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EMB - European Milk Board asbl
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B-1040 Bruxelles
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Liebe Bäuerinnen und Bauern, liebe Interessierte,
die jüngsten Entwicklungen in der europäischen Agrarpolitik lassen verhalten optimistisch sein. Bei der Internationalen Grünen Woche in Berlin machte der neue EU-Agrarkommissar Christophe Hansen Aussagen, die darauf schließen lassen, dass er um die kritische Bedeutung der Landwirtschaft weiß – nicht nur für die Ernährungssicherheit, sondern auch im Kampf gegen den Klimawandel. Der Agrarkommissar nannte verschiedene Prioritäten, die wichtige Veränderungen für unseren Sektor bedeuten könnten.
Er hat insbesondere die Notwendigkeit erkannt, die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) zu überarbeiten. Den LandwirtInnen überall in Europa, ganz gleich welchen Alters, ist der zunehmende bürokratische Aufwand nur allzu vertraut. Die am Computer verbrachte Zeit fehlt für die Arbeit auf dem Betrieb. Eine vereinfachte, planbarere GAP würde die Landwirtinnen und -wirte entlasten, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: die Erzeugung qualitativ hochwertiger Nahrungsmittel.
Zweitens hat der Kommissar ein finanzielles Sicherheitsnetz für die Landwirtschaft vorgeschlagen, um den Herausforderungen durch den Klimawandel, Marktschwankungen und externe Krisen zu begegnen. Die letzten Jahre haben vor Augen geführt, wie anfällig unser Sektor für Dürren, Überschwemmungen und Hitzewellen ist. Gleichzeitig zeigen geopolitische Ereignisse wie der Krieg in der Ukraine, Handelsstreitigkeiten und das Mercosur-Abkommen, wie stark sich politische Beschlüsse auf die Lebensgrundlage der Landwirtinnen und -wirte auswirken. Ein belastbares Sicherheitsnetz ist unerlässlich, um die Landwirtschaft vor solchen Risiken zu schützen und die Widerstandsfähigkeit unserer Nahrungsmittelversorgung zu stärken.
Drittens hat Hansen eingeräumt, dass es dringend notwendig ist, faire Preise für die Landwirtinnen und -wirte zu gewährleisten. Ohne faire und planbare Einkommen kann der Agrarsektor kaum die jungen Fachkräfte gewinnen, die für seine Zukunft wichtig sind. Das EMB betont schon seit langem die Bedeutung fairer Preise. Unser Marktverantwortungsprogramm (MVP) ist ein bewährtes Instrument, um Marktkrisen im Milchsektor entgegenzuwirken. Auch die Kostenstudien des Büros für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) sind wertvolle Instrumente, um die wirtschaftlichen Realitäten in der Milchwirtschaft zu verstehen und zu verbessern. Wir stehen zur Verfügung, um diese Erkenntnisse mit dem Kommissar zu erörtern und zur Schaffung nachhaltiger finanzieller Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft beizutragen.
Abschließend ist auch die Ankündigung des Kommissars, den Klimawandel bekämpfen zu wollen, eine willkommene Anerkennung der kritischen Rolle, die die LandwirtInnen dabei spielen. Die Landwirtschaft steht an vorderster Front, wenn es um die Auswirkungen des Klimawandels geht, weil sie Extremwetterereignisse als Erstes zu spüren bekommt, während sie gleichzeitig an der Umsetzung nachhaltiger Agrarpraktiken arbeitet. Die Landwirtinnen und -wirte bei solchen Bemühungen durch finanzielle Sicherheit und faire Preise zu unterstützen, ist unerlässlich, um künftige Rahmenbedingungen zu gestalten, in denen die europäische Landwirtschaft blühen und gedeihen kann.
