Liebe Bäuerinnen und Bauern, liebe Interessierte,

mit der Fairen Milch haben die MilcherzeugerInnen eine Waffe, und es wird Zeit, dass sie es wissen!!! Seit mittlerweile über 15 Jahren hat ein Drittel der Mitgliedsländer, die unserem schönen European Milk Board (EMB) angehören, ein eigenes „Faire Milch“-Konzept. Nach der skandalösen Milchkrise von 2009, die durch ungezügelte Überproduktion infolge der völligen Einstellung der Mengenregulierung ausgelöst wurde, haben die Landwirtinnen und -wirte ihr Schicksal zunächst selbst in die Hand genommen und eine nationale Marke gegründet, um den ihnen zustehenden Mehrwert in der Lieferkette zu erhalten. In diesen schweren Zeiten war es notwendig, etwas mehr Geld herauszubekommen. Aber dafür musste zunächst eine Idee herbei, ein Verarbeiter gefunden und der Handel überzeugt werden, uns so zu listen, dass die VerbraucherInnen unsere Erzeugnisse kaufen!

Der Erfolg des Konzepts hing von Anfang an von der Anzahl der mitwirkenden Landwirtinnen und -wirte und ihrer Motivation ab. Um die positive Wirkung unseres Konzepts zu verstehen, muss man zunächst ein/e echte BotschafterIn der Marke werden: durch die zahlreichen Messeauftritte, verschiedenste Aktionen, Stände in den Geschäften und natürlich in unseren Regionen und unseren Familien. Dazu muss man aber wissen, woher man kommt; warum unsere Preise quasi nie unsere Produktionskosten decken, wie unsere Staats- und Regierungschefs ticken, die uns bei der Aushandlung von Freihandelsabkommen allzu oft als Stellglied sehen oder meinen, dass sie sich für unser aller Ernährungssicherheit einsetzen und dabei das genaue Gegenteil bewirken!

Und genau hier wird unsere Faire Milch interessant – über die Tatsache hinaus, dass sie uns das einbringt, was uns zusteht, und wir so besser über die Runden kommen! In den Verhandlungen mit unseren Abnehmern wird dieses Konzept zur Waffe, weil wir alle gemeinsam unser Schicksal in die Hand nehmen, damit möglichst viele unserer Erzeugnisse von uns selbst zu Preisen verhandelt werden, von denen wir leben können, mit den junge Menschen Betriebe übernehmen können, die Qualität, den Schutz der Umwelt, Gesundheit, Freude an der Arbeit usw. ermöglichen… So haben wir selbst die Kontrolle über die Erzeugnisse, die unseren Hof verlassen, und wir können den angemessenen Preis für unseren Schweiß, unseren seelischen und körperlichen Einsatz festlegen! Denn wir verdienen es und die VerbraucherInnen auch. Wenn wir alle gemeinsam über unser „Faire Milch“-Konzept das Zepter in die Hand nehmen, zwingen wir alle zu der Einsicht, dass an uns kein Weg vorbeiführt, weil an der Ernährung kein Weg vorbeigeht!

Deshalb laden wir alle Landwirtinnen und -wirte ein, die diesen Schritt noch nicht gegangen sind – sei es für die Milch, Fleisch, Eier, Getreide, Kartoffeln oder alle anderen Erzeugnisse, die unsere Höfe produzieren können – sich ebenfalls auf dieses wunderbare Abenteuer einzulassen. Denn wenn wir uns nicht selbst organisieren, werden wir organisiert. Ich weiß, dass das System sich bereits sehr weit zu unseren Ungunsten entwickelt hat. Aber das „Faire Milch“-Konzept ist die Lösung, die eine schnelle und radikale Kehrtwende einleiten kann. Es reicht aus, es zur Priorität zu erheben – unserer Priorität. Denn unsere Milch weiterhin mit Verlust zu verkaufen, ist für niemanden nachhaltig.

 

Boris Gondouin, stellvertretender EMB-Vorsitzender und Faire-Milch-Beauftragter

Fünfzehn Jahre FAIRMËLLECH

© D’fair Mëllech

Fünfzehn Jahre FAIRMËLLECH – ein Projekt, das aus einer Krise entstanden ist und heute eine feste Größe im luxemburgischen Milchmarkt darstellt. Das offizielle Geburtstagsdatum war im Februar, die Feierlichkeiten erstrecken sich jedoch über das gesamte Jahr hinweg: „Wir wollen uns nicht auf eine Veranstaltung begrenzen, denn den Erfolg der letzten Jahre wollen wir ausgiebig mit unseren Mitgliedern, Partnern und Kunden genießen“, so Danielle Warmerdam-Frantz, Präsidentin und Geschäftsführerin der FAIRMËLLECH, mit der wir auf die Entwicklung der letzten Jahre zurückblicken.

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Die faire Milch ist mit Rückenwind ins Frühjahr gestartet

© Die faire Milch

Die faire Milch ist mit viel Schwung ins neue Jahr gestartet. Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass unser Konzept auf Messen, im Handel und im direkten Kontakt mit Verbraucherinnen und Verbrauchern weiter überzeugt. Ob in Berlin, bei PENNY, in neuen Märkten der Bünting-Gruppe oder zuletzt in Aachen: Die faire Milch gewinnt an Sichtbarkeit und setzt zugleich ein klares Zeichen für mehr Fairness in der Milchwirtschaft.

