(Brüssel, 18.06.2014) Am vergangenen Freitag, den 13. Juni hat die EU-Kommission ihren Bericht zur Situation des Milchmarktes veröffentlicht.
Zum einen wird darin auf die grundsätzlich positive Entwicklung der Nachfrage und des Marktes im Allgemeinen verwiesen. Dies gelte aktuell und auch mittelfristig für den EU-, als auch für den Weltmarkt. Gleichzeitig spricht die Kommission auch die hohen Risiken stark schwankender Milchpreise für eine nachhaltige und flächendeckende Milchproduktion in der EU an. Insbesondere betrachtet es die Kommission hier als notwendig, unverzüglich über zusätzliche Instrumente der Krisenprävention für die Zeit nach dem Auslaufen der Milchquoten im März 2015 zu diskutieren.
Das EMB begrüßt den nüchternen und ausgewogenen Bericht der EU Kommission ausdrücklich und sieht sich in seiner Einschätzung der Chancen und Risiken für den Milchmarkt bestätigt. Die Steigerung der Milchproduktion in den vergangenen Monaten in Größenordnungen von 5-15% in einer ganzen Reihe wichtiger Milchländer der EU zeigt das Potenzial möglicher Mengensteigerungen. Die aktuell rückläufige Anlieferung gegenüber dem Vorjahr ist in erster Linie auf die noch immer drohende Superabgabe für hohe Überlieferungen aufgrund der Quotenregelung zurückzuführen. Die bremsende Funktion der Mengensteuerung trägt somit derzeit entscheidend zu der zaghaft einsetzenden Markterholung bei.
Das EMB sieht deshalb dringenden Handlungsbedarf, wirksame Kriseninstrumente für die quotenfreie Zeit zu installieren. Dadurch kann auch nach 2015 die Produktion im Bedarfsfall beschränkt werden. Die Mitgliedsorganisationen des EMB haben auf ihrer Jahresversammlung im April dieses Jahres ein ausgereiftes Konzept mit genau dieser Zielsetzung beschlossen.
Das EMB sieht sich auch durch die Positionen einer ganze Reihe von Mitgliedsländern bestätigt. Die Agrarminister wichtiger Länder wie Frankreich, Spanien, Italien und sogar Großbritannien haben sich klar gegen vorzeitige Aufweichungen der bestehenden Regelungen ausgesprochen. Diese Länder haben offensichtlich die Verantwortung der Politik für eine nachhaltige und flächendeckende Milchproduktion in der EU erkannt.
Dies kann langfristig nur mit kostendeckenden Milchpreisen – einer zentralen Forderung des EMB – erreicht werden.
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