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EMB - European Milk Board asbl
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B-1040 Bruxelles
Tel.: +32 - 2808 - 1935
Fax: +32 - 2808 - 8265
Liebe Bäuerinnen und Bauern, liebe Interessierte,
in ganz Europa gehen die Landwirtinnen und -wirte zu Zehntausenden auf die Straße – aus gutem Grund. Sie haben es endgültig satt und teilen es der Politik sehr deutlich mit – nicht nur mit Worten, sondern auch mit Straßensperren von Litauen über Deutschland, Frankreich, Belgien und die Niederlande bis nach Italien. Es reicht!
Die Landwirtinnen und -wirte protestieren gegen die zunehmende Kluft zwischen den Einzelhandels- und Erzeugerpreisen. Offensichtlich kann man sich bei der Politik anders kein Gehör verschaffen. Wir Landwirte brauchen keine Subventionen – sondern kostendeckende Preise und Marktreformen, um den Sektor wieder ins Gleichgewicht zu bringen und unser Einkommen zu sichern.
Für uns ist es besorgniserregend, die Äußerungen der traditionellen Sprachrohre der Landwirte zu hören, der großen alten Bauernverbände. Sie sollten eigentlich die schwierige wirtschaftliche Lage der Bauern thematisieren, setzen sich aber stattdessen für Subventionen ein und sind gegen einen angemessenen freiwilligen Lieferverzicht, sei es für Milch- oder Ackerbauerzeugnisse.
Es scheint, dass diese Organisationen die Argumente der Verarbeiter und Einzelhändler verbreiten, anstatt sicherzustellen, dass die Landwirtinnen und -wirte einen kostendeckenden Preis erhalten. Sie vertreten das Ziel ständig wachsender Exporte, was nicht den Lebensunterhalt der Bäuerinnen und Bauern sichert. Dies wäre aber ihre eigentliche Aufgabe.
Das Ziel muss sein, stabile Marktpreise zu gewährleisten und die Landwirtinnen und -wirte so in die Lage zu versetzen, Umweltauflagen zu erfüllen. Milchwirtschaft muss rentabel sein, damit der Sektor auch für künftige Generationen noch attraktiv ist.
Ein altes Sprichwort sagt: „In der Milchwirtschaft kann man viel Geld verdienen – sofern man kein Bauer ist.“ Das muss umformuliert werden. Das Preisbildungssystem muss neu aufgesetzt werden, damit die Bäuerinnen und Bauern endlich ihren gerechten Anteil verdienen können.
Die Landwirtinnen und -wirte müssen innerhalb der Wertschöpfungskette stärkeres Gewicht bekommen und vom passiven Preisempfänger zum aktiven Preisgestalter werden.
Kjartan Poulsen, Vorsitzender des European Milk Board (EMB)
Offener Brief des European Milk Board an die Europäische Kommission
Sehr geehrte Präsidentin der Europäischen Kommission,
sehr geehrter Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung,
wir richten uns in diesem offenen Brief an Sie, da sich die Situation zum einen für die europäischen Landwirte und für die Produktion von Nahrungsmitteln und zum anderen für die EU als Ganzes dramatisch verschärft hat. Es vergeht kein Tag, an dem nicht zahlreiche und sehr starke Proteste und Aktionen von Bäuerinnen und Bauern in ganz Europa stattfinden. Die Zustimmung aus der Bevölkerung für die wichtigen Anliegen von uns Landwirten wächst, während gleichzeitig die Unterstützung für politische und staatliche Institutionen sinkt.
Wir möchten Sie dazu auffordern und gleichzeitig unsere Zusammenarbeit dafür anbieten, das landwirtschaftliche System wirkungsvoll und nachhaltig zu reformieren.
Es ist sehr wichtig, den künftigen Rahmen so zu konzipieren, dass grundlegende Änderungen und Reformen stattfinden.
- Das Zeitalter der Abhängigkeit von öffentlichen Geldern,
- das Zeitalter einer unprofitablen und defizitären Lebensmittelproduktion auf der Erzeugerstufe,
- das Zeitalter von Landwirten, die in Scharen den Sektor verlassen und wo junge Menschen keinerlei Möglichkeit sehen, in den Beruf einzusteigen -
→ Dieses Zeitalter ist an seinem Endpunkt angekommen.
Nutzen wir die Zeit jetzt, nutzen wir die Chance, das EU-Agrarsystem - den Agrarmarkt - so zu reformieren, dass sie für die Zukunft gerüstet sind. Das Einkommen als Erzeuger über den Markt erwirtschaften zu können, muss das Ziel dieser Reformen sein.
