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EMB - European Milk Board asbl
Rue de la Loi 155
B-1040 Bruxelles
Tel.: +32 - 2808 - 1935
Fax: +32 - 2808 - 8265
Liebe Bäuerinnen und Bauern, liebe Interessierte,
der Milchsektor gehört seit langem zu den Säulen der irischen Agrarwirtschaft und er verbindet tief verwurzelte Traditionen mit hochmodernen Innovationen. Dennoch stehen die irischen MilcherzeugerInnen aktuell vor beispiellosen Herausforderungen: Steigende Produktionskosten, immer schärfere Umweltauflagen und schwankende Milchpreise setzen ihre Existenzgrundlage erheblich unter Druck. Die extremen Wetterbedingungen in letzter Zeit haben die Situation weiter verschärft und zeigen, wie anfällig die Landwirtinnen und -wirte für Faktoren sind, die sich ihrem Einfluss entziehen.
Die Schwierigkeiten der irischen Landwirtschaft sind kein Einzelfall. In ganz Europa kämpfen die MilcherzeugerInnen mit ähnlichen Problemen. Ob in Frankreich, Deutschland, Litauen oder Spanien – die Landwirtinnen und -wirte sehen sich mit steigenden Produktionskosten, schwankenden Erzeugerpreisen und einem politischen Umfeld konfrontiert, das zunehmend mehr von ihnen verlangt, im Gegenzug aber wenig bietet, was faire Marktstrukturen betrifft. In vielen Regionen wird immer deutlicher, dass der Fortbestand der bäuerlichen Familienbetriebe – das Rückgrat unseres europäischen Agrarmodells – ernsthaft bedroht ist.
Gerade weil diese Herausforderungen alle ErzeugerInnen betreffen, sind Solidarität und koordiniertes Handeln auf europäischer Ebene gefordert. Das European Milk Board muss weiterhin darauf pochen, dass nur ein ganzheitlicher Nachhaltigkeitsgedanke, der die wirtschaftliche, soziale und ökologische Dimension berücksichtigt, die Zukunft der Milchwirtschaft in Europa sichern kann.
Faire Preise, die die Produktionskosten decken, und eine angemessene Marktregulierung, die zerstörerischen Preisschwankungen und der Vereinnahmung der Margen durch die Konzerne aktiv entgegenwirkt, sind die Voraussetzungen für eine gewisse Stabilität und Entlastung der noch verbliebenen bäuerlichen Landwirtschaft in der EU. Vor allem aber muss die Politik dringend die strategische Bedeutung der landwirtschaftlichen Familienbetriebe anerkennen und sie in den Mittelpunkt der europäischen Agrarpolitik stellen. Jüngste Beispiele wie die erfolgreiche Umsetzung von Programmen zum freiwilligen Lieferverzicht und nationale Gesetze, die den Kauf von Nahrungsmitteln zu Preisen unter den Produktionskosten verbieten, demonstrieren, dass mit den richtigen Instrumenten durchaus positive Veränderungen möglich sind.
Mit Blick auf die Zukunft wird sich das EMB weiterhin für Maßnahmen einsetzen, die die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Milchwirtschaft stärken und es den LandwirtInnen ermöglichen, die gesellschaftlichen und ökologischen Erwartungen zu erfüllen, ohne ihre eigene Existenzgrundlage zu gefährden. Uunsere Forderungen bleiben dieselben – in Irland, Dänemark, Portugal oder Polen: ein faires Einkommen, Markttransparenz und eine lebensfähige Zukunft für die künftigen Generationen von Milchbäuerinnen und -bauern.
Gemeinsam sind wir stärker.
