Liebe Bäuerinnen und Bauern, liebe Interessierte,

beim Treffen des Europäischen Rats für Landwirtschaft und Fischerei am 27. April 2026 haben mehrere Mitgliedstaaten die Verschlechterung der Lage am europäischen Milchmarkt thematisiert. Belgien und die Slowakei sowie Bulgarien, Italien, Litauen, Slowenien und Ungarn haben das zunehmende Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage angesprochen und die Europäische Kommission gedrängt, europäische Krisenmaßnahmen zu prüfen, einschließlich eines befristeten freiwilligen Milchlieferverzichts.

Das zeigt, dass sich die Sorge nicht länger auf einzelne Länder oder nationale Verbände beschränkt. In ganz Europa warnen die MilcherzeugerInnen, dass die aktuellen Marktentwicklungen sie in eine immer unhaltbarere Lage bringen. In Irland hat zum Beispiel der Milcherzeugerverband ICMSA die Regierung öffentlich aufgefordert, einen EU-weiten freiwilligen Lieferverzicht zu unterstützen. Wir müssen jetzt über alle Mitgliedstaaten hinweg ähnlichen Druck ausüben, denn es ist ein europäisches Marktproblem, und es erfordert eine europaweite Reaktion.

Die Eckpfeiler des vorgeschlagenen Programms sind selbsterklärend und seine Wirksamkeit liegt in der Einfachheit: Die EU würde den MilcherzeugerInnen eine Entschädigung pro Liter zahlen, wenn sie für einen befristeten Zeitraum freiwillig ihre Produktion mindern. Dies würde ein klares Signal senden, dass die Produktionsmenge angepasst wird, was dazu beiträgt, Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht zu bringen und die Abnehmer zum Kauf animieren würde.

Die Frage an die Milchbäuerinnen und -bauern in ganz Europa ist daher klar: Wie können wir die Kommission und nationalen Regierungen davon überzeugen, dass dies einer der Momente ist, wo sich der Markt nicht irgendwann selbst regulieren wird? Selbst wenn der Markt allmählich wieder ins Gleichgewicht kommen sollte, haben viele Betriebe nicht mehr die Zeit, dies abzuwarten. Die Milchpreise liegen in mehreren Mitgliedstaaten unter den Produktionskosten, während die Kosten für Betriebsmittel, vor allem für Kraftstoff und Dünger, die Betriebe schwer belasten. Das ist keine vorübergehende Verlustphase mehr. Für viele ErzeugerInnen sind gerade die Hauptproduktionsmonate die Zeit, in der sie einen überproportionalen Teil ihres Jahreseinkommens erwirtschaften sollten. Stattdessen arbeiten zu viele Landwirtinnen und -wirte hart, nur um Geld zuzubuttern oder im besten Fall kostendeckend zu bleiben.

Das ist die Realität in Irland, aber auch für die MilcherzeugerInnen in vielen anderen Teilen Europas. Einige Märkte haben zuletzt eine marginale und zögerliche Preiserholung gezeigt, aber diese liegt deutlich unter dem Anstieg, der nötig ist, um eine nachhaltige Marge abzuwerfen. Wenn nichts unternommen wird, um den Milchmarkt ins Gleichgewicht zu bringen, bleiben viele MilcherzeugerInnen in einer Situation gefangen, in der der Marktpreis die tatsächlichen Kosten der Milchproduktion nicht widerspiegelt.

Ein freiwilliger Lieferverzicht ist ein erprobtes und bewährtes Instrument, das bereits bewiesen hat, dass es den Milchüberschuss angehen kann – ohne Einlagerung von Milch und ohne Entstehung eines Überhangs, der die Markterholung zu einem späteren Zeitpunkt gefährden würde. Das 2016 durchgeführte Programm des freiwilligen Lieferverzichts hat seine Wirksamkeit demonstriert. Die sich abzeichnende Angebotsverknappung hatte die Abnehmer veranlasst, im Voraus zu kaufen und so zu einer Preiserholung beizutragen, was die Primärerzeugung stabilisierte.

