Liebe Bäuerinnen und Bauern, liebe Interessierte,

der Milchsektor gehört seit langem zu den Säulen der irischen Agrarwirtschaft und er verbindet tief verwurzelte Traditionen mit hochmodernen Innovationen. Dennoch stehen die irischen MilcherzeugerInnen aktuell vor beispiellosen Herausforderungen: Steigende Produktionskosten, immer schärfere Umweltauflagen und schwankende Milchpreise setzen ihre Existenzgrundlage erheblich unter Druck. Die extremen Wetterbedingungen in letzter Zeit haben die Situation weiter verschärft und zeigen, wie anfällig die Landwirtinnen und -wirte für Faktoren sind, die sich ihrem Einfluss entziehen.

Die Schwierigkeiten der irischen Landwirtschaft sind kein Einzelfall. In ganz Europa kämpfen die MilcherzeugerInnen mit ähnlichen Problemen. Ob in Frankreich, Deutschland, Litauen oder Spanien – die Landwirtinnen und -wirte sehen sich mit steigenden Produktionskosten, schwankenden Erzeugerpreisen und einem politischen Umfeld konfrontiert, das zunehmend mehr von ihnen verlangt, im Gegenzug aber wenig bietet, was faire Marktstrukturen betrifft. In vielen Regionen wird immer deutlicher, dass der Fortbestand der bäuerlichen Familienbetriebe – das Rückgrat unseres europäischen Agrarmodells – ernsthaft bedroht ist.

Gerade weil diese Herausforderungen alle ErzeugerInnen betreffen, sind Solidarität und koordiniertes Handeln auf europäischer Ebene gefordert. Das European Milk Board muss weiterhin darauf pochen, dass nur ein ganzheitlicher Nachhaltigkeitsgedanke, der die wirtschaftliche, soziale und ökologische Dimension berücksichtigt, die Zukunft der Milchwirtschaft in Europa sichern kann.

Faire Preise, die die Produktionskosten decken, und eine angemessene Marktregulierung, die zerstörerischen Preisschwankungen und der Vereinnahmung der Margen durch die Konzerne aktiv entgegenwirkt, sind die Voraussetzungen für eine gewisse Stabilität und Entlastung der noch verbliebenen bäuerlichen Landwirtschaft in der EU. Vor allem aber muss die Politik dringend die strategische Bedeutung der landwirtschaftlichen Familienbetriebe anerkennen und sie in den Mittelpunkt der europäischen Agrarpolitik stellen. Jüngste Beispiele wie die erfolgreiche Umsetzung von Programmen zum freiwilligen Lieferverzicht und nationale Gesetze, die den Kauf von Nahrungsmitteln zu Preisen unter den Produktionskosten verbieten, demonstrieren, dass mit den richtigen Instrumenten durchaus positive Veränderungen möglich sind.

Mit Blick auf die Zukunft wird sich das EMB weiterhin für Maßnahmen einsetzen, die die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Milchwirtschaft stärken und es den LandwirtInnen ermöglichen, die gesellschaftlichen und ökologischen Erwartungen zu erfüllen, ohne ihre eigene Existenzgrundlage zu gefährden. Uunsere Forderungen bleiben dieselben – in Irland, Dänemark, Portugal oder Polen: ein faires Einkommen, Markttransparenz und eine lebensfähige Zukunft für die künftigen Generationen von Milchbäuerinnen und -bauern.

Gemeinsam sind wir stärker.

 

Denis Drennan, Vorstandsmitglied des European Milk Board (EMB)

Fusion von Arla und DMK schafft neuen Genossenschafts-Giganten

© EMB

Das European Milk Board erklärt: „Wir müssen über Genossenschaften reden! Was Genossenschaften sind – was sie nicht sind – und was sie vorgeben zu sein.“

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AbL kritisiert geplante Fusion von Arla und DMK

© AbL

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) äußert scharfe Kritik an der geplanten Fusion zwischen der dänisch-schwedischen Molkereigenossenschaft Arla Foods und der deutschen DMK Group. Die AbL bemängelt insbesondere die mangelnde Transparenz und sieht potenzielle Nachteile für die Bäuerinnen und Bauern.

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Übernahme der DMK Group durch Arla Foods – Ist eine Neuaufstellung des Milchmarkts nötig?

© BDM e.V.

Neben der Regierungsbildung in Deutschland und der Bekanntgabe des neuen Bundesagrarministers beschäftigten die MilchviehhalterInnen in diesem Frühjahr auch die anstehende Fusion/Übernahme von DMK und Arla Foods.

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Uniterre, BIG-M, BBK und BZS fordern eine grundlegende Reform der Branchenorganisation BO Milch

© Uniterre, BIG-M, BBK und BZS

Mit einer parlamentarischen Motion stellen mehrere Schweizer Bauernorganisationen die Legitimität der aktuellen Milchpolitik in Frage. Sie verlangen mehr Mitsprache, faire Verträge und kostendeckende Milchpreise für die ProduzentInnen.

