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Positionen

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Flexible, marktorientierte Angebotssteuerung

für die dauerhafte Stabilität einer flächendeckenden, nachhaltigen Milcherzeugung und Milchwirtschaft in Europa 

 

Präambel

Angebotsüberhang: Überschüsse verhindern kostendeckende Milcherzeugerpreise und zerstören Betriebe und regionale Strukturen

Der europäische Milchmarkt steht unter einem erheblichen Mengendruck, das Angebot an Milch übersteigt die Nachfrage deutlich. Die Überschwemmung des Marktes mit Milch hat zu einem bisher nicht da gewesenen Niedergang der Milchpreise geführt. Die Milcherzeuger erhalten keine kostendeckenden Preise. Diese Situation führt massiv zur Aufgabe der Milcherzeugung durch die Betriebe und damit auch dem Verlust regionaler Versorgungsstrukturen.

 

Absatzförderung reicht nicht aus, Produktionsmenge muss verringert werden

Immer wieder versucht die EU-Kommission mit Exporterstattungen und der Einlagerung erheblicher Mengen an Butter und MMP den Markt zu stabilisieren. Obwohl diese Maßnahmen bereits mehrere hundert Mio. Euro kosten, konnte der oben erwähnte Milchpreisabsturz nicht verhindert werden. Es reicht nicht, auf der Ebene des Absatzes aktiv zu werden. Die Produktionsmenge muss verringert werden.

 

Gemeinsame Verantwortung von Politik und Milcherzeugern

Politik und Erzeuger haben die gemeinsame Verantwortung für eine zukunftsträchtige und flächendeckende Milcherzeugung in Europa. Es handelt sich hierbei mit Werten wie Versorgungssicherheit, Lebensmittelqualität, Nachhaltigkeit, Ernährungssouveränität und Lebendigkeit ländlicher Räume um eine gesellschaftliche Frage.
Auf eine günstige und nachhaltige Weise kann Politik über die im folgenden dargestellten Maßnahmen die notwendigen Rahmenbedingungen für kostendeckende Milcherzeugerpreise und damit ein Fortbestehen der Betriebe schaffen.

 

Für eine stärkere Position der Erzeuger am Markt und das Erzielen kostendeckender Milcherzeugerpreise braucht es folgende Rahmenbedingungen:

1. Monitoringstelle

Zur Analyse und Einschätzung von Angebot und Nachfrage ist eine europäische Monitoringstelle einzurichten, in der alle beteiligten Seiten des Milchmarktes vertreten sind: Milcherzeuger (EMB), Molkereiwirtschaft, Verbraucherorganisationen und Politik. Diese Stelle läßt regelmäßig die Kosten sowie andere Daten der Milcherzeugung ermitteln. Der entsprechende kostendeckende Erzeugerpreis ist Maßstab für die Festlegung der Milchmenge und den Einsatz verschiedener Instrumente durch die Monitoringstelle.

 

2. Erzeugerfinanzierte Umlage

Es ist eine rechtliche Grundlage zu schaffen, welche die Einführung einer für alle Milchproduzenten in der EU verbindliche Erzeugerumlage erlaubt. Diese soll zur Finanzierung einer bedarfsorientierten Mengensteuerung genutzt werden d.h. je nach Entwicklung der Nachfrage um die Menge zu steigern oder zu senken.

 

3. Allgemeinverbindlichkeit

Damit marktgestaltende Instrumente greifen können, braucht es eine EU-weite, rechtlich abgesicherte Mengenbegrenzung auf der Basis einzelbetrieblicher Referenzmengen.

 

4. Bündelung der Milcherzeuger

Schließlich ist eine rechtliche Grundlage zu schaffen, welche es den Milcherzeugern erlaubt, sich auf der Ebene der Mitgliedstaaten und darüber hinaus zu Erzeugergemeinschaften, die ausreichend Marktgewicht entwickeln können,  zusammenzuschließen. Die aktuell möglichen Bündelungsgrößen von national 33 Prozent bzw. EU-weit 3,5 Prozent reichen dafür nicht aus.