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08.09.2009

Ein Schlag ins Gesicht der Milchviehhalter

Europäische Union nimmt bewusst den Niedergang der Milchviehhalter in Kauf

(Freising)  Das Ergebnis des Treffens der europäischen Agrarminister ist ein Schlag ins Gesicht für alle Milchviehhalter Europas, die seit Monaten um ihr Überleben kämpfen. „Die europäischen Agrarminister wollen anscheinend bewusst die bäuerliche Milchwirtschaft in Deutschland und Europa zerstören und nehmen großindustrielle Strukturen mit all den Nachteilen in Kauf“, reagiert der Präsident des European Milk Boards (EMB) und Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM), Romuald Schaber, auf das gerade zu Ende gegangene EU-Agrarministertreffen.
Die Beschlüsse der Minister seien für die deutschen Milchviehhalter nicht tragbar und verhinderten eine wirkliche Besserung der Lage auf dem Milchmarkt.

 „Die Forderung von Ministerin Ilse Aigner nach einem Aussetzen der schrittweisen Erhöhung der Milchquoten war der richtige Ansatz. Zu begrüßen ist auch Aigners Aussage, alternativ nun eben national tätig werden zu wollen. Wichtig ist aber, dass sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel massiv für alle Maßnahmen einsetzt, die das Milchangebot an die gesunkene Nachfrage anpassen – sowohl auf europäischer wie auf nationaler Ebene“, so Schaber weiter.

Das EMB hatte der EU in einem Forderungskatalog bereits Maßnahmen vorgeschlagen, durch die mit geringem finanziellen Einsatz der Milchpreis kurzfristig stabilisiert werden könnte.

Besonders erschreckend sei aus Sicht des BDM, dass die Agrarminister den Bankrott tausender Milchviehhalter hinnehmen und eine Industrialisierung der Landwirtschaft anstrebten. „Wenn die bäuerliche Struktur bei der Milchviehhaltung bewusst zerstört wird, hat dies drastische Auswirkungen auf viele Bereiche unseres Lebens“, warnt Schaber. Am Freitag, den 04. September, hatte in Berlin ein einzigartiges Bündnis aus Landwirtschaft, Natur-, Umwelt- und Tierschutz sowie aus der Entwicklungspolitik auf diese Auswirkungen hingewiesen.

Mit der jetzigen Milchpolitik wird in Kauf genommen, dass die deutsche Kulturlandschaft zerstört, die Haltungsbedingungen für die Tiere verschlechtert und die Lebenssituation von Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländer gefährdet werde. Auch den Verbraucher treffen die Folgen einer falschen Milchpolitik: Der Verlust an Qualität und regionaler Erzeugung ist sicher nicht im Sinne der Bürger.

Pressekontakt: Hans Foldenauer, Tel.: 0170-5638056 oder Jutta Weiß, Tel.: 0921-16 27 170-12

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