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Schweiz: Eine Briefmarke für faire Milchpreise!

© BIG-M

Tolle Aktion in der Schweiz: Die Genossenschaft Di fair Milch setzt ein originelles Zeichen für faire Milchpreise. Eine Sonderbriefmarke zeigt die EMB-Kuh Faironika in den Schweizer Farben und macht damit jeden Brief zum kleinen Botschafter für kostendeckende Erzeugerpreise.

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Schwedische MilcherzeugerInnen am Scheideweg

© Ulrik Isleborn

Der Milchauszahlungspreis ist aktuell für die meisten schwedischen MilcherzeugerInnen akzeptabel. Einige wenige Molkereien sind nicht in der Lage, mit dem Preis mitzuhalten, den der Marktführer zahlt. Aber es besteht die allgemeine Hoffnung unter den schwedischen Milchbäuerinnen und -bauern, dass die Milchpreise zumindest auf dem aktuellen Niveau bleiben werden.

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Der Milchsektor und der künftige europäische Green Deal

© EMB, Roberto Cavaliere

Eine mögliche Überarbeitung des Europäischen Green Deal würde sowohl Chancen wie auch Herausforderungen bedeuten, hätte aber auch beträchtliche – positive und negative – Auswirkungen auf den Milchsektor. Den ProduzentInnen könnten durch die Einführung umweltfreundlicherer Verfahren, Investitionen in nachhaltige Technologien und die Einhaltung strengerer Bestimmungen zusätzliche Kosten entstehen.

Bei Mehrkosten durch die Einführung umweltfreundlicherer landwirtschaftlicher Methoden bleiben die aktuellen Milchpreise ein Problem. Die ErzeugerInnen, die sich anpassen und Innovationen durchführen, können vielleicht wettbewerbsfähig bleiben, aber durch die beträchtlichen Mehrkosten werden womöglich die Verbraucherpreise steigen. Wer sich schnell anpasst und seine Effizienz steigert, kann vorübergehend vielleicht noch mithalten – insbesondere da die Abnehmer zunehmend nachhaltige Premium-Milcherzeugnisse bevorzugen. Dennoch ist es unumgänglich, dass die Politik eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den ErzeugerInnen fördert, um den Markt zu stabilisieren.

Erfahrungen aus ganz Europa zeigen, dass die Effizienzsteigerung der einzelnen Betriebe längst nicht mehr ausreicht. Die Anpassung an neue Umweltanforderungen muss mit einem Marktrahmen einhergehen, der kostendeckende Preise gewährleistet. Instrumente wie das Marktverantwortungsprogramm (MVP) des European Milk Board und die Vertragspflicht nach Artikel 148 der Gemeinsamen Marktorganisation sowie die zusätzliche Verpflichtung, kostendeckende Preise zuzüglich einer angemessenen Vergütung des Landwirts zu zahlen, schaffen dieses Sicherheitsnetz, das die MilcherzeugerInnen brauchen, wenn die Kosten für solche Anpassungen in die Höhe schnellen.

Wesentliche Faktoren sind:

  • Transparente Kostenindikatoren und Mechanismen zur Ermittlung kostendeckender Preise: Regelmäßige Kostenstudien für EU-Mitgliedsländer (z.B. BAL – Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft) zeigen, dass die ErzeugerInnen im Schnitt weit von einer Kostendeckung entfernt sind.
  • Staatliche Unterstützung und Agrarpolitiken: Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU und andere Finanzierungsmechanismen können finanzielle Anreize für Landwirtinnen und -wirte setzen, die nachhaltige Praktiken einführen, und sie darin unterstützen.
  • Erhöhte Nachfrage nach nachhaltigen Milcherzeugnissen: Das gestiegene Verbraucherbewusstsein für Umwelt- und Gesundheitsfragen kann die Nachfrage nach Milch und Molkereiprodukten mit kürzeren Lieferketten steigern.
  • Marken in Bauernhand, wie die Faire Milch: Sie können die Preise und die Absatzbedingungen verbessern, wenn die ErzeugerInnen wieder einen größeren Anteil der Wertschöpfungskette für sich beanspruchen können.
  • Innovationen und technologische Neuerungen

 

Roberto Cavaliere, Vorsitzender, Associazione Produttori Latte della Pianura Padana (APL)

EU-Verordnungsentwurf zum Transport nicht entwöhnter Kälber bedroht die europäische Milchviehhaltung

© Vanessa Langer

Das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union beabsichtigen, die Bestimmungen für Tiertransporte zu ändern. Ein neuer EU-Verordnungsentwurf zum Schutz von Tieren beim Transport sieht vor, dass Kälber, die jünger als fünf Wochen sind und weniger als 50 kg wiegen, nicht mehr transportiert werden dürfen. Diese Maßnahme hätte schwerwiegende wirtschaftliche und praktische Folgen für die MilchviehhalterInnen.

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Impressum

European Milk Board asbl
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