In einer Zeit, in der der Agrar- und Nahrungsmittelsektor vor vielen schweren und komplexen Herausforderungen steht, sollte die Politik zumindest handeln, wenn bereits bewährte Instrumente existieren. Der Milchmarkt muss dringend wieder ins Gleichgewicht gebracht werden, und die MilcherzeugerInnen brauchen Preise, die ihre Kosten decken. Ein europäischer Lieferverzicht wäre ein probater, bescheidener und wirksamer Schritt in diese Richtung. Die nationalen Regierungen und die Europäische Kommission sollten jetzt den politischen Willen beweisen, das Instrument anzuwenden.

Wir wünschen Ihnen und euch interessante Einblicke mit dieser Ausgabe unseres Newsletters, in dem BerufskollegInnen aus ganz Europa ein breites Themenspektrum beleuchten: Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) berichtet von seiner Aktion vor dem Bundeskanzleramt, bei der ein symbolischer Scherbenhaufen den Schaden versinnbildlichte, den die jahrelange Untätigkeit der Politik hinterlassen hat. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und MEG Milch Board kritisieren die Genehmigung der Fusion zwischen Arla und DMK. Der LDM stellt seinen neuen Verbandsvorsitzenden vor, während BIG-M die sich verschärfende Milchkrise in der Schweiz und die Notwendigkeit für die ProduzentInnen beleuchtet, ihre eigene Lösung zur Mengensteuerung zu finden. FAIRMËLLECH zeigt, wie eine Marke in den Händen der Landwirtinnen und -wirte in Luxemburg auch weiterhin faire und kostendeckende Preise fördert. Die Irish Creamery Milk Suppliers’ Association (ICMSA) hingegen argumentiert, dass die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) zu ihrem ursprünglichen Zweck zurückfinden muss, in der Nahrungsmittelerzeugung aktive Landwirtinnen und -wirte zu unterstützen, wohingegen Fairebel ein leckeres neues Produkt vorstellt. Des Weiteren enthält der Newsletter einige aktuelle Pressemitteilungen des EMB, die unter anderem die bedingungslose Genehmigung der Fusion zwischen Arla und DMK kritisieren und größere Transparenz und mehr Rechte für die ErzeugerInnen in Genossenschaften fordern. Wir weisen außerdem auf die politischen Versäumnisse hin, die zur Abwertung der Milch und der Arbeit der Landwirtinnen und -wirte geführt haben. Eine weitere Pressemitteilung richtet sich an die Mitgliedstaaten und fordert sie auf, sich für einen freiwilligen Lieferverzicht einzusetzen, bevor Rekordmilchmengen einen weiteren Preisverfall auslösen. 

Wir hoffen, dass Sie diese Beiträge mit ihren verschiedenen Perspektiven aus unserem Netzwerk interessant finden, und wünschen eine angenehme Lektüre.

 

Denis Drennan, EMB-Vorstandsmitglied und Vorsitzender von ICMSA

EMB an alle Mitgliedstaaten: Jetzt handeln und freiwilligen Lieferverzicht unterstützen!

© EMB

Die Forderung des European Milk Board (EMB) an alle Mitgliedstaaten lautet: Die Rekordmengen im Milchmarkt treiben Europa in den nächsten Preiskollaps – es gilt jetzt zu handeln und den freiwilligen Lieferverzicht zu unterstützen! Das EMB schlägt Alarm: Die Entwicklung auf dem europäischen und globalen Milchmarkt hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Die Milchmengen sind weltweit sehr stark gestiegen – und wachsen weiter. Eine solche Entwicklung liegt deutlich außerhalb normaler Marktschwankungen und führt direkt in eine neue schwere Krise.

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BDM: Politische Untätigkeit hinterlässt einen Scherbenhaufen

© BDM

Mit einem Scherbenhaufen vor dem Bundeskanzleramt hat der BDM e. V. am 10. Juni 2026 auf die anhaltende Krise im Milchmarkt und die Folgen jahrelanger politischer Versäumnisse aufmerksam gemacht. Bei der Aktion wurde symbolisch Porzellan zerschlagen und ein Scherbenhaufen gebildet. Jeder einzelne Wurf stand für Wertschöpfungs-verluste in einem Bundesland, die den Milchviehbetrieben infolge wiederkehrender Marktkrisen entstanden sind. Damit wurde sichtbar, welche wirtschaftlichen Schäden die Milchkrise in den Regionen Deutschlands hinterlassen hat.