Denis Drennan, Vorstandsmitglied des European Milk Board (EMB)
Fusion von Arla und DMK schafft neuen Genossenschafts-Giganten
Das European Milk Board erklärt: „Wir müssen über Genossenschaften reden! Was Genossenschaften sind – was sie nicht sind – und was sie vorgeben zu sein.“
Weiterlesen...AbL kritisiert geplante Fusion von Arla und DMK
Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) äußert scharfe Kritik an der geplanten Fusion zwischen der dänisch-schwedischen Molkereigenossenschaft Arla Foods und der deutschen DMK Group. Die AbL bemängelt insbesondere die mangelnde Transparenz und sieht potenzielle Nachteile für die Bäuerinnen und Bauern.
Weiterlesen...Übernahme der DMK Group durch Arla Foods – Ist eine Neuaufstellung des Milchmarkts nötig?
Neben der Regierungsbildung in Deutschland und der Bekanntgabe des neuen Bundesagrarministers beschäftigten die MilchviehhalterInnen in diesem Frühjahr auch die anstehende Fusion/Übernahme von DMK und Arla Foods.
Rund 14 Jahre nach Entstehen des größten deutschen Molkereiunternehmens Deutsches Milchkontor (DMK) durch die Fusion der Nordmilch eG mit der Humana Milchunion eG ist das DMK wahrscheinlich nun bald wieder Geschichte. Schon die damals fusionierenden Genossenschaften waren durch eine Reihe von Übernahmen entstanden. Die im Zuge der Bekanntgabe der geplanten Fusion von DMK und Arla zu vernehmenden Äußerungen erinnern an die vorherigen Übernahmen: Dadurch entstehe das leistungsstärkste Unternehmen in Deutschland (jetzt halt der EU). Man verschaffe sich einen noch besseren Zugang zu den Märkten, die Innovationskraft werde noch besser usw. Diese Argumentation vermittelt die Botschaft, dass jetzt alles besser wird. Die Erlebnisse der letzten Jahrzehnte sprechen eine andere Sprache und belegen unter anderem, dass bei DMK wie auch bei Arla der Milchauszahlungspreis nie glänzte.
Diese Übernahme/Fusion wird nicht die letzte sein. Davon ausgehend stellt sich die Frage, ob es reicht, wenn die Kartellbehörden ihre Zustimmung zur Übernahme von dem einen oder anderen Zugeständnis abhängig machen, das punktuell zu einer Verbesserung der Marktstellung der MilcherzeugerInnen (z.B. Anhebung der Bündelungsgrenzen, Vertragspflicht, Verbot paralleler Unternehmensstrukturen etc.) führen könnte? Aus Sicht des BDM ist nun der Zeitpunkt gekommen, sich endlich ernsthaft mit der Entwicklung eines zukunftsfähigen Milchmarktsystems für eine wirtschaftlich interessante Milchviehhaltung zu befassen. Dazu gehören Überlegungen, wie die Belieferung der milchverarbeitenden Industrie samt Erfassung, Untersuchung, Bezahlung/Abrechnung und eventuell einer ersten Bearbeitung der Rohmilch in Verantwortung der MilchviehhalterInnen bzw. deren Branchenorganisation erfolgen könnte.
Der BDM lässt derzeit für einige der Mitglieder im Raum stehende rechtliche Fragen von einem Anwalt klären. In einem Online-Austausch am 25. April konnten die MilchviehhalterInnen diskutieren, ihre Fragen stellen und ihre Meinung zur Fusion darlegen.
Weitere Informationen zum Standpunkt des BDM bezüglich der geplanten Übernahme entnehmen Sie dieser Pressemitteilung.
Weitere Neuigkeiten aus Deutschland
Mit einer gemeinsamen Bildaktion mit Land schafft Verbindung (LsV), Freie Bauern Baden-Württemberg und MEG Milch Board begleiteten die Bäuerinnen und Bauern des BDM e.V. die Frühjahrskonferenz der Agrarminister der deutschen Bundesländer in Baden-Baden. Unsere Botschaft am 27. März lautete: „Bremse lösen – Vorschläge von EU-Kommissar Hansen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft unterstützen! Marktstellung der Bäuerinnen und Bauern stärken!“
Bild: BDM e.V.
