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Aktuelle Proteste in Europa

Belgien:
Mehr als 600 belgische Milchbauern haben gestern Nacht, 18. August, mit rund 600 Traktoren am Regionalflughafen Lüttich-Bierset mit Blockadeaktionen gegen verschiedene Unternehmen protestiert. Laut einem Bericht von Grenzecho ständen diese Unternehmen symbolisch für eine fehl geleitete, nur auf Profit ausgelegte Politik. Die belgischen Landwirte kämpfen mit den Auswirkungen der Überproduktion und machten mit ihrer Aktion auf die hohen Auslandsimporte aufmerksam. Die Nachrichtenagentur Belga berichtete, die Polizei habe Tränengas einsetzen müssen, als Bauern versucht hätten, in die Gebäude der Unternehmen einzudringen. Mit den Aktionen wollen die Landwirte den Druck auf die Politik im Vorfeld des EU-Sondergipfels der Agrarminister am 7. September hochhalten. Die Milcherzeuger-Interessengemeinschaft (MIG) hat für Mittwoch morgen (19. August) weitere Blockaden gegen Nahrungsmitteltransporter angekündigt.
Fotos der Blockade in Lüttich
 

Spanien:
Am 18. August gab es ein Treffen unseres spanischen Mitgliedsverbandes OPL mit der Regierung, den galizischen Behörden und den Gewerkschaften. OPL hat in ihrer Presseerklärung klar gestellt, kein Abkommen zu unterzeichnen mit einem Milchpreis unter 34 Cent je Liter. OPL möchte die geplanten Protestaktionen weiterführen und intensivieren. Für Donnerstag ist eine weitere große Aktion in Vilalba angekündigt.  <link fileadmin dokumente press_release emb-allgemein download file>OPL Presseerklärung (in Spanisch).

 
Frankreich:

Einige hundert Landwirte des regionalen Bauernverbandes (FDSEA) und der Jungbauern haben am 18. August in vier Supermärkten in Rodez (Südfrankreich) gegen die Gruppe Savencia protestiert. Laut Bericht von Le Parisien haben die Demonstranten Etiketten mit der Aufschrift „Hergestellt mit Milch, die mit Verlust verkauft wurde – Bauer stranguliert, Savencia gemästet“ auf verschiedenen Käseprodukten der Gruppe Savenica angebracht.
 
 
Deutschland:
- Nach einem Aufruf des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) brannten Montag Abend (17.08.2015) auf weit mehr als 100 Milchviehbetrieben in ganz Ostfriesland Mahnfeuer. Die Landwirte machten mit den Feuern auf die katastrophale Lage am Milchmarkt aufmerksam. Auch Futtermittelhersteller und Landmaschinen-Händler beteiligten sich an der Aktion. Fotos Mahnfeuer.
 
- Landwirte des Bayrischen Bauernverbands protestierten am 18. August vor einem Aldi Supermarkt gegen den Preiskrieg der Discounter. Lebensmittel, v.a. Milch werde zunehmend zu Ramschpreisen verschleudert.
 
 
EU
Die EU-Kommission, angesprochen auf die schwierige Situation der Milchbauern in Großbritannien, hat faire Preise für die Erzeuger von Milch eingemahnt. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte am Dienstag in Brüssel, dass die Preiskette angeschaut werden müsse, um die Verhandlungsposition der Produzenten zu stärken. Der Sonderrat der EU-Landwirtschaftsminister am 7. September biete eine Möglichkeit, diese Fragen anzusprechen. Derzeit gebe es informelle Gespräche und Anfragen der EU-Staaten an die EU-Kommission, aber kein offiziellen Anfragen um Unterstützung.
Presseinformation der EU Kommission vom 18. August (in Englisch)