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Schweiz: Die Milchkrise spitzt sich zu

© BIG-M

Die aktuelle Entlastung des Schweizer Milchmarkts darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die strukturelle Krise ungelöst ist. Aus Sicht von BIG-M müssen die MilchproduzentInnen jetzt selbst ein klares Mengenmanagement einfordern und beschließen, da Molkereien und Handel gut mit der Überschusssituation leben können.

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20 Jahre European Milk Board (EMB): Starke Stimme der MilcherzeugerInnen in Europa

© EMB

Das European Milk Board (EMB) feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Bei der Mitgliederversammlung in Italien kamen Milcherzeugerinnen und Milcherzeuger aus vielen europäischen Ländern zusammen, um gemeinsam auf zwei Jahrzehnte Einsatz für faire Bedingungen im Milchsektor zurückzublicken. Seit seiner Gründung hat sich das EMB als unabhängige und starke Stimme der MilcherzeugerInnen in Europa etabliert. Was vor 20 Jahren als mutige Initiative von Milchbäuerinnen und -bauern begann, ist heute eine wichtige politische Kraft auf europäischer Ebene. „20 Jahre EMB zeigen, dass Erzeuger gemeinsam etwas bewegen können. Viele wichtige Themen, die heute auf europäischer Ebene diskutiert werden, wären ohne den Druck und die Arbeit des EMB nie so weit gekommen“, erklärt EMB-Präsident Kjartan Poulsen.

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FAIRMËLLECH – Eine Marke in den Händen luxemburgischer MilchproduzentInnen

© FAIRMËLLECH

Die FAIRMËLLECH ist eine Marke, die aus einer Bewegung gegen anhaltend niedrige Milchpreise entstanden ist. Infolge der Milchstreiks schlossen sich luxemburgische MilchproduzentInnen zusammen und gründeten 2011 eine Genossenschaft, die ihren Mitgliedern faire und kostendeckende Milchpreise sichern sollte. Fünfzehn Jahre später wird die Marke heute von rund 60 Milchviehbetrieben aus Luxemburg getragen. Die Verantwortung für die Genossenschaft und die Marke liegt dabei weiterhin in den Händen der MilchproduzentInnen selbst.

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Fairebel bringt Boudin Blanc mit Fairer Milch auf den Markt

© Fairebel

Faircoop und Les Salaisons de Malmedy bringen gemeinsam einen Boudin Blanc mit Fairer Milch von Fairebel auf den Markt. Die 100% belgische Zusammenarbeit verbindet handwerkliches Knowhow, regionale Verankerung und eine bessere Vergütung der Milchproduzenten.

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Zurück zu den Ursprüngen: Warum Europa eine GAP braucht, die für die LandwirtInnen funktioniert

© ICMSA

Der irische Milcherzeugerverband Irish Creamery Milk Suppliers’ Association (ICMSA) vertritt die Auffassung, dass die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) sich von ihrem ursprünglichen Zweck entfernt hat: Landwirtinnen und -wirte zu unterstützen, die aktiv Nahrungsmittel produzieren, damit sie die europäischen KonsumentInnen mit erschwinglichen, hochwertigen Nahrungsmitteln versorgen können. Statt des Versuchs, sowohl die Ernährungssicherheit als auch die Umweltpolitik aus der GAP zu fördern, fordert der ICMSA, dass die GAP wieder zu ihren Ursprüngen zurückkehrt und aktive Landwirtinnen und -wirte direkt und sinnvoll unterstützt. Ökologische Ziele sollten separat durch eine Gemeinsame Umweltpolitik gefördert werden.

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Weltmilchtag 2026: Milchbauern machen Politikversagen im Milchmarkt mit europäischer Protestaktion sichtbar

© BDM

Mit einer provokativen Protestaktion machen Milchviehhalter des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) und des European Milk Board (EMB) kurz vor dem Weltmilchtag (1. Juni) öffentlich sichtbar, was aus Sicht der Bauern seit Jahren politisch verdrängt wird: die systematische Entwertung bäuerlicher Arbeit und der Leistung ihrer Tiere.

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Vertragspflicht in Frankreich: Es ist nicht alles schlecht!