Wir europäischen Landwirtinnen und -wirte sind stolz, dass unsere Nahrungsmittel zu den hochwertigsten weltweit zählen. Damit das auch künftig so bleiben kann, müssen wir heute für unsere Arbeit würdig entlohnt werden. Nur dann können wir die nächste Generation von Landwirtinnen und -wirten inspirieren und sie befähigen, mit den enormen künftigen Herausforderungen – und Chancen – umzugehen.
Kjartan Poulsen, Vorsitzender des European Milk Board (EMB)
Luxemburg: Fairkoperativ empfängt neuen EU-Agrarkommissar
Am 13. Januar 2025 haben die MilcherzeugerInnen der Fairkoperativ die luxemburgische Landwirtschaftsministerin Martine Hansen und den neuen EU-Agrarkommissar Christophe Hansen im Rahmen der Vorführung des Dokumentarfilms „Traînée de poudre“ empfangen.
Nach der Vorführung des Dokumentarfilms folgte eine Debatte sowie eine Fragerunde in Anwesenheit des Regisseurs Patrick Remacle sowie von ErzeugerInnen der Faire-Milch-Projekte D’fair Mëllech aus Luxemburg, Fairebel aus Belgien und FaireFrance aus Frankreich.
Die Dokumentation begleitet Menschen, die sich energisch dafür einsetzen, ein System zu ändern, das sowohl für die europäischen wie auch die afrikanischen ErzeugerInnen schädlich ist. Seit der Quotenabschaffung kennt der Milchsektor wiederkehrende Krisen, die unter anderem durch eine Überproduktion gekennzeichnet sind. Die Überschüsse, die zum Teil zu fettangereichertem Milchpulver verarbeitet werden, werden nach Afrika exportiert – mit gravierenden Auswirkungen für die ProduzentInnen beider Kontinente. Die Auszahlungspreise für die ErzeugerInnen in Europa sinken, während die afrikanischen ErzeugerInnen durch dieses Milchpulver, das ihre Märkte überschwemmt, in Form von unlauterem Wettbewerb geschwächt werden.
In mehreren europäischen Ländern haben MilcherzeugerInnen entschieden, ihr Schicksal wieder in die Hand zu nehmen, indem sie ihre Faire-Milch-Marke gegründet haben: D’fair Mëllech in Luxemburg, Fairebel in Belgien, FaireFrance in Frankreich, Die faire Milch in Deutschland, Faireswiss und Di fair Milch Säuliamt in der Schweiz. Dieses Faire-Milch-Projekt ist der lebende Beweis, dass eine faire Entlohnung möglich ist.
In Luxemburg setzen sich die ErzeugerInnen der Fairkoperativ bereits seit 2011 mit ihrer Marke „D’fair Mëllech“ für eine faire, lokale und familienbetriebene Landwirtschaft ein. Dieses Engagement geht über die Grenzen hinaus, erklärt uns Danielle Warmerdam-Frantz, Vorsitzende der Fairkoperativ: „Als luxemburgische Milcherzeuger möchten wir uns solidarisch mit unseren afrikanischen Kollegen zeigen, indem wir unsere Fachkenntnisse und unser Können teilen. Mit Unterstützung von Luxdev haben die Erzeuger der Marken D’fair Mëllech und Fairebel einen finanziellen Beitrag zur Gründung einer Molkerei in Burkina Faso geleistet, damit die lokalen Produzenten ihre Erzeugnisse unter der Marke Fairefaso vermarkten und sich eine würdige Zukunft sichern können.“
Die KonsumentInnen haben ebenfalls die Möglichkeit, eine fairere Landwirtschaft für die ProduzentInnen beider Kontinente zu unterstützen. D’fair Mëllech arbeitet nämlich eng mit Fairtrade zusammen. Durch den Kauf von Schokoladenmilch und drei Eissorten garantiert der Verbraucher nicht nur den luxemburgischen Milcherzeugern, sondern auch den Kakaoproduzenten in Ghana eine faire Entlohnung.
