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EMB - European Milk Board asbl
Rue de la Loi 155
B-1040 Bruxelles
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Liebe Bäuerinnen und Bauern, liebe Interessierte,
die Existenz der europäischen MilchproduzentInnen wird durch Erzeugnisse bedroht, die nicht den gleichen Normen unterliegen und bei der Einfuhr in die Europäische Union nur unzureichend auf Qualitäts-, Gesundheits- und Umweltstandards überprüft werden. Hier muss die Politik dringend handeln.
Für die MilcherzeugerInnen ist das Mercosur-Freihandelsabkommen ein falscher Schritt. Der Zugang zu den Agrarmärkten ist Verhandlungsmasse, um die Handelsinteressen der Industrie zu bedienen, während die Milch- und Fleischerzeugung sensible Sektoren sind, in denen Preisdruck die langfristige Wirtschaftlichkeit der landwirtschaftlichen Betriebe untergräbt.
Die Defizite des Freihandelsabkommens mit den Mercosur-Staaten sind struktureller Natur:
Eingebauter unlauterer Wettbewerb: Unterschiede in den Erzeugungsbedingungen und bei der Durchsetzung von Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitsvorschriften verursachen unterschiedlich hohe Kosten. Wenn Importerzeugnisse, die unter schwächeren oder weniger streng überprüften Vorschriften produziert werden, Marktanteile gewinnen, bezahlen die europäischen Landwirtinnen und -wirte mit ihren schärferen Normen die Zeche – ebenso wie die KonsumentInnen, die womöglich minderwertigere Erzeugnisse bekommen.
Kontrollen im erforderlichen Umfang sind nicht glaubwürdig: Die EU kann nicht behaupten, dass „hohe Standards” eingehalten werden, wenn sie zulässt, dass in der Praxis Marktströme nur teilweise und inkonsequent überprüft werden. Wenn Standards Wirkung haben sollen, muss die Durchsetzung real, verlässlich und mit angemessenen Mitteln erfolgen.
Das Narrativ der „Chancen für die Landwirtschaft“ ist irreführend: Selbst in Regionen mit starker Milcherzeugung und Exportorientierung nutzt der verstärkte Handel nicht automatisch den Landwirtinnen und -wirten. Die Zugewinne entstehen oft an anderen Stellen in der Wertschöpfungskette, während zusätzliche Importe in sensible Sektoren die Überkapazitäten erhöhen und den Preisdruck verschärfen.
Das European Milk Board (EMB) fordert die Europäische Kommission auf:
Das Mercosur-Abkommen abzulehnen, insofern es sensible Agrarsektoren bedroht und die europäischen Produktionsstandards untergräbt.
Sofort die Einfuhrkontrollen für Agrarerzeugnisse aus Drittstaaten zu verschärfen, mit wirksamen Kontrollen der Gesundheits-, Umwelt- und Sozialstandards.
Transparente Daten zu realen Marktströmen zu veröffentlichen und die Folgen von Importen für die Wirtschaftlichkeit landwirtschaftlicher Betriebe, die Resilienz des Sektors und Lebensgrundlagen im ländlichen Raum abzuschätzen.
Die Interessen der Landwirtinnen und -wirte in der Handelspolitik als systemrelevant zu behandeln − nicht als Nebenaspekt oder Instrument zum Ausgleich anderer Ziele.
Überproduktion zu verhindern und die Märkte zu stabilisieren, damit faire Preise möglich sind und Standards wirtschaftlich nachhaltig bleiben.
Die Handelspolitik ist aber nur ein Teil des Problems. Innerhalb der EU werden die Landwirtinnen und -wirte oft als letztes Glied der Wertschöpfungskette abgetan, die sich mit den Preisen zufriedengeben müssen, die ihnen die anderen zugestehen. Deshalb ist die laufende Überprüfung der Richtlinie über unlautere Handelspraktiken in der Agrar- und Lebensmittelversorgungskette durch die Europäische Kommission wichtig. Das Regelwerk muss klar sein, Verstöße müssen wirkungsvoll geahndet werden und das System darf nicht diejenigen belohnen, die die Marge der ErzeugerInnen aushöhlen, indem sie unscharfe rechtliche Grenzen ausloten. Das EMB arbeitet gemeinsam mit der European Coordination Via Campesina (ECVC) und weiteren Partnern intensiv an diesem Thema.
