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Eine neue Milchpolitik für die Verbraucher

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Neue Milchpolitik für die Konsumenten

Neue Milchpolitik gefordert

Verbrauchern mit fairen Erzeugerpreisen gesund erzeugte Milch sichern

 

Position der Milchbauern in Europa (European Milk Board)

100.000 Milchbäuerinnen und Milchbauern in 14 Ländern haben sich im European Milk Board (EMB) zusammengeschlossen, um gemeinsam ihre Interessen zu vertreten. Denn die Agrarminister in den EU-Ländern haben mit dazu beigetragen, dass der Milchpreis in den Keller gerutscht ist. Die Agrarpolitik hat in einem gesättigten Markt die Ausdehnung der Milchproduktion gefördert. Die produzierte Milchmenge in Europa ist dadurch weit über den Bedarf sprich über die Nachfrage gestiegen. Das Ergebnis dieses Mengenproblems ist der massive Druck auf die Erzeugerpreise.

Die Milcherzeuger erhalten keine kostendeckenden Preise von den Molkereien.  Zahllose Betriebe in Europa werden unter diesen Umständen aufgeben müssen oder haben es schon getan. Das Ergebnis davon ist die Verteilung der Milchproduktion auf weit weniger Betriebe. Solch eine Konzentration führt zu einer industriellen Ausprägung der Milchproduktion und läuft dem Ziel von mehr Qualität in der Erzeugung zuwider.


Die Politik hat mit ihren bisherigen Instrumenten versagt

Was wurde bisher getan?

Es wurde entschieden, die Milchquote abzuschaffen, ohne angemessene Instrumente zur Marktregulierung einzuführen. Zusammen mit der Wirtschaftskrise (durch die die Nachfrage sank) führte das zu der genannten Überproduktion. Als das offensichtlich wurde, hat die EU beschlossen, die Übermenge aus dem europäischen Markt auf andere Märkte zu schwemmen. Man hat wieder begonnen Exporte von Milchprodukten mit EU-Geldern zu stützen. Mit der erneuten Einführung dieser Exportsubventionen können exportorientierte Molkereien und Handelskonzerne Milchprodukte künstlich verbilligt auf dem Weltmarkt verkaufen. Dieses Preisdumping schadet Kleinbauern etwa in Entwicklungsländern. Und auch der Preissturz in Europa konnte durch die Exportsubventionen nicht verhindert werden. Ebenso wenig hat der verstärkte staatliche Ankauf von Milchpulver und Butter in der EU den Preisverfall effektiv aufhalten können. Es werden also Gelder ausgegeben, die auf der einen Seite den Bauern in der EU nicht helfen und andererseits den Erzeugern in anderen Ländern auch noch Schaden zufügen. Die Steuerzahler bezahlen diese Maßnahmen, die allein in diesem Jahr mehrere hundert Mio. Euro kosten.

 

Andere Milchpolitik ist gut für die Verbraucher

Ein fairer Milchpreis ist entscheidend für die Existenzen der Milchbetriebe, aber auch für eine regionale Versorgung mit gesunden und qualitativ hochwertig erzeugten Milchprodukten.

Die überschüssige Milchmenge ist der Grund für die katastrophalen Milchpreise. Also muss die produzierte Milchmenge daran angepasst werden, was an Milch und Milchprodukten tatsächlich nachgefragt wird. Die Milchbauern verlangen von der Politik, dafür endlich die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Erst wenn Angebot und Nachfrage in einem Gleichgewicht sind, haben die Bauern die notwendige Position am Markt und können faire Preise durchsetzen.

 

Was muss konkret getan werden?

Kurzfristig muss die Politik die bestehenden Instrumente der Milchmengenregulierung nutzen und die Milchmenge reduzieren, damit Molkereien so schnell wie möglich kostendeckende Milchpreise zahlen können. Ergänzend sollen Milcherzeuger europaweit unterstützt werden, freiwillig weniger Milch zu produzieren.


Die Vorschläge des EMB enthalten auch:

Maßnahmen, um kostendeckende Preise langfristig zu gewährleisten:

1.    Milcherzeuger, Verbraucherorganisationen, Molkereien und Politik übernehmen gemeinsam Verantwortung. Sie lassen in einer europäischen Monitoringstelle die Marktentwicklung und die Kosten der Milcherzeugung beobachten. Der tatsächliche Bedarf an Milchmenge wird daraus ermittelt, wobei die Zielmarke ein für die Erzeuger kostendeckender Milchpreis ist.

2.    Für die bedarfsorientierte Milcherzeugung braucht es eine rechtliche Grundlage und eine von den Erzeugern finanzierte Umlage. Das heißt, dass der Milchproduzent einen bestimmten Betrag in eine Kasse zahlt, aus der dann Entschädigungen an Bauern gezahlt werden, wenn die weniger Milch produzieren sollen. Dadurch kann die Milchmenge nach Bedarf  gesenkt und gesteigert werden.

3.    Damit die bedarfsorientierte Milchproduktion auch funktioniert, braucht es eine EU-weite, rechtlich abgesicherte Mengenbegrenzung für jeden Hof, wobei als Basis auf bestehende Strukturen zurückgegriffen wird (Milchquote je Betrieb).

4.    Außerdem muss es den Milcherzeugern erlaubt sein, sich marktwirksam zu bündeln, damit nicht jeder Milchbauer allein der Milchindustrie gegenüber steht, sondern man gemeinsam auf Augenhöhe mit der Industrie verhandeln kann.