Die bei der Filmvorführung anwesenden MilcherzeugerInnen haben betont, wie wichtig solche Konzepte sind, gleichzeitig aber an den neuen EU-Agrarkommissar appelliert, endlich die notwendigen strukturellen Reformen durchzuführen, damit der Milchsektor nicht länger regelmäßig von Krisen erschüttert wird und künftigen Generationen wieder eine Perspektive bietet.
Danielle Warmerdam-Frantz, Landwirtin und Vorsitzende der Fairkoperativ
Nachhaltige Milchproduktion im Fokus: Herausforderungen, Chancen und Perspektiven für die Zukunft
Nach einem Jahr intensiver Debatten lud der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter e.V. am 18. Januar 2025 erneut zu seinem traditionellen Symposium im Rahmen der Internationalen Grünen Woche ein. Unter dem Titel „Nachhaltige Entwicklung unserer Betriebe – wer bestimmt, wo’s langgeht?“ diskutierten Vertreter aus Wissenschaft, Molkereiwirtschaft und Praxis zentrale Herausforderungen der Milchproduktion.
Weiterlesen...MilchproduzentInnen finanzieren den Export von Butter und Rahm mit: Wie kann das sein?
Kurz vor den Feiertagen – am 17. Dezember 2024 – erschien im „Schweizer Bauer“ ein sehr interessanter Artikel mit dem Titel „Butterimporte: So hoch fielen die Einnahmen aus“. Er befasste sich mit den Zolleinnahmen in Millionenhöhe, die der Bund infolge des Imports von Tausenden von Tonnen Butter zwischen 2020 und 2023 eingestrichen hat.
Weiterlesen...Irland und die Perspektiven für die Milchpolitik 2025
Das „neue“ Jahr ist bereits in vollem Gange und die Landwirte sind wieder in ihrem Trott mit der bei uns üblichen Frühjahrskalbung: Entsprechend unserer Weidesaison kalben die meisten Kühe in Irland im Februar und März. Dabei gehen den irischen LandwirtInnen viele Dinge durch den Kopf – nicht nur die Ankunft der neuen Kälber und die Schäden, die die jüngsten Stürme angerichtet haben. Wir berichten über die Hauptthemen, die die Mitglieder des irischen Milchviehhalterverbands ICMSA im kommenden Jahr beschäftigen werden.
Weiterlesen...Die MIG ruft zur gemeinsamen europaweiten Mobilisierung gegen das geplante EU-Mercosur-Abkommen mit seinen verheerenden Folgen auf
Zusammen mit verschiedenen wallonischen und europäischen Agrarorganisationen spricht sich die MIG vehement gegen das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten aus. Dieses Abkommen stellt eine unmittelbare Bedrohung für die Landwirtschaft, die Umwelt und die Ernährungssicherheit in Europa dar und konterkariert alle Nachhaltigkeitsbemühungen.
Weiterlesen...Das Schweizer Milchpreissegmentierungssystem verliert seine Akzeptanz
Die große Unzufriedenheit der Milchbäuerinnen und -bauern ist seit längerem bekannt. Nun hat das Centre for Development and Environment der Universität Bern die Gründe für diese Unzufriedenheit in einer Studie näher beleuchtet.
Weiterlesen...Milchbauern fordern Olaf Scholz zu klarer Positionierung auf: Vertragspflicht stärkt Bauern in der Wertschöpfungskette
VertreterInnen mehrerer Bauernverbände haben in einem offenen Brief Bundeskanzler Olaf Scholz kritisiert. Sie werfen ihm vor, bei den in Brüssel laufenden Verhandlungen zur Einführung einer europaweiten Vertragspflicht für die Milchbranche auf der Bremse zu stehen. Gemeinsam haben sie Scholz aufgefordert, sich beim EU-Agrarministerrat in Brüssel Ende Januar klar und engagiert für eine Verbesserung der Verhandlungsposition von Milchbäuerinnen und -bauern auf EU-Ebene einzusetzen.
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