Angesichts der verheerenden aktuellen Preisentwicklung schließe ich mit einem wichtigen und dringenden Appell an die Europäische Kommission: Aktivieren Sie unverzüglich den freiwilligen Lieferverzicht, um die Abwärtsspirale der Preise zu stoppen. Die MilcherzeugerInnen sind bereit, ihre Produktion im Rahmen eines EU-weit koordinierten Programms zu reduzieren, um den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ohne schnelles politisches Handeln läuft Europa Gefahr eines weiteren strukturellen Einbruchs in der Milcherzeugung, der schwerwiegende Folgen für die regionale Versorgungssicherheit und Existenzen in ländlichen Räumen hätte.
Kjartan Poulsen, EMB-Vorsitzender
EU muss freiwilligen Lieferverzicht im Milchsektor jetzt schalten!
Die europäischen MilcherzeugerInnen schlagen dringenden Alarm angesichts der akuten Preis- und Marktkrise, vor der der Milchsektor steht: Die Märkte sind überflutet – die Preise stürzen ab. Die seit Monaten fallenden Milchpreise zwingen Betriebe in existenzielle Schwierigkeiten und zeigen klar: Die EU-Kommission muss jetzt den freiwilligen Lieferverzicht europaweit aktivieren, bevor weitere Höfe aufgeben müssen.
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Ohne freiwilligen Lieferverzicht geht es nicht! Auf dem Salon International de l’Agriculture (SIA) in Paris haben der EMB-Vorsitzende Kjartan Poulsen und der Stellvertretende EMB-Vorsitzende Boris Gondouin eindringlich vor einer dramatischen Zuspitzung der Lage auf dem europäischen Milchmarkt gewarnt. Viele Höfe arbeiten schon wieder weit unter Kostendeckung und geraten immer weiter in eine existenzbedrohende Situation. Das ist kein tragfähiges Modell für Europas Milchproduktion.
Weiterlesen...Wann kommt der totale Lieferstreik unserer Erzeugnisse?
Überall in der Europäischen Union spürt man die Spannungen durch die Agrar- und Handelspolitiken. Dieser Text, den unsere französischen Mitglieder Anfang Februar auf Facebook veröffentlicht haben, gibt einen sehr konkreten Einblick in die Situation vor Ort und verdeutlicht, wie die ErzeugerInnen die großen Schwierigkeiten wahrnehmen.
Weiterlesen...Der siechende Schweizer Milchmarkt
Der Schweizer Milchmarkt erlebt die x-te Strukturkrise, ausgelöst durch einen Anstieg der Milchproduktion infolge äußerst günstiger Wetterbedingungen. Die Folge: Die Schweiz verzeichnete im September einen Milchüberschuss von 5%, der sich bis Ende des Jahres 2025 noch weiter auf 10% erhöhte.
Die Lage ist so gravierend, dass die Verarbeiter den Überschuss kaum bewältigen können und ein Teil der Menge in die Biogasproduktion umgeleitet werden musste. Seit Herbst 2025 rufen die Branchenorganisation Milch (BO Milch) und die Organisation der Schweizer Milchproduzenten (SMP) dazu auf, die Milchproduktion zu reduzieren – ohne Ergebnis. Um diesen Rückgang zu erzwingen, hat die BO Milch Mitte Januar die Milchabnehmer aufgefordert, für die C-Segment-Milch noch weniger zu zahlen als im Januar. Die BO Milch ist verzweifelt und weiß nicht mehr, wie sie die Überproduktion in den Griff bekommen soll.
