Aktionen der Milchproduzenten in Frankreich
Video in Französisch
Anbei einige Informationen zu den letztwöchigen Protestaktionen der Milchproduzenten in Frankreich :
In der Auvergne im Departement Cantal, wird eine Molkerei der Lactalis in Riom-ès-Montagnes weiterhin blockiert. Die Situation ist sehr konflikreich; die Molkerei hat Anzeige erstattet weil keine Milch mehr gesammelt wird, obwohl die Bauern nur die Ausfahrt blockiert haben. Die Molkerei hat gegen die FDSEA Anzeige erstattet unter der Begründung, dass sie keine Milch sammeln kann wenn sie die Fertigprodukte nicht herausbringen kann.
Die Angestellten der Molkerei 3A von Saint-Mamet-la-Salvetat haben gegen die Blockade ihrer Fabrik protestiert weil sie mit technischer Arbeitslosigkeit rechnen müssen.
Im Departement Puy de Dôme, haben Dutzende von Viehhaltern als Unterstützungsaktion der Blockade im Cantal, die Strassenzugänge zu Clermont-Ferrand blockiert. Sie haben eine Unterredung mit dem Präfekten bekommen. Sie hatten ein Ultimatum gestellt damit die Milch gesammelt wird. Nachdem sie ihr Ziel erreicht hatten, wurden die Strassenblockaden aufgehoben.
In Paris, Demonstration der Jeunes Agriculteurs (JA, Jugendbranche der FNSEA) vor dem Agrarministerium am 5. Juni ( Slogans : Molkereien Erpresser, 28 cts, Schandpreis )
In Westfrankreich haben Milchproduzenten auf Aufforderung der FNSEA Blockaden der Einkaufszentren gemacht, indem sie die Zufahrten zu den Parkplätzen blockierten.
Im Departement Doubs wurden diskret aber mit grossem Medienecho Dutzende von Inschriften auf die Strassen gemalt « Milch 280€/t die Schande der Politiker», « Milch zu 28 ct pro Liter eine Schande – Produzenten – Konsumten werden getäuscht ».
Im Departement Calvados, haben 30 Milchproduzenten den Autobahnzoll der A13 aufgehoben.
Im Departement Tarn haben Dutzende von Bauern ein grosses Spruchband auf das Ratshaus aufgespannt, welches die Einigung zwischen FNPL und der Industrie der letztwöchigen Verhandlungen anklagte. Sie haben Milch und Hofabfälle ausgeleert und ein Palettfeuer vor dem Ratshaus angezündet.
Auch im Tarn haben 50 Milchproduzenten mehr als 20 Tonnen Mist vor der Direction Départementale de l’Equipement et de l’Agriculture ausgeleert
In Saint-Étienne im Departement der Loire haben Hundert Produzenten den Zugang zur Präfektur und der Verwaltung des Departementes blockiert (Aktion der Confédération Paysanne).
Am 7. Juni haben in den Departementen der Finistère und der Sarthe, die Milchproduzenten die Verteilzentren der Supermärkte Leclerc blockiert. Aktion der JA. Diese Aktion hat zu heftigen verbalen Auseinandersetzungen zwischen dern Milchproduzenten und den 200 Angestellten des Verteilzentrums die ihre Arbeit verteidigen wollten geführt. Die Blockade wird weitergeführt bis Genugtuung erreicht wird.
Am 8. Juni in Champagné, in der Sarthe haben mehrere Hundert Bauern aus allen Produktionszweigen 60 Transportwägen mit Mist und Abfall vor dem Verteilzentrum Socamaine der Leclerc-Kette ausgeleert.
Im Departement der Loire-Atlantique haben sich gemäss Joël Limouzin, Präsident der FRSEA Pays de la Loire, am Sonntagabend 400 Milchproduzenten vor der Lidl-Einkaufszentrale in Sautron versammelt.
Diese Aktionen werden mehrheitlich von den FDSEA (Departemenale Sektionen der FNSEA) un den JA (Jugendbranche der FNSEA) durchgeführt ,die nicht mit den Verhandlungen die letzte Woche von ihrer Gewerkschaft geführt wurden , einverstanden sind..
Die Confédération Paysanne protestiert auch in gewissen Departementen.
Von Seiten der OPL-EMB-CR hier die Liste der Aktionen die letzte Woche stattgefunden haben und die bald stattfinden werden :
- Gemeinsame Demonstation der OPL-EMB mit der Confédération Paysanne am Mittwoch dem 10. Juni in Nantes.
