BDM Presseinformation
14. September 2009
Milchlieferstopp weitet sich aus – in Deutschland und den Nachbarländern
(Freising) Der Milchlieferstopp geht in Europa ungebrochen weiter. In Frankreich weitete sich die Beteiligung Meldungen zufolge heute auf 50% aus, auch in Belgien, Luxemburg und Österreich nehmen immer mehr Milcherzeuger teil. Auch die Schweizer Milchbauern haben den Milchstreik ausgerufen. Bei vielen Aktionen und Versammlungen in allen Teilen Deutschlands und in den Niederlanden kommen die Milcherzeuger zusammen und solidarisieren sich mit ihren streikenden Kollegen. Immer mehr Meldungen von Milcherzeugern, die aus Solidarität ihre Milch nicht mehr abliefern, lassen den Schluss zu, dass der Milchlieferstopp auch hierzulande weiter an Fahrt gewinnt.
Wie sensibel der Milchmarkt auf jede Veränderung reagiert, zeigt die Tatsache, dass auf dem Spotmarkt der Rohmilchpreis bereits auf 30 Cent kletterte, nachdem er in den vergangenen Wochen weit unter 20 Cent gelegen hatte.
Auch heute gab es in Deutschland wieder zahlreiche regionale Aktionen der Milcherzeuger. So fand z.B. in Schleswig-Holstein in den frühen Morgenstunden eine Kundgebung vor einem Auslieferungslager von Aldi statt. In Ulm treffen sich zur Stunde rund 300 Milcherzeuger bei einer Wahlkampfveranstaltung mit Bundeskanzlerin Merkel, um ihr klar zu machen, dass bei den Bauern nichts mehr vor und zurück geht.
Bei einer Kirchweihveranstaltung in Trautmannshofen im bayerischen Landkreis Neumarkt wurde heute klar, wie dünn auch das Nervenkostüm der Politiker mittlerweile zu sein scheint. Mehrere Milcherzeuger ließen dort symbolisch 5.000 Liter Milch weglaufen. Eine Bäuerin, die Milch verschüttete, traf dabei auch die Hose von CDU/CSU-Bundestagsabgeordneten und Mitglied im Menschenrechtsausschuss, Alois Karl, der die Bäuerin daraufhin tätlich angriff.
Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter BDM e.V. verurteilt dieses Verhalten und sieht darin ein mehr als deutliches Zeichen, dass sich die Situation weiter zuspitzt. Er fordert die Politik auf, endlich tätig zu werden und den Milcherzeugern mit Taten zu signalisieren, dass man sich wirklich für ihre Interessen einsetzen will und sie nicht zugunsten von Industrieinteressen „über die Klinge springen“ lässt.
Für morgen sind um 12 Uhr bundesweit mehrere Molkereikundgebungen geplant. Unter dem Motto „Macht Eure Milch doch selbst!“ werden die Milcherzeuger Grünfutter vor den Molkereien abladen.
Pressekontakt: Hans Foldenauer, Tel.: 0170-5638056 oder Jutta Weiß, Tel.: 0921-16 27 170-12
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