Die Schweiz hat eine Segmentierung des Milchpreises mit drei Kategorien:
A-Segment-Milch: Vorwiegend für den Schweizer Markt bestimmt, wird diese Milch am „besten“ vergütet. Der Richtpreis wurde gerade auf 78 Rappen gesenkt. Man spricht von „Richtpreis“, weil er in der Praxis nie eingehalten wird.
B-Segment-Milch: Hauptsächlich für den Export bestimmte Milcherzeugnisse. Für Februar 2026 betrug der Richtpreis für B-Milch 53 Rappen.
C-Segment-Milch, wird auch als „Reguliermilch“ oder „Abräumprodukte“ bezeichnet. Diese Milch dient dazu, den Markt zu entlasten und wird hauptsächlich zu Butter und Milchpulver verarbeitet, die auf den Weltmarkt exportiert werden. Der Richtpreis für Januar 2026: 23,6 Rappen. Die Schweiz hatte seit Ende 2018 keine C-Milch mehr. Jetzt fordert die BO Milch die Abnehmer auf, noch niedrigere Preise für Milch dieses Segments zu zahlen. Von Februar an zahlt der größte Abnehmer von Schweizer Milch nur noch 20 Rappen für das C-Segment.
Wie konnte es so weit kommen? Diese Überproduktion ist nur die Folge einer desaströsen Führung der BO Milch. Uniterre fordert eine gründliche Führungsreform, insbesondere:
Faire und kostendeckende Preise mit einem System von Preisuntergrenzen, vorrangig für die A-Segment-Milch und die ersten 180.000 Kilo Milch pro Betrieb in Verbindung mit einer Mengensteuerung. Manch einen ärgert es, dass das Thema wieder in der Diskussion ist, aber die Feststellung hat zweifelsfrei Bestand: Seit Abschaffung der Milchquoten in der Schweiz im Jahr 2009 steigt die Produktion und der Preisverfall setzt sich fort. Die aktuelle Krise bestätigt, dass Mengensteuerung unerlässlich ist. Es ist illusorisch zu glauben, dass die unsichtbare Hand des Markts alles regeln kann. Wenn wir kostendeckende Preise für die ErzeugerInnen erhalten, wird es deutlich leichter, die Frage der Mengensteuerung wieder zu thematisieren.
Verbot des Milchveredelungsverkehrs bei Überproduktion: Diese Zoll-Sonderregelung ermöglicht es der Milchindustrie, ausländische Erzeugnisse (z. B. Butter, Milchpulver) zollfrei oder zu stark verminderten Zöllen zu importieren, um sie weiterzuverarbeiten und anschließend zu exportieren. Zwischen 2019 und 2024 sind die Milchpulverimporte in diesem Rahmen explosionsartig von 1.000 auf fast 5.000 Tonnen gestiegen; 2024 wurden außerdem 2.000 Tonnen Butter importiert. Das ist ökologischer Wahnsinn, insbesondere da die Schweiz bereits Überschüsse produziert und die milchverarbeitende Industrie für den Ankauf Schweizer Rohstoffe aus dem Fonds „Rohstoffverbilligung Nahrungsmittelindustrie“ vom Bund subventioniert wird. Übrigens haben PolitikerInnen an das Bundesamt für Landwirtschaft (BWL) geschrieben und dieses Verbot gefordert.
Eine weitere himmelschreiende Ankündigung: Kurz vor Weihnachten verkündete die BO Milch, dass sie den A-Segment-Preis ab Februar 2026 von 82 auf 78 Rappen senkt und hat sich dabei auf den Preiseinbruch auf dem europäischen Markt berufen. Wir haben heftig darauf reagiert: Es ist ein Scheinargument, da das A-Segment die Milch betrifft, die auf dem Inlandsmarkt abgesetzt wird. Butter- und Milchpulverexporte fallen nicht darunter. Oder ist die Milchpreissegmentierung vielleicht nur ein Taschenspielertrick, den die Industrie und der Handel gern einsetzen, um ihre Profite auf dem Rücken der ErzeugerInnen zu optimieren?