Proteste mit Subventionen temporär zu dämpfen und nur notdürftig Löcher und Defizite zu stopfen, ist keine nachhaltige Option. Staatliche Gelder oder Steuererleichterungen sind nicht die Lösung, denn diese Ressourcen sind endlich. Sie können im Rahmen des Green Deal als Anreiz und als Finanzierung für gewünschte Maßnahmen gesetzt werden – aber nur in Kombination mit Reformen, die am Markt ansetzen und dafür sorgen, dass die Landwirte am Markt ein angemessenes Einkommen generieren können.
Aus diesem Grund reihen wir uns als Vertreter von Erzeugerinnen und Erzeugern, die eine Zukunft mit Perspektive schaffen möchten, nicht in den Kanon all jener ein, die ein zukunftsloses System weiter aufrechterhalten wollen. Denn dies hat die Probleme und die Proteste erst erschaffen und wird die LandwirtInnen weiter ausnutzen.
Lassen Sie uns die Chance nutzen, wirkliche Lösungsmöglichkeiten zu besprechen und umzusetzen. Ja, diese Lösungsmöglichkeiten setzen am Markt und bei den Marktakteuren an. Sie setzen bei der Verteilung der Margen in der Wertschöpfungskette an. Eine Kette, in der durchaus mit Lebensmitteln Geld gemacht wird, das jedoch nicht bei den LandwirtInnen und ihren Familien ankommt. Der Agrarsektor muss weg von der Abhängigkeit von Steuergeldern hin zu einem ausgewogenen Sektor, bei dem die Margen zwischen den Marktakteuren fair verteilt sind. Solange das nicht angepackt wird, wird lediglich die aktuelle Linie weiterverfolgt, die uns ErzeugerInnen in eine unwürdige Situation versetzt und dazu geführt hat, dass Proteste die einzelnen Länder und die EU im Ganzen erschüttern.
Wir haben bald Wahlen in der EU und die große Unzufriedenheit der Landwirte beeinflusst nicht nur deren Wahlentscheidung, sondern hat auch Einfluss auf weitere Teile der Bevölkerung. Überzeugen und Unterstützung finden kann hier nur eine EU, die Perspektiven für die Landwirtschaft entwickelt. Wenn wir es gemeinsam schaffen, Perspektiven dafür zu entwickeln, dass nachhaltig das Einkommen der Erzeuger am Markt gesichert ist, wird Vertrauen geschaffen und damit Unterstützung für die EU und ihre Institutionen. Dafür muss sich die Produktion von Nahrungsmitteln von einem unprofitablen Zweig, der zudem an Subventionen hängt wie an einer Nadel mit Drogen, hin zu einer profitablen Branche entwickeln.
Wir können gemeinsam an einem Markt und einem Sektor arbeiten, der die jungen Menschen überzeugt, in den Beruf des Landwirts einzusteigen und der den Landwirten die Perspektive gibt, die sie benötigen, um für uns alle in Europa Lebensmittel zu produzieren. Wird das nicht in Angriff genommen, dann werden die LandwirtInnen – ein essentieller Pfeiler unserer Gesellschaft – weiter aus dem Wertesystem der EU ausgegrenzt, mit all den negativen Konsequenzen für sie und ihre Familien sowie für die Produktion von Nahrungsmitteln und die EU als Ganzes.
Wir möchten Sie daher dazu einladen und auffordern, bei einem baldigen Treffen die Möglichkeiten und Konzepte für essenzielle Reformen des Agrarsektors gemeinsam zu besprechen. Bitte lassen Sie uns dafür Terminvorschläge zukommen.
Mit freundlichen Grüßen
Kjartan Poulsen, EMB-Vorsitzender
Offener Brief des European Milk Board an die EU-Kommission vom 13. Februar 2024
Kostendeckende Preise über grundlegende Marktreformen! Steuergelder und Subventionen können die Landwirtschaft nicht retten
Wie das European Milk Board bei einer internationalen Pressekonferenz in Brüssel am 24. Januar mitteilt, lassen sich die Proteste der Landwirte, die in zahlreichen Ländern stattfinden, nicht über die Vergabe von Subventionen beenden. „Wer wie wir die Entwicklung des Agrarsektors in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten mitverfolgt hat, der weiß, dass die nun auftretenden Proteste nicht von irgendwo kommen, sondern handfeste Ursachen haben“, so der EMB-Präsident Kjartan Poulsen. „Diesen tiefgehenden Ursachen kann man nicht mit kleinen Schönheitsreparaturen oder schlimmer noch, mit Ignoranz, begegnen.“
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Agrardialog in Berlin: Neue Wege in der Landwirtschaft
Mit einer großen Abschlusskundgebung vor dem Brandenburger Tor in Berlin am Montag, den 29. Januar, hat die Landwirtschaft mit Unterstützung von Handwerkern und Transportgewerbe auf die mannigfaltigen Probleme hingewiesen. Die umfangreiche Kritik der Landwirtinnen und -wirte hat Wirkung gezeigt.