Bei der diesjährigen Bundesdelegiertenversammlung – dem höchsten Gremium des BDM e.V. – standen neben den Formalien auch die Vorstands- und Beiratswahlen an. Der bisherige Vorstand wurde wiedergewählt. Außerdem wurde ein Ausblick auf die Aktivitäten und die Verbandsentwicklung 2025 gegeben.
Bild: BDM e.V.
Darüber hinaus fand am 16. April bereits zum 17. Mal die Bauernwallfahrt nach Altötting statt. Rund 1200 BesucherInnen erbaten in der Basilika St. Anna gemeinsam Gottes Segen für Menschen, Tiere und Felder, für Gesundheit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Am Nachmittag stellte Dr. Stefan Einsiedel vom Zentrum für Globale Fragen der Hochschule für Philosophie in München die neue Studie der Deutschen Bischofskonferenz vor. Im Fokus der Studie steht die Forderung nach einer nachhaltigen, ökologisch und sozialverantwortlichen Agrarpolitik mit einer wertebasierten Ordnungspolitik, die nicht nachhaltige Subventionen zurückfährt und ökologische Leistungen der Landwirtschaft angemessen entlohnt. Organisiert wurde die Bauernwallfahrt auch in diesem Jahr von der AbL; der BDM e.V. tritt als Unterstützer auf.
Bundesverband Deutscher Milchviehhalter e.V. (BDM)
Uniterre, BIG-M, BBK und BZS fordern eine grundlegende Reform der Branchenorganisation BO Milch
Mit einer parlamentarischen Motion stellen mehrere Schweizer Bauernorganisationen die Legitimität der aktuellen Milchpolitik in Frage. Sie verlangen mehr Mitsprache, faire Verträge und kostendeckende Milchpreise für die ProduzentInnen.
Weiterlesen...Schweiz: Eine Briefmarke für faire Milchpreise!
Tolle Aktion in der Schweiz: Die Genossenschaft Di fair Milch setzt ein originelles Zeichen für faire Milchpreise. Eine Sonderbriefmarke zeigt die EMB-Kuh Faironika in den Schweizer Farben und macht damit jeden Brief zum kleinen Botschafter für kostendeckende Erzeugerpreise.
Weiterlesen...Schwedische MilcherzeugerInnen am Scheideweg
Der Milchauszahlungspreis ist aktuell für die meisten schwedischen MilcherzeugerInnen akzeptabel. Einige wenige Molkereien sind nicht in der Lage, mit dem Preis mitzuhalten, den der Marktführer zahlt. Aber es besteht die allgemeine Hoffnung unter den schwedischen Milchbäuerinnen und -bauern, dass die Milchpreise zumindest auf dem aktuellen Niveau bleiben werden.
Weiterlesen...Der Milchsektor und der künftige europäische Green Deal
Eine mögliche Überarbeitung des Europäischen Green Deal würde sowohl Chancen wie auch Herausforderungen bedeuten, hätte aber auch beträchtliche – positive und negative – Auswirkungen auf den Milchsektor. Den ProduzentInnen könnten durch die Einführung umweltfreundlicherer Verfahren, Investitionen in nachhaltige Technologien und die Einhaltung strengerer Bestimmungen zusätzliche Kosten entstehen.
Weiterlesen...EU-Verordnungsentwurf zum Transport nicht entwöhnter Kälber bedroht die europäische Milchviehhaltung
Das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union beabsichtigen, die Bestimmungen für Tiertransporte zu ändern. Ein neuer EU-Verordnungsentwurf zum Schutz von Tieren beim Transport sieht vor, dass Kälber, die jünger als fünf Wochen sind und weniger als 50 kg wiegen, nicht mehr transportiert werden dürfen. Diese Maßnahme hätte schwerwiegende wirtschaftliche und praktische Folgen für die MilchviehhalterInnen.
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