- Organisation einer Produzentenversammlung in der Bretagne auf Aufruf der CR/OPL-EMB Ende Juni.
- Am Montag dem 8. Juni hat im Calvados eine Milchproduzentenversammlung auf Aufruf der Coordination Rurale – OPL stattgefunden bei der ein 85% Votum für den Milchstreik gefällt wurde. Eine gleichartige Versammlung wird im Departement der Orne organisiert.
Von Seite der Presse beginnen die OPL-EMB sowie die CR und die APLI besseres Echo zu bekommen :
- Artikel in der Presse: Libération, Le Figaro, France Agricole, Paris Normandie, La Nouvelle République, La Montagne Cantal, La Dépêche, Ouest France, Territoire et Horizons, L’indépendant, Centre Presse, Les Echos, Le Télégramme, Sud Ouest, L’Est Républicain, La Voix du Nord, Vosges Matin, Midi Libre, Challanges…
- Mehr als 25 Depeschen AFP (Agence France-Presse).
- Mehrere Referenzen im Internet, hauptsächlich bei Google welches auf Zeitungen hinweist die unserer Positionen wiedergeben sowie die landwirtschaftlichen Webseiten: Terre Net, Agri Hebdo.
- Fernseh- und Radioreportagen : France Info, Journal France 3, Télé Agricole…
Für mehr Informationen in Englisch oder Französisch:
Anne-Lise MONTAY
Animatrice Régionale
Coordination Rurale Haute Normandie
Portable : 06 83 68 71 01
Téléphone : 02 32 37 67 84
Télécopie: 02.32.58.23.70
Courriel: hautenormandie@coordinationrurale.fr
Ergebnis Milchpreisverhandlungen in Frankreich
Gegen 22 Uhr wurde gestern Abend das Ergebnis der Milchpreisverhandlungen zwischen Milchindustrie und Milchorganisation des französischen Bauernverbandes verkündet. Der Jahresdurchschnittspreis soll bei 28 Cent / Liter liegen. In den ersten drei Monaten des Jahres wurden zwischen 32 und 30 Cent / Liter bezahlt. Das bedeutet entsprechend dieses Abkommens für die kommenden Monate Milchpreise um die 24-26 Cent.
Am Dienstag hatte sich noch Agrarminister Barnier eingeschaltet und hat nun die Summe von 30 Millionen Euro für den Milchsektor zugesagt. Er hat hierbei nicht präzisiert, auf welchen Zeitraum sich diese Summe beziehen soll. Geht man davon aus, dass die 30 Millionen für 2009 zur Verfügung stehen, so bedeutet dies umgerechnet 0,13 Cent / Liter Milch.
Jean-Louis Naveau vom EMB-Verband Organisation des Producteurs de lait (OPL) kommentiert: „Das Ergebnis überrascht uns nicht; es war zu erwarten, dass der Abschluss einen viel zu niedrigen Milchpreis bringen wird. Und dies obwohl sowohl Premierminister Fillon als auch Agrarminister Barnier öffentlich verkündet hatten, dass ein Preis unterhalb des Kostenniveaus inakzeptabel sei.“ Naveau ergänzt: „Die Molkereien argumentierten, dass Milch aus anderen europäischen Ländern nach Frankreich käme, wenn man einen höheren Milchpreis zahle. Für uns bedeutet das ganz klar, dass es eine andere europäische Politik braucht. Notfalls muss ein europäischer Milchstreik den notwendigen Druck hierfür erzeugen.“
Weiterhin: „Ein Wechsel auf politischer Ebene wäre zudem sehr hilfreich; da wird der Sonntag zeigen, welche neuen Möglichkeiten sich erschließen.“
Sophie Poux von der APLI (Association des Producteurs de lait indépendants), in Kürze ebenfalls Mitglied im EMB, berichtet, dass die Milcherzeuger sehr unzufrieden mit dem Verhandlungsergebnis sind. „Dieses Milchpreisniveau ist unhaltbar. Die 280€ sind zudem ein Maximalpreis, denn Firmen mit hohem Anteil an Industrieprodukten können noch niedriger gehen.“ Zum weiteren Vorgehen des Verbandes sagt Poux: „Morgen Freitag, den 5. Juni werden wir eine Versammlung aller Delegierten der APLI haben und dort unsere Strategie besprechen. Klar ist, dass die Zeit der nationalen Abkommen vorbei ist; wir müssen europäisch denken und handeln. Der Milchstreik wird jetzt stärker denn je diskutiert werden.“ Ab Mitte Juni wird die APLI erneut Informationsversammlungen in allen Regionen Frankreichs abhalten.