© APLI, Adrien Lefèvre

Nicht alle Verträge sind das Papier wert, auf dem sie geschrieben sind. Aber Verträge, die einen vollkosten-deckenden Preis garantieren, Anpassungsklauseln enthalten und die Mengen und Laufzeit festlegen, können die Stellung der ErzeugerInnen tatsächlich stärken. Dennoch zeigen die Grenzen des französischen EGAlim-Gesetzes (zum Ausgleich der Handelsbeziehungen im Agrar- und Lebensmittelsektor), dass die Vertragspflicht weiterhin Defizite aufweist: Die komplexen Formeln, die zu niedrig angesetzten Kosten und die zunehmenden Unterschiede zwischen den Auszahlungspreisen der ErzeugerInnen gemahnen zur Wachsamkeit.

Es gibt drei ganz einfache Regeln, damit ein Vertrag für die ErzeugerInnen nachhaltig und gewinnbringend sein kann. Der Vertrag muss: 

  • einen Preis beinhalten, der die Produktionskosten zu 100% deckt, einschließlich eines würdigen Einkommensansatzes und Margen für den Erzeuger;

  • Preisanpassungsklauseln vorsehen (idealerweise mindestens einmal im Quartal mit Indikatoren zur Entwicklung aller Kosten);

  • die Laufzeit und Menge festlegen, um Planbarkeit über den Gesamtzeitraum zu haben. 

Warum das EGAlim-Gesetz in Frankreich nicht vollumfänglich funktioniert

  1. Die Pflicht zur Deckung der Produktionskosten gilt nur für den Binnenmarkt, d.h. bei vielen Molkereien ist nur 30% der verarbeiteten Menge davon betroffen… Das ist de facto weit von den angekündigten Versprechungen entfernt.

  2. Nicht alle Verträge enthalten Anpassungsklauseln und wenn doch, greifen sie nur für 60% der Kosten (Berücksichtigung der Preisentwicklung bei Kraftstoffen, Strom und Dünger). In den restlichen 40% fehlen einige große Belastungen, wie steigende Kosten für landwirtschaftliches Gerät (ca. +6,5% jährlich) und Lohnarbeit (ca. +4,5% jährlich).

  3. Es wurde kein Puffer eingeplant, beispielsweise eine Sicherheitsmarge für wirtschaftliche oder klimatische Unwägbarkeiten. Ein einfacher Prozentsatz der Produktionskosten wäre hier als Aufschlag leicht umsetzbar.

  4. Die Produktionskostenberechnung wurde nach unten verhandelt, vor allem beim Einkommen der Landwirtinnen und -wirte (aktuell werden in den Produktionskosten nach EGAlim 13 € brutto pro Arbeitsstunde eingerechnet, was weit von den 30 € pro Stunde entfernt ist, die wir für uns BetriebsleiterInnen einfordern) sowie beim Abzug der GAP-Beihilfen von den Produktionskosten. Wir kämpfen dafür, dass nur die an die Viehhaltung gekoppelten Beihilfen abgezogen werden – nach EGAlim werden alle Hilfen abgezogen, einschließlich der Umweltprämien für bessere Praktiken auf den Betrieben.

Wir sehen in Frankreich jedenfalls große Preisunterschiede zwischen den Molkereien, insbesondere bei denen, die Erzeugnisse für den Binnenmarkt verarbeiten, während sich die externen Märkte im freien Fall befinden.

FNPL: Milchgrundpreis ohne Boni bei 3,8% Fett und 3,2% Eiweiß in Frankreich und Deutschland, Mai 2025 bis April 2026

FNPL: Ranking der französischen Molkereien nach mittleren Milchpreisen bei 3,8% Fett und 3,2% Eiweiß ohne Boni und mit Nachzahlungen für 2025

Die Molkereien, die in unserem Ranking auf dem Siegerpodest stehen, haben eine gute Berücksichtigung von EGAlim in ihrem Liefervertrag. Meine persönliche Erfahrung mit meinem Liefervertrag bei Nestlé ist nicht perfekt, aber relativ gut. Da ich einen Vertrag habe, der sich zu 100% nach EGAlim richtet und Preisanpassungen (Ipampa-Indikator – Kaufpreisindex für landwirtschaftliche Produktionsmittel; Anm. d. Red.) für Kraftstoffe und Dünger vorsieht, liegt mein Grundmilchpreis (ohne saisonale Effekte und Qualitätsboni) für das zweite und dritte Quartal bei 480,85 €/Tonne für 3,8% Fett und 3,2% Eiweiß. Durch die Neubewertung des Ipampa-Indikators dürfen die Betriebe, deren Vertrag sich zu 100% nach EGAlim richtet, ab Herbst mit einem Auszahlungspreis von 500 €/Tonne rechnen.

