zur Verfügung stehen.

Bäuerinnen und Bauern brauchen faire Preise für die Milch. Dafür setzen wir uns ein.

 

Das ist notwendig, denn:

die Entwicklungen auf dem Milchmarkt schaffen große Probleme für die Milcherzeuger. In vielen europäischen Ländern verschwinden Bauernhöfe nach und nach, da ihnen von der verarbeitenden Milchindustrie und dem Handel viel zu niedrige Preise für ihre Milch gezahlt werden. Grund ist das Fehlen einer funktionierenden Mengenregulierung am Milchmarkt. Dadurch wird mehr produziert, als zu einem fairen Preis abgesetzt werden kann.

Mit den niedrigen Preisen lassen sich die Produktionskosten nicht decken. Und obwohl oft die ganze Familie 7 Tage die Woche arbeitet - Milchkühe erlauben keine Pause - müssen immer mehr Höfe als unrentabel aufgegeben werden.

 

Und das hat Folgen:

  • In immer weniger Regionen wird Milch produziert - die typische   Weidelandschaft verschwindet und die regionale Versorgung der Verbraucher ist gefährdet.
  • Die Milchhöfe bieten keine Zukunftsperspektive - die junge Generation wandert in andere Bereiche ab.
  • Die Versorgung der europäischen Bürger mit qualitativ hochwertiger Milch kann aufgrund der Dumpingpreise nicht dauerhaft gewährleistet werden.
  • Die typische Kulturlandschaft der Milchviehhaltung verschwindet, Tourismusgebiete veröden.
  • Die zuviel produzierte Milch wird zudem mit Hilfe von Exportsubventionen auf die Märkte von Entwicklungsländern geschwemmt und zerstört dort die Milchwirtschaft.

 

Was kann ich als Verbraucher tun?

Wir freuen uns, wenn Sie die Bäuerinnen und Bauern in Europa und in Ihrer Region unterstützen, indem Sie die Milchmarke der Erzeuger - die Faire Milch -  oder direkt Milch bei einem Bauernhof kaufen. Es ist auch eine gute Unterstützung, wenn Sie in Ihrem Supermarkt nachfragen, ob es dort die Faire Milch bald geben wird.

Solidarisieren Sie sich mit den Bäuerinnen und Bauern. Fragen Sie bei Ihren Politikern nach, warum es keine vernünftige Mengenregulierung auf dem Milchmarkt gibt und Überproduktionen regelmäßig schwere Krisen verursachen, so dass immer mehr Milchhöfe verschwinden.

 

Position der Milchbauern in Europa (European Milk Board)

100.000 Milchbäuerinnen und Milchbauern in 15 Ländern haben sich im European Milk Board (EMB) zusammengeschlossen, um gemeinsam ihre Interessen zu vertreten. Denn die Agrarminister in den EU-Ländern haben mit dazu beigetragen, dass der Milchpreis in den Keller gerutscht ist. Da kein funktionierendes Mengenmanagement existiert, ist die produzierte Milchmenge in Europa weit über den Bedarf sprich über die Nachfrage gestiegen. Das Ergebnis dieses Mengenproblems ist der massive Druck auf die Erzeugerpreise.

 

Andere Milchpolitik ist gut für die Verbraucher

Ein fairer Milchpreis ist entscheidend für die Existenzen der Milchbetriebe, aber auch für eine regionale Versorgung mit gesunden und qualitativ hochwertig erzeugten Milchprodukten.

Die überschüssige Milchmenge ist der Grund für die katastrophalen Milchpreise. Also muss die produzierte Milchmenge daran angepasst werden, was an Milch und Milchprodukten tatsächlich nachgefragt wird. Die Milchbauern verlangen von der Politik, dafür endlich die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Erst wenn Angebot und Nachfrage in einem Gleichgewicht sind, haben die Bauern die notwendige Position am Markt und können faire Preise durchsetzen.

 

Was muss konkret getan werden?

Es müssen Instrumente der Milchmengenregulierung eingesetzt werden, um die Überproduktion zu stoppen, so dass Molkereien kostendeckende Milchpreise zahlen können. 

 

Maßnahmen, um kostendeckende Preise langfristig zu gewährleisten:

  • Milcherzeuger, Verbraucherorganisationen, Molkereien und Politik übernehmen gemeinsam Verantwortung. Sie lassen in einer europäischen Monitoringstelle die Marktentwicklung und die Kosten der Milcherzeugung beobachten. Der tatsächliche Bedarf an Milchmenge wird daraus ermittelt, wobei die Zielmarke ein für die Erzeuger kostendeckender Milchpreis ist.
  • Für die bedarfsorientierte Milcherzeugung braucht es eine rechtliche Grundlage und eine von den Erzeugern finanzierte Umlage. Das heißt, dass der Milchproduzent einen bestimmten Betrag in eine Kasse zahlt, aus der dann Entschädigungen an Bauern gezahlt werden, wenn die weniger Milch produzieren sollen. Dadurch kann die Milchmenge nach Bedarf  gesenkt und gesteigert werden.
  • Damit die bedarfsorientierte Milchproduktion auch funktioniert, braucht es eine EU-weite, rechtlich abgesicherte Mengenbegrenzung für jeden Hof.
  • Außerdem muss es den Milcherzeugern erlaubt sein, sich marktwirksam in ausreichender Größe zu bündeln, damit nicht jeder Milchbauer allein der Milchindustrie gegenüber steht, sondern man gemeinsam auf Augenhöhe mit der Industrie verhandeln kann.

 

Kriseninstrument Marktverantwortungsprogramm (MVP)

Für eine stärkere Position der Erzeuger am Markt und das Erzielen kostendeckender Milcherzeugerpreise braucht es ein Kriseninstrument. Damit kann man Instabilitäten frühzeitig erkennen und auf sie reagieren. Das Marktverantwortungsprogramm (MVP) ist ein Konzept für solch ein Instrument.

Mehr zum Marktverantwortungsprogramm sehen Sie hier.