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Das European Milk Board (EMB) ist auch in diesem Jahr auf der Grünen Woche vertreten und informiert gemeinsam mit den deutschen Kollegen vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) und der Fairen Milch zu den Entwicklungen im Milchsektor.
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Der erste Monat des Jahres 2024 ist schon vorbei. Vergleicht man die Aussichten und Erwartungen der irischen MilcherzeugerInnen mit der Situation vor einem Jahrzehnt, als die europäische Quotenregelung auslief, könnten sie kaum unterschiedlicher sein. Die Zuversicht, die damals im irischen Milchsektor spürbar war, hat sich verflüchtigt.
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Am 20. November gab die Branchenorganisation Milch (BOM) bekannt, dass der Richtpreis für A-Segment-Milch ab dem 1. Januar 2024 um 2 Rappen sinkt. Der Richtpreis fällt somit von 81 auf 79 Rappen pro kg. Das Hauptargument: „Die Preissenkung ist vor allem die Folge der stark gesunkenen Milchpreise in Europa.“
Die Senkung des Richtpreises für A-Segment-Milch* ist eine mehr als beschämende Entscheidung! Wie schafft man es, sich so offen über die Milchbäuerinnen und -bauern in diesem Land lustig zu machen?
Schweizer Milchmarkt in der Krise: Probleme durch Käsefreihandel mit EU
Der Schweizer Milchmarkt droht aus den Fugen zu geraten. Der Käsefreihandel, den die Schweiz seit 2007 mit der EU betreibt, verursacht große Probleme. Der stetig steigende Kurs des Schweizer Frankens verschärft die Situation noch: Während der Euro bei seiner Einführung noch 1,50 Franken wert war, liegt sein Kurs heute bei nur noch 0,95 Franken. Gleichzeitig steigen die Produktionskosten in der Schweiz kontinuierlich und der Milchpreis kann diese Kosten nicht decken.
Weiterlesen....Mercosur-Torschlusspanik schadet Glaubwürdigkeit der EU beim Thema Erderwärmung
Der Vorsitzende der Irish Creamery and Milk Suppliers‘ Association (ICMSA), Denis Drennan, hat auf Medienberichte reagiert, dass die scheidende EU-Kommission in einem Anfall von Torschlusspanik hektisch versucht, das Mercosur-Freihandelsabkommen doch noch zustande zu bringen. Er warnt, dass ein solcher Deal das Recht der EU „auf immer verwirke“, Politiken zur Bekämpfung der Erderwärmung zu entwickeln oder zu kommentieren.
Weiterlesen...Die Lage in Schweden
In Schweden ergeben sich derzeit große Veränderungen, insbesondere im Milchsektor, der vor großen Herausforderungen steht. Neben der allgemeinen geopolitischen Lage mit dem bevorstehenden NATO-Beitritt Schwedens und den Abkommen mit den USA über den Zugang zu unseren Militärbasen erleben die Landwirtschaft allgemein und der Milchsektor tiefgreifende Umwälzungen.
Weiterlesen...Setzen wir uns gemeinsam für eine faire Bezahlung und für eine nachhaltige Landwirtschaft ein
In Belgien hat die Milcherzeuger-Interessengemeinschaft (MIG) vor kurzem eine Mitgliederumfrage durchgeführt, um angesichts des weiteren Milchpreisverfalls gemeinsame Lösungen zu finden. Die Beteiligung an dieser Umfrage war bemerkenswert rege und engagiert. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden war bei 47 Jahren, die durchschnittliche Milchmenge lag für die Biobetriebe bei 530 000 Litern pro Jahr bzw. 655 000 Litern für konventionelle Betriebe. Die Befragung sollte die Meinung der Mitglieder zu künftigen gemeinsamen Strategien einholen und die Preisschwelle festlegen, bei deren Unterschreitung die MIG tätig werden soll.
Weiterlesen...Portugal: Milch 2024 endlich wertschätzen!
Angesichts der politischen und wirtschaftlichen Unsicherheit haben die MilcherzeugerInnen von APROLEP bei der jüngsten Mitgliederversammlung ihre Sorgen geäußert und dabei die anhaltend hohen Produktionskosten, insbesondere für Futtermittel, hervorgehoben.
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