Der Jahresauftakt in Berlin hat uns gleich doppelt Rückenwind gegeben. Die Grüne Woche feierte ihr 100-jähriges Jubiläum mit großem internationalem Interesse, hochrangigen politischen Gästen und einem starken Fokus auf die Zukunft von Landwirtschaft und Ernährung. Für uns war die Messe aber weit mehr als nur ein großes Branchentreffen: Die faire Milch ist seit vielen Jahren fester Bestandteil der NRW-Halle. Auch diesmal war der Andrang an unserem neugestalteten Stand spürbar groß. Wir haben unzählige Gespräche mit Besucherinnen und Besuchern geführt, uns mit Handel und Politik ausgetauscht, unsere Produkte vorgestellt und bei Verkostungen viele Menschen vom Geschmack und vom Konzept der fairen Milch überzeugt. Dass unsere Produkte und Werbematerialien gegen Ende der Messe fast restlos vergriffen waren, spricht für sich.

Ein besonders wichtiges Signal kam zudem aus der Zusammenarbeit mit PENNY und Fair Food eG. Nach dem Start des ersten Drei-Parteien-Vertrags im deutschen Lebensmitteleinzelhandel im Oktober 2024 wird diese Kooperation nun konsequent weitergeführt. Seit März ist zusätzlich ein milder Gouda in Scheiben unter der Marke Lindenhof bundesweit bei PENNY erhältlich, basierend auf denselben Grundsätzen wie zuvor schon die gemeinsame H-Milch. Für uns steht dabei nicht nur ein neues Produkt im Vordergrund, sondern vor allem das Modell dahinter: Transparenz in der Wertschöpfungskette, ein vollkostendeckender Milchpreis als Grundlage der Kalkulation und eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Erzeugern, Vermarktung und Handel. Genau darin liegt die eigentliche Stärke dieses Wegs. Er zeigt, dass faire und nachvollziehbare Vertragsmodelle auch im Discount-Bereich möglich sind.

Auch bei der Listung im Norden Deutschlands gibt es erfreuliche Entwicklungen. Seit diesem Frühjahr ist Die faire Milch mit zwei Sorten H-Milch in vielen famila- und Combi-Märkten der Bünting-Gruppe vertreten. Zum Start sind unsere Produkte in rund 80 Märkten in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zu finden. Für uns ist das ein starkes Zeichen der Wertschätzung gegenüber einer fairen und verantwortungsvollen Milchwirtschaft. Zugleich zeigt diese Entwicklung, wie wichtig das Engagement unserer Programmteilnehmerinnen und -teilnehmer vor Ort ist: Ohne ihren Einsatz wäre ein solcher Schritt kaum möglich. Jetzt geht es darum, diese Präsenz mit Aktionen in der Region und direkt in den Märkten weiter zu stärken.

Und auch unser erster Auftritt auf der EUREGIO-Wirtschaftsschau in Aachen hat uns gezeigt, wie wichtig der direkte Austausch bleibt. Vom 7. bis 15. März konnten wir dort neun Tage lang viele Besucherinnen und Besucher an unserem Stand begrüßen, unsere Produkte vorstellen und mit den Menschen über faire Milchwirtschaft ins Gespräch kommen. Solche Begegnungen sind für uns besonders wertvoll. Denn Die faire Milch lebt nicht nur von guten Produkten, sondern auch davon, dass wir erklären, wofür wir stehen: für faire Preise, für Transparenz und für eine Landwirtschaft mit Zukunft. Genau diesen Weg wollen wir weitergehen.

 

Die faire Milch

Faireswiss und die Fairen Milchlabels schlagen Alarm

© Faireswiss

In der Schweiz war das Jahr 2025 von einer starken Mobilisierung für einen fairen Milchpreis geprägt. Über die gemeinsame Plattform fair.ch haben mehrere Labels auf die aktuelle Krise der MilcherzeugerInnen aufmerksam gemacht und sich dafür eingesetzt, dass sie besser entlohnt werden.

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Fairebel erweitert die Produktpalette: Fairer, lokaler Käse mit Sinn

© Fairebel

Seit der Gründung verfolgt Fairebel ein klares Ziel: Die Genossenschaft möchte eine faire Vergütung für die MilcherzeugerInnen erzielen und gleichzeitig den VerbraucherInnen hochwertige Erzeugnisse aus lokaler und verantwortungsvoller Produktion anbieten. Mit dem Ausbau unserer Produktpalette um Fairen Käse hat Fairebel einen weiteren Meilenstein zurückgelegt. Diese Entwicklung verdeutlicht unser Bestreben, die Erwartungen einer immer größeren Zielgruppe zu erfüllen, die hochwertige und transparent erzeugte Produkte mit Sinn sucht.

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Schweiz: Jetzt gibt es auch Faire Milch Glacé

© Di fair Milch Säuliamt

Der Verkauf der Fairen Milch in unserer Region Säuliamt läuft nach wie vor gut, wenn er auch gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig war. Neben den „Nidelzältli“ (Rahmbonbons) startete die Genossenschaft Faire Milch Säuliamt letzten Sommer im Juni mit dem Verkauf von Glacé.

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Die Faire Milch hat das gewisse Etwas

© FaireFrance

Auch in diesem Jahr war das EMB während der Agrarmesse SIA in Paris wieder gern zu Besuch auf dem Faire-Milch-Stand und konnte sich dort einmal mehr davon überzeugen: Die Faire Milch von FaireFrance hat das gewisse Etwas! Einen herzlichen Dank an die französischen Kolleginnen und Kollegen!

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Impressum

European Milk Board asbl
Rue de la Loi 155
B-1040 Bruxelles
Tel: +32 2808 1935
Fax: +32 2808 8265
E-Mail: office@europeanmilkboard.org
Website: http://www.europeanmilkboard.org