Es gibt heute in Frankreich auch gute Lieferverträge für Fleisch mit der Option, einen Mindestabnahmepreis von 5,60 €/kg ohne Deckelung festzulegen. Der Auszahlungspreis kann also steigen, aber nicht unter den Mindestbetrag fallen. Für junge Menschen und für Investitionen ist es deutlich sicherer und man kann ruhiger in die Zukunft blicken. 

Mein Fazit: Es gibt gute und schlechte Verträge. Es liegt an uns, die guten für uns zu nutzen, um die Auszahlungspreise für die ErzeugerInnen zu steigern. Beim Aufsetzen eines Vertrags ist äußerste Wachsamkeit geboten, denn die Unternehmen haben Rechtsabteilungen, die unseren Rechtsbeistand in den Schatten stellen. Es ist wichtig, dass die Vertragsgestaltung für die ErzeugerInnen einfach und wirksam ist. Komplexe Preisberechnungsformeln nützen niemals den ErzeugerInnen.

Die Kehrseite ist, dass so auch die Unterschiede zwischen den ErzeugerInnen wachsen. Der Auszahlungspreis zu einem bestimmten Zeitpunkt wird immer heterogener, was es schwerer macht, bei großen Demonstrationen in Massen zu mobilisieren.

Davon abgesehen, schützt uns das EGAlim-Gesetz zwar bei einem Rückgang des Milchmarkts. Aber im gegenteiligen Fall deckelt es uns bei einem Preisanstieg, wie es 2024/2025 der Fall war. So gesehen, ist die Vertragspflicht noch sehr ausbaufähig.

 

Adrien Lefèvre, Sprecher von APLI, Frankreich

EMB kritisiert bedingungslose EU-Genehmigung der Fusion von Arla Foods und DMK

© Pixabay: Wolkenkrieger

Das European Milk Board (EMB) kritisiert die Genehmigung der Fusion von Arla Foods und der DMK Group durch die EU ohne verbindliche Auflagen für die neue Genossenschafts-struktur. Sie schafft einen der größten Molkereikonzerne Europas und verstärkt aus Sicht des EMB eine besorgniserregende Entwicklung im europäischen Genossenschaftssektor: immer größere, intransparentere Strukturen, in denen die Mitsprache der MilcherzeugerInnen schwindet. Diese fordern daher klare Auflagen für Genossenschaftsfusionen und eine Stärkung ihrer Rechte.

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Stellungnahme von AbL und MEG Milch Board zur Fusion von Arla und DMK: Belange der Bäuerinnen und Bauern missachtet

© AbL

Bauernorganisationen sind empört: Die EU-Kontrollbehörde hat die Fusion von Arla und DMK blanko freigegeben und damit den Weg zur größten europäischen Molkerei-Genossenschaft freigemacht. AbL und MEG Milch Board kritisieren, dass die Belange der Bäuerinnen und Bauern missachtet wurden, und fordern nun eine genaue Beobachtung und Evaluierung der Folgen für die MilchlieferantInnen.

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Junger, zukunftsorientierter Milcherzeuger wird neuer Vorsitzender des dänischen LDM

© LDM

Der 37-jährige Jørgen Schmidt wird Nachfolger von Kjartan Poulsen als Vorsitzender des dänischen LDM. Schmidt bewirtschaftet in dritter Generation den Familienbetrieb bei Branderup in Südjütland. Der Betrieb hat 245 Holsteinkühe und baut auf einer Fläche von 135 ha Kleegras und Mais an. Er ist verheiratet und hat drei kleine Kinder. Die tagtägliche Bewirtschaftung des Betriebs ist ihm sehr wichtig und wird auch künftig einen Großteil seiner Arbeit ausmachen.
Beim LDM liegt der Schwerpunkt auch künftig darauf, sich für eine rentable Milcherzeugung in Dänemark einzusetzen.

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Impressum

European Milk Board asbl
Rue de la Loi 155
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Tel: +32 2808 1935
Fax: +32 2808 8265
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