Wie in jeder Krise zahlen die Bäuerinnen und Bauern die Zeche. Warum geht man nicht an die Gehälter der Verantwortlichen und Mitarbeitenden der Verarbeiter, der BO Milch und der SMP? Es ist untragbar. Was macht die Organisation der SMP, wo sie über ein jährliches Budget von 37 Millionen Schweizer Franken verfügt – 23 Millionen davon aus den Mitgliedsbeiträgen der ErzeugerInnen – und sie Gewicht hat? Es ist blamabel. Angesichts dieser Untätigkeit sollte man die Mitgliedsbeiträge hinterfragen, die zumindest zeitweilig ausgesetzt werden sollten.
Um den ErzeugerInnen einen Anreiz zur Reduzierung der Milchproduktion zu geben, sollte in der Zwischenzeit als Soforthilfemaßnahme ein Stützungsfonds eingerichtet werden. Dieser sollte aus dem Fonds „Rohstoffverbilligung Nahrungsmittelindustrie“ oder den schändlich hohen Mitteln der SMP finanziert werden. In diesem Sinne hat die Schweizer Genossenschaft mooh, die als Milcherzeuger-Organisation etwa 3.600 Betriebe vertritt, Ende Januar allen einen Bonus von 2 bzw. 4 Rappen pro kg angeboten, die ihre Produktion auf 95% bzw. 90% ihrer Menge im gleichen Monat des Vorjahres reduzieren. Gleichzeitig kündigte mooh einen Milchpreis von 52 Rappen für Januar 2026 und dann 50 Rappen von Februar bis Mai 2026 an. Wie sollen die MilcherzeugerInnen damit zurechtkommen?
Es ist allerhöchste Zeit zu handeln. An die BO Milch und Swissmilk: Hört auf, Däumchen zu drehen und reformiert endlich diesen Milchmarkt. Lösungen gibt es. An die Verarbeiter: Hören Sie auf, passiv und opportunistisch zu sein und klein beizugeben. Kämpfen Sie effektiv gegen den unanständigen Preisdruck des Handels. Denn langfristig wird Ihnen die Milch ausgehen, um Ihre Anlagen auszulasten, wenn zu viele ErzeugerInnen aufgeben. Damit gefährden wir unsere Versorgungssicherheit.
An die Politik: Beweisen Sie Mut und schauen Sie nicht länger weg! Es ist überlebenswichtig, diesen Markt zu regulieren. Glücklicherweise wachen einige PolitikerInnen endlich auf – ihnen sei Dank. Aber die Unterstützung reicht nicht.
Berthe Darras, Verantwortliche der Milchkommission von Uniterre
Die Position des EMB wird in der Schweiz offiziell salonfähig
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Der belgische Skisportler Armand Marchant entschied sich nach seiner olympischen Qualifikation für eine eigene Spur abseits der ausgetretenen Pfade. Statt sich ausschließlich mit klassischen Sportpartnern zu umgeben, tritt er im Rahmen einer Zusammenarbeit mit Fairebel an – einer Genossenschaft im Besitz belgischer Landwirte, die für ihre fairen Milchprodukte bekannt ist.
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Die letzten Monate waren von intensiver Mobilisierung und großen Sorgen im Milchsektor geprägt. Die MIG möchte die aktuellen Themen zusammenfassen und von Aktionen berichten, die mit dem Ziel durchgeführt wurden, die Interessen der MilchproduzentInnen zu verteidigen.
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Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eine öffentliche Aufforderung zur Einreichung von verfügbaren Daten zur Anwendung von 3-Nitrooxypropanol (3-NOP) bei Wiederkäuern gestartet. Sie ist beauftragt, ein wissenschaftliches Gutachten zur Sicherheit für die Zieltierart gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1831/2003 durchzuführen.
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